Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
586.891
Registrierte
Nutzer

Ist (erste) Berufsausbildung während Privatinsolvenz erlaubt?

13.7.2021 Thema abonnieren
 Von 
Unkm
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)
Ist (erste) Berufsausbildung während Privatinsolvenz erlaubt?

Hallo,

darf eine Person, die sich in der Privatinsolvenz befindet, eine Berufsausbildung durchführen, wenn es seine erste ist, um seine finanzielle Lage zu verbessern, ohne seine Restschuldbefreiung zu gefährden?

Danke

Verstoß melden



14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Legende
(19274 Beiträge, 3513x hilfreich)

JA.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Unkm
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
JA.


Aber ein Gläubiger / Richter könnte doch auch argumentieren, dass der Schuldner auch ohne Berufsausbildung genug Geld erwirtschaften kann, so wie Du ja auch im anderen Thread argumentiert hast, dass man als unqualifizierte Arbeitskraft genug Geld erwirtschaften kann. Warum also sollte es erlaubt sein, eine Berufsausbildung in der Privatinsolvenz zu beginnen, die wahrscheinlich weniger Geld einbringt und keine Gläubiger befriedigt, zudem noch im Schnitt drei Jahre geht, als eine angemessene Arbeit, die fortlaufend pfändbaren Betrag einbringt?


-- Editiert von Unkm am 13.07.2021 17:47

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90321 Beiträge, 35519x hilfreich)

Zitat (von Unkm):
darf eine Person, die sich in der Privatinsolvenz befindet, eine Berufsausbildung durchführen, wenn es seine erste ist, um seine finanzielle Lage zu verbessern, ohne seine Restschuldbefreiung zu gefährden?

Unter Umständen ja - kommt halt darauf an, ob er seine Obliegenheiten erfüllt oder nicht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
Unkm
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Unter Umständen ja - kommt halt darauf an, ob er seine Obliegenheiten erfüllt oder nicht.


Seine Obliegenheit ist es ja, eine angemessene, also auch über den Mindestlohn hinausgehend bezahlte Arbeit zu finden, was auch - siehe anderen Thread von mir - neben Anamis, auch Deiner Meinung nach - möglich ist, auch als unqualifizierte Arbeitskraft. Warum sollte es dann erlaubt sein, eine Ausbildung beginnen zu dürfen, die nicht fortlaufend für die Dauer der Ausbildung pfändbaren Betrag erbringt, während es eine angemessene Arbeit tut?

-- Editiert von Unkm am 13.07.2021 17:50

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90321 Beiträge, 35519x hilfreich)

Zitat (von Unkm):
Warum sollte es dann erlaubt sein, eine Ausbildung beginnen zu dürfen, die nicht fortlaufend für die Dauer der Ausbildung pfändbaren Betrag erbringt, während es eine angemessene Arbeit tut?

Genau das ist das Problem an der Sache, die Gläubiger erhalten durch das Verhalten des Schuldners erst mal weniger Geld. Später - so die Hoffnung - könnten sie aber viel mehr pfänden.

Wenn man sich also von Zeitungsverteiler zu 1400 EUR brutto auf Lokführer zu 2400 EUR brutto steigern kann, machen die Gläubiger Gewinn, da wird man also durchaus umschulen dürfen.

Wenn man sich aber vom Zeitungsverteiler zu 1400 EUR brutto auf Youtuber umschulen lässt, wird man zu 99% arge Probleme bekommen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
Unkm
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Später - so die Hoffnung - könnten sie aber viel mehr pfänden.


Das ist ja auch die Frage wann eine Ausbildung, die meistens, und hier im Beispiel drei Jahre geht. Denn drei Jahre dauern ja mittlerweile auch schon Privatinsolvenzverfahren, die seit dem 01.10.2020 beantragt wurden. Ob man dann in der Zeit eine Ausbildung machen dürfte? Gleiches auch bei Privatinsolvenzverfahren mit 6 Jahre Dauer, und man dann die letzten drei Jahre vor Ende des Verfahrens eine Ausbildung macht. Bevor richtig Geld verdient werden kann, ist das Verfahren beendet, bzw. geht je nach Fall nicht mehr lange.

