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Ladegerät als defekt verkauft, Käufer will trotzdem Geld zurück. Wer hat Recht?

 Von 
Himan12345
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Ladegerät als defekt verkauft, Käufer will trotzdem Geld zurück. Wer hat Recht?

Hallo Zusammen, und schon mal vorab vielen Dank für eure Hilfe.

Ich habe ein Ladegerät von einem verunfallten E-Bike bei Ebay-Kleinanzeigen verkauft.

Genauer Text der Anzeige:

Biete Ihnen hier mein Ladegerät von "Markenname" an.

Gerät stammt aus einem Unfallfahrrad und wird deswegen nicht mehr benötigt.
Das gerät hat bis zum Schluss einwandfrei funktioniert, kann aber Mangels Fahrrad nicht mehr getestet werden,
deswegen als defekt abzugeben.
Wenn mir jemand sagen kann wie ich es anderst Testen kann mache ich das gerne.

Keine Garantie und Rücknahme
Versand möglich Selbstabholer bevorzugt ( evtl. gleich mit Rad zum testen )

Text Ende


Nun habe ich das Ladegerät für 50 inkl. Versand ( vergleichbare Geräte werden für 100 € angeboten ) an einen Herren geschickt der enttäuscht ist das das Ladegerät wirklich kaputt ist und möchte sein Geld zurück haben weil Ja Ladegeräte nicht einfach kaputt gehen und da das Gerät ja bis zum Schluss ja funktioniert hat, wenn ich den Kauf nicht Rückgängig mache werde er einen Fall bei ebay -kleinanzeigen aufmachen und die Sache seinem Rechtsanwalt übergeben.

Nun die Frage: Hat der Käufer einen Anspruch auf Rückzahlung des Betrags und wenn Ja warum?
Wenn ich im Recht bin, wie könnte ich gegen Argumentieren.

Vielen Dank für eure Hilfe.


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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Käufer recht Frage Rückzahlung


24 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6757 Beiträge, 1235x hilfreich)

Zitat (von Himan12345):
deswegen als defekt abzugeben.
DAS hat er wohl nicht gelesen? Hat er VOR dem Kauf nochmal rückgefragt wegen kaputt usw?
Hast du die 50,- schon?

Sein Kauf. Sein defektes Ladegerät. Sein Problem.

-ICH- würde nicht mehr argumentieren. Gar nicht mehr kommunizieren.

Sein Rechtsanwalt wird die Anzeige lesen und dem Käufer sagen---guggst du, ist doch als defekt zu verkaufen inseriert. Als Rechtsanwalt habe ich dich beraten und will 245,- Beratungs-Honorar von dir. :grins:

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69951 Beiträge, 32151x hilfreich)

Der hoffnungsvolle Käufer hat gepokert - beim pokern kann man auch verlieren.

Das Teil wurde als defekt verkauft, man hat auch mitgeteilt, dass das Gerät aus einem Unfallfahrrad stammt.

Ich sehe da keinen Grund für eine Rücknahme oder Erstattung.


Ich würde die Kommunikation erst mal einstellen, sein Gerät, sein Problem.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
guest-12329.08.2019 02:36:13
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 3x hilfreich)

Bei Ebay Kleinanzeigen kann man KEINEN Fall aufmachen^^
Lass dir keine Angst einjagen :)

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#4
 Von 
Himan12345
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo und Guten Abend,
vielen dank für die Antworten:
Der Käufer meinte noch ob der Akku beim Unfall mit kaputt gegangen ist , meine Antwort war das dieser mit entsorgt worden ist und ob ich Fotos vom Stecker habe, er wolle prüfen ob die bei Ihm passen daraufhin hat er das Geld gesendet und ich das Paket mit dem Ladegerät verschickt.

Er meinte noch das er der Aussagen der Akku hätte bis zu letzt funktioniert mehr Gewichtung gibt als die Beschreibung Defekt

Bin da jetzt etwas verwirrt und gestresst mit der ganzen Sache da ich gemeint habe die Aussage Defekt wäre für jedermann verständlich.

