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Betrug bei Kleinanzeigen über *****

9.11.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Geld überwiesen
 Von 
Maschinenbauerin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Betrug bei Kleinanzeigen über *****

Hallo,
Ich habe vor eine knappen Jahr versucht eine Kettensäge über Kleinanzeigen zu kaufen. Der Verkäufer hat per WhatsApp Kontakt mit mir aufgenommen und mir seine Bankverbindung gegeben. Ich sollte zudem eine Nummer in den Betreff eingeben, die angeblich für die Steuer von Nöten wäre.
Ich habe das Geld (450€ ;) blauäugig überwiesen (war ein Fehler ist aber jetzt so). Natürlich habe ich keine Kettensäge erhalten und das Geld nach einigen Wochen abgeschrieben.
Durch einen Forenbeitrag habe ich Wochen später herausgefunden, dass das Geld von mir an ***** überwiesen wurde und ***** darauf ein Paket mit einem IPad und einem Film von knapp 450€ (der Betrag war nicht exakt richtig) an eine Packstation in Dresden verschickt. Auch die Bestellnummer, als vermeintliche Steuernummer getarnt stimmte nicht. Hier hatte der Betrüger die Nummer mit einem Spiegelstrich um weitere Nummern verlängert xxxx-xxxx (der erste Teil war die Bestellnummer.

Ich habe ***** telefonisch und per Email auf den Betrug aufmerksam gemacht und mein Geld zurück gefordert. Anfangs hat MM per Mail um Klärung des Falls gebeten (Anzeige, Banküberweisung usw.). Danach wurde mir eine Rückerstattung in Aussicht gestellt und um das Schreiben der Staatsanwaltschaft gebeten, dass das Verfahren eingestellt wurde, da der Betrüger nicht zu ermitteln war.
Als letzten Schritt habe ich eine Frist von zwei Wochen gesetzt, auf die ich keine Antwort bekommen habe. Diese Frist läuft in ein paar Tagen aus.
Für mich stellt sich die Frage ob sich die Bemühung eines Rechtsanwalts lohnt oder ob MM sowieso im Recht ist, weil ich das Geld an MM überwiesen haben und auch wenn sowohl der Betrag nicht genau richtig war, als auch die Bestellnummer verlängert wurde, die Bestellung des Betrügers rechtsgültig bezahlt wurde.
Herzlichen Dank für die Einschätzung

-- Editiert von Moderator am 09.11.2020 23:29

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Geld überwiesen


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84889 Beiträge, 34584x hilfreich)

Zitat (von Maschinenbauerin):
Danach wurde mir eine Rückerstattung in Aussicht gestellt und um das Schreiben der Staatsanwaltschaft gebeten, dass das Verfahren eingestellt wurde, da der Betrüger nicht zu ermitteln war.

Und das hat man nachweisbar geliefert?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Maschinenbauerin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe das Schreiben der Staatsanwaltschaft fotografiert und per Email verschickt.
Die Rückerstattung wurde aber auch nur in Aussicht gestellt. Sie wurde nicht garantiert.
Viele Grüße

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#3
 Von 
Wurstsemmel
Status:
Schüler
(153 Beiträge, 21x hilfreich)

Ich persönlich sehe hier DHL in der Haftungspflicht. Man kann nicht einfach als Hans Mustermann Pakete in einer Packstation empfangen. Das setzt einen Registrierungsprozess voraus, an dessen Ende man eine individuelle Nummer erhält.

Hier fand offensichtlich entweder gar keine oder eine fehlerhafte Identitätsprüfung statt.

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#4
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12019 Beiträge, 7971x hilfreich)

Zitat:
Hier fand offensichtlich entweder gar keine oder eine fehlerhafte Identitätsprüfung statt.

... nach dann schau mal, wie viele gebrauchte DHL-Packstations-Karten mit geprüfter Identität man online kaufen kann (von Leuten, die inzwischen verstorben sind, ins Ausland verzogen sind, usw.).
Für Packstations-Karten gibt es einen luktrativen Schwarzmarkt - gerade weil, die Identitätsprüfung so umfangreich ist, dass Betrüger sich nicht selbst eine Packstations-Karte bei DHL bestellen können.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#5
 Von 
Wurstsemmel
Status:
Schüler
(153 Beiträge, 21x hilfreich)

Das ist mir bekannt, aber befreit das DHL davon hier für Abhilfe zu sorgen?

Abholung an der Packstation bspw. nur noch mit e-Ausweisfunktion. Kostet natürlich erstmal Geld, welches man erfahrungsgemäß in Bonn nur auf dem Klageweg herausrückt.

Die "umfangreiche Identitätsprüfung" ist seit einigen Jahren abgeschafft. Früher war es PostIdent - heute nur noch ein Pincode der per Brief kommt. Aufkleber an toten Briefkasten und fertig.

Meiner Meinung nach ist das fahrlässig.

Nachtrag: gerade selbst getestet, man macht das Postident nun selbst via Smartphone. Also braucht es nur eine Wegwerf-Prepaidkarte und einen Fake-Ausweis aus dem Internet.

-- Editiert von Wurstsemmel am 10.11.2020 10:37

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#6
 Von 
Maschinenbauerin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Für mich stellt sich die Frage ob MM nicht trotzdem in der Pflicht bleibt mit das Geld zurück zu zahlen (Wenn hier überhaupt eine Rückzahlungspflicht besteht). MM hat von mit Geld bekommen und daraufhin trotz eines falschen Betrags, trotz eines in Teilen falschen Betreffs einfach an eine Packstation versendet.
MM muss an mich zahlen und DHL wäre dann Ansprechpartner für den Markt.

Für mich stellt sich die Frage ob es von MM rechtens ist, in diesem Betrugsfall, einfach das Geld zu nehmen.
Viele Grüße

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#7
 Von 
Wurstsemmel
Status:
Schüler
(153 Beiträge, 21x hilfreich)

Ein Verschulden von MM sehe ich hier nicht.

Da sitzt keiner und bucht händisch Zahlungen. Das sind Automatismen.

Ich persönlich würde meine Ansprüche an DHL stellen.

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#8
 Von 
Maschinenbauerin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Wurstsemmel):
Ein Verschulden von MM sehe ich hier nicht.

Da sitzt keiner und bucht händisch Zahlungen. Das sind Automatismen.

Ich persönlich würde meine Ansprüche an DHL stellen.

Danke für die Einschätzung.
Bei DHL sehe ich noch das Problem, dass ich keinerlei Daten über den Versand habe. Ob MM die Daten rausrückt weiß ich nicht (Versanddatum, Versandadresse, TrackingID).

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#9
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12019 Beiträge, 7971x hilfreich)
Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84889 Beiträge, 34584x hilfreich)

Zitat (von Maschinenbauerin):
Ich habe das Schreiben der Staatsanwaltschaft fotografiert und per Email verschickt.

Naja, verschicken reicht ja nicht, ankommen muss es.



Zitat (von Wurstsemmel):
Ich persönlich würde meine Ansprüche an DHL stellen.

Die sehe ich eher nicht als Ansprechpartner.
Der "Verkäufer" dürfte heir der erfolgversprechendere Weg sein.
Recht steinig wären wohl beide...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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