Ich glaube, das ganze ist nicht vollends geregelt worden, oder?

Gibt es denn eine Möglichkeit sich rechtssicher eine Erlaubnis für eine Berufsausbildung in der Privatinsolvenz einzuholen, z.B. bei Gericht oder Treuehänder?


-- Editiert von Unkm am 13.07.2021 19:27

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
Anami
Status:
Legende
(19274 Beiträge, 3513x hilfreich)

Zitat (von Unkm):
Gibt es denn eine Möglichkeit sich rechtssicher eine Erlaubnis für eine Berufsausbildung in der Privatinsolvenz einzuholen, z.B. bei Gericht oder Treuehänder?
Du kannst deinen Treuhänder/IV fragen. Er wird dir vermutlich deine Obliegenheiten aufzählen.

Deine Frage beachtet vermutlich wieder nicht, dass die gewünschte Restschuldbefreiung das wichtige Kriterium ist.
Wenn jemand in PI auf seine Restschuldbefreiung verzichtet und bis zum letzten Cent seine REST-Schulden zahlt, dann stellen sich solche *Auswegsfragen* doch gar nicht.

Und : Es bringt nicht mehr, wenn du hier immer wieder die gleichen Fragen unter anderer Überschrift stellst.

Zitat (von Unkm):
Ich glaube, das ganze ist nicht vollends geregelt worden,
Doch, ist geregelt. Lass es dir gern von deinem IV erklären.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90321 Beiträge, 35519x hilfreich)

Zitat (von Unkm):
Ich glaube, das ganze ist nicht vollends geregelt worden, oder?

Nein, natürlich nicht.
Den Verfassern von Gesetzen fehlen regelmäßig die dazu notwendigen hellseherischen Fähigkeiten.



Zitat (von Unkm):
Gibt es denn eine Möglichkeit sich rechtssicher eine Erlaubnis für eine Berufsausbildung in der Privatinsolvenz einzuholen, z.B. bei Gericht oder Treuehänder?

Ja genau dort, der IV ist in solchen Fällen der erste Ansprechpartner.



Zitat (von Unkm):
und hier im Beispiel drei Jahre geht.

Solange kann die Bahn nicht mehr warten, der gehen die Lokführer jetzt schon aus. Eine Umschulung vom Bürokaufmann zum Lokführer dauert aktuell nur 9 bis 11 Monate.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
Unkm
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Du kannst deinen Treuhänder/IV fragen.


Ist er denn auch verpflichtet, die Erlaubnis auch schriftlich zu geben, denn schließlich muss man seine Rechte in Deutschland auch beweisen?

Zitat (von Anami):
Deine Frage beachtet vermutlich wieder nicht, dass die gewünschte Restschuldbefreiung das wichtige Kriterium ist.


Dafür müssen die Obliegenheiten erfüllt werden, blöd nur, wenn man nur schwer eine angemessene, also insofern gut bezahlte Tätigkeit als unqualifizierte Arbeitskraft bekommt, dass auch Gläubiger angemessen bezahlt werden können. Da sind wir aber unterschiedlicher Meinung, wie es so mit der Bezahlung bei Unqualifizierten ist. Nur soviel: Wäre es ja so einfach angemessen Geld als unqualifizierter Arbeiter in Deutschland zu verdienen, wären wir in Deutschland nicht unter den Top 10 im Niedriglohnsektor; es ist sehr schwierig eine Tätigkeit zu bekommen, die weit über Mindestlohn liegt, auch durch Konkurrenz besserqualifizierter auf dem Arbeitsmarkt, dass Gläubiger auch so gut wie möglich ausgezahlt werden können.