Schönen Abend noch.

-- Editiert von Himan12345 am 30.06.2019 22:29

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#5
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6975 Beiträge, 3722x hilfreich)

Hallo

Zitat:
Bin da jetzt etwas verwirrt und gestresst mit der ganzen Sache da ich gemeint habe die Aussage Defekt wäre für jedermann verständlich.
Auf der Anderen Seite ist aber auch die Aussage hat bis zum Schluss einwandfrei funktioniert ebenso verständlich.

ich sehe das nicht ganz so einfach für dich wie die Vorschreiber.

Man kann nicht einfach erst schreiben funktioniert einwandfrei, verkauft dann aber als defekt. Du hättest das mit dem einwandfrei weglassen sollen, so sehe ich hier die Chancen eher bei 50:50 sollte dein K klagen...

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#6
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(631 Beiträge, 475x hilfreich)

Zitat (von Himan12345):
Das gerät hat bis zum Schluss einwandfrei funktioniert
Ich verkaufe es als defekt

Für welchen Preis wurde es angeboten?

Zitat:
habe ich das Ladegerät für 50 inkl. Versand verkauft

Offenkundig waren sich Verkäufer und Käufer einig, daß kein defektes Ladegerät angeboten/geliefert werden soll.

Zitat:
Funktion kann nicht getestet werden,

Der Hinweis, daß bei einem als "bis zuletzt einwandfrei funktionieren Gerät" nicht überprüft werden kann, ob es funktioniert, stellt KEINE Verweinbarung dar, daß das offerierte Gerät defekt ist und bloß noch "Schrottwert" hat.

Zitat:
Keine Garantie und Rücknahme

Das ist ein zulässiger Ausschluß der Sachmängelhaftung. Der BGH meinte: ein solcher Haftungsausschluß kann beiderseits nur so gewollt sein, daß wenigstens für das Fehlen ausdrücklich vereinbarter Merkmale zu haften sein soll ( andernfalls bräuchte der Verkäufer für das Fehlen überhaupt keiner Beschaffenheit einzustehen und müßte erst haften, wenn ihm arglistiges Mängelverschweigen nachzuweisen wäre, was vernünftigerweise nicht Inhalt einer vereinbarten Haftungsbeschränkung sein könnte).

RK

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#7
 Von 
Himan12345
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
habe das Gerät für 60€ angeboten zzgl. Versand.
Der K hat dann im Endeffekt 45 € bezahlt.
Hätte ich gewust das das Ladegerät einwandfrei funktioniert hätte ich es für einen ähnlich hohen Preis angeboten.
Vergleichbare kosten 100 -120 €
Ich verstehe das mit der Garantie und Rücknahme und den zulässigen ausschluss der Sachmängelhaftung nicht ganz.

Freundliche Grüße

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#8
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6757 Beiträge, 1235x hilfreich)

Das Herauspolken einzelner Begriffe finde ich nicht zielführend.

Wenn die Anzeige deutlich macht, dass es einen Unfall mit dem Rad gab, dass das Rad MIT dem Akku nicht mehr vorhanden ist, dass darauf hingewiesen wurde, dass der Verkäufer das Ladegerät nicht testen
kann bzw. nicht weiß, wie... dann deswegen das Ladegerät als defekt anbietet-----
Was muss man noch lesen, damit man weiß, dass man ein defektes Teil preiswert erwerben kann?

Defekt wegen Nichtprüfbarkeit ist nicht Schrott.
Defekt ist evtl. reparabel. Und DAS könnte der Käufer im Sinn gehabt haben, seine Nachfragen lassen zumindest den Schluss zu.
Wenn er es reparieren kann bzw. das Teil doch funktioniert---hat er ein Schnäppchen.
Wenn er nachfragt, ob der Akku noch vorhanden ist---und liest, nö, der ist mit dem Rad entsorgt--- dann könnte er ohne weiteres die Finger von dem defekten Teil lassen.

Zitat (von Himan12345):
ob ich Fotos vom Stecker habe, er wolle prüfen ob die bei Ihm passen
Hast du ihm die Fotos geschickt?
Aber kaufen, dann motzen und drohen---- ich meine, das geht hier völlig fehl.
---------------------------------------------------------------
@RrKOrtmann
Zitat (von RrKOrtmann):
Offenkundig waren sich Verkäufer und Käufer einig, daß kein defektes Ladegerät angeboten/geliefert werden soll.
DOCH. Steht doch da:
Zitat (von Himan12345):
deswegen als defekt abzugeben.

-ICH- kann auch ein Teil als --defekt--anbieten, welches noch funktioniert.
Wie geht das dann mit der Sachmängelhaftung?

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Man kann nicht einfach erst schreiben funktioniert einwandfrei, verkauft dann aber als defekt.
SO steht es doch nicht. Sondern:
Zitat (von Himan12345):
Das gerät hat bis zum Schluss einwandfrei funktioniert, kann aber Mangels Fahrrad nicht mehr getestet werden, deswegen als defekt abzugeben.

Ich finde das deutlich, gut erklärt und verständlich. Der Verkäufer hätte gern getestet, kann es aber wegen des fehlenden Akkus nicht. Keine Rede davon, wann das Ladegerät zuletzt im Einsatz war usw.
Ob es tatsächlich defekt ist? Wer weiß das schon?

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#9
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(11325 Beiträge, 4881x hilfreich)

Zitat (von Anami):
kann bzw. nicht weiß, wie... dann deswegen das Ladegerät als defekt anbietet-----
Nein, hier wurde deutlich geschrieben, dass das Teil bis zum Schluss völlig in Ordnung war. Warum sollte denn ein Ladegerät kaputt gehen nur weil man mit dem Fahrrad einen Unfall hatte. Einfach mal reinschreiben, dass das Gerät völlig in Ordnung war, aber man es jetzt wegen eines Unfalls nicht noch einmal testen könne und es einfach mal so als "defekt" deklarieren, das funktioniert nicht. Auf der anderen Seite gibt es aber auch den Ausschluss der Sachmängelhaftung. Meiner Meinung nach greift diese hier aber nicht, da mit dem Hinweis "hat bis zum Schluss normal funktioniert" eine Eigenschaft (funktionsfähig) zugesichert wurde. Meiner Meinung nach hat der Käufer hier gute Chancen das defekte Gerät doch zurückgeben zu können.
Evtl. möchte der Käufer aber auch nur sein altes defektes Teil, kostenlos gegen ein funktionsfähiges tauschen.

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#10
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6975 Beiträge, 3722x hilfreich)

Zitat:
Das Herauspolken einzelner Begriffe finde ich nicht zielführend.
Interessant, dass man das bei "funktionierte einwandfrei" nicht kann, jedoch auf das Wort Defekt schon...

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#11
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3727 Beiträge, 1415x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Auf der Anderen Seite ist aber auch die Aussage hat bis zum Schluss einwandfrei funktioniert ebenso verständlich.

Das Problem ist aber, selbst in dem Fall kommt der K nicht weiter, da er nachweisen müßte, daß der VK von dem Mangel gewußt und ihn arglistig verschwiegen hat. Da das so gut wie unmöglich sein wird, ist es letztlich egal, ob "als defekt" verkauft wurde oder nicht.

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#12
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(631 Beiträge, 475x hilfreich)

Zitat (von Anami):

@RrKOrtmann
Zitat (von RrKOrtmann):
Offenkundig waren sich Verkäufer und Käufer einig, daß kein defektes Ladegerät angeboten/geliefert werden soll.

DOCH. Steht doch da:
Zitat (von Himan12345):
deswegen als defekt abzugeben.

Ich biete hier eine Original-Ferrari-Motorhaube an; bis zu meiner Erblindung gestern war sie BLAU ( siehe Bild ) [ zeigt blaue Motorhaube ]. Damit sie zu ihrem roten Ferrari passt, biete ich sie "als rot" an.

Offenkundig waren sich Verkäufer und Käufer einig, daß keine rote Motorhaube angeboten/geliefert werden soll

DOCH. Steht doch da "als ROT abzugeben."

Oder:

Ich biete diesen lebenden Goldhamster als "tot" ( oder als "Plüschtier" ) an, da Verkaufsangebote lebender Tiere auf dieser Plattform hier verboten sind.

Käufer: Ok, nehm ich.

Oder:

Echter Elfenbeinschmuck, 3500€. Ich biete ihn hier als "Kunststoff" an. - Nehm ich.

.....

Der Verkäufer wollte "eigentlich" ein funktionierendes Ladegerät abieten - darauf deuten seine Formulierung "hat bis zuletzt einwandfrei funktioniert" hin und der verlangte Preis. Der Käufer hat ihn auch so verstanden ("Gerät funktioniert").

Die Angabe "konnte Funktion nicht testen - deshalb schlage ich vor, daß wir uns darauf einigen, daß das Gerät defekt ist" haben weder Verkäufer, noch der Käufer ernst genommen. Vielmehr wurde diese Angabe im Hinblick auf einen Haftungsausschluß gemacht.

RK

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#13
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(11325 Beiträge, 4881x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Das Problem ist aber, selbst in dem Fall kommt der K nicht weiter, da er nachweisen müßte, daß der VK von dem Mangel gewußt und ihn arglistig verschwiegen hat
Nein, bei einer zugesicherten Eigenschaft " hat bis zum Schluss einwandfrei funktioniert" kann man ein aktuell funktionierendes Gerät erwarten. Ein Ausschluss der Sachmängelhaftung greift nicht für zugesicherte Eigenschaften.

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#14
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6757 Beiträge, 1235x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Interessant, dass man das bei "funktionierte einwandfrei" nicht kann, jedoch auf das Wort Defekt schon...
Weil man die Anzeige im Zusammenhang lesen sollte. Will man was funktionierendes, muss man weitersuchen im Netz.

-ICH- würde nach wie vor mit dem Käufer nicht mehr kommunizieren.

Zitat (von -Laie-):
Warum sollte denn ein Ladegerät kaputt gehen nur weil man mit dem Fahrrad einen Unfall hatte.
die Frage ist doch irrelevant. Man muss doch auch nicht wissen, wann das Ladegerät zum letzten Mal im Einsatz war, wann und warum der Unfall war, warum man den Akku nicht gerettet hat, damit man das Gerät nun testen kann...usw. Oder man kann das als Interessent alles vor dem Kauf fragen und sich dann für oder gegen den Kauf entscheiden.
Es wurde ein *deswegen als defektes Ladegerät* angeboten, nach Rückfragen wurde es trotzdem gekauft, nun ist es tatsächlich defekt? Oh Wunder!

Zitat (von RrKOrtmann):
Der Verkäufer wollte "eigentlich" ein funktionierendes Ladegerät abieten - darauf deuten seine Formulierung "hat bis zuletzt einwandfrei funktioniert" hin und der verlangte Preis. Der Käufer hat ihn auch so verstanden ("Gerät funktioniert").
Das lese und verstehe ich gar nicht so. Warum verlangt er nicht 100-120 €, wenn er ein funktionierendes Ladegerät anbieten wollte?

Zitat (von Anami):
Ob es tatsächlich defekt ist? Wer weiß das schon?
Keiner, nur einer. Der Käufer.
Zitat (von RrKOrtmann):
Die Angabe "konnte Funktion nicht testen - deshalb schlage ich vor, daß wir uns darauf einigen, daß das Gerät defekt ist" haben weder Verkäufer, noch der Käufer ernst genommen.
Das ist nirgends so zu lesen.
Verkäufer hat weder Rad noch Akku. Was soll er noch mit dem Ladegerät?
Kann nicht prüfen, ob es iO. ist und bietet es deswegen als defekt und zum ca. halben Preis an.
Er hat sich nicht auf *defekt* mit dem Käufer geeinigt--- er hat es als defekt angeboten.
Der Käufer hat nachgefragt, konnte auch nicht testen--- hat es trotzdem gekauft und zugeschickt bekommen--- nun ist es tatsächlich defekt.

Verkäufer hätte-hätte tausend andere Sachen machen können vor dem Verkauf. Hätte-hätte es testen lassen können usw..

Zitat (von Anami):
-ICH- kann auch ein Teil als --defekt--anbieten, welches noch funktioniert.
Wie geht das dann mit der Sachmängelhaftung?
Kann ich dazu bitte eine Antwort bekommen?

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#15
 Von 
Himan12345
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,
und nochmal vielen Dank für eure Hilfe,
habe aus lauter Frust und weil mir die Zeit zu schade ist, dem Käufer nun die Rüchnahme eingeräumt mit der Auflage das ich das Gerät vor dem Überweisen des Geldes zugesendet haben möchte um zu prüfen ob das Gerät das Gleiche, manipuliert oder geöffnet wurde.
Als Antwort bekam ich dann, Ich solle Ihm erst das Geld überweisen er hätte bedenken das er dann nicht mal mehr ein defektes Ladegerät hat.

Habe Ihm meine Adresse gesendet Ihm geschrieben das dass meine Auflage wäre und er bei Erhalt der Ware umgehend sein Geld bekommt, wenn er mir das Gerät nicht zusendet gehe ich davon aus das er es behalten möchte.

Vielen Dank an all eure Mühe, aber da bin ich wohl ein friedliebender Mensch der an jemand geraten ist der steiten möchte.

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#16
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6975 Beiträge, 3722x hilfreich)

Zitat:
Auflage das ich das Gerät vor dem Überweisen des Geldes zugesendet haben möchte um zu prüfen ob das Gerät das Gleiche, manipuliert oder geöffnet wurde.
Das ist nicht nur eine Auflage. sondern dein gutes Recht würde ich sagen...

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#17
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3727 Beiträge, 1415x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Nein, bei einer zugesicherten Eigenschaft " hat bis zum Schluss einwandfrei funktioniert" kann man ein aktuell funktionierendes Gerät erwarten.

Das Gerät könnte zwischen Ausbau und Eingang beim K jeden beliebigen Defekt erleiden, den der K weder zu vertreten hat noch für den eine solche Zusicherung verständigerweise gelten kann.
Es wäre dann zu fragen, was für eine Art Mangel es ist - ist eine kalte Lötstelle dann beim ersten Einschalten endlich hinüber oder ist das Gerät in der Mitte durchgebrochen?

Zitat (von RrKOrtmann):
Die Angabe "konnte Funktion nicht testen - deshalb schlage ich vor, daß wir uns darauf einigen, daß das Gerät defekt ist" haben weder Verkäufer, noch der Käufer ernst genommen.

Gibt es dazu Rechtsprechung, daß eine solche Formulierung bereits eine falsa demonstratio darstellt, wie es bei deinen anderen Beispielen (Hamster) eindeutig der Fall ist?

Zitat (von RrKOrtmann):
Vielmehr wurde diese Angabe im Hinblick auf einen Haftungsausschluß gemacht.

Was für einen denn, wenn nicht einen Sachmängelhaftungsausschluß? Und dank dem muß der K immer noch nachweisen, daß der VK einen Mangel arglistig verschwiegen hat.

