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Ebay Betrug mit Weltbild

15. September 2022 Thema abonnieren
 Von 
guest-12318.09.2022 11:01:09
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Ebay Betrug mit Weltbild

Hallo Zusammen,

Bei ebay habe ich einen Hundebuggy gekauft und über Paypal bezahlt. Der Verkäufer hat das Geld eingezogen und dann mit meinen Daten einen Buggy bei Weltbild bestellt.
Weltbild möchte nun das Geld von mir oder den benutzten Buggy zurück. Eine befreundete Anwaltsgehilfin sagt ich hätte mit denen keinen Vertrag und müsste nichts zahlen oder zurückschicken.
Weiß jemand die genaue Rechtslage?
Ebay und Paypal sind informiert. Wahrscheinlich bekomme ich die 35 Euro zurück aber bei weltbild kostet er 79.90 und ich brauche ihn auch für meinen kranken Hund. Einen Buggy für 80 Euro hätte ich mir gar nicht leisten können.
Eben sind wieder ganz viele für ca 40 Euro bei ebay und alles von so einem auffälligen Profil wie bei meinem Kauf, das wurde mir aber erst hinterher klar.

Viele Grüße und danke für Eure Zeit?

Problem bei eBay und Co?

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22 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Wurstsemmel
Status:
Schüler
(428 Beiträge, 64x hilfreich)

Zitat (von Bubbelurnel):
Weltbild möchte nun das Geld von mir oder den benutzten Buggy zurück.


Absolut berechtigt.

Zitat (von Bubbelurnel):
Eine befreundete Anwaltsgehilfin sagt ich hätte mit denen keinen Vertrag und müsste nichts zahlen oder zurückschicken.


Die Anwaltsgehilfin sollte Rechtsberatung denjenigen überlassen, die dazu qualifiziert sind.

Momentan ist der Buggy noch Eigentum der Fa. Weltbild. Entweder Sie bezahlen diesen oder Sie senden ihn zurück.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12318.09.2022 11:01:09
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Wurstsemmel):
Momentan ist der Buggy noch Eigentum der Fa. Weltbild. Entweder Sie bezahlen diesen oder Sie senden ihn zurück.


Wenn ich bei Google nicht bestellte Ware bezahlen eingebe bekomme ich von der Verbraucherzentrale und auch von arag zb gleich die Antwort das man nichtbestellte Ware weder zurücksenden noch bezahlen muss. Nun habe ich diese Ware ja bei weltbild nicht bestellt. Warum sollte der Fall hier anders liegen?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
*darling*
Status:
Beginner
(83 Beiträge, 7x hilfreich)

https://www.123recht.de/forum/internetauktionen/Produkt-auf-Ebay-gekauft-nun-Mahnung-von-anderen-Onlinehaendler-__f600302.html

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103913 Beiträge, 37578x hilfreich)

Zitat (von Bubbelurnel):
Warum sollte der Fall hier anders liegen?

Ganz einfach: weil es hier eine Bestellung gibt ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12318.09.2022 11:01:09
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
es hier eine Bestellun


Klar nur eben nicht von mir. Ich habe mit weltbild keinen Kaufvertrag geschlossen.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
kalledelhaie
Status:
Lehrling
(1159 Beiträge, 186x hilfreich)

Zitat (von Bubbelurnel):
Klar nur eben nicht von mir. Ich habe mit weltbild keinen Kaufvertrag geschlossen.


Zur Info, die entsprechende Norm lautet 241a BGB:

Zitat (von 241a BGB):

....
(2) Gesetzliche Ansprüche sind nicht ausgeschlossen, wenn die Leistung nicht für den Empfänger bestimmt war oder in der irrigen Vorstellung einer Bestellung erfolgte und der Empfänger dies erkannt hat oder bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hätte erkennen können.

Signatur:

Die von mir vertretenen Meinungen sind rein private Einschätzungen und ersetzen keine professionelle

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
CarstenF
Status:
Schüler
(258 Beiträge, 44x hilfreich)

Zitat (von Bubbelurnel):
Klar nur eben nicht von mir. Ich habe mit weltbild keinen Kaufvertrag geschlossen.


Eben, deswegen sollten Sie den Buggy, wie Ihnen bereits empfohlen wurde, zurücksenden. Alles andere wird Ihnen nur Ärger bringen.

Weltbild wird Ihnen Mahnungen schicken, irgendwann wird bei Nichtzahlung die Forderung an ein Inkasso abgegeben und es wird ein SchuFa-Eintrag erfolgen, dagegen müsste man dann vorgehen.

Weltbild bringt es ja auch nichts, wenn Sie den Buggy bei irgend einem Käufer auf eBay schon bezahlt haben. Seien Sie froh, wenn Sie die bezahlten 35 Euro auf eBay recht einfach zurückerhalten sollten und Sie diesen Betrag nicht auch noch abschreiben müssen.

Zitat (von Bubbelurnel):
Wenn ich bei Google nicht bestellte Ware bezahlen eingebe bekomme ich von der Verbraucherzentrale und auch von arag zb gleich die Antwort das man nichtbestellte Ware weder zurücksenden noch bezahlen muss.


Was ich da so auf die Schnelle gesehen habe, bezieht sich das meist auf Waren, die der Versender eben selbst (z.B.) aus Versehen an den Kunden geschickt hat. Hier hat Sie aber jemand als Besteller eingetragen, das Paket haben Sie erhalten, Weltbild wird den Betrag von Ihnen einfordern wollen. Zurücksenden, -auch wenn das natürlich mit unnötigem Aufwand für Sie verbunden ist -, dürfte hier wirklich das Sinnvollste sein.

-- Editiert von User am 16. September 2022 09:25

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4965 Beiträge, 1248x hilfreich)

Nur ganz am Rande:

Der Verkäufer ist verpflichtet, den Buggy für 35 Euro zu liefern, denn der TE hat einen gültigen Kaufvertrag mit dem Verkäufer.

Weltbild und Ebay sollte man über das Verhalten des Verkäufers informieren. Ebay wird ihn dann sperren, und Weltbild wird rechtliche Schritte prüfen, das Verhalten des Verkäufers Weltbild gegenüber dürfte den Tatbestand des (versuchten) Betrugs (§263 StGB) bzw. Computerbetrugs (§263a StGB) erfüllen. (Das hängt letztlich von den genauen Details des Falles ab.)

Der Käufer könnte seinerseits ebenfalls den Fall bei der nächstgelegenen Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringen und diese bitten, doch mal zu prüfen, ob das Verkäufer-Verhalten strafrechtlich relevant ist.

Ich vermute mal stark, daß der Verkäufer ja nicht in seiner Ebay-Auktion oder -Kleinanzeige erklärt hat: "Ich bestelle den Buggy für Sie bei Weltbild. Mit der Bestellung bei mir beauftragen Sie mich damit, diese Bestellung für Sie zu tätigen."

Richtig ist aber, daß der Käufer den Buggy an Weltbild zurücksenden muss - auf Kosten von Weltbild, denn er selbst hat ja nicht bei Weltbild bestellt. Bei Weltbild bestellt hat der Ebay-Verkäufer. (Daß der unter anderem/falschem Namen bestellt hat, ändert nichts daran, daß er einen wirksamen Vertrag mit Weltbild hat; auch unter falschem Namen abgeschlossene Verträge sind wirksame Verträge zwischen den tatsächlichen Vertragsparteien.)

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4965 Beiträge, 1248x hilfreich)

Zitat (von Wurstsemmel):
Zitat (von Bubbelurnel):
Eine befreundete Anwaltsgehilfin sagt ich hätte mit denen keinen Vertrag und müsste nichts zahlen oder zurückschicken.


Die Anwaltsgehilfin sollte Rechtsberatung denjenigen überlassen, die dazu qualifiziert sind.

Die Anwaltsgehilfin hat insofern recht, als der TE den Buggy nur aufbewahren muss - eine Abholung oder Rücksendung muss Weltbild organisieren und bezahlen.

"Behalten" geht aber natürlich nicht.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
vundaal76
Status:
Master
(4807 Beiträge, 1887x hilfreich)

Genau!

Ich würde Weltbild schriftlich und nachweisbar mitteilen, dass Sie die Ware zur Abholung bereithalten.
Es handelt sich um eine nicht bestellte Ware.
Sie bestreiten die Geldforderung von Weltbild.

Zitat:
Weltbild wird Ihnen Mahnungen schicken, irgendwann wird bei Nichtzahlung die Forderung an ein Inkasso abgegeben und es wird ein SchuFa-Eintrag erfolgen, dagegen müsste man dann vorgehen.


Bei einer widersprochenen Forderung wäre das illegal.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
CarstenF
Status:
Schüler
(258 Beiträge, 44x hilfreich)

Zitat (von vundaal76):
Bei einer widersprochenen Forderung wäre das illegal.


Ja, das stimmt, deswegen schrieb ich auch, dass man dann dagegen vorgehen müssen. Praktisch gesehen hätte die Fragestellerin hier derzeit aber nur die bloße Behauptung "nichts bestellt zu haben", das wird kaum für eine Löschung reichen.

Ebenso bringt es ihr ja auch nichts, die Ware bei sich zu lagern, verwenden dürfte sie diese auch nicht. Daher meine Einschätzung, dass eine Rücksendung mit Sicherheit das Einfachste wären.
Alles andere wird nur unnötigen Ärger/Aufwand mit sich bringen. So würde ich zumindest vorgehen, es steht natürlich jedem frei, dies anders zu machen.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
vundaal76
Status:
Master
(4807 Beiträge, 1887x hilfreich)

Zitat:
Praktisch gesehen hätte die Fragestellerin hier derzeit aber nur die bloße Behauptung "nichts bestellt zu haben", das wird kaum für eine Löschung reichen.


Bei einer widersprochenen Forderung muss der Schuldner nachweisen, dass die Forderung materialrechtlich nicht rechtmäßig ist, um einen Schufa-Eintrag gelöscht zu bekommen. Woher hast Du diese Rechtsauffassung?

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12318.09.2022 11:01:09
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Ebenso bringt es ihr ja auch nichts, die Ware bei sich zu lagern, verwenden dürfte sie diese auch nicht.

Der Buggy ist ja schon benutzt. Die 1. Mahnung kam einen Monat nach Erhalt, da war es zu spät.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
guest-12318.09.2022 11:01:09
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Weltbild und Ebay sollte man über das Verhalten des Verkäufers informieren. Ebay wird ihn dann sperren, und Weltbild wird rechtliche Schritte prüfen, das Verhalten des Verkäufers Weltbild


Alle sind informiert. Weltbild betont in den Mails allerdings immer wieder mit ebay und dem Verkäufer nichts zu tun zu haben, nur mit mir.
Er hat allerdings schon unter einem neuen Profil jedemenge Buggys eingestellt.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
guest-12318.09.2022 11:01:09
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Nun gut ich werde den Buggy dann zurücksenden.
Bedenken habe ich dabei schon da er ja benutzt ist. Die Räder sind deutlich gebraucht und der Buggy riecht stark nach Hund.
Kann Weltbild dadurch Geld von mir fordern?
Sie schreiben Sie würden es nicht tun aber wer weiß. Es kümmert sie ja auch nicht das der Betrüger einen Vertrag mit ihnen hat.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
vundaal76
Status:
Master
(4807 Beiträge, 1887x hilfreich)

Zitat:
Nun gut ich werde den Buggy dann zurücksenden.
Bedenken habe ich dabei schon da er ja benutzt ist. Die Räder sind deutlich gebraucht und der Buggy riecht stark nach Hund.
Kann Weltbild dadurch Geld von mir fordern?


Ja! Und zwar dann rechtmäßig.

Deshalb ist der Weg, Weltbild nachweislich aufzufordern, die unbestellte Ware abzuholen, der weniger riskant.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1184 Beiträge, 623x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Richtig ist aber, daß der Käufer den Buggy an Weltbild zurücksenden muss


Die Empfängerin B ist Eigentümerin des gelieferten Buggys geworden. Weltbild kann daher nicht mehr "Eigentums-Herausgabe" verlangen. Nur "Rückgewähr", und - falls keine Rüückgewähr möglich ist - Wertersatz ( 27,50€ )

Ist ein Kaufvertrag zwischen Weltbild und dem Buggy-Betrüger X zustandegekommen?

Wenn der Betrüger X an Weltbild eine Bestellung übermittelt unter Angabe der Daten der B, und wenn Weltbild eine Bestellbestätigungs-Mail sendet - dann haben Bestellung und Annahme keinen übereinstimmenden Inhalt:

Die "Bestellung" des Betrügers X enthält keine Willenserklärung, wonach ER SELBST einen Kaufvertrag mit Weltbild schließen möchte.

Die von Weltbild an die Bestell-eMail zurückgesandte Bestellbestätigung enthält keine Willenserklärung, mit der Person des den Bestellvorgang durchführenden Person und Inhabers der angegebenen Bestell-eMailadresse einen Vertrag schließen zu wollen, sondern mit der durch die Identitätsangaben benannten Person ( von der er die -hier irrige- Fehlvorstellung hat, sie selbst habe die Bestellung durchgeführt und sei Inhaberin der angegebenen eMail-Adresse, oder habe zumindest den Auftrag oder die Zustimmung zur Bestellung "in ihrem Namen" gegeben. )

Weil Weltbild hier aber ungeprüft "Kauf auf Rechnung" anbietet, muss sich Weltbild vielleicht DOCH daran festhalten lassen, mit der "wahren" Person des Bestellers X einen Vertrag schließen zu wollen. Dann hätte Weltbild bei der Buggy-Lieferung willensmängelfrei der B den Besitz verschafft und ihr das Eigentum daran übertragen.

Wenn und weil hier ein Kaufvertrag zwischen B und Weltbild ( Buggy gegen 80 Euro ) nicht zustandegeommen ist, und weil sie als die zu Beliefernde ( nach dem Willen Weltbilds ) Buggy-Eigentümerin geworden ist ( wenn auch aus weggefallenem oder anfänglich fehlendem Rechtsgrund ), muß B den Buggy zurückgewähren ( und ansonsten Wertersatz leisten ).

Was muß B an Weltbild als Wertersatz zahlen, wenn ihr die Herausgabe unmöglich geworden ist ( z.B. weil sie ihn samt Hund schon entsorgt hat)? Nur den Netto-Wert abzüglich Gewinn ... also ca. 29,90€

RK

1x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
CarstenF
Status:
Schüler
(258 Beiträge, 44x hilfreich)

Zitat (von guest-12318.09.2022 11:01:09):
Er hat allerdings schon unter einem neuen Profil jedemenge Buggys eingestellt.


Natürlich, der möchte ja auch verkaufen. Und wenn er das wie von Ihnen beschrieben zum „Schnäppchenpreis" anbietet, laufen die Geschäfte noch besser. Der betreibt das Spielchen laut Ihrer Aussage ja bereits schon seit mehreren Wochen. Nehmen wir an, er verkauft pro Tag 2-3 Stück, dann wären wir in dieser Zeit schon bei ca. 100 Verkäufen. Sie werden also mit Sicherheit nicht seine einzige „Kundin" sein. Die Profis machen sich für 40 Euro nicht strafbar.

Sie sollten das neue Profil auf jeden Fall ebenso bei eBay melden, damit nicht noch mehr Leute abgezockt werden können, eigentlich sollten Sie auch Strafanzeige stellen, das allein wird Ihnen Ihr Geld (zumindest in diesem Fall) höchstwahrscheinlich aber nicht wiederbringen.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1289 Beiträge, 201x hilfreich)

Zitat (von kalledelhaie):
Zur Info, die entsprechende Norm lautet 241a BGB:


Ich halte (2) hier aber für nicht einschlägig.
(1) gilt nämlich nur dann nicht, wenn:

- die Leistung nicht für den Empfänger bestimmt gewesen wäre
oder
- in der irrigen Annahme einer Bestellung erfolgte und der Empfänger dies erkannt hat oder hätte erkennen können

Die Situation ist doch folgende:
Ein unbekannter Dritter hat unter Verwendung falscher Daten bei Weltbild eine Bestellung aufgegeben und an den TE schicken lassen. Damit ist die Leistung für den Empfänger bestimmt.

