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Auslandsaufenthalt und Kündigung

 Von 
Alphabet
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 4x hilfreich)
Auslandsaufenthalt und Kündigung

Ein fiktiver Fall:

Person A hat nach deutschem Recht Verbraucherinsolvenz beantragt und befindet sich nach Abschluß des Verfahrens in der WVP.
Person A ist aus persönlichen Gründen ins europäische Ausland abgewandert, hat alle Meldepflichten eingehalten und alle pfändbaren Beträge an den Treuhänder abgeführt.

Allerdings trennt Person A sich nach einer Weile von seiner Partnerin und beantragt eine Erhöhung der Pfändungsfreigrenze, da die Lebenshaltungskosten an seinem Aufenthaltsort ungleich höher sind, als in Deutschland.

Der Antrag wird abgelehnt.

Person A will nun nach Deutschland zurück kehren, da durch die Trennung keinerlei Motivation mehr besteht, im Ausland zu verweilen und ein Überleben ohne Erhöhung der Pfändungsgrenze ebenfalls nicht möglich wäre.

Die Frage ist nun, ob ihm bei einer Kündigung, welche durch Rückwanderung motiviert ist, ebenfalls die Restschuldbefreiung versagt werden kann, obwohl er sich nachweislich um Arbeit am zukünftigen Wohnort bemüht?
Und sowieso wird Person A in Deutschland natürlich deutlich weniger verdienen, als an seinem Aufenthaltsort.

M.M.n. liegt hier keine Gläubigerbenachteiligung vor, da:

1) der Treuhänder/das IG ja keinerlei Verfügung über den Aufenthaltsort des Schuldners haben

2) der Schuldner nach deutschem Insolvenzrecht behandelt wird, und somit sich doch auch darauf berufen könnte, dass er sich in dem Land befinden möchte, in dem das Gesetz zwingend auf ihn angewendet wird.

Dagegen spräche, dass der Schuldner einen gesicherten Arbeitsplatz aus vergleichsweise banalen Gründen aufgibt, und in Kauf nimmt, eine finanzielle Verschlechterung herbei zu führen.

Ich hänge gerade ein bißchen und bräuchte weitere Meinungen.

Vielen Dank!

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"Meine Beiträge stellen alleine meine persönliche Meinung dar."

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Restschuldbefreiung Schuldner Kündigung


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78684 Beiträge, 33571x hilfreich)

quote:
und ein Überleben ohne Erhöhung der Pfändungsgrenze ebenfalls nicht möglich wäre.

Wie war es denn dann bisher möglich?





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#2
 Von 
Alphabet
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 4x hilfreich)

Wie gesagt, fiktiver Fall.

Ich gehe davon aus, dass Person A in einer eheähnlichen Gemeinschaft gelebt haben soll, welche - wie erwähnt - aufgelöst wurde.

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"Meine Beiträge stellen alleine meine persönliche Meinung dar."

-- Editiert am 29.04.2011 21:41

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78684 Beiträge, 33571x hilfreich)

Und?





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#4
 Von 
Alphabet
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 4x hilfreich)

Das ist ein Fallbeispiel, es sind keine weiteren Hinweise vorhanden, hab ich mich irgendwie unklar ausgedrückt?

Ich kann natürlich jetzt darauf spekulieren, dass das Leben in einer eheähnlichen Gemeinschaft günstiger ist, als das Singledasein, wüsste jedoch nicht, was das mit der Fragestellung an sich zu tun hat.

Wenn es hilft, die Frage ein bisschen globaler zu formulieren: Ist eine Rückwanderung bei einer Anhörung ein wichtiger Grund oder nicht?

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"Meine Beiträge stellen alleine meine persönliche Meinung dar."

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78684 Beiträge, 33571x hilfreich)

Du solltest die Informationen nicht globalisieren sondern präzizieren.



quote:
Das ist ein Fallbeispiel, es sind keine weiteren Hinweise vorhanden,

Dann wäre davon auszugehen dass der Schuldner einen gesicherten Arbeitsplatz grundlos aufgibt, eine finanzielle Verschlechterung billigend in Kauf nimmt, damit seine Gläubiger schädigt und seine Obliegenheitspflichtne verletzt.
Das könnte dann zum Versagen der Restschuldbefreiung führen.

Die vorgenannt Argumentation würde dann wohl wie folgt bewertet werden:

quote:
da durch die Trennung keinerlei Motivation mehr besteht, im Ausland zu verweilen

Unerheblich.

quote:
und ein Überleben ohne Erhöhung der Pfändungsgrenze ebenfalls nicht möglich wäre.

Ausrede eines arbeits-/leitsungsunwilligen Schuldners, da er ja auch bisher mit dem Gehalt überleben konnte.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#6
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6949 Beiträge, 3829x hilfreich)

Ich sehe hier auch ein erhebliches Risiko dafür, dass die RSB bei entsprechenden Antrag versagt wird. Schließlich gibt der Schuldner bewusst eine Anstellung auf und die Gläubiger erhalten weniger Geld. Auch bei Annahme eines schlechter bezahlten Jobs in Deutschland könnte die Versagung der RSB drohen. Der Schuldner geht auf jeden Falle in erhebliches Risiko ein.

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