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Dispo (laufende Rückführung) trotz Pfändungsschutzkonto?

16.1.2019 Thema abonnieren
 Von 
amenius
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 11x hilfreich)
Dispo (laufende Rückführung) trotz Pfändungsschutzkonto?

Vorab: Ich beziehe seit ein paar Monaten Hartz 4.
kein Einkommen, kein Vermögen.
Also nichts pfändbares da.
Da ich aber mit Schulden hadere, will ich mir mein Bankkonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen.

Nur die Sache:
Ich habe dort noch einen Dispo.
Konkret ist es so:
ich hatte bis letztes Jahr einen normalen 1000 euro dispo, natürlich voll ausgeschöpft.
dann kam die bank und bestand auf rückführung.
Da natürlich auf einmal nicht möglich, machte die Bank mit mir einen Vertrag.
dispo 1000 euro am anfang, das limit wird jeden monat um 30 Euro reduziert, erstmals am 31.9.18., bis es nur noch ein guthabenkonto ist.
Den vertrag habe ich hier schriftlich, sogar 2 bankmitarbeiter haben den unterschrieben.
also soweit niet und nagelfest.

nun wüsste ich gerne ob ich jetzt schon (dispolimit aktuell bei 880, ist auch noch geld zum abheben drauf)
ein pfändungskonto daraus machen kann?


weil bei normalem dispo wird der ja meist dann gleich gekündigt.
aber wie sieht es bei mir aus?
können die trotz vertraglicher rückzahlungsvereinbarung das limit abrupt auf 0 setzen und die 880 auf einmal fordern?
oder gilt hier, obwohl mir die bank ein pfändungskonto draus gemacht hat, die rückführungsvereinbarung?

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1146 Beiträge, 435x hilfreich)

Ein P-Konto geht mit einem Negativsaldo m.W. nicht.
Somit müsstest du klären ob der Dispo umgebucht wurde.
30€ Raten bei 1.000€ offen macht welchen Sinn bei den Zinsen?
Wie sieht die längerfristige Planung aus?

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69967 Beiträge, 32153x hilfreich)

Zitat (von amenius):
nun wüsste ich gerne ob ich jetzt schon (dispolimit aktuell bei 880, ist auch noch geld zum abheben drauf) ein pfändungskonto daraus machen kann?

Ja, kann man.
Der Gesetzgeber hat festgelegt "Der Kunde kann jederzeit verlangen, dass das Kreditinstitut sein Girokonto als Pfändungsschutzkonto führt."

Auch wenn Banken da immer wieder gerne mal anders argumentieren.



Zitat (von amenius):
können die trotz vertraglicher rückzahlungsvereinbarung das limit abrupt auf 0 setzen und die 880 auf einmal fordern?

Ja, können die.
Nur, wo nichts ist, nützt auch fordern nichts.

Ob die das durchsetzen könnten, hängt vom genauen Inhalt der Rückzahlungsvereinbarung ab.





Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22653 Beiträge, 14927x hilfreich)

In der Praxis sollte man das P-Konto hier erst dann beantragen, wenn wirklich eine Pfändung eintrifft. Ist eine Pfändung vor dem August abzusehen?
Ansonsten mit der Bank vorher sprechen. Die Bank kann das separieren und dann das Limit auf 0€ setzen, monatlich direkt bei Geldeingang weiterhin die 30€ abbuchen.

Zitat:
30€ Raten bei 1.000€ offen macht welchen Sinn bei den Zinsen?

Gerade aus diesem Blickwinkel macht ein Gespräch mit der Bank durchaus inhaltlich Sinn. Denn Dispo-Zinsen sind auch heutzutage nicht ohne.
Zitat:
Wie sieht die längerfristige Planung aus?

Und auch gerade diese Frage kann ich nur unterstreichen. bei den weiteren Schulden: Sind das Altschulden? Neue Schulden? Mietschulden oder Stromschulden o.ä.? Ansonsten kann ich dir auch mal folgendes Forum nahelegen: https://schuldner-community.de/

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#4
 Von 
tapeking
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 19x hilfreich)

Wenn Du vor hast in die Privatinsolvenz zu gehen (?) empfehle ich Dir möglichst bei einer Sparkasse oder Volksbank (bei der hoffentlich nicht Dein jetziges Konto geführt wird) ein P-Konto zu eröffnen.

Machen die natürlich nicht gerne, müssen sie aber.

Eine Übernahme eines Disporahmens in ein P-Konto ist nicht möglich. Dies wäre ein Widerspruch in sich.

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22653 Beiträge, 14927x hilfreich)

Zitat:
Machen die natürlich nicht gerne, müssen sie aber.

Nö. Müssen sie mitnichten. Solange man ein Konto hat, muss keine Bank irgendetwas.
Man hat nur Anspruch auf exakt ein Basiskonto, nicht auf ein zweites.

Natürlich sollte man vor Privatinsolvenz die Situation klären. Schauen, dass man entweder mit der Bank eine Vereinbarung trifft (die man dann einhält) oder dass man bei einer jungfräulichen Bank ein reines Guthabenkonto eröffnet. So weit ist der TE aber offenbar (noch) nicht.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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