Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
513.546
Registrierte
Nutzer

Bafög-Bezug und Höhe der Bafög-Schulden in/nach Insolvenz

11.2.2019 Thema abonnieren
 Von 
Flum2
Status:
Schüler
(218 Beiträge, 26x hilfreich)
Bafög-Bezug und Höhe der Bafög-Schulden in/nach Insolvenz

Hallo allerseits,

bei mir sieht es folgendermaßen aus:
ich bin Studentin und werde in ca. 4 Semestern meinen Bachelor abschließen. Aufgrund einer nachweisbar vorhandenen Behinderung (Studierfähigkeit von 50%, in einigen Semestern darunter) und der Notwendigkeit, den Lebensunterhalt selbst zu verdienen, leider einige Semester über Regelstudienzeit.

So, die Schuldnerberatung teilte mir mit, dass ich, so ich das Lehrersein anstrebe, auch innerhalb einer Insolvenz keine Versagung der Restschuldbefreiung zu befürchten hätte, wenn ich den Master dranhänge. Grundlegend eine Option für mich.
Nun, ich bin gezwungen, die Bafög-Schulden mit in die Insolvenz zu nehmen. Im Master hätte ich wieder Anspruch auf den Höchstsatz.

Meine Fragen lauten dementsprechend nun:
1. Ist erneuter Bafög-Bezug möglich? Auch während der Insolvenz, durch die ich die Bafög-Schulden verliere?
2. Falls ja, wie hoch ist der maximale Darlehensanteil? 10 000 minus das, was ich bereits mit in die Insolvenz nehmen musste? Oder wieder 10 000?

Und wenn wir schon beim Thema sind, auch wenn ich relativ fest damit rechne, dafür böse Kommentare zu erhalten: wie sieht es aus, wenn ich es anstrebe, an der Uni zu bleiben? Natürlich sieht es nach außen nicht rosig aus, wenn man im Bachelor (deutlich) über der Regelstudienzeit lag, aber Grund dafür waren meine Erkrankungen. Diese habe ich nun mittels Medikamenten im Griff, dh. ich kann erst jetzt mein "Potenzial" voll ausschöpfen.

Ich bedanke mich für Antworten, aber ich bitte dennoch darum, das Schwingen der Moralkeule bitte zu unterlassen. Ich habe fast ausschließlich Studienschulden, mir wurden diverse mir zustehende Leistungen versagt, weil ich die Behinderung damals nur therapeutisch, noch nicht ärztlich nachweisen konnte. Summa summarum sind mir damit mehr als 40 000€ an Sozialleistungen entgangen, die mir als Behinderte zustanden.

Flum2

Verstoß melden



2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10252 Beiträge, 2729x hilfreich)

Wenn es doch fast ausschließlich Studienschulden sind ... die sind doch noch gar nicht fällig, studieren Sie doch in Ruhe zu Ende und beginnen dann Ihre Schulden abzubezahlen.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Flum2
Status:
Schüler
(218 Beiträge, 26x hilfreich)

Allgemein ratsam, aber bei mir sind auch die 10% der Nichtstudienschulden zu viel zum Sofortzahlen. Und doch, der Studienkredit ist schon fällig, Bafög vielleicht nicht. Und wenn ich den nicht direkt zahle und jedes Jahr aufs Neue um eine weitere Stundung bangen muss, kommen Unmengen an Zinsen drauf, dann bin ich vielleicht mit 40 schuldenfrei, wenn ich nicht doch noch arbeitsunfähig werden sollte.
Das dauert mir zu lange. Es war ja nicht zu erwarten, dass ich derart lange studieren und dann noch ohne die mir zustehende Unterstützung auskommen müssen würde.

Die Insolvenz ist auch schon beschlossene Sache. Frage ist nur, wie ich nun noch verhindern kann, dass diese mir eine mögliche Karriere komplett verbaut. Dass es dadurch in mehrfacher Hinsicht schwieriger sein wird, ist natürlich klar.

Notfalls setze ich eben alles daran, die dreijährige Insolvenz durchzuziehen bzw. arbeite für den Rest der Wohlverhaltensphase und reimmatrikuliere mich nach Insolvenzende. Aber das ist nur die Notoption.

Ergänzung: ehrliches Schuldenbegleichen ist ein Punkt, aber ich möchte sichergehen, dass ich in einem halben Jahrzehnt schuldenfrei sein werde, unabhängig davon, ob, inwiefern und wo ich arbeite(n kann).

-- Editiert von Flum2 am 11.02.2019 22:55

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen