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Ebay-Betrüger überführt - was darf ich im Sinne der Beweissicherung

18.7.2021 Thema abonnieren
 Von 
kai808
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Ebay-Betrüger überführt - was darf ich im Sinne der Beweissicherung

Hallo zusammen,
ich habe eine Frage zu folgendem Fall.

Ein Ebay-Verkäufer XY verkauft mit seinem Ebaykonto XY ein signiertes Unikat (mit eindeutigen Flecken und Rissen) eines Musikers.
Über die Suche „verkaufter Artikel" finde ich genau diesen Artikel (anhand der eindeutigen Flecken und Risse eindeutig zu identifizieren) ohne Signaturen, welcher eine Woche vor dem Angebot von XY vom Verkäufer Z (also einem anderen Ebayer) verkauft wurde.
Vermutung: XY kauft den Artikel bei Z, signiert ihn selbst und verkauft ihn danach.
Wie ich über die Verkaufsliste von Z herausfinden kann, verwendet XY hierfür höchst wahrscheinlich ein zweites Ebaykonto mit falschem Namen.

Frage: Darf ich den Verkäufer Z über die privaten Nachrichten in Ebay kontaktieren und ihm folgende Frage stellen (oder verstößt das gegen irgendwelche Freiheitsrechte, Verleumdung…etc)?
Sehr geehrter Herr Z, ihr Artikel Nr. 123 ist in Zusammenhang mit einem Betrugsfall vom Verkäufer XY als „signiert" verkauft worden. Können Sie deshalb bitte bestätigen, ob der Artikel Nr. 123 bei ihnen von folgendem Käufer gekauft wurde….und hier dann den Namen und die Adresse des „Betrügers" nennen?


Ist das für mich als Betrogener zulässig oder verstößt das bereits gegen irgendein Freiheits - oder Grundrecht.
Es wäre für die Polizei jedenfalss eine Erleichterung, wenn ich dies bereits bestätigen könnte.

Ich freue mich auf Eure Antwort.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90206 Beiträge, 35507x hilfreich)

Zitat (von kai808):
Ebay-Betrüger überführt

Zitat (von kai808):
Sehr geehrter Herr Z, ihr Artikel Nr. 123 ist in Zusammenhang mit einem Betrugsfall vom Verkäufer XY als „signiert" verkauft worden.

Zitat (von kai808):
Ist das für mich als Betrogener zulässig

Welches Gericht hat den Verkäufer denn des Betruges überführt?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
kai808
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, das heißt also, dass ich den Begriff "Betrüger" nicht verwenden darf, solange er nicht verurteilt wurde, richtig?

Wäre es folgendermaßen zulässig?

"Sehr geehrter Herr Z, ihr Artikel Nr. 123 ist als "signiert" aufgetaucht. Können Sie in diesem Zusammenhang bestätigen, dass der Artikel von folgendem Käufer gekauft wurde - und hier dann eben Name und Adresse nennen" ?

Herr Z könnte also auf freiwilliger Basis antworten. Ist das zulässig, oder darf ich hier die Adresse und den Namen von XY überhaupt nicht nennen?

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#3
 Von 
kai808
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Da der mögliche Betrüger bei seinem zweiten Ebaykonto mit falschem Namen arbeitet, wäre die Auskunft von Z darüber, wohin er den Artikel geschickt hat (Adresse bestätigen) eben die einzige Möglichkeit für mich, diesen Beweis zu sichern.
Zulässig oder nicht?

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90206 Beiträge, 35507x hilfreich)

Zitat (von kai808):
Ok, das heißt also, dass ich den Begriff "Betrüger" nicht verwenden darf, solange er nicht verurteilt wurde, richtig?

Richtig, das sollte man dringend vermeiden.



Zitat (von kai808):
"Sehr geehrter Herr Z, ihr Artikel Nr. 123 ist als "signiert" aufgetaucht. Können Sie in diesem Zusammenhang bestätigen, dass der Artikel von folgendem Käufer gekauft wurde - und hier dann eben Name und Adresse nennen" ?

Ich würde da noch das "unsigniert" rein nehmen.



Zitat (von kai808):
Herr Z könnte also auf freiwilliger Basis antworten. Ist das zulässig, oder darf ich hier die Adresse und den Namen von XY überhaupt nicht nennen?

Grenzwertig - meiner Meinung nach aber durchaus zulässig.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(924 Beiträge, 270x hilfreich)

Zitat:
Richtig, das sollte man dringend vermeiden.

Die Bezeichnung "Betrüger" darf als Meinungsäußerung sehr wohl genutzt werden (vgl. BGH, Urteil vom 16.12.2014, Az. VI ZR 39/14).

-- Editiert von Moderator am 19.07.2021 18:45

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90206 Beiträge, 35507x hilfreich)

Zitat (von The Mentalist):
Die Bezeichnung "Betrüger" darf als Meinungsäußerung sehr wohl genutzt werden (vgl. BGH, Urteil vom 16.12.2014, Az. VI ZR 39/14).

Wenn man schon Urteile nennt und zitiert, sollte man sie auch zuvor lesen und verstehen ...

Aber das mit dem lesen und verstehen scheint bei Dir generell diversere Probleme zu verursachen?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
kai808
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat:
Die Bezeichnung "Betrüger" darf als Meinungsäußerung sehr wohl genutzt werden (vgl. BGH, Urteil vom 16.12.2014, Az. VI ZR 39/14).


bezieht sich wohl hierauf:

Zitat:
Auch
dem Begriff "Betrug" kommt im vorliegenden Zusammenhang kein weitergehender Aussagegehalt zu. Er wird hier erkennbar nicht im fachspezifischen,
sondern in einem alltagssprachlichen Sinne verwendet (vgl. dazu Senatsurteile
vom 29. Januar 2002 - VI ZR 20/01, AfP 2002, 169, 170.... Ein durchschnittlicher Leser versteht unter dieser Behauptung
nicht die Verwirklichung eines rechtlich präzise bestimmten Straftatbestandes,
sondern den weiter gefassten Vorwurf der bewussten Verbrauchertäuschung.


Danke für eure Beiträge!

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#8
 Von 
bertram-der-bärtige
Status:
Schüler
(307 Beiträge, 28x hilfreich)

Zitat (von The Mentalist):
Die Bezeichnung "Betrüger" darf als Meinungsäußerung sehr wohl genutzt werden (vgl. BGH, Urteil vom 16.12.2014, Az. VI ZR 39/14).

Ja, kann man. Jeder kan sein leben. Komplizierter machen. Mehr Geld ausgeben als nötig.
Oder es einfach machen. Das leben:
Zitat (von Harry van Sell):
das sollte man dringend vermeiden.

Signatur:

Ich weiß, dass ich nicht alles weiß. Manchmal ist es schön, nicht alles zu wissen.

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#9
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3919 Beiträge, 1086x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von The Mentalist):
Die Bezeichnung "Betrüger" darf als Meinungsäußerung sehr wohl genutzt werden (vgl. BGH, Urteil vom 16.12.2014, Az. VI ZR 39/14).


Wenn man schon Urteile nennt und zitiert, sollte man sie auch zuvor lesen und verstehen ...

Aber das mit dem lesen und verstehen scheint bei Dir generell diversere Probleme zu verursachen?

Wer im Glashaus sitzt...

(...sollte nicht mit Schweinen werfen. Alte deutsche Volksweisheit.)



-- Editiert von eh1960 am 21.07.2021 19:58

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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