DHL Schaden

5. November 2009 Thema abonnieren
 Von 
gixxer
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
DHL Schaden

Hallo zusammen,

ich bin hier neu und habe mich aus aktuellem Anlass hier angemeldet.

Vielleicht kann mir ja jemand einen Rat geben?

Ich habe bei E-Bay vor 14 Tagen einen hochpreisigen HIFI-Soundstick verkauft.
Auf der Suche nach einer geeigneten Verpackung habe ich einen sehr stabilen Karton aus dem grafischen Gewerbe gefunden, der die idealen Maße des Soundsticks aufwies. Er war für die Verpackung für hochempfindliche grafische Filmrollen vorgesehen und bestand aus einer Doppelwelle mit 2 mm, gefalzt zu je 4 mm. Deckel und Grundkarton ergaben also insgesamt 8 mm steifen Karton. Im Innenraum dieses Kartons waren seitlich noch je 5 mm Abstand. Ich habe also das Gerät zweimal mit Luftpolsterfolie eingeschlagen, dass dieser kein Spiel mehr hatte. An den Seiten fügte ich noch dicke Schaumstoffklötze im Format der gesamten Breite und Höhe als seitlichen Schutz ein. Das Ganze habe ich mit metallischem Kunststoffband an drei Stellen 20 cm breit umwickelt.

Der Versand von mir war eigentlich mit Hermes vorgesehen, da ich mit meiner Firma schon mehrmals große Probleme mit DHL hatte und ich diese Versandart seit vier Jahren nicht mehr in Anspruch nahm. So stand es auch bei E-Bay in den Transporthinweisen drin: Versand Hermes EUR 10,–.

Der Käufer fragte aber höflich an, da er schon mehrmals bei E-Bay reingefallen wäre, ob es möglich sei, das Paket per Nachnahme zu verschicken.
Ich ging darauf ein, schickte ihm im umständlichen Nachnahmeverfahren den Soundstick zu und wartete auf mein Geld.

Dann kam die böse Überraschung. Er sendete mir Bilder von einem punktuellen Schaden an der Verpackung, der nicht größer war als 3 cm Breite und 7 cm Höhe. Im Inneren hat es den Soundstick so stark beschädigt, dass die Metallabdeckung komplett eingedrückt war und das Seitenteil zersplittert war.

Hier nun meine Fragen.
1. Warum habe ich extra Nachnahme gemacht, wenn der Kunde das Paket bei DHL abholt, den Schaden an der Verpackung sieht und es trotzdem mit nach Hause nimmt?
2. Wie kann ein solcher Schaden überhaupt auftreten? DHL behauptet, dass das Gerät nicht AGB-konform verpackt worden sei. Natürlich auch, warum sollten sie 500,– zahlen, wenn man soetwas einfach einmal in den Raum stellen kann.
3. Was kann ich nun machen, anscheinend geht der Ball zurück an mich?
4. Muss ich ein Gutachten erstellen, dass ich beweisen kann, dass die Verpackung ausreichend war, und wo kann man so etwas machen lassen?

Ich bin absolut verzweifelt. a) weil ich nicht wollte, das dem Gerät beim Transport etwas geschieht und deshalb besonders vorsichtig war und b) weil ich dem Käufer etwas Gutes tun wollte und extra dieses aufwendige Nachnahmeverfahren gemacht hatte, obwohl Hermes hier eindeutig die bessere Wahl gewesen wäre.

Auf ein paar Tips würde ich mich freuen

Liebe Grüße
Andreas



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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39616x hilfreich)

quote:
1. Warum habe ich extra Nachnahme gemacht, wenn der Kunde das Paket bei DHL abholt, den Schaden an der Verpackung sieht und es trotzdem mit nach Hause nimmt?

Eine nichtmeldung eines solch beachtlichen Verpackungsschadens verbunden mit der Zahlung des Nachnahmebetrages gibt schon mal einen Minuspunkt für die Glaubwürdigkeit des Käufers das es ein Von DHL verursachter Schaden sei.



quote:
2. Wie kann ein solcher Schaden überhaupt auftreten? DHL behauptet, dass das Gerät nicht AGB-konform verpackt worden sei. Natürlich auch, warum sollten sie 500,– zahlen, wenn man soetwas einfach einmal in den Raum stellen kann.

Niemals, unter gar keinen Umständen ist irgendetwas AGB-konform verpackt gewesen. Bei keinem Versandunternehmen dieser Welt.
Merkwürdig? Nein, eine Schutzbehauptung. Standart-Textbaustein der Schadenssachbearbeiterin.



quote:
3. Was kann ich nun machen, anscheinend geht der Ball zurück an mich?

Nicht unbedingt ...
Gewerblicher oder privater Verkauf?
Was war denn bezüglich des Versandes und der Versandart genau vereinbart?
Normalerweise ist die Beschädigung und der Verlust das Problem des Käufers, nicht des Verkäufers beim Privatverkauf.
Jedoch ist die ordnungsgemäße Verpackung eine vertraglich Nebenpflicht.



quote:
4. Muss ich ein Gutachten erstellen, dass ich beweisen kann, dass die Verpackung ausreichend war, und wo kann man so etwas machen lassen?

Erst mal nicht.
Jedoch die Verpackung mit allem gut aufheben.




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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

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#2
 Von 
gixxer
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für Ihre Antwort,

das Bemerkenswerte ist, dass der Kunde das Paket von DHL begutachten lies und es sofort wieder mitgenommen hat.

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0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39616x hilfreich)

... merkwürdige Verhaltensweise ...




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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

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#4
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>... merkwürdige Verhaltensweise ... <hr size=1 noshade>


Keine merkwürdige Verhaltensweise, das Paket kann ja nicht bei der DHL verbleiben. Wenn die Begutachtung an Ort und Stelle bei der DHL vorgenommen wurde, es wurde schon zutreffend dargelegt, dass das Ergebnis einer solchen immer dasselbe ist: "Nicht angemessen verpackt", kann der Empfänger entscheiden, ob das Paket an den Absender zurückgehen soll oder ob er es selbst wiederbekommt, immerhin ist es ja sein Paket (!).

http://www.dhl.de/de/paket/kundenservice/online-services/schadensanzeige.html

Nichts anderes gilt, wenn der Empfänger das Paket nur zur Begutachtung abliefert, auch dann wird es anschließend nach Anweisung des Empfängers entweder an den Empfänger selbst geschickt oder an den Absender zurückgeschickt, was oft Erstaunliches an den Tag bringt:

Nämlich, wie die DHL selbst eine Sache verpackt. War sie vorher schon beschädigt, ist sie oft nun ganz zerstört.

Wenn es sich hier um einen gewerblichen Verkauf handelt, die Frage wurde noch nicht beantwortet, aber es weist vieles darauf hin, ist der Kunde voll zu entschädigen, es gibt gar keine Alternative. Der Verkäufer haftet für den Transport vollkommen unabhängig davon, ob die Sache versichert war oder nicht. Erst wenn der Käufer die Ware unbeschädigt in den Händen hält, hat er seine Pflicht erfüllt.

§ 474 BGB
Begriff des Verbrauchsgüterkaufs

(1) Kauft ein Verbraucher von einem Unternehmer eine bewegliche Sache (Verbrauchsgüterkauf), gelten ergänzend die folgenden Vorschriften. Dies gilt nicht für gebrauchte Sachen, die in einer öffentlichen Versteigerung verkauft werden, an der der Verbraucher persönlich teilnehmen kann.

(2) Auf die in diesem Untertitel geregelten Kaufverträge ist § 439 Abs. 4 mit der Maßgabe anzuwenden, dass Nutzungen nicht herauszugeben oder durch ihren Wert zu ersetzen sind. Die §§ 445 und 447 sind nicht anzuwenden.


Es kann dem Käufer auch kein Strick daraus gedreht werden, dass er den Schaden an der Verpackung übersehen hat oder falsch interpretiert hat. Es gibt Urteile dazu, die Rechtslage ist eindeutig.

Es ist Sache des Verkäufers, sich mit der DHL auseinanderzusetzen, man wird beweisen müssen, dass die Ware angemessen verpackt wurde. Eine äußerst schwierige und zähe Geschichte, da sind Generationen von Kunden der Versandunternehmen gegen Beton gelaufen, insbesondere wird man feststellen, dass der Klagegegner nicht die DHL ist, sondern jetzt wieder die Deutsche Post. An einem Gutachter wird man in einem Verfahren nicht vorbeikommen.

Vorher sollte man jedoch selbst schon prüfen, ob die Verpackung den Anforderungen standhalten kann.

http://www.uni-kl.de/wcms/fileadmin/ha-z/PDF/DHL_Versandbedingungen.pdf

http://www.dhl.de/de/paket/geschaeftskunden/verpackung-versand/verpackungshinweise.html#par_tabs

Dazu insbesondere:

http://hexenreiter.gmxhome.de/

Wenn man auf Wunsch des Kunden eine Nachnahmesendung auf den Weg bringt, ergeben sich keine anderen Rechtsfolgen.


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-- Editiert am 06.11.2009 09:21

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
gixxer
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Es ist ein Privatverkauf gewesen.

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0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

Das erleichtert es nicht unwesentlich. Dennoch verbleibt natürlich die Nebenpflicht, den Artikel angemessen zu verpacken. Sollte der Artikel angemessen verpackt worden sein und dennoch beschädigt worden sein, wäre es Sache des Kunden.

§ 447 BGB
Gefahrübergang beim Versendungskauf

(1) Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat.

