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Abmahnung Ticketverkauf Schalke

5.6.2019 Thema abonnieren Zum Thema: AGB Tickets Preis
 Von 
fabian0707
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Abmahnung Ticketverkauf Schalke

Hallo zusammen,

ich habe letzte Woche eine Abmahnung in Höhe von 350 Euro und die Aufforderung zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung bekommen. Mir wird vorgeworfen, Tickets für das Heimspiel des FC Schalke 04 zu einem höheren Preis als den Originalpreis verkauft zu haben. Hier meine erste Antwort auf das Schreiben:

"mit Erstaunen habe ich einen Brief von Ihnen erhalten, der mich beschuldigt, Eintrittskarten de FC Schalke 04 für das Heimspiel gegen Galatasaray AS zu einem überhöhten Preis verkauft zu haben.

Diese Karten habe ich meinem Vater überlassen, der diese dann an einen Arbeitskollegen weiterverkauft hat, zu welchem Preis kann ich Ihnen leider nicht genau sagen. Wir wären zwar bereit, eine Vertragsstrafe zu zahlen und die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, jedoch hoffen wir auf ein Entgegenkommen Ihrerseits bzgl. der Höhe der Summe, da wir nicht wissen, was nach Weitergabe der Karten an den Arbeitskollegen meines Vaters mit diesen passierte."

Darauf folge die erste Antwort von Schalke:

"vielen Dank für Ihre Mail.

Anbei erhalten Sie das entsprechende Inserat in der Facebook-Gruppe „Schwarzes Brett - Stuttgart" zur Einsicht.

Wie Sie diesem Inserat entnehmen können, wurden Ihre Tickets dort für einen Preis in Höhe von 400€ angeboten. Der Originalpreis betrug 84,-€. Sie sind durch den Kauf der streitigen Tickets Vertragspartner des FC Schalke 04 geworden und entsprechend verantwortlich für den Verbleib dieser Karten.

Sollten Sie uns belegen können zu welchem Preis und an wen Sie bzw. Ihr Vater die Tickets weitergegeben hat, so bewerten wir den Vorgang ggf. neu. Andernfalls halten wir die ausgesprochene Vertragsstrafe in Höhe von 350€ in Anbetracht des veranschlagten Verkaufspreises für bereits sehr niedrig angesetzt…

Über eine weitere Rückmeldung diesbezüglich würden wir uns sehr freuen!

Auf dem Screenshot des Inserats sieht man wie eine Person aus Stuttgart, die eindeutig nicht ich bin, die Tickets auf Facebook anbietet."

Darauf antwortete ich:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

da damals nur ein mündlicher Kaufvertrag abgeschlossen wurde, weiß ich nicht wie ich Ihnen die Weitergabe belegen soll. Mein Vater hat mir versichert die Tickets nur für den Originalpreis zzgl. der Versandkosten an einen Arbeitskollegen weiterverkauft zu haben, der diese dann wieder weitergegeben hat, da er auch nicht zu dem Heimspiel gehen konnte. Ich kann Ihnen leider nicht sagen, was danach mit den Tickets passierte. Allerdings sollten Sie sich vielleicht Gedanken darüber machen, ob es Sinn ergibt, ein langjähriges Mitglieder über eine Summe in Höhe von 350 Euro aufgrund eines Inserats in einer Stuttgarter Facebook-Gruppe abzumahnen, dessen Schreiber ich offensichtlich nicht war, sondern ein Herr "Abdullah Amg", der wie die Facebook-Gruppe ebenfalls in Stuttgart ansässig ist, was ich ja augenscheinlich nicht bin.

Bitte sehen Sie von einer weiteren Verfolgung der Abmahnung ab. Ich bin dazu bereit, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, in der ich Ihnen versichere, keine Karten des FC Schalke 04 zu überhöhten Preisen zu verkaufen, auch wenn ich meine Schuld abstreite."

Darauf kam heute die letzte Antwort von Schalke:

"danke für Ihre Rückmeldung.

Leider gewinnen wir durch Ihre Email keine verwertbaren Informationen den Vorgang weiter zu bearbeiten. Bei einer Kartenweitergabe sollte immer ein Übergabeprotokoll angefordert/ausgefüllt werden, denn nur dadurch stimmt Ihr Kartenempfänger unseren AGB zu und unterliegt diesen. Ohne ein entsprechendes Übergabeprotokoll sind und bleiben Sie unser Vertrags- und Ansprechpartner in dieser Angelegenheit. Den Sachverhalt müssten Sie dann privat untereinander klären.

Selbstverständlich geht aus dem zugesandten Angebot ein anderer Name hervor, was aber wiederum klar für einen Schwarzmarkthandel spricht. Es handelt sich laut Foto ganz eindeutig um Ihre Tickets. Somit sind Sie verantwortlich für den Verbleib Ihrer Karten.