Bei der irrigen Annahme der Bestellung kommt es jetzt darauf an.
Geht Weltbild von einer Bestellung von einem Dritten aus oder davon, dass gar keine Bestellung vorhanden war.
Im ersteren Fall möchten sie sich bitte zur Rückforderung an ihren (aktuell unbekannten) Vertragspartner halten. Wie der den Buggy wieder von der Lieferadresse zurückbekommt ist sein Problem.
In letzterem Fall würde ich die irrige Annahme der Bestellung bejahen.

Jetzt kommt aber die einschränkende Bedingung:
Der Empfänger hätte erkennen müssen oder es zumindest erkennen können, dass es die Lieferung in der irrigen Annahme einer Bestellung erfolgt ist. Das konnte der Empfänger hier meiner Meinung nach nicht, da er ja genau den Buggy erwartet hat.

Damit sind wir weiterhin bei ganz normaler unverlangt zugesendeter Ware.
Das Problem wird nur sein, den Hergang plausibel genug zu schildern. Denn der Anschein ist erstmal, dass man selbst bestellt hätte.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Lou4
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Jetzt kommt aber die einschränkende Bedingung:
Der Empfänger hätte erkennen müssen oder es zumindest erkennen können, dass es die Lieferung in der irrigen Annahme einer Bestellung erfolgt ist. Das konnte der Empfänger hier meiner Meinung nach nicht, da er ja genau den Buggy erwartet hat.


...und dem Buggy lag kein Lieferschein der Fa. Weltbild bei?

...halte ich für eher unwahrscheinlich...

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
kalledelhaie
Status:
Lehrling
(1159 Beiträge, 186x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Bei der irrigen Annahme der Bestellung kommt es jetzt darauf an.
Geht Weltbild von einer Bestellung von einem Dritten aus oder davon, dass gar keine Bestellung vorhanden war


Bei der "irrigen Annahme einer Bestellung" ist allein auf den Empfängerhorizont des Versenders abzustellen. Aus Sicht des Versandunternehmens wurde letztlich im Rahmen des normalen und vom Ihm vorgesehenen und vorgehalten Prozess und unter Verwendung aller korrekten Daten des Sendungsempfängers ein Bestellprozess ausgelöst.

Hinsichtlich des Umstandes, dass man als Empfänger hätte erkennen müssen, das das Paket von Weltbild stammt und nicht von demjenigen, bei dem eigentlich bestellt hat, ist das, wie schon angemerkt, total unglaubwürdig und widerspricht jeglicher Lebenserfahrung. Neben Lieferscheinen, sind da noch Aufdrucke auf dem Karton, Werbematerial, Willkommenskarten und und und.

Im Übrigen ist das m.E. auch genau der Zweck der Norm.
Die Norm 241a wurde eingeführt um die (vermeintlich verbreitete) Form der unlauteren Geschäftspraxis von Unternehmen zu unterbinden, die ungefragt Ware mit einer Rechnung an Verbraucher geschickt haben. Die darauf konstruierte Rechtsfolge soll sein: Wenn ein unternehmen diese unlautere Praxis anwendet, verliert es alle Rechte (allgemeine wie GoA, vertragliche oder auch dingliche (Eigentumsherausgabe)). Vor dem Hintergrund dieser doch harten "Sanktion" muss es eine Ausnahme geben.
Gäbe es die so nicht in der Kombination: Glaube an Bestellung + Empfänger hätte das sehen müssen wäre damit aus Beweisgründen letztlich jede form von Versandhandel massiv behindert.

Signatur:

Die von mir vertretenen Meinungen sind rein private Einschätzungen und ersetzen keine professionelle

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4965 Beiträge, 1248x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Damit sind wir weiterhin bei ganz normaler unverlangt zugesendeter Ware.

Und die muss man nur aufbewahren, damit sie der Absender in angemessener Frist wieder abholen kann.
Zitat:
Das Problem wird nur sein, den Hergang plausibel genug zu schildern. Denn der Anschein ist erstmal, dass man selbst bestellt hätte.

Das ist grundsätzlich richtig, dürfte hier aber nicht wirklich schwierig sein, denn man hat ja den Bestellvorgang bei Ebay. Den kann man nachweisen.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

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