(2) Hat der Käufer eine besondere Anweisung über die Art der Versendung erteilt und weicht der Verkäufer ohne dringenden Grund von der Anweisung ab, so ist der Verkäufer dem Käufer für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich.

Würde dem Käufer die möglichen Ansprüche gegen die DHL abtreten. Somit kann er sich direkt mit der DHL auseinandersetzen. Das "Gutachten" der DHL ist immer nur die Behauptung einer Partei, wie die Verpackung wirklich zu beurteilen ist, ist eine andere Sache.

http://www.123recht.net/Anspruch-auf-Schadensersatz-und-Deckungskauf-etc.-__f181154.html

Jedoch ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass es im Nachhinein noch zu einer Auseinandersetzung mit dem Käufer kommt, jedoch ist die Ausgangsposition jetzt eine günstigere. Das Paket wurde augenscheinlich durch Gewalteinwirkung von außen beschädigt, irgend ein Gegenstand ist durch die Außenhaut eingedrungen, da wird es auch kaum genutzt haben, wenn 5cm Luft zwischen Außenverpackung und Ware gewesen wären. Jedenfalls erscheint es hier, das die DHL nicht sorgfältig genug mit dem Paket umgegangen ist, ein reines "Fallen" kann nicht diesen Schaden verursacht haben.


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-- Editiert am 06.11.2009 10:42

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39616x hilfreich)

Es las sich so, als habe der Käufer die Nachnahme bezahlt, das Paket in Empfang genommen und erst wesentlich später den Schaden bei DHL reklamiert?

Was ist mit der Zeit, wo das Paket unbeaufsichtigt im Gewahrsam des Käufers war? Wird dieser Umstand nicht berücksichtigt?




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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

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#8
 Von 
er0307
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 14x hilfreich)

Schutzbehauptung Nummer eins ist immer die nicht AGB-konforme Verpackung. Selbst wenn die Verpackung original ist, nebst Inhalt. Sprich, so wie der Hersteller es versendet wird, geht es auf die Weiterreise und wird beschädigt. Selbst in diesem Fall greift man erstmal zum Selbstschutz.
Was aber interessanter scheint, hats du mal mit DHL Kontakt aufgenommen? EIne Schadensmeldung wird an die Track-ID geheftet und kann auch von DIr telefonisch abgefragt werden.
Dann dürfte sich schnell erkennen lassen, ob der Schaden bei der Abholung deklariert wurde, oder erst im späteren.



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#9
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Es las sich so, als habe der Käufer die Nachnahme bezahlt, das Paket in Empfang genommen und erst wesentlich später den Schaden bei DHL reklamiert? <hr size=1 noshade>


Von "wesentlich später" stand da nix. Wenn ein Käufer ein Paket annimmt, das äußerlich beschädigt ist oder das äußerlich unbeschädigt ist, wo aber der Inhalt beschädigt ist, hat er ohnehin erst einmal den schwarzen Peter, wenn es ein Privatkauf war.

Jedoch sollte man nicht direkt Arges vermuten. Viele Sendungen sind äußerlich beschädigt, ohne dass der Inhalt betroffen ist. Man ist gut beraten, wenn man sich eine äußerliche Beschädigung, die man entdeckt hat, vom Postboten bestätigen lässt. Das machen aber nicht alle und erst recht nicht bei einer Nachnahme. Und vorher gucken ist nicht. Zumindest nicht die Regel, das macht höchstens ein Postbote, den man gut kennt. Das macht es nicht leichter.

Oft hat die bessere Hälfte das Paket angenommen und bezahlt - oder sonst wer aus dem Haushalt. Jedenfalls sollte die Reklamation beim Verkäufer möglichst zeitnah sein, zumindest erhöht das die Glaubwürdigkeit.

Nach den DHL AGB hat der Käufer 7 Tage Zeit, den Schaden zu reklamieren.

(4) Zeigt der Absender oder der Empfänger (Teil-)Verlust oder Beschädigung der DHL nicht innerhalb von sieben Tagen nach Ablieferung schriftlich an, so wird vermutet, dass das Gut in vertragsgemäßem Zustand abgeliefert worden ist. Bei Express-Sendungen gilt diese Vermutung auch, soweit äußerlich erkennbare
Verluste oder Beschädigungen nicht spätestens bei Ablieferung des Gutes angezeigt werden. Ansprüche wegen Überschreitung der Lieferfrist erlöschen, wenn der Absender oder Empfänger der DHL die Überschreitung nicht innerhalb von 21 Tagen nach Ablieferung oder Rückgabe an den Absender schriftlich anzeigt. § 438 HGB bleibt im Übrigen unberührt.


http://www.dhl.de/content/dam/dhlde/downloads/pdf/dhl-agb-paket-express-nat-010709.pdf/_jcr_content/renditions/original.res/dhl-agb-paket-express-nat-010709.pdf


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