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rechtskräftiger Restschuldbefreiung

 Von 
iceone
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 17x hilfreich)
rechtskräftiger Restschuldbefreiung

Kann mich bitte einmal jemand Aufklären.

Selbst bei Google finde ich unterschiedliche Argumentationen.

Folgender Sachverhalt.

Ich befinde mich seid dem 28.2.2008 in einer Unternehmensinsolvenz.

Hier wurde die Restschuldbefreiung mit Beantragt.

Nun sind fast 6 Jahre rum, und ich bekomme heute ein Schreiben vom Amtsgericht mit dem Wortlaut:

Das IV wird nach Abhalten eines Schlusstermins und rechtskräftiger Ankündigung der Restschuldbefreiung aufgehoben. Die Aufhebung wird erst mit Rechtskraft dieses Beschlusses wirksam.


Was heißt das nun genau?
Ja ich ging in die Insolvenz ohne Begleitung eines Anwalts.

Heißt dieses, das nach den 6 jahren, welche ja nun fast rum sind, die Insolvenz noch immer nicht vom Tisch ist?
Beginnt dann erst diese Wohlverhaltensperiode?
Sprich, muss ich jetzt noch einmal 6 Jahre warten bis die Insolvenz von Tisch ist?


Vielen Dank für Aufklärung

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Insolvenz Restschuldbefreiung


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Krypton
Status:
Praktikant
(551 Beiträge, 440x hilfreich)

Hallo,

quote:
Das IV wird nach Abhalten eines Schlusstermins und rechtskräftiger Ankündigung der Restschuldbefreiung aufgehoben.


Dies bedeutet, dass das Insolvenzverfahren abgewickelt ist. Gläubiger, die ihre Forderungen noch nicht geltend gemacht haben, können dies jetzt auch nicht mehr tun. Trotzdem sind sie von einer erteilten Restschuldbefreiung mit umfasst.

quote:
Ich befinde mich seid dem 28.2.2008 in einer Unternehmensinsolvenz.

quote:
Sprich, muss ich jetzt noch einmal 6 Jahre warten bis die Insolvenz von Tisch ist?


Nein, es sind insgesamt sechs Jahre Abtretungslaufzeit. Da in Ihrem Fall diese sechs Jahre noch nicht völlig um sind (erst mit Ablauf des 27.02.2014), muss die Zeit bis dahin "aufgefüllt" werden. Diese Füllzeit heißt Restschuldbefreiungsverfahren (landläufig auch Wohlverhaltensperiode genannt), welches bis zur rechtskräftigen Erteilung der RSB andauern wird.

Etwa um den 28.02.2014 herum wird das Insolvenzgericht den Verfahrensbeteiligten nach § 300 InsO die nochmalige Gelegenheit geben, zu Ihrem RSB-Antrag Stellung zu nehmen. Werden Versagungsanträge nicht gestellt, ist die RSB auszusprechen. Die Erteilung wird ca. 5 Wochen danach rechtskräftig. Mit Rechtskraft werden alle Negativeinträge in der SCHUFA aus der Zeit vor Insolvenzeröffnung mit einem Erledigungsvermerk versehen, welcher bis zum 31.12.2017 stehen bleibt. Danach wird auch dieser gelöscht und Ihre SCHUFA ist - sofern nach Insoeröffnung keine weiteren hinzukamen - wieder frei von Negativeinträgen.

Bei Fragen fragen.

Gruß
Krypton

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"Ich sage das, was ist - nicht das, was man vielleicht gerne hätte."

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#2
 Von 
iceone
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 17x hilfreich)

Vielen Dank Krypton

für deine Ausführliche Aufklärung.

5*****+ Danke

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#3
 Von 
iceone
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 17x hilfreich)

Hallo,

Ich muss leider noch einmal nachfragen.

heute bekam ich von der Treuhänderin folgendes Schreiben:

Hier heißt es, das ich Jährlich 100€ plus Steuern zahlen soll.

Wie man das Aufbringen soll, bei Unterhaltszahlungen von Kindern... oh man.

Leider werde ich nicht schlau, ob das auch nach 2014 so ist.
Ist das Korrekt das ich mich eigenverantwortlich kümmern muss um weitere Informationen?



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#4
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6956 Beiträge, 3838x hilfreich)

Für jedes angeborchene Jahr der WVP hat der TH mindestens Anspruch auf die sog. Mindestvergütung. Das sind diese 100 € + MwSt. Diese sind durch den Schuldner zu zahlen, wenn nicht ein Stundungsantrag durch den Schuldner gestellt und durch das Gericht bewilligt wurde.

Im geschilderten Fall wird es im Übrigen nur die oben beschriebene Zeit geben, sodass nur 1 mal die Mindestvergütung gezahlt werden müsste, wenn sich nicht aufgrund der Einnahmen durch die Abtretung ein höherer Vergütungsanspruch des TH ergibt. Dieser würde dann aber der vorhandenen Masse entnommen.

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#5
 Von 
Krypton
Status:
Praktikant
(551 Beiträge, 440x hilfreich)

quote:
Vielen Dank Krypton

Sehr gern geschehen :)

Bezüglich Ihrer Nachfrage hat Ihnen Eidechse bereits die richtige Antwort gegeben. Sie können also bereits jetzt anfangen, die 119 Euro "auf die hohe Kante zu legen" oder aber Sie beantragen beim Insolvenzgericht Stundung für das RSB-Verfahren. Dann müssten Sie die 119 Euro zusammen mit den anderen Gerichtskosten - sofern noch nicht aus der Masse oder auf anderem Wege beglichen - nach Erteilung der RSB bezahlen. Wenn Sie nur über geringes Einkommen verfügen, wird einem solchen Antrag in aller Regel ohne Wenn und Aber statt gegeben.

Viel Erfolg für die letzten Monate.

//EDIT//
Fast vergessen!

Zitat:
Leider werde ich nicht schlau, ob das auch nach 2014 so ist.

Die 119 Euro sind für jedes angefangene Jahr des RSB-Verfahrens. In Ihrem Fall wird es aber nur ein Jahr geben. Also haben Sie außer einmal 119 Euro für das RSB-Verfahren keine weiteren Kosten zu erwarten.
//EDIT//

Gruß
Krypton

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"Ich sage das, was ist - nicht das, was man vielleicht gerne hätte."

-- Editiert Krypton am 21.11.2013 16:50

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