Ebay Angaben zu Versandkosten

22. Juli 2010 Thema abonnieren
 Von 
samba14
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 13x hilfreich)
Ebay Angaben zu Versandkosten

Hallo,
ein Artikel wird mit folgendem Anzeigentext angeboten:
nur bei Sofortkauf kostenloser Versand, ansonsten 6,90 Versandkosten.
.....ab einem Gebot von 49,00 Euro auch kostenloser Versand.

Im Anzeigenfeld Versandkosten sieht man neben dem Produktfoto den orangenen Button "kostenloser Versand" und im Feld Versandkosten steht "Paketversand kostenlos" sowie unter "weiter Versandarten" : "Sonderversand 6,90".

Der Käufer ist nun nach erfolgreichem Endgebot in Höhe von 39,00 Euro (kein Sofortkauf) der Meinung, der Angebotstext sei verwirrend, er will die Versandkosten nicht zahlen.

Der Verkäufer verweist auf den Angebotstext, der eindeutige Angaben macht (in großer, gut leserlicher Schrift) und besteht auf den Versandkosten. Der Angebotstext sei ein rechtsverbindlicher Bestandteil des Angebotes.

Der Käufer hat sein Gebot, das dann auch das Höchstgebot war, 5 Stunden vor Auktionsende abgegeben - hätte also genügend Zeit gehabt, sich beim VK bei Unklarheiten um Klärung zu bemühen, allerdings wurden keine Fragen gestellt.

Frage: wer hat nun recht? Ist der Angebotstext ein rechtsverbindlicher Bestandteil des Angebotes? Oder kann der Käufer tatsächlich auf kostenlosem Versand bestehen?

Danke für Eure Meinungen !



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16 Antworten
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#1
 Von 
TrueBlood
Status:
Praktikant
(924 Beiträge, 349x hilfreich)

quote:
Ist der Angebotstext ein rechtsverbindlicher Bestandteil des Angebotes? Oder kann der Käufer tatsächlich auf kostenlosem Versand bestehen?


Wir haben hier also einen VK, der offenbar der eBay-Verpflichtung zu kostenlosem Versand in bestimmten Kategorien ausweichen möchte.
Und wir haben eine Angebotsgestaltung, die dank dieser Ausweichversuche komplett mißverständlich und mehrdeutig (einmal "kostenloser Versand", einmal "kostenlos ab...", einmal "kostenlos bei...", einmal "Sonderversand", ...) ist.
Da könnte sich im Zweifel der K zumindest auf Irrtum berufen.

Sehen wir es doch mal von der praktischen Seite (denn vor Gericht will vermutlich keiner von euch deswegen):

Für den VK ist der Versuch, die eBay-Regeln zu umgehen, offenbar in die Hose gegangen, weil der K gut aufgepaßt hat. Wenn sich der VK nun quer stellt, könnte der K ihn z.B. bei eBay melden, die werden das sicher nicht so lustig finden mit der Umgehung und den VK womöglich sperren. Das wäre dann aus der Abteilung "versucht, gescheitert, stur geblieben, gelitten".

Bei einem offenen Einigungsmangel gilt im Zweifel der Vertrag als nicht geschlossen. Ob das Pech für den K oder den VK ist, muß man dann schauen.

Jedenfalls kann sich der VK nicht, falls du das meinst, auf die Artikelbeschreibung stützen und meinen, diese gehe den sonstigen (von eBay vorgegebenen) Eigenschaften vor.
Zwar kann man im Auktionstext grundsätzlich auch vom normalen Procedere abweichende Regelungen wirksam vereinbaren ("verkaufe erst ab 100 EUR Endpreis", "das ist hier nur ein Test, ich verkaufe nichts", ...), aber offen widersprüchliche Regelungen kann man nun mal nicht durchsetzen, indem man sich eine davon herauspickt und sagt "so, und die soll jetzt gelten".

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#2
 Von 
samba14
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo TrueBlood,

danke für deine Meinung.

Leider ist deine Vermutung, hier wolle ein VK die Verpflichtung zu kostenlosem Versand umgehen völlig falsch und aus der Luft gegriffen.

Der Artikel war in einer Rubrik eingestellt, in der KEINE Versandkostenbe- schränkungen gelten.
Der VK hat somit nichts umgangen, wie von Dir vermutet wird.

Der VK hat den kostenlosen Versand im Text eindeutig NUR für den Fall des Sofortkaufes angeboten.

Es wurde im Angebotstext ganz klar angegeben, dass bei Gebotsabgaben (also KEIN Sofortkauf) Versandkosten fällig werden.

Da viele Käufer an dem Artikel interessiert waren, hat der VK als Ergänzung zur Artikelbeschreibung eingefügt: ab einem Gebot im Höhe von 49,00 Euro auch kostenloser Versand.

Was soll an diesem Text nun widersprüchlich sein? Es wurden doch klare Aussagen getroffen. Auf die Möglichkeit Fragen an den VK vor Gebotsabgabe zu stellen, hat der Käufer durch Unterlassung verzichtet - immerhin wäre dafür vor Auktionsschluss reichlich Zeit gewesen....

Kann der VK den Vertragsschluss wirksam widerufen, wenn keine Einigung zu erzielen ist? Wenn ja, mit welcher Begründung? Danke



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#3
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8499 Beiträge, 4056x hilfreich)

Hallo,

also ich würde sagen, daß das Ganze eindeutig zu gunsten des Käufers geht!

Der VK hat den kostenfreien Versand doch eindeutig selber aktiviert! Es ist auch klar, das Angebote die die entsprechende Aufmachung seitens EBAY mit dem Logo kostenloser Versand doch etwas vermehrt angenommen werden.

Aufgrund der eigenständigen aktivierung des kostenlosen Versandes durch den VK schuldet er somit auch den kostenfrien Versand, egal zu welchem Betrag der Artikel weggeht.
Der Verkäufer hätte von vornherein die aktivierung des kostenfreien Versnads weglassen sollen, dann wäre das was er zum kostenfreien Versand in der Beschreibung schreibt einzig und alleine relevant gewesen! Nur wird der VK wohl mit dem Logo des Kostenfreien Versands werben wollen um mehr Interessenten zu gewinnen, oder irre ich da?

Für mich wie gesagt ganz klar, konstenloser Versand wurde akzeptiert und muß daher auch gewährt werden, ansonsten is das für mich schon eine vorsätzliche Irreführung/Täuschung!

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-- Editiert am 22.07.2010 21:12

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
samba14
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo,

der VK wollte dem Käufer bei Sofortkauf kostenlosen Versand anbieten. Es ging nicht darum, die Käufer mit dem Logo zu locken, denn der Artikel an sich ist sehr gefragt.
Ebay bietet hinsichtlich Auswahlmöglichkeiten/ Gestaltungsmöglichkeiten sehr wenig an. Deshalb kann ein VK gezwungen sein, seine Absichten mittels Artikelbeschreibung zu konkretisieren. Dies ist hier geschehen.

Da nun doch einige der Meinung sind, dies sei verwirrend stellt sich die folgende Frage:

Kann der VK den Verkauf nun wegen Irrtums widerrufen (§119 BGB )?

Danke für Eure Meinungen.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39621x hilfreich)

Hier dürfte der Verkäufer in Nachteil sein.

Denn er hat durch die Option 'kostenloser Versand' einige Vorteile in Kauf genommen (z.B eine werbliche Herausstellung durch den oragen Button, bessere Platzierung der Suchergebnisse, etc.)

eBay bietet zwar nur eingeschränkte, standardisierte Möglichkeiten bei den Versandkosten. Jedoch hätte der Verkäufer hier einfach den umgekehrten Weg gehen müssen: Versandkosten angeben und im Auktionstext dann darauf hinweisen das unter bestimmten Konstellationen versandkostenfrei geliefert wird.




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"
Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#6
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

von TrueBlood am 22.07.2010 20:34

quote:
Wir haben hier also einen VK, der offenbar der eBay-Verpflichtung zu kostenlosem Versand in bestimmten Kategorien ausweichen möchte.


Möglicherweise ist dir entgangen, dass diese eBay-Verpflichtung, an die sich ohnehin kaum jemand gehalten hat, schon im Februar dieses Jahres abgeschafft wurde.

quote:
Ab dem 8. Februar 2010 wird die Pflicht, kostenlosen Versand in ausgewählten Kategorien anzubieten, abgeschafft und durch neue Obergrenzen für Versandkosten ersetzt.

Warum wird die Pflicht, kostenlosen Versand anzubieten, ersetzt?

Seit 2009 mussten Verkäufer in einigen Kategorien wie z.B. Technikzubehör, Mode-Accessoires und Medien kostenlosen Versand für die erste nationale Versandart anbieten. Einerseits haben Käufer auf diese Angebote sehr positiv reagiert, andererseits haben sich Verkäufer Alternativen gewünscht - vor allem für Auktionen mit niedrigem Startpreis.

Daher wird die Pflicht, kostenlosen Versand anzubieten, ab dem 8. Februar 2010 durch neue Obergrenzen für Versandkosten ersetzt. Die Obergrenzen richten sich dabei nach den gängigen Preisen der deutschen Versanddienstleister je nach Versandart.

Diese Änderung hilft Verkäufern, weiterhin erfolgreich auf eBay zu handeln und ihre Umsätze zu steigern.


http://sellerupdate.ebay.de/april2010/free-shipping-replacement.html

Und damit Verkäufer nicht den Spaß verlieren, gibt es auch z. T. großzügige Obergrenzen, z. B. für ein Einschreiben, dass günstigenfalls EUR 2,15 kostet (Einwurfeinschreiben) EUR 7,00.

eBay war sich nie sicher bezüglich des kostenlosen Versands;

quote:
Sehr geehrter xxx,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie haben uns geschrieben, dass der Verkäufer "yyy" von Ihnen Portokosten verlangt, obwohl diese als kostenlos angegeben wurden. Ich kann Ihre Unzufriedenheit in dieser Situation sehr gut nachvollziehen und helfe Ihnen gern weiter.

Bei regulären Angeboten wird mit Beendigung einer Auktion ein Kaufvertrag nach deutschem Recht geschlossen. Dieser ist für Verkäufer und Höchstbieter gleichermaßen bindend.

Bei widersprüchlichen Angaben des Verkäufers in der Artikelbeschreibung ist juristisch unklar, ob ein bindender Kaufvertrag zustande kommt.

eBay ist es aufgrund des Rechtsberatungsgesetzes jedoch untersagt, Rechtsauskünfte in konkreten Fällen zu erteilen. Für rechtsverbindliche Auskünfte in Ihrer besonderen Situation empfehlen wir Ihnen daher, sich an einen zugelassenen Anwalt oder an eine Rechtsberatungsstelle zu wenden.

Generell ist es sinnvoll, bei unklaren Artikelbeschreibungen vor Gebotsabgabe den Verkäufer zu kontaktieren bzw. in Zweifelsfällen von einem Gebot abzusehen.

Dadurch schützen Sie sich auch vor etwaigen Rechtsansprüchen seitens des Verkäufers.

xxx, ich freue mich, wenn ich Ihnen mit diesen Informationen geholfen habe und wünsche Ihnen zukünftig wieder viel Spaß und Erfolg.


Kostenloser Versand - und trotzdem Versandkosten?
http://www.wortfilter.de/News/news3320.html

Ideal wäre es, wenn man "kostenloser Versand" mit einem Sternchen versehen könnte und in der Auktion erklären würde, unter welchen Bedingungen kostenloser Versand gilt. Geht aber nicht.

Ansonsten oft diskutiert, eigentlich dachte schon niemand mehr daran seit den Änderungen im Februar.

http://www.123recht.net/Kostenloser-Versand---Irref%C3%BChrung-bei-Ebay-__f178049.html

Würde es dennoch als Verkäufer nicht darauf ankommen lassen wollen.

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
samba14
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo, danke für die bisherigen Meinungen.

Ich sehe nach wie vor einen zwingenden Zusammenhang zwischen Versandangaben und ergänzenden Angaben im Angebotstext.
Kostenloser Versand als orangener Button und Versandkosten im Text soll NICHT o.k sein - Versandkostenangaben und kostenloser Versand im Text ( wenn.. dann..) soll o.k. sein - wo ist da bitte der Unterschied (mal abgesehen vom möglichen Eye Catcher Effekt)?

Der Käufer sollte immer den Angebotstext lesen und als Bestandteil des Angebotes sehen, er hat ausserdem die Möglichkeit den VK bei Fragen zu kontaktieren. In diesem Fall wurde das Gebot immerhin mehrere Stunden vor Auktionsende abgegeben.

Wenn das nicht so sein sollte, könnte man als Käufer von einem VK, der in der Angebotszeile einen Porsche anbietet, dann das echte Auto verlangen - auch wenn die Beschreibung besagt, dass es sich eindeutig um ein Modellauto handelt (und jetzt bitte kein: das besagt doch schon die Rubrik..) oder?

Der VK möchte die Auktion jetzt unter Berufung auf Irrtum (und zwar Erklärungsirrtum) rückgangig machen. Ist das rechtlich möglich?


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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39621x hilfreich)

quote:
wo ist da bitte der Unterschied (mal abgesehen vom möglichen Eye Catcher Effekt)?

genau da: Eye Catcher Effekt

Wenn jemand kostenlosen Versand anbietet muss ich nicht damit rechnen das er dies später im Text widerruft und mich damit benachteiligt.

Umgekehrt habe ich einen Vorteil, da ich ja mit Versandkosten rechne ...






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Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

quote:
Der VK möchte die Auktion jetzt unter Berufung auf Irrtum (und zwar Erklärungsirrtum) rückgangig machen. Ist das rechtlich möglich?


Das ist möglich, wer sollte ihn daran hindern? Die Frage ist doch eher, ob er vor Gericht damit durch kommt, ob also die Anfechtung berechtigt ist?

Und genau das ist der Punkt. Du musst ja aktiv werden - wenn der Käufer seine Anfechtung erklärt hat, ist für ihn die Sache zunächst einmal erledigt.

Du wirst ihn auf Erfüllung des Kaufvertrages verklagen müssen, wenn du Geld sehen willst. Und erst dann wird geklärt, ob der Käufer im Recht ist oder der Verkäufer.

Du hast ja sicherlich die Threads gelesen und Argumente für und gegen den Verkäufer gefunden.

Damals schlugen ja die Wellen hoch, es ging um zigtausende solcher Dispute (um den von eBay erzwungenen kostenlosen Versand)..

Ein Urteil dazu ist mir nicht bekannt; da Urteile rund um eBay ja nahezu ausnahmslos umgehend veröffentlicht werden, könnte man mutmaßen, dass es nie zu einer Entscheidung gekommen ist, weil die eine oder andere Seite eine solche Entscheidung nicht erzwungen hat. Und das bei der außerordentlich großen Anzahl von Fällen.

Wäre ja auch einigermaßen nachvollziehbar. In deinem speziellen Fall geht es im Grunde um EUR 6,90. Der Gegenstandswert für die Gebühren ist EUR 300,00, darunter geht nix.

Verlierst du, hast du rund EUR 250,00 an der Backe, wenn beide sich durch Anwälte vertreten lassen. Eine Entscheidung fällt vielleicht in 8 Monaten, bis dahin Stress, der Käufer ist an seinem Wohnort zu verklagen, du benötigst möglicherweise einen Korrespondenzanwalt.

Die Gerichtskosten hast du vorzustrecken, selbst bei Obsiegen steht es in den Sternen, ob du dein Geld bekommst, vielleicht musst du vollstrecken lassen --> erneute Kosten.

Deinen Anwalt, die Gerichtskosten, den Gerichtsvollzieher hast du zu bezahlen, egal ob erfolgreich vollstreckt wird oder nicht.

Angesichts dieser Aussichten haben sich Käufer und Verkäufer wahrscheinlich schöneren Dingen des Lebens zugewendet.

Man kann jetzt spekulieren. Der Unterschied zur Lage vor ein paar Monaten besteht ja darin, dass der kostenlose Versand nicht mehr erzwungen wird.

Was eBay da vorher veranstaltet hat, war einfach grotesk und unverschämt, insbesondere angesichts der Tatsache, dass es selbst 1 Jahr zuvor seine Verkaufsprovisionen dramatisch erhöht hatte.

Der kostenlose Versand ging nur zu Lasten der (privaten) Verkäufer, man kann von anderen nicht verlangen, einen Artikel von 1 - 2 EUR kostenlos zu versenden, wenn man nur einen Funken Verstand hat. Und vieles spielt sich ja in diesem Bereich ab.

Die Argumentation von eBay war geradezu zynisch:

Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen. Im eCommerce-Bereich hat sich daher zusehends kostenloser Versand als Marktstandard durchgesetzt. Wir haben uns dazu entschlossen, auch auf unserem Marktplatz in einigen Zubehör- und Accessoires-Kategorien kostenlosen Versand innerhalb Deutschlands einzuführen, damit wir auch in Zukunft ein attraktiver Handelsplatz bleiben.

Absoluter Quatsch, nirgendwo gibt es "kostenlosen Versand", entweder wird er vorher in die Preise (ein)kalkuliert, reine Augenwischerei oder er wird an Mindestbestellsummen gekoppelt, auch eine Sache der Kalkulation.

Das alles kann ein privater Verkäufer nicht, zumindest nicht, wenn er eine Auktion mit EUR 1,00 einstellt.

Schon aus diesem Grund war die Umgehung des Zwangs eine Art Notwehr, die ja auch zum Erfolg geführt hat. eBay hat es ja auch bitter bereut, diejenigen, die sich damals von eBay abgewendet haben, sind auch bis heute nicht mehr aufgetaucht, die eBay Zahlen sprechen für sich.

Hier speziell bei dir geschah es aber ohne Grund. Und entsprechende Hinweise wurden ja schon im Thread von verschiedenen Mitstreitern aufgeführt:

Zunächst gibt es den unübersehbaren, Aufmerksamkeit erhaschenden Button. Gleichzeitig ein Bestandteil der Suchfunktion: "Nur Artikel mit kostenlosem Versand aufzeigen".

Es muss ja zumindest eine Form des kostenlosen Versands angeboten werden. Und so geschieht es auch bei dir, etwas anderes ist technisch gar nicht möglich.

Hier war es "Paketversand kostenlos".

Der ist aber nicht kostenlos, sondern wird wiederum von Bedingungen abhängig gemacht, die nur durch Scrollen zu erfahren sind, ein Hinweis direkt am Button oder bei den Versandkosten fehlt, es gibt keine Option dazu.

Also ist es schon widersprüchlich. Es könnte schon sein, dass gar kein Vertrag zustande gekommen ist oder es muss ausgelegt werden.

Angesichts dieser Diskrepanz ist "eindeutig" anders, finde ich.


-- Editiert am 23.07.2010 08:59

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Fulgora
Status:
Praktikant
(881 Beiträge, 347x hilfreich)

quote:
Angesichts dieser Diskrepanz ist "eindeutig" anders, finde ich.


Sehe ich ähnlich, denn hier sind wiedermal zwei gegensätzliche Äusserungen vertragsbestandteil.

Kostenloser Versand zum einen, Kostenpflichtiger "Sonderversand" zum anderen.
Hier müsste erstmal geklärt werden was denn "Sonderversand" überhaupt ist.

Was aber interessanter ist, war dem Käufer ein Sofortkauf denn überhaupt noch möglich?
Hatte er gar nicht die Möglichkeit an diesen "Kostenlosen Versand" zu gelangen gibt es hier imho ein Problem.

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"Dies ist aber keine Rechtsberatung, nur meine persönliche Meinung zu dem o.G. Sachverhalt.
"

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

quote:
Was aber interessanter ist, war dem Käufer ein Sofortkauf denn überhaupt noch möglich?


Das ist ja ohnehin nur möglich, wenn noch gar kein Gebot abgegeben wurde. Bein ersten Gebot verfällt die Sofortkauf-Option.

Allerdings wurde ja auch "bei einem Gebot von EUR 49,00" kostenloser Versand angeboten.

Auch darüber könnte man wiederum spekulieren. Normalerweise spricht man ja von einem "Ersteigerungspreis".

Es kann ja durchaus sein, dass der Käufer EUR 49,00 bietet, den Artikel aber für "nur" EUR 20,00 ersteigert, der Käufer bestimmt ja nicht den Preis, sondern die Gesamtheit der involvierten Bieter.

Eigentlich hätte ja jetzt der Käufer die Bedingung erfüllt, der Verkäufer wird es anders sehen wollen.

Was wäre, wenn der Käufer EUR 49,00 bietet, bei EUR 48,97 aber Schluss ist, weil keiner mehr bietet? Es fehlen 3 Cent (am "Gewinnergebot"). Darf der Käufer diese 3 Cent hinzuzahlen, um in den Genuss der Versandkostenfreiheit zu kommen oder kriegt er jetzt die vollen Versandkosten aufs Auge gedrückt?