Wir erwarten Ihre angekündigte Unterlassungserklärung und gehen davon aus, dass dies Ihr einziger AGB-Verstoß bleiben wird. Aus diesem Grund kommen wir Ihnen mit der Reduzierung der Vertragsstrafe auf 250 EUR entgegen."

Wie soll ich reagieren? Es ist doch eindeutig, dass ich diese Karten nicht auf Facebook angeboten habe. Kann ich für das Brechen der AGB völlig fremder Personen belangt werden? Ich weiß leider bis heute nicht, wie diese Karten zu dieser Person gelangt sind.

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AGB Tickets Preis


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Basti-SPN
Status:
Beginner
(121 Beiträge, 17x hilfreich)

Sie haben also Tickets gekauft um dann festzustellen, dass sie dort nicht hinkönnen? Diese dann an ihren Vater weiter gegeben, der dann plötzlich auch nicht mehr dort hin konnte? Der hat sie an einen "Kollegen" verkauft, der dann auch nicht mehr dort hin konnte/wollte. usw....usw...

Welchen ihr Preis ihr Vater dafür verlangt hat ist nicht zu ermitteln? Ist der Kontakt zwischenzeitlich abgebrochen? Als neutraler Beobachter ist das ganze schon sehr schwer nachzuvollziehen.

Haben sie sich die betreffenden Punkte zum Weiterverkauf der Karten in den AGB's mal durchgelesen? Was steht denn dort genau drin?

2.3. Zulässige Weitergabe: Eine private Weitergabe eines Tickets aus nicht kommerziellen Gründen, insbesondere in Einzelfällen bei Krankheit oder anderweitiger Verhinderung des Kunden, ist zulässig, wenn kein Fall der unzulässigen Weitergabe im Sinne der Regelung in Kapitel C, Ziff. 2.2 vorliegt und

a) die Weitergabe über die offizielle Zweitmarktplattform des Verkäufers https://store.schalke04.de und in der hierfür auf der Zweitmarktplattform vorgegebenen Weise erfolgt, oder

b) der Kunde den Zweiterwerber und neuen Ticketinhaber auf die Geltung und den Inhalt dieser AGB ausdrücklich hinweist, der Zweiterwerber mit der Geltung dieser AGB zwischen ihm und dem Verkäufer einverstanden ist und der Verkäufer unter Nennung des Zweiterwerbers rechtzeitig über die Weitergabe des Tickets informiert wird.

2.4. Maßnahmen bei unzulässiger Weitergabe: Im Fall eines oder mehrerer Verstöße gegen die Regelung in Kapitel C, Ziff. 2.2 ist der Verkäufer unter Berücksichtigung der Schwere des dem Kunden vorzuwerfenden Verstoßes nach billigem Ermessen berechtigt, eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen zu ergreifen:

a) Bei EinzelTickets ist der Verkäufer berechtigt, vom Kaufvertrag über das konkrete Einzelticket und von anderen Kaufverträgen des Kunden über andere EinzelTickets zurückzutreten.

b) Bei Dauerkartenabonnements ist der Verkäufer berechtigt, das zu dem Kunden bestehende Rechtsverhältnis ganz oder teilweise außerordentlich und fristlos zu kündigen.

c) Der Verkäufer kann das Ticket sperren und dem Kunden den Zutritt zur Veranstaltung entschädigungslos verweigern.

d) Der Verkäufer ist berechtigt, von Kunden, die unter Verstoß gegen Kapitel C, Ziff. 2.2 Tickets weitergeben und/oder anbieten, für jeden Fall eines Verstoßes eine Vertragsstrafe in Höhe von bis zu € 2.500,00 zu verlangen, es sei denn, der Verstoß erfolgt schuldlos. Die Vertragsstrafe wird vom Verkäufer nach billigem Ermessen festgelegt und ist im Streitfall vom zuständigen Gericht zu überprüfen. Weitergehende Schadenersatzansprüche bleiben hiervon unberührt, wobei die Vertragsstrafe auf Schadenersatzansprüche angerechnet wird

-- Editiert von Basti-SPN am 06.06.2019 08:34

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#2
 Von 
TF1970
Status:
Lehrling
(1180 Beiträge, 298x hilfreich)

Zitat (von Basti-SPN):
Haben sie sich die betreffenden Punkte zum Weiterverkauf der Karten in den AGB's mal durchgelesen?

[Klug*******rmodus on]
AGB = Allgemeine Geschäftsbedingungen = bereits Mehrzahl -> AGB´s = mehrere Allgemeine Geschäftsbedingungen...
[Kluge*******rmodus off]

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