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Privatinsolvenz PKW

11.6.2021 Thema abonnieren
 Von 
alwaysonthemove
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Privatinsolvenz PKW

Guten Tag,

meine Firma musste leider auf Grund von Corona Insolvenz anmelden, wobei der Antrag mangels Masse abgewiesen wurde.

Wir haben nur einen Gläubiger (die Bank), mit der wir uns nicht auf einen Rückzahlungsbetrag einigen konnten. Deshalb streben wir nun die Privatinsolvenz an.

Nun ist es so, dass ich (27) alleine mit Kleinkind lebe und mein PKW pfändbar ist (laut Caritas würde mir ein kleiner Betrag dessen für das das Fahrzeug dann verkauft werden würde, „rückerstattet". Aber davon kann man sich ja auch nichts Neues kaufen.)

Das Fahrzeug wurde von meiner Mutter gekauft, läuft aber auf meinen Namen. Die Privatinsolvenz wird gegen Ende des Jahres/Anfang kommenden Jahres spruchreif.

Da ich auf das Fahrzeug angewiesen bin, habe ich hin und her überlegt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, die Pfändung zu umgehen.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich habe absolut kein Problem damit, die 3jährige Insolvenz zu bestreiten und entsprechend auch zu zahlen, aber auf mein Auto bin ich einfach angewiesen und kann mir auch mal nicht eben so ein Neues zulegen. Genau aus diesem Grund hatte auch meine Mutter mein jetziges Auto bezahlt.

Wäre nicht Folgendes möglich?

1. Fahrzeug an privat bar verkaufen und von dem Betrag dann über meine Mutter ein neues Fahrzeug kaufen, dass dann auf sie läuft.
-> Das Auto, das auf mich lief, wäre also weg und von dem Geld wäre dann ja auch nichts mehr übrig, weil ein neues Fahrzeug angeschafft werden würde.

2. Das Auto auf meine Mutter bei der KFZ Zulassungsstelle umschreiben.

Sobald die Privatinsolvenz dann angegangen wird, käme ja dann die Frage auf, ob ich einen PKW besitze, was ja dann nicht mehr der Fall wäre.

Wird dahingehend auch gefragt, ob es in der Vergangenheit ein Fahrzeug gab? Würde ihnen ja im Grunde nichts bringen. Vergangen ist vergangen.

Im Internet hatte ich allerdings ua diese Informationen gefunden:

„Die Übertragung von Vermögensbestandteilen (Sachen, Immobilien, Forderungen und Rechte) vor Stellung des Insolvenzantrages können zu einer Anfechtung führen: Das betreffende Rechtsgeschäft würde dann rückgängig gemacht. Geschieht die Übertragung unmittelbar vor oder gar in der Krise, kann auch eine strafrechtliche Haftung vorliegen (§§ 283 StGB ff.).

Eine Anfechtung kann dabei bis zu zehn Jahre zurückwirken. Hier spricht man von der sog. Vorsatzanfechtung, bei der der Empfänger von finanziellen Schwierigkeiten des Schuldners wissen musste (§ 133 InsO). Zum Nachweis des sogenannten Benachteiligungsvorsatzes genügen dabei auch geringe Indizien.

Bei der Übertragung auf eine nahestehende Person innerhalb von zwei Jahren vor Antragstellung gilt die Vermutung, dass diese von Ihrer Situation wussten (§ 133 Abs. 2 InsO).

Eine unentgeltliche Übertragung ist unabhängig von Vorsatz innerhalb von 4 Jahren vor Insolvenzantragstellung anfechtbar (§ 134 InsO)."

Ich hoffe, mir kann hier vielleicht jemand einen guten Tipp geben, ob es irgendwie möglich wäre, dass ich die Pfändung meines Fahrzeugs umgehen kann.

Danke schon einmal im Voraus!

-- Editiert von alwaysonthemove am 11.06.2021 11:53

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ballivus
Status:
Praktikant
(729 Beiträge, 190x hilfreich)

Um was für ein PKW handelt es sich denn bzw. wie hoch ist der Verkehrswert?

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#2
 Von 
alwaysonthemove
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

danke für die zügige Rückmeldung.

Das Fahrzeug wurde vor einem Jahr und 4 Monaten für 6.990,00 Euro gekauft. Laut Internet wird dieses Modell zwischen 4.000,00 Euro und 5.000,00 Euro gehandelt.

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#3
 Von 
Ballivus
Status:
Praktikant
(729 Beiträge, 190x hilfreich)

Wofür wird der PKW aktuell so nötig gebraucht?
Hast du eine auswärtige Arbeitsstelle?
Muss das Kind irgendwo dringend hingebracht werden?
Oder gibt es sonstige Gründe die über eine Abneigung von öffentlichen Verkehrsmitteln hinausgehen?

