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in der Wohlverhaltensperiode geerbt

11.1.2019 Thema abonnieren
 Von 
fb506814-29
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
in der Wohlverhaltensperiode geerbt

Hallo, ich habe mal eine Frage. Ich bin seit August 2018 in der Wohlverhaltensperiode. Nun habe ich auch im August erfahren das meine Oma verstorben ist und ich einen Pflichtteil erbe. Ich habe einen Anwalt beauftragt um diesen einzufordern. Natürlich habe ich meine Treuhänderin bescheid gegeben, da ich ja in der WVP 50 % behalten darf. Nun rief mich meine Treuhänderin an und teilte mir mit, das sie 100% einbehalten würde wenn ich Geld bekomme, da meine Oma verstorben ist als ich noch im laufenden Verfahren war (August 2017). Ich bin am Boden zerstört. Ich bin so sehr auf das Geld angewiesen. Wie kann ich noch was retten? Ich habe bereits meinen Anwalt angeschrieben. Können wir das noch über meine Kinder laufen lassen? Bzw. wenn ich etwas verschweigen würde, wie müsste ich beweisen das ich nichts vom Erbe bekommen habe? Es kann ja sein das aus welchem Grund auch immer doch kein Erbe kommt. Es handelt sich um einen "Riesen" Betrag von 3900 Euro... :-( Ausschlagen kann ich ja nicht mehr, da die 6 Wochen ja im August angefangen haben. Bis dato läuft alles nur über den Anwalt.

-- Editiert von fb506814-29 am 11.01.2019 13:55

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
tapeking
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 19x hilfreich)

Das ist formal richtig denn:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 1922 Gesamtrechtsnachfolge
(1) Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.
(2) Auf den Anteil eines Miterben (Erbteil) finden die sich auf die Erbschaft beziehenden Vorschriften Anwendung.

Heisst: der Erbfall tritt mit dem Tod des Erblassers ein.

D.h. wenn z.B. am 31.01. der Erbfall eintritt und Du am 01.02. in die WVP eintrittst, musst Du 100% abführen.

Da Du das Erbe stillschweigend angetreten hast, gibt es hier wohl auch keine anderen Möglichkeiten mehr etwas zu retten...

Und wegen 3900,00 Euro bzw. bestenfalls 1950,00 (50%) einen Fachanwalt zu konsultieren... Dann hast Du dessen Honorar noch an der Backe und gehst mit einem Minus aus der Geschichte raus...

-- Editiert von tapeking am 11.01.2019 15:20

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#2
 Von 
fb506814-29
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke Tapeking. Stillschweigend ja nicht. Ich habe bereits einen Anwalt, der mir meinen Pflichtteil berechnet hat und der Pflichtteil wurde gestern zum 24.1. angefordert. Lief alles nur über den Anwalt, nichts gerichtliches. Daher kenne ich ja die Summe. Honorar sind 500 euro... Wenn ich ganz viel Glück habe darf mein Anwalt den Betrag von dem Erbe abziehen und der Rest geht an meine Treuhänderin. Ich bin so Traurig. Ich hatte mich so über die 50 % gefreut... Selbst nach Abzug der Anwaltskosten.... Sollte mein Onkel (alleinerbe) nun aus welchem Grund auch immer aus der Erbnummer raus kommen, wie beweise ich meiner Treuhänderin das ich nichts bekommen habe? Ich möchte nicht das sie denkt ich unterschlage ihr etwas. Ich soll ihr das letzte Schreiben senden in dem steht welchen rechtlichen Anspruch ich hätte. (Die Erbe ist ein bisschen kompliziert, da mein Onkel das Haus vor 8 Jahren "Geschenkt" bekommen hat und ich nur das Erbe antrete da mein Vater verstorben ist)

-- Editiert von fb506814-29 am 11.01.2019 15:30

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#3
 Von 
Dezent
Status:
Schüler
(267 Beiträge, 96x hilfreich)

Zitat (von fb506814-29):
Können wir das noch über meine Kinder laufen lassen?

Wie wäre es, wenn Sie an die Befriedigung der Gläubiger denken, denen Sie Geld schulden?

Sory, aber wenn ich so etwas lesen muss platzt mir die Hutschnur. Anderen Leuten Geld schuldig sein, aber zunächst nur an den eigenen Vorteil denken.

Klingt vielleicht naiv, aber erstes Ziel sollte es sein, trotz Wohlverhaltensperiode alle Gläubiger zu befriedigen. Sofern möglich. Ihre persönliche Interessen und Wünsche haben da ganz weit hinten anzustehen.

Zitat (von fb506814-29):
Ich bin so sehr auf das Geld angewiesen.

Ihre Gläubiger vielleicht auch? Zum Teil zumindest?!?

Inhaltlich sehe ich es wie tapeking, bevor mir ein OT Kommentar unterstellt wird: Das Geld dürfte "futsch" sein.

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#4
 Von 
tapeking
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 19x hilfreich)

"wie beweise ich meiner Treuhänderin das ich nichts bekommen habe?"
Indem man Kontoauszüge vorlegt und einen entsprechenden Beschluß des Nachlassgerichts.
Nur wenn tatsächlich Geld fliesst (oder verwertbare Sachwerte) kann der TH Ansprüche erheben.

"da mein Onkel das Haus vor 8 Jahren "Geschenkt" bekommen hat"
Hier gelten meines Wissens 10jahres Fristen.

"Ziel sollte es sein, trotz Wohlverhaltensperiode alle Gläubiger zu befriedigen"
Da hat Dezent natürlich vollkommen recht! Auch wenn ich Dich verstehe. Anderen wird aber z.B. das eigene Haus weggepfändet dass sie auch noch selbst bezahlt haben...

Und jetzt tritt ein was ich voraussagte:
"Honorar sind 500 euro"
Nun gehst Du mit einem Minus von EUR 500,00 aus der Sache.
Leute! Sofort informieren und nicht ein halbes Jahr später!

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