Zitat (von Anami):

Wenn jemand in PI auf seine Restschuldbefreiung verzichtet und bis zum letzten Cent seine REST-Schulden zahlt, dann stellen sich solche *Auswegsfragen* doch gar nicht.


Und wozu dient dann die PI? Da kommen ja schließlich auch noch Gerichtskosten obendrauf, die am Ende so oder so gezahlt werden müssen. Warum also deiner Meinung, gibt es dann die PI? Vielleicht ja, damit Schuldner, die ihre Schulden nicht zahlen können, nach einer bestimmten Zeit von diesen befreit werden.

Zitat (von Anami):
Es bringt nicht mehr, wenn du hier immer wieder die gleichen Fragen unter anderer Überschrift stellst.


Die neue Frage von mir steht im Titel. Sie hat nichts mit der Frage im anderen Thread zu tun.

Zitat (von Anami):
Doch, ist geregelt. Lass es dir gern von deinem IV erklären.


Aber nur, wenn ein Notar mit dabei ist, und die Aussagen von IV auch rechtlich bindend sind.




-- Editiert von Unkm am 13.07.2021 20:41

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
de Bakel
Status:
Schüler
(397 Beiträge, 52x hilfreich)

ohne diesen und/oder den Parralelbeitrag wirklich gelesen zu haben -
die Aufnahme einer Berufsausbildung dient der Sicherung der dauerhaften Leistugsfähigkeit.

Ja klar, die aktuellen Gläubigen haben die A-Karte. Nur es sind halt auch "nur" Gläubiger - sie glauben hlt nur, irgendwann an Geld zu kommen. (sorry)

Sofern Du tatsächlich eine Berufsausbildung anstrebst, und damit auf den rechten Weg kommen willst, kann ich Dich nur beglückwünschen. Falls das aber nur ein Fake ist, wird der auffallen und gestoppt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
Anami
Status:
Legende
(19274 Beiträge, 3513x hilfreich)

Zitat (von Unkm):
Ist er denn auch verpflichtet, die Erlaubnis auch schriftlich zu geben,
NÖ.
Zitat (von Unkm):
denn schließlich muss man seine Rechte in Deutschland auch beweisen?
NÖ. Wenn man welche hat, kann man sie durchsetzen. Oft gelingts, wenn man wirklich im Recht ist. Sieht hier bei deinen Fragen nicht so aus.
Zitat (von Unkm):
blöd nur, wenn man nur schwer eine angemessene, also insofern gut bezahlte Tätigkeit als unqualifizierte Arbeitskraft bekommt,
NÖ, nicht blöd. Genau DAS war das Thema in deinem anderen Thread. Hältst du uns für blöd?
Zitat (von Unkm):
Da sind wir aber unterschiedlicher Meinung, wie es so mit der Bezahlung bei Unqualifizierten ist.
NÖ. Absolut nicht. Hast du die beiden Urteile zur RS-Befreiung verstanden? Vermutlich nicht.
Wie im anderen Thread machst du ein Politikum draus. Das bringt HIER auch nicht das, was du wissen willst.

Verstehst du *Bemühungen nachweisen* nicht? NÖ??

Nach deinen Wünschen sollten AG allen Geringverdienern und unqualifizierten Schuldnern mehr Lohn bezahlen, damit die ihre Gläubiger befriedigen können--- so ungefähr? :grins:
Und die anderen schlecht bezahlten AN, die KEINE Schulden haben und nicht in PI sind--- die sollen weiterhin mickrige Löhne erhalten?---so meinst du das? :sad:

Zitat (von Unkm):
Und wozu dient dann die PI
Lustig. Kennst du den Unterschied zwischen Privatinsolvenz und Restschuldbefreiung? Offenbar nicht.

