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Onlineshop droht mit Anwalt nach Negativbewertung

6.11.2017 Thema abonnieren

#31
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23934 Beiträge, 15571x hilfreich)

Zitat:
Die Masche hat MS doch vor Jahren mit den OEM Versionen versucht und ist beim BGH gescheitert AZ ZR 244/97.

Der Vergleich hinkt völlig. Es handelt sich bei dem OEM-Lizenzen gerade nicht um dasselbe. Die OEM-Lizenzen sollten eine Verbindung zwischen Hardware und Lizenz schaffen.

Das MSDN-Programm ist etwas vollkommen anderes. Vielleicht mal beispielsweise den Wikipedia-Text lesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Developer_Network) Dann weiß man vielleicht auch, wovon man redet ;-)

Das MSDN-Programm richtet sich an Firmen, beispielsweise an Treiber-Entwickler, Office-Plugin-Entwickler usw. Es beinhaltet erweiterte Zugänge zum MSDN-Netzwerk, zu Support usw.

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#32
 Von 
FareakyThunder
Status:
Lehrling
(1087 Beiträge, 578x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Was interessiert was Microsoft für - mindestens in der EU rechtswidrige - Nutzungsbedingungen hat?
Stefan

Wenn man keine Ahnung hat lieber mal die Griffel von der Tastatur lassen. Einen MSDN-Aktivierungsschlüssel für ein Betriebssystem ist keine eigenständige, produktive Lizenz für diese Betreibsystemversion. Der Aktivierungsschlüssel darf nur im Zusammenhang mit der MSDN-Lizenz und deren Benutzungsbedingungen verwendet werden.

Es wurde so wie es aussieht also keine Lizenz bzw. Lizenzschlüssel sondern nur eine Aktivierung bzw. Aktivierungsschlüssel geliefert.

Nur weil man einen Aktivierungsschlüssel hat, hat man deswegen nicht auch eine entsprechende Lizenz, bzw. Eigentums- und Nutzungsrechte. D.h. der Aktivierungsschlüssel ist nicht gleich die Softwarelizenz. Nur weil ich den Schlüssel für einen Mietwagen habe, bin ich deswegen noch lange nicht der Eigentümer des Mietwagens.

Um bei den Auto-Analogie zu bleiben: Die MSDN Lizenz ist in etwa wie wenn BMW ein Testfahrerangebot hat mit dem ich bei BMW den Schlüsse für jedes beliebige Modell bestellen kann, das Auto bei BMW abholen kann und es ausgiebig testen kann. Deswegen darf ich das Auto aber noch lange nicht verkaufen und die Vertragsbedinungen können es evtl verbieten, das jemand anderes als der Testfahrer das Auto lenken darf.

Ob und wie Microsoft die Übertragung der MSDN-Lizenz als solches verbietet oder verhindert ist mir unbekannt und auch nicht Gegenstand des Falles. Den tatsächlich gliefert wurde nicht eine Lizenz sondern nur einen Aktivierungsschlüssel von einer speziellen Lizenz mit eingeschränktem Verwendungszweck.

Was wurde aber Angeboten und Verkauft? Wir haben bisher nur ein Teil des Angebottextes:

Zitat:

Hinweis: Dieses Angebot beinhaltet keinen Produkt-Key Aufkleber (COA-Label). Dieses Angebot richtet sich an Privat sowie Unternehmen, Geschäftskunden, Behörden, Organisationen, Schulen, Gemeinden und Kirchen.

Ein Suche förderte leider unzählige solche Angebote an Tage, wobei bei den einen klar steht, dass man die Software bei Microsoft herunterladen kann, andere von einem "Verifizierter Highspeed Downloadlink, um die Software schnell & sicher zu beziehen". Weiter sprechen die einem von "Originaler Produkt Key" andere wiederum von "Originaler Lizenzschlüssel".

Ohne Kentniss was genau Angeboten wurde und der durchschnittliche Verbraucher dabei erwartet ist es schwierig zu sagen was Verkauft wurde und was geliefert wurde dem entspricht.

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#33
 Von 
Rosenfreund
Status:
Schüler
(160 Beiträge, 104x hilfreich)

Zitat (von FareakyThunder):
Ohne Kentniss was genau Angeboten wurde und der durchschnittliche Verbraucher dabei erwartet ist es schwierig zu sagen was Verkauft wurde und was geliefert wurde dem entspricht.