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#4
 Von 
alwaysonthemove
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe seit einem Jahr schon eine neue Arbeitsstelle und mein Kind geht in den Kindergarten. Glücklicherweise befindet sich beides im gleichen Ort, aber dennoch ist es ein großer Aufwand ohne Auto. Zumal ich ihn zu Fuß nicht pünktlich zur Schließung vom Kindergarten abholen könnte. Hinzu kommen natürlich auch Einkäufe, Termine die wahr genommen werden müssen usw. Außerdem stehe ich in der Verpflichtung, mein Kind jedes 2 Wochenende zu seinem Vater zu bringen, der 30 Minuten entfernt wohnt. Dorthin fährt zwar ein Bus, aber diese Fahrt dauert über eine Stunde und ist mit 2 Umstiegen verbunden. Das gleiche dann wieder zurück, allerdings gibt es nur 2 Fahrten am Tag dorthin bzw. von dort zurück. Eine Abneigung gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln besteht selbstverständlich nicht, aber man kann auch nicht direkt davon ausgehen, dass jede Person in einer Stadt lebt, wo das Netz gut ausgebaut ist.

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#5
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4901 Beiträge, 2309x hilfreich)

Zitat (von alwaysonthemove):
Außerdem stehe ich in der Verpflichtung, mein Kind jedes 2 Wochenende zu seinem Vater zu bringen,


Nö, das ist Sache des Vaters

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#6
 Von 
Lou4
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

sie schreiben: Das Fahrzeug wurde von meiner Mutter gekauft, läuft aber auf meinen Namen.

Wer ist denn die Eigentümerin lt. Kaufvertrag -Sie oder Ihre Mutter?

...läuft auf meinem Namen bedeutet ja in der Regel meist nur, daß das Fahrzeug auf einen zugelassen ist und das die Versicherung auf einen läuft.

Dann wäre man Halter/Besitzer aber eben nicht unbedingt auch Eigentümer.

Grüße


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#7
 Von 
alwaysonthemove
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

im Kaufvertrag stehe ich auch, da das Auto ein Geschenk war und es ja nun meins ist. Jetzt ist es ja aber so, dass das Fahrzeug auch hätte gebraucht gekauft worden sein können (ohne Vertrag). Wie verhält sich das denn dann?

Wir hatten daher überlegt, das Fahrzeug auf meine Mutter umzuschreiben (quasi von wegen, dass ich auf Grund der Pandemie und der daraus folgenden Insolvenz die Rückzahlung nicht leisten kann - auch wenn es eigentlich natürlich keine gibt).

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88978 Beiträge, 35290x hilfreich)

Zitat (von alwaysonthemove):
Da ich auf das Fahrzeug angewiesen bin,

Nö, ist man nicht. Es ist nur bequemer.



Zitat (von hiphappy):
Nö, das ist Sache des Vaters

Kommt auf den Inhalt der jeweiligen Vereinbarung an.



Zitat (von alwaysonthemove):
Wir hatten daher überlegt, das Fahrzeug auf meine Mutter umzuschreiben

Was dann im Rahmen der Insolvenz seitens des InsoV auch wieder rückgängig gemacht werden kann.



Zitat (von alwaysonthemove):
quasi von wegen, dass ich auf Grund der Pandemie

Wenns schief geht, führen solche Märchenstunden dann am Ende nicht nur zur Anfechtung / Aberkennung der RSB sondern auch zur strafrechtlichen Folgen für die Beteiligen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#9
 Von 
Lou4
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

daß Sie die Eigentümerin sind, ist natürlich schlecht (für Sie).

Ihre Gedankengänge bzgl. "ohne Vertrag" (Sie meinen wahrscheinlich ohne "schriftlichen Vertrag" ) oder die Umschreibung auf Ihre Mutter, lasse ich mal unkommentiert. Dazu haben Sie selbst schon ein paar -§- gefunden.

Grüße



-- Editiert von Lou4 am 11.06.2021 18:49

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#10
 Von 
alwaysonthemove
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nö, ist man nicht. Es ist nur bequemer.


Mag sein. Aber mit Kleinkind in einer Gegend, wo es wie gesagt so gut wie keinen öffentlichen Verkehrsmittel gibt, habe ich es dann eben gerne bequemer.

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88978 Beiträge, 35290x hilfreich)

Zitat (von alwaysonthemove):
habe ich es dann eben gerne bequemer.

Verständlich, aber irrelevant.
Bequemlichkeit ist keine Prämisse bei Insolvenz, im Gegenteil, Gesetz und Rechtsprechung reduzieren die Bequemlichkeit in solchen Verfahren regelmäßig gegen 0.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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