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-- Editiert am 23.07.2010 10:11

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Fulgora
Status:
Praktikant
(881 Beiträge, 347x hilfreich)

quote:
"bei einem Gebot von EUR 49,00"

Da wäre es sogar noch interessanter, was ist wenn a. keiner genau 49,- Euro bietet, bzw. b.der Höchstbietende dann auf 51,- Euro liegt ;)

Da dürfte eigentlich keiner von beiden Fällen in den Genuss des kostenlosen Versandes kommen.



Aber der TE hat ja "ab einem Gebot von 49,00 Euro" geschrieben.

Wie dem auch sei, es ist fraglich ob es hier überhaupt zu einen gültigen Kaufvertrag gekommen ist.

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"Dies ist aber keine Rechtsberatung, nur meine persönliche Meinung zu dem o.G. Sachverhalt.
"

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
TrueBlood
Status:
Praktikant
(924 Beiträge, 349x hilfreich)

quote:
Kostenloser Versand als orangener Button und Versandkosten im Text soll NICHT o.k sein - Versandkostenangaben und kostenloser Versand im Text ( wenn.. dann..) soll o.k. sein - wo ist da bitte der Unterschied (mal abgesehen vom möglichen Eye Catcher Effekt)?


Der Unterschied ist, daß im zweiten Fall eine klare, an einer Stelle definierte Abgrenzung "kostenlos, wenn... - kostenpflichtig, wenn..." vorliegt. Das ist nicht irreführend.

Im ersten Fall steht auf einem Seitenbestandteil "Versand kostenlos" (ohne Einschränkungen) und ganz woanders steht dann eine andere Regelung. Das ist irreführend.

Also selbst ohne den "eye catcher" des großen "Kostenlos"-Icons sind das zwei Paar Schuhe.


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0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
samba14
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo und danke für die zahlreichen Meinungen.

Der Text hieß genau im Wortlaut: bei einem Gebotsstand ab 49,00 erfolgt der Versand auch kostenlos.
Sorry für die unkorrekte bisherige Wiedergabe des Textes.

Übrigens kann ein VK niemals sehen, was für ein Höchstgebot ein Käufer abgegeben hat, man sieht nur das Gebotsergebnis nach Auktionsschluss. Ein VK kann also nicht beurteilen, ob ein Käufer 49,00 Euro jemals eingegeben hat, wenn die Gebote nur bis z.B. 34,90 gehen.

Ein Anbieter bei Ebay kann nicht zweimal Angaben zum Versand mit der gleichen Bezeichnung machen.
Also Paketversand kostenlos + weitere Versandarten Paketversand X Euro geht nicht, da ebay das nicht zulässt.
Somit muss als zweite Versandart zwingend eine andere Bezeichnung gewählt werden, hier: Sonderversand.

Kann der VERkäufer den Kaufvertrag nun rückgängig machen (z.B. wegen Irrtums).?? Leider gab es dazu noch keine konkrete Meinung. Danke





-- Editiert am 23.07.2010 17:44

-- Editiert am 23.07.2010 17:47

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
TrueBlood
Status:
Praktikant
(924 Beiträge, 349x hilfreich)

Welchem Irrtum sollte der *VK* denn erlegen sein? Hat er irgendetwas geschrieben, was er nicht schreiben wollte? Oder wollte er behaupten, er habe "kostenloser Versand" gar nicht anklicken wollen?

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0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

quote:
Kann der VERkäufer den Kaufvertrag nun rückgängig machen (z.B. wegen Irrtums).?? Leider gab es dazu noch keine konkrete Meinung. Danke


Ich dachte, der Käufer will nicht?

Wenn der Verkäufer aussteigen will, sollte er den Käufer in Verzug setzen (Mahnung). Frist setzen, 10 Tage nach Datum bestimmt: "Zahlen Sie spätestens dann und dann". Man sollte auch erklären, dass man nach Ablauf der Frist vom Vertrag zurücktritt. Man kann das über die eBay Option "Unbezahlten Artikel melden" erledigen, wenn der Käufer darauf reagiert, ist der Zugang bewiesen. Ansonsten besser ein Einwurfeinschreiben aufsetzen.

Ist die Frist abgelaufen, kann der Verkäufer vom Vertrag zurücktreten. Auch hier muss der Zugang der Rücktrittserklärung beweisbar sein, um sicher zu gehen.



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-- Editiert am 23.07.2010 18:41

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