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Als Verkäufer von der Auktion zurücktreten - Käufer lehnt ab

4.2.2018 Thema abonnieren
 Von 
guest-12311.03.2019 13:31:50
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 5x hilfreich)
Als Verkäufer von der Auktion zurücktreten - Käufer lehnt ab

Ich beschäftige mich seit langem mit Aktienhandel und schicke auch Freunden / Bekannten meine persönliche Einschätzung. Nach einer Zeit habe ich die Anfrage bekommen, das Ganze auf Ebay reinzustellen, damit es mehr Leute sehen.

Das ganze mache ich seit ca. Ende November 2017. Für einen obligatorischen Betrag von 1 € habe ich lebenslänglich Mitgliedschaften in meiner Gruppe angeboten. Viele haben mich nach einem Broker gefragt und ich habe denen meinen Empfehlungslink geschickt. Pro Kunden habe ich ca. 130 USD, was ca. 115 € entspricht. Kunden hatte ich insgesamt 8, womit sich ein Bruttoumsatz von ca. 920 € plus 8 € Ebay-Gebühr ergibt.

In der Auktionsbeschreibung habe ich vergessen zu erwähnen, dass das Ganze über einen Partnerlink läuft und dass der 1 € obligatorisch ist, jedoch sich das Ganze über die Brokereinnahmen finanziert. Jetzt habe ich einen Käufer, der bei mir das Ganze für 1 € gekauft hat und sich nicht beim Broker registriert. Er besteht darauf, dass ich ihm das Ganze liefere.

Leider habe ich bis er mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass der Broker im Auktionstext nicht steht, nicht bemerkt, dass der Verweis auf eine Brokerregistrierung im Auktionstext fehlt.

Nachdem ich es bemerkt habe, habe ich dem Käufer geschrieben, dass es ein Missverständnis war und ich vom Kauf zurücktreten möchte. Zur selben Zeit habe ich auf Ebay ausgewählt, dass ich die Transaktion abbrechen möchte, da ich den Artikel wie vereinbart nicht liefern kann. Die 1 € habe ich dem Käufer zurückgeschickt, sodass diesem kein finanzieller Schaden entstanden ist.

Wenig später bekam ich von Ebay die Nachricht, dass mein Käufer eine E-Mail geschrieben hat, er wünsche keinen Kaufabbruch.

Im Verkäufer-Cockpit steht, dass ich den Kauf in Ordnung ist und ich nichts weiteres tun muss.

Vom Käufer kriege ich seitdem Drohungen, dass ich doch meine Einschätzungen liefern muss und dass er sonst gerichtlich dagegen vorgehen wird ( inkl. einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft ).

Ich habe einen Fachanwalt für Strafrecht, Zivilrecht und IT-Recht, bei dem ich eine Erstberatung in Anspruch genommen habe.

Dieser sagte mir, dass weil ich meinen guten Willen gezeigt habe, indem ich VON SELBST unverzüglich nachdem mir das Missverständnis aufgefallen ist, selbst den Schritt zum Kaufabbruch eingeleitet habe, als auch die Auktionssumme gezahlt habe, sodass dem Käufer kein finanzieller Schaden entstanden ist, ich nichts zu befürchten habe, da es wahrscheinlich leere Worte mit dem " Ich klage Sie an.. " sind und der Richter sagen würde, dass deshalb dem Käufer kein finanzieller Schaden entstanden ist.

Hat mich mein Rechtsanwalt korrekt beraten ? Wie sollte ich am Besten vorgehen ?

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2640 Beiträge, 822x hilfreich)

Ich kann den Käufer verstehen. Anscheinend hast du aber nicht die Qualifikation und auch Berechtigung, solche Geschäfte zu machen. Liegt ein Gewerbe deinerseits vor?

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#2
 Von 
guest-12311.03.2019 13:31:50
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 5x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Ich kann den Käufer verstehen. Anscheinend hast du aber nicht die Qualifikation und auch Berechtigung, solche Geschäfte zu machen. Liegt ein Gewerbe deinerseits vor?

Gewerbeanmeldung liegt aus 2015 vor. Wie sieht die Rechtslage aus, wenn der Kauf meinerseits storniert wurde und der Käufer trotzdem darauf besteht ?

-- Editiert von Shindy2015 am 04.02.2018 16:20

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83356 Beiträge, 34325x hilfreich)

Basieren auf der oberigen Schilderung:

Zitat (von Shindy2015):
dass weil ich meinen guten Willen gezeigt habe, indem ich VON SELBST unverzüglich nachdem mir das Missverständnis aufgefallen ist, selbst den Schritt zum Kaufabbruch eingeleitet habe, als auch die Auktionssumme gezahlt habe, sodass dem Käufer kein finanzieller Schaden entstanden ist, ich nichts zu befürchten habe

Und sein Diplom hat er von der Mikey Maus Universität?

Wie begründet er das denn? Denn "guten Willen gezeigt" ist nicht mal im Ansatz ausreichend . Und das dem Käufer derzeit kein finanzieller Schaden entstanden sei, ist zwar richtig aber nicht relevant.



Man ist unternehmerisch tätig.
Zulassung der BaFin für derartige Geschäfte hat man auch?



Zitat (von Shindy2015):
dass ich doch meine Einschätzungen liefern muss und dass er sonst gerichtlich dagegen vorgehen wird

Mit sehr guten Erfolgsaussichten.

Man hat einen Vertrag abgeschlossen, das man für 1 EUR Einschätzungen liefert.
Grundsätzlich gilt, das man Verträge einhalten muss.

Insbesondere Umernehmer haben sehr hohe Hürden zu meistern, wenn diese zurücktreten wollen. Und dann wird Schadenerstz fällig. Der bestünde dann darin, das der Kunde sich die Infos wonaders besorgt und man diese Kosten dann erstatten müsste.

Der Kaufabbruch über eBay hat keinerlei Relevanz, da der Käufer dem nicht zugesitmmt hat. Und der BGH letztens der Meinung war, das solche Sachen den ordentlichen Rechtsweg nicht abschneiden können.

Die Begründung "da ich den Artikel wie vereinbart nicht liefern kann" ist auch nichtig, denn was bitte schön sollte einen daran hindern die persönliche Einschätzung zu liefern? Dafür ist auch keine Registration bei irgendeinem Broker notwendig.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12817 Beiträge, 5183x hilfreich)

Das einzige worauf man sich hätte berufen können wäre eine Irrtumsanfechtung gewesen. Das hat man aber, der Beschreibung nach, nicht getan und daher sehe ich aktuell den K in einer guten Position seine Forderung durchsetzen zu können.

Signatur: Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28
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#5
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3694 Beiträge, 1385x hilfreich)

So ist es, denn ein Rücktrittsrecht für Verkäufer existiert nicht. Ein geschlossener Vertrag ist einzuhalten.

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#6
 Von 
Paragrafenreiter
Status:
Praktikant
(615 Beiträge, 417x hilfreich)

Dann schicke man halt die persönliche Einschätzung sich mindestens die nächsten 100 Jahre aus dem Aktienmarkt fernzuhalten :-)
Ob das ganze unter gewerblicher Anlageberatung und Wertpapierempfehlung fällt vermag ich nicht zu beurteilen, aber evlt. solltest du dich selbst damit nochmal auseinandersetzen.
VG

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