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#18
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9283 Beiträge, 3577x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Was für einen denn, wenn nicht einen Sachmängelhaftungsausschluß? Und dank dem muß der K immer noch nachweisen, daß der VK einen Mangel arglistig verschwiegen hat.
Ein Gericht könnte den Passus "deswegen als defekt abzugeben" durchaus so werten als das er sich schon sicher war.
Niemand schreibt so etwas, wenn er sich sicher ist, dass das angebotene Gerät funktioniert.

Stefan

PS: Warum hat eigentlich noch keiner mit "Bastlerfahrzeug" argumentiert? Das passt doch hier durchaus, und dazu gibt es auch Gerichtsurteile.

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#19
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(631 Beiträge, 475x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Zitat (von RrKOrtmann):
Die Angabe "konnte Funktion nicht testen - deshalb schlage ich vor, daß wir uns darauf einigen, daß das Gerät defekt ist" haben weder Verkäufer, noch der Käufer ernst genommen.

Gibt es dazu Rechtsprechung, daß eine solche Formulierung bereits eine falsa demonstratio darstellt, wie es bei deinen anderen Beispielen (Hamster) eindeutig der Fall ist?

Mir fällt dazu diese ein:

"Der Kläger kaufte von der Beklagten einen gebrauchten Pkw Opel Astra Caravan für 6.902 €. Vor Vertragsabschluss wurde durch einen Dritten ein „BVSK-Zustandsbericht Gebrauchtwagen" erstellt. Dies geschah auf Veranlassung der Beklagten. Die Kosten i.H.v. 50 € zahlte der Kläger.

Der Kläger forderte die Beklagte ... auf, den defekten Katalysator am Pkw auszutauschen. Die Beklagte verweigerte dies. Gemäß dem Vertragsformular sei das Fahrzeug nicht mängelfrei gewesen. Der Kläger habe davon auf Grund der Hinweise in den AGB gewusst. Schon deswegen habe er keine Gewährleistungsrechte.

Die Beklagte weist auf ihre AGB im Kaufvertrag hin. Inhaltlich besagt die betreffende Passage in kurzer Zusammenfassung, dass es sich bei dem verkauften Fahrzeug um ein Schrottauto handelt, dessen sämtliche Einzelteile nicht mangelfrei sind. Dieser Hinweis ist offensichtlich nicht ernst gemeint, weil sich aus dem Zustandsbericht, der auf Veranlassung der Beklagten eingeholt worden ist, das genaue Gegenteil ergibt. Da der Hinweis nicht ernst gemeint sein kann, entfaltet er auch keine Rechtswirkung."

Zitat (von RrKOrtmann):
Vielmehr wurde diese Angabe im Hinblick auf einen Haftungsausschluß gemacht.

Was für einen denn, wenn nicht einen Sachmängelhaftungsausschluß? Und dank dem muß der K immer noch nachweisen, daß der VK einen Mangel arglistig verschwiegen hat.

Der BGH meinte: ein vereinbarter Haftungsausschluß muß zusammen mit einer Artikelbeschreibung ausgelegt werden. Wenn danach eine Funktionalität "eigentlich" gewollt ist - aber bloß nicht getestet werden konnte - dann müßte vom Haftungsausschluß eigentlich die Haftungsfreistellung für eine fehlende Funktion ausgenommen sein.

Zitat:
Warum verlangt er nicht 100-120 €, wenn er ein funktionierendes Ladegerät anbieten wollte?

Tatsächlich hat er 65€ verlangt - und dieser Preis kann für die Auslegung des beiderseits gewollten herangezogen werden:

"Es ist somit ohne weiteres möglich, einen Gegenstand etwa als „nicht funktionsfähig" zu verkaufen und auf diese Weise eine Haftung für die Funktionsfähigkeit (mittelbar) auszuschließen. Dabei ist freilich primär nicht allein auf den Wortlaut der jeweiligen Vereinbarung, sondern auf den übereinstimmenden tatsächlichen Willen der Parteien abzustellen, so daß etwa die bloße Bezeichnung eines als funktionsfähig und zum Betrieb durch den Verkäufer verkauften Gebrauchtwagens als „Bastlerfahrzeug" oder als „Metallschrott" als bloße „falsa demonstratio" nicht zu einem Ausschluß der Mängelhaftung des Verkäufers führt. Ein wichtiges Auslegungskriterium für den von den Parteien wirklich gewollten Vertragsinhalt stellen dabei die vereinbarte Gegenleistung oder – wie hier – ein Zustands- und Prüfbericht dar. Wird also etwa für ein nach dem Vertragswortlaut als „Bastlerfahrzeug" verkauftes Kfz ein gängiger Marktpreis vereinbart, entspricht nur ein tatsächlich verkehrstaugliches Fahrzeug der tatsächlich vereinbarten Beschaffenheit."

Zitat:
Warum verlangt er nicht 100-120 €, wenn er ein funktionierendes Ladegerät anbieten wollte?

Wer ein Ladegerät anbieten möchte, das schrottreif und defekt ist, der verlangt 5€ ...

RK

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#20
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6757 Beiträge, 1235x hilfreich)

Zitat (von RrKOrtmann):
Wer ein Ladegerät anbieten möchte, das schrottreif und defekt ist, der verlangt 5€ ...
Gern verweise ich auf die im EP stehende Anzeige. Ich finde dort weder *schrottreif* noch *Schrottauto*.

Jemand bietet das Ladegerät als *defekt* an, weil er die Funktion nicht prüfen kann.
KEINER, auch nicht Rainer, muss ein solches Ladegerät erwerben, wenn er es selbst auch nicht testen kann.

Aber gern bis zum EuGH, man wird sich doch nicht mit dem BGH begnügen- :dance:

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#21
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9283 Beiträge, 3577x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Jemand bietet das Ladegerät als *defekt* an, weil er die Funktion nicht prüfen kann.
KEINER, auch nicht Rainer, muss ein solches Ladegerät erwerben, wenn er es selbst auch nicht testen kann.
Nun pick dir doch nicht wieder nur einen Satz raus. Er hat gleichzeitig gesagt, dass es bis zu Letzt funktioniert hat. Und damit greift ein "könnte defekt sein" oder "konnte nicht prüfen" nicht mehr, analog zu "Bastlerauto".

Wie ich schon sagte hat es der Defekt-Satz sogar schlechter gemacht, jetzt glaubt man ihm vielleicht nicht mehr, dass er es nicht wusste.

Stefan

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#22
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(11325 Beiträge, 4881x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Jemand bietet das Ladegerät als *defekt* an, weil er die Funktion nicht prüfen kann.
Ein Ladegerät ist nun aber mal nicht deswegen defekt weil ich dessen Funktion nicht überprüft habe. Hier wird versucht ein Ladegerät als funktionierend zu beschreiben, aber man möchte sich dann von der eigen Aussage distanzieren, indem man schreibt, dass es defekt sei, weil man es nicht prüfen könne. Das funktioniert so nicht.

-- Editiert von -Laie- am 03.07.2019 09:34

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#23
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3727 Beiträge, 1415x hilfreich)

Ich wiederhole mich, daß es darauf nicht ankommt. Auch bei "hat bis zuletzt funktioniert" (ohne ein "als defekt verkauft") müßte der K dem VK beweisen, daß er den Mangel kannte und arglistig verschwiegen hat *oder* daß der Mangel verständigerweise durch eine ausdrücklichen Zustandszusicherung als nicht vorhanden bezeichnet wurde. Dann müßte der K also immer noch nachweisen, daß der Mangel bei Übergabe an den Versender bereits vorgelegen hat.

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#24
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9283 Beiträge, 3577x hilfreich)

Hallo,

ich hatte doch schon geschrieben wie man dieses Wissen beweisen kann - der Verkäufer hat es zwischen den Zeilen eingeräumt.

Und zur Klarstellung: Man muss nicht beweisen, sondern nur glaubhaft machen, das ist manchmal ein gehöriger Unterschied.

Stefan

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