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Fahrrad Verkauf

13.9.2020 Thema abonnieren
 Von 
Nebuchad
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)
Fahrrad Verkauf

Hallo,

ich benötige mal Hilfe bzgl. dem Korrekten Umgang.

Ich habe vor 6 Jahren in einem mir nicht mehr bekannten/nicht mehr existierenden Onlineshop ein Fahrrad für 3000€ gekauft. Eine Rechnung darüber habe ich leider nicht mehr und den Shop gibt es scheinbar nicht mehr.

Nun habe ich dieses Rad Online verkauft. inseriert hatte ich das Rad mit allen mir bekannten Angaben.
Leider habe ich auf dem Rad nirgendwo eine Angabe zur Rahmengröße gefunden. Also habe ich diese nach einer Onlineanleitung vermessen und bin auf eine Radgröße XL gekommen.

So habe ich das Rad inseriert. Am Freitag kam ein Interessent/Käufer ca. 350 km weit angefahren hat sich das Rad ca. 1 Std genauestes angeschaut. Alle Mängel aufgenommen mit mir Kommuniziert den Kaufpreis entsprechend mit mir um 50€ gemindert und das Rad gekauft für 850€.

Im Kaufvertrag stehen alle entsprechenden Daten auch drin.

Am Samstag morgen erhalte ich vom Käufer einen Anruf. Er meinte er hat das identische Rad bereits zu Hause und im vergleich mit seinem bereits vorhandenen Rad sei Ihm aufgefallen die Rahmengröße scheint kein XL sondern ein L zu sein da es etwas kleiner ist.

Mit einem Maß von 51cm ist es ein XL Rad mit 48cm ein L. Bei meiner Messung kam ich auf 50,8cm.
Jedoch war der Rahmen ja nicht lose sondern komplett zusammengebaut. Meine XL Angabe basiert natürlich auf diesem Messergebnis.

Nun möchte er der Kaufvertrag rückgängig machen und verlangt von mir das Rad auf meine kosten zurückzunehmen (abholen oder Versand auf meine Kosten) und Ihm den bezahlten Betrag zurückzuerstatten.

Hier würde mich mal die Rechtslage interessieren ob ich dem so nachgeben muss.

Dazu kommt nun natürlich sollte er wirklich das identische Rad besitzen laufe ich ja im dümmsten Fall das Risiko er hätte Defekte Teile bei sich gegen die ganzen bei mir getauscht und ich erhalten dann für 80€ Versand noch ein Schrottrad zurück.

Wie ist aktuell hier die Lage? Ist die Rückabwicklung eine Kulanzgeschichte oder bin ich dazu verpflichtet? Wenn ja wer trägt welche Kosten? Welche Sicherheiten hätte ich? Was könnte er unternehmen sollte ich nicht darauf eingehen?

Vielen Dank für die Hilfe

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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81098 Beiträge, 33917x hilfreich)

Zitat (von Nebuchad):
Also habe ich diese nach einer Onlineanleitung vermessen

Von wem kam die denn?


Zitat (von Nebuchad):
bin auf eine Radgröße XL gekommen.

Und wo hatte man die her?


Die ganze Prozedur mit der Vermessung wurde detailliert im Anzeige / Kaufvertrag beschreiben?



Zitat (von Nebuchad):
Bei meiner Messung kam ich auf 50,8cm.

Die 50,8cm stehen irgendwo in Anzeige / Kaufvertrag?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Nebuchad
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

Diese Anleitung ist universell und bekannt. Die Rahmengröße ermittelt sich aus der länge der hinteren vertikalen Stange. Da wo der Sattel eingesteckt wird bis zu der Öffnung in die die Pedale kommen.

Auf der Seite des Herstellers kann man dann ablesen welche länge welcher Rahmengröße entspricht.
In diesem Fall 48cm = L, 51cm = XL

Nein weder die Prozedur noch das Messergebnis stehen im Kaufvertrag.
Ich habe hier lediglich die Rahmengröße XL angegeben.