NÖ, die PI gibt es nicht, damit Schuldner irgendwann von Schulden befreit werden.
Aber die Restschuldbefreiung bei PI kann es geben, wenn der Schuldner seine Obliegenheiten erfüllt oder eben seine Bemühungen um Einkommen nachweist und diese nachweisbar aus x Gründen erfolglos sind.
Damit sind wir mind. 1x im Kreis herum.
Zitat (von Unkm):
Aber nur, wenn ein Notar mit dabei ist, und die Aussagen von IV auch rechtlich bindend sind.
Ja, gern, warum nicht.

An welche Ausbildung hat der Unqualifizierte denn gedacht? Die Ausbildungsbetriebe haben gewisse Ansprüche an ihre möglichen Azubis. Die sind nicht verpflichtet, jedweden unqualifizierten Bewerber anzunehmen. Auch nicht, wenn jährlich gerade wieder zum Beginn des Ausbildungsjahres in allen Medien getönt wird, dass ohwehh--- so viele Ausbildungsplätze fehlen.
Wie kommts denn? Warum bilden die Betriebe nicht aus? Die krähen nämlich jährlich zurück: Wir finden keine Ausbildungsfähigen. Wie kommts nur?

Einfach in der Hängematte liegen, nicht zum ges. Mindestlohn arbeiten wollen, lieber auf fremde Kosten ne Ausbildung machen wollen--- dafür gibt es ganz sicher keine RS-Befreiung.
Zitat (von Harry van Sell):
Eine Umschulung vom Bürokaufmann zum Lokführer dauert aktuell nur 9 bis 11 Monate.
Stimmt. Die nehmen keine Unqualifizierten. Kommt hier also nicht infrage.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
Unkm
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

- kann gelöscht werden -

-- Editiert von Unkm am 14.07.2021 18:34

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90321 Beiträge, 35519x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Die nehmen keine Unqualifizierten.

Doch, den der Bürokaufmann ist unqualifiziert, sonst würde er ja keine weitere Ausbildung benötigen.



Zitat (von Unkm):
Was bringt es Bemühungen darüber nachzuweisen, sich um eine gute bezahlte Tätigkeit zu kümmern, wenn es nur sehr schwierig und selten ist, eine solche Tätigkeit zu bekommen.

Der Norma um die Ecke sucht Aushilfen, mindestens 12,50 EUR / Stunde. Einzige Qualifikationen: Deutsche Sprache verstehen, aufrechter Gang und nicht stinken.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#14
 Von 
Anami
Status:
Legende
(19274 Beiträge, 3513x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Doch, den der Bürokaufmann ist unqualifiziert,
Nö. Der Bürokaufmann ist qualifiziert, hat eine abgeschlossene Ausbildung und kann eine UMSCHULUNG zum Lokführer erhalten.

Zufall. Ich kenne eine qualifizierte Person, die ein abgeschlossenes, aber gänzlich chancenloses Studium hat, danach eine gänzlich andere qualifizierte Ausbildung angehängt hat, damit etliche Jahre qualifiziert gearbeitet hat, dann betriebsbedingt gekündigt wurde, dann arbeitslos war und dann mit viel Mut die ausgerufene und vom Amt bezahlte Lokführer-Kindheitstraum-Chance ergriff... und seit ca 1,5 Jahren als qualifizierter umgeschulter Lokführer arbeitet. Den hat noch nicht einmal Corona zurück-oder rausgeworfen. Der fährt auch leer und Güter. Gut und gerne noch ca. 15 Jahre.

Der TE fragt aber stets und überall für eine Person als unqualifizierte Arbeitskraft. Hier fragt er nach erster Berufsausbildung. Eine solche Person würde keine geförderte/bezahlte Umschulung bekommen. mE noch nicht mal eine Weiterbildung.

Vielleicht bekommt diese eine Fortbildung in Sachen Restschuldbefreiung... vom IV. Hoffentlich nicht umsonst, aber kostenlos.

-- Editiert von Anami am 15.07.2021 10:59

-- Editiert von Anami am 15.07.2021 11:02

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 214.930 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
89.333 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen