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Geschenk weiterverkauft, war jedoch Fälschung

17.1.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Verkauf Verpackung
 Von 
bakary2012
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Geschenk weiterverkauft, war jedoch Fälschung

Hallo!

Zu Weihnachten habe ich von meinen Kollegen Kopfhörer geschenkt bekommen.
Diese waren originalverpackt und neu und haben auf den ersten Blick auch einen ordentlichen Eindruck gemacht.
Da ich keine Kopfhörer trage, habe ich diese bei eBay Kleinanzeigen verkauft (gegen Barzahlung und Übergabe).
Der Käufer hat die Kopfhörer (neu in Verpackung) angesehen (aber nicht aus der Verpackung rausgenommen, diese waren immer noch in Folie verschweißt).
Nach Übergabe des Produkts gab er mir das Geld dafür (ca. 150,- Euro).
Anderthalb Tage später schrieb er mir, dass er feststellte, dass es sich um eine Fälschung handelt (Qualität ist nicht zufriedenstellend und die Seriennummern passen irgendwie nicht).
Was droht mir nun bei diesem unwissentlichen Verkauf eines Plagiats?
Er kennt weder meinen vollständigen Namen noch meine Anschrift.

Danke und viele Grüße

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Verkauf Verpackung


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74165 Beiträge, 32868x hilfreich)

Zitat (von bakary2012):
Geschenk weiterverkauft, war jedoch Fälschung

Und das es eine Fälschung ist, weis man jetzt woher genau?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Master
(4282 Beiträge, 1524x hilfreich)

Zitat (von bakary2012):
Was droht mir nun bei diesem unwissentlichen Verkauf eines Plagiats?

Strafrechtlich nix.

Zivilrechtlich wäre die Frage, ob du beweisbar die Gewährleistung ausgeschlossen hast. Wenn ja, müßte der K dir beweisen, daß du den Sachmangel kanntest und arglistig verschwiegen hast. (Plagiat statt Original ist rechtlich ein aliud, das wiederum einem Sachmangel gleichsteht). Wenn nicht, schuldest du dem K nach wie vor ein Original Zug um Zug gegen Rückgabe des Plagiats.

In letzterem Fall könntest du wiederum dann deinen Kollegen in Regreß nehmen, wenn du beweisen kannst, daß er wußte, daß es sich um ein Plagiat handelt.

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#3
 Von 
Sir Berry
Status:
Schlichter
(7846 Beiträge, 2679x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
In letzterem Fall könntest du wiederum dann deinen Kollegen in Regreß nehmen, wenn du beweisen kannst, daß er wußte, daß es sich um ein Plagiat handelt.

War den der Kollege verpflichtet ein Original zu verschenken?

Berry

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#4
 Von 
bakary2012
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Die frage ist ja folgende: der Käufer hatte das Produkt zur Ansicht in den Händen und demnach dieselbe Möglichkeit wie ich, die Originalität zu prüfen.
Er hat mir das Geld erst nach In-Augenscheinnahme gegeben.

Der Kollege war natürlich nicht verpflichtet ein Original zu schenken.

Und prüfen konnte man es nur, wenn man das Paket öffnet.
Es war ja aber noch verschweißt.

Ich habe es explizit nicht als „original" verkauft sondern einfach nur „Kopfhörer" geschrieben.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74165 Beiträge, 32868x hilfreich)

Zitat (von bakary2012):
Die frage ist ja folgende:

Abgesehen davon das da kein Frage ist, ist es irrelevant ob er die gleichen Möglichkeiten hatte


Die nach wie vor entscheidendene Frage ist

Zitat (von Harry van Sell):
Und das es eine Fälschung ist, weis man jetzt woher genau?




Zitat (von bakary2012):
Ich habe es explizit nicht als „original" verkauft sondern einfach nur „Kopfhörer" geschrieben.

Es wird vorrausgesetzt das man ein Original erwirbt, sofern nichts anderes vereinbart wurde.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
bakary2012
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Er schrieb, dass die Kopfhörer „übersteuern" und dass die Kopfhörer eine andere Seriennummer haben als außen auf der Verpackung steht.

Daher „sind die Kopfhörer nicht original"

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74165 Beiträge, 32868x hilfreich)

Die Begründung des Käufers ist Unfug, da würde ich die Kommunikation erst mal einstellen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
Sir Berry
Status:
Schlichter
(7846 Beiträge, 2679x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Die Begründung des Käufers ist Unfug,

Auch wenn sich dessen Beobachtung zur Seriennummer als richtig herausstellt?
Sehs mir bitte nach, aber das sehe ich dann doch etwas anderes.
Natürlich nur unter der Voraussetzung dass die Aussage auch stimmt.

berry

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74165 Beiträge, 32868x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Auch wenn sich dessen Beobachtung zur Seriennummer als richtig herausstellt?

Ja.

Die Dinger werden meist von Hand / mit Hilfe von Menschen verpackt, da ist eine Fehlverpackung nicht ausgeschlossen.


Eine pauschales "Fälschung" dürfte da untauglich sein.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#10
 Von 
spatenklopper
Status:
Schlichter
(7374 Beiträge, 3395x hilfreich)

Zitat (von bakary2012):
dass die Kopfhörer eine andere Seriennummer haben als außen auf der Verpackung steht.

Daher „sind die Kopfhörer nicht original"

Wenn der Hersteller bestätigt, dass die SN der Kopfhörer nicht passt, dann kann man von einer Fälschung ausgehen, ansonsten sagt das die der Verpackung und die des Gerätes nicht übereinstimmen, erstmal nüschts aus.

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#11
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Master
(4282 Beiträge, 1524x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
War den der Kollege verpflichtet ein Original zu verschenken?

Nein. Aber wenn er nachweislich (!) wußte, daß es sich um ein Plagiat handelt und das dem Beschenkten nicht mitgeteilt hat, sehe ich hier eine schuldhafte Handlung.

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#12
 Von 
die wölfin
Status:
Schüler
(238 Beiträge, 111x hilfreich)

Zitat (von bakary2012):
Er schrieb, ... dass die Kopfhörer eine andere Seriennummer haben als außen auf der Verpackung steht.

Daher „sind die Kopfhörer nicht original"

Er hätte das ja ggf. bereits bei der Übergabe prüfen können und eigentlich auch sollen.
Mal blöd gefragt: wie will er denn beweisen, dass seine Behauptung stimmt? Rein theoretisch könnte er ja auch selbst den neuen Kopfhörer gegen einen anderen ausgetauscht haben. Das würde auch erklären, warum die Seriennummer nicht passt.
Und sogar in der Hilfe von ebay-Kleinanzeigen steht drin:
Zitat:
... Denn nur vor Ort kannst du dich von der Seriosität des Verkäufers überzeugen und schauen ob der Artikel auch wirklich so ist wie du ihn erwartest. ...
(Zu finden unter: https://themen.ebay-kleinanzeigen.de/hilfe/probleme-mit-kaufer-und-verkaufer/sicherhandeln/)

-- Editiert von die wölfin am 20.01.2020 13:25

Signatur:"Der unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl." (Benjamin Franklin)
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#13
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(730 Beiträge, 516x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Zivilrechtlich wäre die Frage, ob du beweisbar die Gewährleistung ausgeschlossen hast.

Die "Fälschung" eines (Marken-)Kopfhörers bedeutet ja nur, dass der Kopfhörer mit einem Markenzeichen versehen war, ohne dass die Benutzung dieser Kennzeichnung im geschäftlichen Verkehr mit Zustimmung des Markeninhabers erfolgt. Dagegen stellt die Verwendung eines Markenzeichen KEINE Vereinbarung/Zusicherung einer bestimmten (Mindest-)Qualität dar:

Zitat (von bakary2012):
die Kopfhörer „übersteuern"

Zwischen Käufer und Verkäufer ist eine Vereinbarung über eine "Übersteuerungsfetsigkeit" usw. nicht dadurch vereinbart, dass der Verkäufer das Markenzeichen benutzt. ( Es kommt nicht darauf an, ob diese Eigenschaften bei Waren DIESER MARKE üblich ist, und aufgrund der MARKE erwartet werden kann. Bezugspunkt ist nach § 434 BGB die Warenart /-gattung: was bei ALLEN Waren dieser Warenart üblich ist, und was aufgrund der ART der Waren erwartet werden kann, stellt bei einem Fehlen einen Sachmangel dar. )

Möglicherweise ist eine ungenehmigte Markenbenutzung kein Sachmangel im Sinne von § 434 BGB, sondern ein Rechtsmangel, § 435 BGB.

Wenn einerseits ein "Markengerät" vereinbart war, und gleichzeitig der Ausschluss einer Mängelhaftung vereinbart war, dann könnte dies (mit dem BGH) so auszulegen sein, dass der Ausschluss nicht in Bezug auf das ausdrücklich vereinbarte Merkmal "echtes Markenprodukt" gewollt sein kann.

Zitat (von BigiBigiBigi):
Zivilrechtlich wäre die Frage, ob du beweisbar die Gewährleistung ausgeschlossen hast. Wenn ja, müßte der K dir beweisen, daß du den Sachmangel kanntest und arglistig verschwiegen hast.

Die Haftung für ausdrücklich vereinbarte Merkmale soll von einer Haftunsgausschluss-Verinbarung nicht erfasst sein. D.h. ein "Fälschungs-"Verkäufer könnte sich nicht auf eine Haftunsgausschluss-Vereinbarung berufen.

RK

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