Sollten die Vorwürfe des Käufers wahr sein, dann muss ich mich vermessen haben. Wenn dem so sein sollte jedoch ohne Vorsatz oder ähnlichem, zumal eine Rahmengröße L für mich einen deutlich höheren VK Preis erzielt hätten. Da der Käuferkreis für XL (empfohlene Körpergröße 191+cm) natürlich deutlich kleiner ist als ab 179cm

-- Editiert von Nebuchad am 13.09.2020 21:33

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81098 Beiträge, 33917x hilfreich)

Zitat (von Nebuchad):
Ich habe hier lediglich die Rahmengröße XL angegeben.

Dann wird auch Rahmengröße XL geschuldet.



Zitat (von Nebuchad):
dann muss ich mich vermessen haben. Wenn dem so sein sollte jedoch ohne Vorsatz

Beides nicht relevant.



Zitat (von Nebuchad):
Bei meiner Messung kam ich auf 50,8cm.

Also keine 51 cm und damit kein XL Rahmen ...



Zitat (von Nebuchad):
Er meinte er hat das identische Rad bereits zu Hause und im vergleich mit seinem bereits vorhandenen Rad sei Ihm aufgefallen die Rahmengröße scheint kein XL sondern ein L zu sein da es etwas kleiner ist.

Deine Messergebmise betätigen das dann wohl auch...



Zitat (von Nebuchad):
Wie ist aktuell hier die Lage?

Ungünstig ...



Zitat (von Nebuchad):
Ist die Rückabwicklung eine Kulanzgeschichte oder bin ich dazu verpflichtet?

Nö, Pflicht wenn er das wünscht.
Er könnte sogar versuchen die Erfüllung des Vertrages durchzusetzen, dann hätte man noch mehr Probleme und Kosten.
Also ist Rückabwicklung die bessere Variante.



Zitat (von Nebuchad):
Wenn ja wer trägt welche Kosten?

Da der Verkäufer nicht geliefert hat was man verkauft hat: der Verkäufer



Zitat (von Nebuchad):
Welche Sicherheiten hätte ich?

Wofür?



Zitat (von Nebuchad):
Was könnte er unternehmen sollte ich nicht darauf eingehen?

Als erstes zum Anwalt dann zum Gericht. Kostenrisiko für beide Seiten: 600 - 900 EUR (der Verlierer zahlt)


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8148 Beiträge, 3608x hilfreich)

Zitat (von Nebuchad):
Am Freitag kam ein ...Käufer ..... hat sich das Rad ca. 1 Std genauestes angeschaut.

Aus diesem Grund sehe ich die Sache nicht so eindeutig wie Harry.

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#5
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2795 Beiträge, 683x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Aus diesem Grund sehe ich die Sache nicht so eindeutig wie Harry.


Na ja, so unrecht hat er nicht. In der Annonce wurde XL angegeben und XL wurde auch vertraglich vereinbart.
Da gibt es schon einige Urteile aus dem Kfz Bereich, die eine deutliche Sprache sprechen.

Mein Ansatzpunkt wäre hier eher die Definition von XL. Wer gibt die vor? Wie und von wem definiert?


Zitat (von Nebuchad):
Auf der Seite des Herstellers kann man dann ablesen welche länge welcher Rahmengröße entspricht.
In diesem Fall 48cm = L, 51cm = XL



Welcher Hersteller? Der des Fahrrades?


Zitat (von Nebuchad):
Bei meiner Messung kam ich auf 50,8cm.



Bei 2mm ist doch auch ein Messfehler denkbar.


gruß charly

Signatur: Gruß Charly
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#6
 Von 
user08154711
Status:
Praktikant
(528 Beiträge, 65x hilfreich)
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#7
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1738 Beiträge, 236x hilfreich)

Wäre das "Korpus Delikti" denn zweifelsfrei zu identifizieren?
Sprich, gäbe es eine Rahmennummer, welche beweist, dass es sich um den verkauften Rahmen handelt?

Ich würde den Käufer auffordern den Beweis anzutreten, dass ein Mangel vorliegt, bzw. eine zugesicherte EIgenschaft nicht erfüllt ist. Bei 50,8mm tendiere ich eher zu "man hat sich um 2mm "vermessen" oder "der Rahmen hat sich in den 6 Jahren minimal gesetzt" oder "die 2mm liegen im Toleranzbereich des Herstellers".

Oder gibt es da die übliche Herangehensweise, dass Rahmen erst ab 51cm wirklich XL sind und alles darunter dann notfalls als "Ausschussware" in L verakauft wird? Das kann ich mir aber bald nicht vorstellen.

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#8
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 351x hilfreich)

Zitat (von user08154711):
Es wäre also interessant zu wissen, was der Hersteller des Fahrrads selbst als "XL" definiert.

So sieht es aus. Vielleicht will uns der TE ja noch verraten, um welche Marke und welches Modell es sich handelt. Und was er wie und wo gemessen hat.

Ich habe selbst schon einige Räder gebraucht gekauft. Und da interessierte eigentlich nie die Bezeichnung des Rahmens, sondern dessen tatsächliche Maße. Es gibt verschiedenste Meßmethoden und jeder Hersteller ist in der Bezeichnung frei. Manchmal sind es Buchstaben, manchmal Zahlen, usw.

Und wenn einem Käufer erst daheim aufgefallen sein soll, dass er ein identisches Rad, aber mit einer anderen Rahmengröße besitzt, dann frage ich mich, was er getestet haben will ...

Signatur:99 % aller Computerfehler sitzen vor dem Bildschirm ...
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#9
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 351x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
Oder gibt es da die übliche Herangehensweise, dass Rahmen erst ab 51cm wirklich XL sind und alles darunter dann notfalls als "Ausschussware" in L verakauft wird?

Nein. Im Regelfall unterscheiden sich die Rahmengrößen je Abstufung um 2 oder 3 cm. 0,2 cm fallen IMHO unter Abweichungstoleranzen.

Signatur:99 % aller Computerfehler sitzen vor dem Bildschirm ...
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#10
 Von 
Nebuchad
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

Hallo,

erstmal vielen Dank für die Antworten bis hier her.

Das Fahrrad ist ein Giant Trance 1 von 2014. Anbei habe ich die Tabelle des Herstellers bzgl der Geometriedaten und der dazugehörigen Größen.

Worum es mir letztendlich geht sind 2 Dinge:

1. Im genannten Fall sollten alle Angaben des Käufers nun stimmen und ich mich vermessen haben (Rad war ja zusammengebaut also ist es durchaus denkbar, bzw. kann ich es nicht unter Garantie ausschließen).

Ich wäre demnach bereit das ganze zu wandeln, muss ich dann die Kosten für den Rückversand tragen obwohl der Vertrag hier geschlossen wurde?

Hierzu mal noch eine persönliche Anmerkung: Wenn ich etwas verkaufe der Käufer kann es Probefahren, Probesitzen, auseinander nehmen und alles überprüfen was er will. Und kommt dann zu dem Schluss es passt und kauft es.
Das kann ja nur ein Witz sein, dass Ihm dann iwas später auffällt und er sich auf das Inserat beruft und seine eigenen Erfahrungen komplett keinerlei Relevanz mehr haben.

Es war ja kein kauf anhand der Artikelbeschreibung sondern ein Kauf anhand dessen was er vor Ort prüfen konnte...

Demzufolge könnte ich ja auch einen Auto verkaufen was Blau ist schreibe im text aber rot. Dann kommt der Käufer her schaut es an ist einverstanden, kauft es fährt 1000km sonst wo hin und kommt dann um die Ecke mit das Auto hat ja eine andere Farbe als im Inserat - und dann muss ich es auch noch auf meine kosten von sonst wo zurückholen? Sehr seltsam...

2. Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber da er ja betont das exakt gleiche Rad zu hause zu haben, evtl hat er seine Defekten Teile mit den meinen getauscht und ich erhalte ein Schrottrad zurück ohne es prüfen zu können....

Ich wäre bereit das Rad zurückzunehmen möchte ich nochmal betonen aber ich werde nicht wie er es wünscht 400km zu ihm fahren oder die 60€ Versand zahlen.

Ich sehe es schon so, dafür kam er ja auch her, dass er prüfen konnte was er will und scheinbar etwas vergessen hat was ihm erst zu Hause eingefallen ist.

Natürlich habe ich sollte er recht haben eine Falsche Angabe gemacht - wenn dann auch unwissentlich - aber er hätte es ja auch überprüfen können, und wenn er wie er sagt dass Identische Rad seit 6 Jahren fährt hätte es Ihm auch direkt auffallen müssen oder sollen.

Habe Ihm nun angeboten dass wir uns die Kosten teilen da mMn. jeder seinen Teil dazu beigetragen hat. Aber ich bin sicher er wird sich nicht darauf einlassen.

-- Editiert von Nebuchad am 14.09.2020 13:49

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#11
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1738 Beiträge, 236x hilfreich)

Zitat (von Nebuchad):
Es war ja kein kauf anhand der Artikelbeschreibung sondern ein Kauf anhand dessen was er vor Ort prüfen konnte...

Demzufolge könnte ich ja auch einen Auto verkaufen was Blau ist schreibe im text aber rot. Dann kommt der Käufer her schaut es an ist einverstanden, kauft es fährt 1000km sonst wo hin und kommt dann um die Ecke mit das Auto hat ja eine andere Farbe als im Inserat - und dann muss ich es auch noch auf meine kosten von sonst wo zurückholen? Sehr seltsam...


Nein, das ist pauschal nicht korrekt.
Grundsätzlich: Das, was man ankündigt, muss man auch einhalten. Lediglich für offensichtlich abweichende Dinge, gilt das nicht. Das sind dann keine Mängel, sondern dann ebenfalls zugesicherte Eigenschaften.
Mal ein plumpes Beispiel: jemand verkauft ein Auto, sichert "voll funktionstüchtig" zu. Zuhause fällt dem Käufer dann auf, dass ein Rad fehlt. Das wäre dann kein Mangel (auch keine wirksame zugesicherte Eigenschaft, da das fehlende Rad bei der Besichtigung/Probefahrt selbst dem dümmsten hätte auffallen müssen. Mit der Farbe ist das genau so.
Die Frage wäre hier also, und das ist individuell abhängig von den Gesamtumständen: Hätte dem Käufer die falsche Rahmengröße bereits vor Ort auffallen müssen (sollte ja leicht zu prüfen sein) und durchaus zu verargumentieren: Warum hat er nicht gemessen, wenn ihm diese Eigenschaft so exorbitant wichtig zu sein scheint?

Zitat (von Nebuchad):
Ich wäre demnach bereit das ganze zu wandeln, muss ich dann die Kosten für den Rückversand tragen obwohl der Vertrag hier geschlossen wurde?
Ja, der Verkäufer muss hier für Aufwendungen und Umstände aufkommen. Man kann das ggf. mit einem "Trick" umgehen. Man könnte beispielsweise einen Tausch, rein auf Kulanzbasis anbieten. Dann kann man insofern seine Bedingungen diktieren, als dass der Käufer diese dann vielleicht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit annimmt, anstatt notfalls auf eigenes Risiko klagen zu müssen.

Zitat (von Nebuchad):
Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber da er ja betont das exakt gleiche Rad zu hause zu haben, evtl hat er seine Defekten Teile mit den meinen getauscht und ich erhalte ein Schrottrad zurück ohne es prüfen zu können....
Dieser Gedankengang ist eine gängige Betrugsmasche. Insofern ist das NAchdenken darüber nicht verkehrt. Man hat quasi zwei Möglichkeiten sich dessen abzusichern: 1. Man prüft bei Erhalt alle Teile auf Funktion, 2. Man weist im Fall der Fälle nach, dass es eben nicht die Teile sind, die man verkauft hat. In diesem Fall würde ich dann eine Anzeige wg. Verdacht des Betrugs folgen lassen.

Zitat (von Nebuchad):
und wenn er wie er sagt dass Identische Rad seit 6 Jahren fährt hätte es Ihm auch direkt auffallen müssen oder sollen.
Meine Radfahrexpertise beruht darauf, dass mein Drahtesel zwei möglichst nicht Platte Räder hat. Daher meine Frage: Merkt der Durchschnittsdeutsche, wenn er plötzlich auf einem L anstatt auf einem XL Rahmen (ceteris paribus) platznimmt? Oder ist diese Wahrnehmung nur einigen wenigen Expertenärschen vorbehalten? Insofern könnte man tatsächlich argumentieren, dass der "Mangel" offensichtlich war.

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#12
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1738 Beiträge, 236x hilfreich)

Zitat (von Nebuchad):
Habe Ihm nun angeboten dass wir uns die Kosten teilen
Man hat ja nun schon einmal den Fehler begangen, deshalb hier nochmal: an seine Zusagen muss man sich halten.

By the way: man hat doch 50,8cm gemessen. 50,7 sollten es sein. Wo soll jetzt also der Messfehler sein?
Der eine Millimeter? Halte ich dann doch für recht unwahrscheinlich und eher dem Gelenkspiel im Zollstock zuzuordnen.

-- Editiert von NaibaF123 am 14.09.2020 14:14

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#13
 Von 
Paragrafenreiter
Status:
Praktikant
(556 Beiträge, 406x hilfreich)

Meiner Meinung nach gibt es kaum etwas offensichtlicheres wie die Rahmengröße. Vllt nicht optisch aber spätestens wenn man sich drauf setzt ist der Unterschied schon deutlich merkbar besonders wenn man das selbe Rad schon fährt. Und ich kann mich noch an frühere Zeit erinnern als ich in der Branche unterwegs war, dass bei realen 50,8 cm im Prospekt auch 51cm standen.

-- Editiert von Paragrafenreiter am 14.09.2020 14:57

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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81098 Beiträge, 33917x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
und durchaus zu verargumentieren: Warum hat er nicht gemessen, wenn ihm diese Eigenschaft so exorbitant wichtig zu sein scheint?

Weil man ja der zugesicherten Eigenschaft vertraut hat ... patt ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#15
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10800 Beiträge, 3840x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
By the way: man hat doch 50,8cm gemessen. 50,7 sollten es sein.
Wo liest du denn was von 50,7 cm?

EDIT: Achso, stand in der Tabelle, hatte ich nicht angeschaut, sorry.

Eine Abweichung von 2 mm (51 vs 50,8) - oder auch 3 mm - ist sicher in der Toleranz, allein die Temperatur ändert die Größe derart. Aber laut Käufer sollen es 3 cm(!) sein, und das ist imho nun doch zu viel.

Stefan


-- Editiert von reckoner am 14.09.2020 22:12

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#16
 Von 
crofan
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 17x hilfreich)

Kann es eventuell sein, dass du die Rahmenhöhe nicht von der Mitte des Tretlagers aus gemessen hast und eventuell irgendwo weiter unten begonnen hast? Oder hast du vielleicht den Sattel mitgemessen? Da könnte dann ein Unterschied von einigen Zentimetern herkommen.

Hast du denn das Maß (also die 50,8) auch in die Anzeige geschrieben? Die Angabe XL ist wie hier schon jemand geschrieben hat eigentlich meist wenig hilfreich, da dass je nach Hersteller und dann auch noch teils nach Fahrradtyp variiert. Wundert mich, dass er sich darauf verlässt, wenn er sich einigermaßen auskennt.

-- Editiert von crofan am 14.09.2020 22:32

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#17
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1738 Beiträge, 236x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Eine Abweichung von 2 mm (51 vs 50,8) - oder auch 3 mm - ist sicher in der Toleranz,
ich verstehe nicht, wo die 51 herkommen sollten. Also ja klar, die hat der TE ins Spiel gebracht, aber die Tabelle sagt ja eindeutig was anderes.

Zitat (von reckoner):
Aber laut Käufer sollen es 3 cm(!) sein, und das ist imho nun doch zu viel.
Ja, wenn es denn auch 3cm sind. Bisher lese ich nur von einer Behauptung... Daher meine Frage, ob die Teile Zweifelsfrei (bspw. per Rahmennummer) identifizierbar wären.

Zitat (von crofan):
Die Angabe XL ist wie hier schon jemand geschrieben hat eigentlich meist wenig hilfreich, da dass je nach Hersteller und dann auch noch teils nach Fahrradtyp variiert.
naja, aber er verkauft ja eben nicht irgendein Fahrradtyp von irgendeinem Hersteller, sondern
Zitat (von Nebuchad):
ein Giant Trance 1 von 2014.
. Und da ist XL ziemlich genau mit 507mm definiert. Da wäre es auch egal, ob der jetzt die cm angibt oder nicht. In dem Fall ist XL gleich XL ;)

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#18
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8148 Beiträge, 3608x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
In dem Fall ist XL gleich XL

Und sofern die 508 mm richtig gemessen wurden, ist auch das verkaufte Rad genau das, nämlich XL und damit das was im Inserat stand.
Zumal der Käufer bisher auch nur eine Annahme vermutet und geäußert hat.

Zitat:
...im vergleich mit seinem bereits vorhandenen Rad sei Ihm aufgefallen die Rahmengröße scheint kein XL sondern ein L zu sein da es etwas kleiner ist.

Ich hätte an dieser Stelle dann gerne ein Bild der gemessenen 482 mm, oder Alternativ der 630 mm des Oberrohrs (bietet weniger Potential für Messfehler) vom Käufer, vorher würde ich da gar nicht aktiv.

-- Editiert von spatenklopper am 15.09.2020 12:01

-- Editiert von spatenklopper am 15.09.2020 12:02

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#19
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1738 Beiträge, 236x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Ich hätte an dieser Stelle dann gerne ein Bild der gemessenen 482 mm, oder Alternativ der 630 mm des Oberrohrs (bietet weniger Potential für Messfehler) vom Käufer, vorher würde ich da gar nicht aktiv.
Korrekt. Zusätzlich eben mit dem Beweis (einer individuellen Markierung), dass hier wirklich das Rad gemessen wurde, welches verkauft wurde. Wenn dann klar ist, dass es sich um ein L (oder sonstwas) Rad handelt, kann man entsprechend auf dem sauren Apfel rumkauen, bis man gelernt hat, nur Dinge zu verkaufen, deren man sich sicher ist ;)

Teurer wird es dadurch (erstmal) nicht. Der Käufer schuldet einen Beweis, keine Behauptung.

Andere Idee: kann man über die Rahmennummer beim Hersteller/Händler herausfinden, was man da verkauft hat? Ist zwar etwas Aufwand und an der Stelle (noch) nicht nötig, erspart aber mitunter Diskussionen, Ärger etc.

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#20
 Von 
Nebuchad
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):

Andere Idee: kann man über die Rahmennummer beim Hersteller/Händler herausfinden, was man da verkauft hat? Ist zwar etwas Aufwand und an der Stelle (noch) nicht nötig, erspart aber mitunter Diskussionen, Ärger etc.

So also das mit der Seriennummer war ein guter Hinweis. Ich habe nachgefragt und es handelt sich wirklich um die Größe "L".
Ich vermute dass mein Messfehler daher rührt dass das Rad ja zusammengebaut gemessen wurde und somit durch den Pedalabstand, wenn auch nicht viel, eine leichte Diagonale gemessen wurde anstatt perfekt entlang dieser Stange.

Somit hat der Käufer recht. Dies habe ich Ihm bereits mitgeteilt und eine Einigung gefunden. Wir treffen uns auf halber Strecke und wandeln das ganze nun.

Was ich nun abschließend hier herauslesen konnte ist, dass dennoch die Rechtslage wohl nicht eindeutig ist. Da ich einerseits eine Falsche Angabe gemacht habe aber jmd der sich auf ein Rad setzt was er seit 6 Jahren fährt natürlich sofort auffallen müsste wenn es eine andere Größe hat.

Spielt un diesem Fall nun keine Rolle mehr da ich ja von Anfang an eine Rücknahme nicht ausgeschlossen hatte sondern es mir (ohne Beweis der Korrektheit des Vorwurfes) lediglich um die Art und weise der Wandlung ging.

Vielen Dank für die Hilfe hier im Forum!

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#21
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1738 Beiträge, 236x hilfreich)

Zitat (von Nebuchad):
Was ich nun abschließend hier herauslesen konnte ist, dass dennoch die Rechtslage wohl nicht eindeutig ist. Da ich einerseits eine Falsche Angabe gemacht habe aber jmd der sich auf ein Rad setzt was er seit 6 Jahren fährt natürlich sofort auffallen müsste wenn es eine andere Größe hat.

Schön, dass es eine beidseitige Lösung gibt! Das kommt selten vor. Weniger selten, verlieren nämlich sonst beide Seiten in der Endbetrachtun ;)
Das Fazit kann man so grob stehen lassen, mit der Einschränkung, dass das "hätte sehen müssen" eben die große Unbekannte ist.

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