Danke für die Klarstellung !

Mittlerweile wird Win7 schon verschenkt.

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#34
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10822 Beiträge, 3840x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Wenn man keine Ahnung hat lieber mal die Griffel von der Tastatur lassen. Einen MSDN-Aktivierungsschlüssel für ein Betriebssystem ist keine eigenständige, produktive Lizenz für diese Betreibsystemversion.
Warum willst du mich belehren? Ich kenne das alles nur zu gut, und hab' auch nirgendwo das Gegenteil behauptet.

Das was du zitiert hast bezog sich ausschließlich auf das Zitat in meinem Post. Und dort wurde sich klar auf Bedingungen bezogen, die imho in Deutschland/der EU nicht haltbar sind.

Dein Beispiel mit dem Testfahrzeug passt aber nicht so ganz, denn die MSDN-Lizenz ist doch nicht zum testen, sondern zum entwickeln.
Außerdem darf man ein gekauftes Produkt immer weiterverkaufen, eine Beschränkung in diese Richtung ist unwirksam. Deshalb werden Vorserienautos auch nicht verkauft, sondern nur verliehen (etwa an Journalisten). Eine MSDN-Lizenz muss man aber kaufen.

Zitat:
Ohne Kentniss was genau Angeboten wurde und der durchschnittliche Verbraucher dabei erwartet ist es schwierig zu sagen was Verkauft wurde und was geliefert wurde dem entspricht.
Da wette ich darauf, dass das nicht ausreichend Kenntlich gemacht wurde (ich hatte ja auch schon geschrieben, dass es imho relativ leicht sein dürfte gegen den Händler vorzugehen, ja sogar eine richtige Lizenz einzuklagen).
Trotzdem könnte die Behauptung "gefälscht" ein Problem werden, denn das ist etwas anderes als "entspricht nicht dem Angebot" oder "funktioniert nicht". Oder willst du das zu 100% ausschließen?

Stefan

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#35
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23934 Beiträge, 15571x hilfreich)

Zitat:
Außerdem darf man ein gekauftes Produkt immer weiterverkaufen

Ich kaufe Windows nicht. Ich kaufe eine Nutzungslizenz. Das ist ein gravierender Unterschied. Jeder Vergleich mit dem kauf eines physischen Gegenstandes verbietet sich daher sowieso schon.

Aber auch auf Software bezogen: Genau das ist nicht richtig und auch in dem von dir verlinkten BGH-Urteil wird das gar nicht so pauschal behauptet. Der BGH hat geschrieben, dass eine bereits anderweitig in Vertrieb gebrachte Programmversion nicht an neue Bedingungen geknüpft sein kann, wenn sie über einen anderen Vertriebsweg günstiger angeboten wird.
Mit anderen Worten: Der Anbieter kann DIESELBE Programmversion nicht sowohl als normale Lizenz als auch als OEM-Lizenz vergünstigt in Umlauf bringen.

Beim MSDN-Programm handelt es sich aber um etwas völlig anderes. Das sind völlig andere Versionen des Betriebssystems. Beispielsweise erhält man erweiterte Debug-Informationen, um Teile der Windows-DLLs zu debuggen. Man erhält Zugang zu entsprechenden MSDN-Programmen und noch vieles mehr.

Die Lizenzen sind dazu da, dass man beispielsweise als Entwickler in virtuellen Machinen den Zusammenspiel mehrerer Rechner simulieren kann usw.

Nochmals: Unwissenheit, was MSDN ist, ist nichts Schlimmes. Ein normaler Endverbraucher weiß so etwas halt nicht. Aber deswegen hinkt deine Behauptung, dass Microsoft das nicht darf, da es das gleiche wäre wie die OEM-Versionen. Es ist nicht das gleiche. So einfach ist das.

Und ums nochmal klar zu stellen: Es geht nicht darum, ob ich die MSDN-Lizenz verkaufe. denn genau das tut der Anbieter hier ja gar nicht. Der Anbieter generiert/nutzt Lizenzschlüssel, basierend auf seiner MSDN-Lizenz und vertreibt diese neu als angebliche Privatlizenzen zur Nutzung des Betriebssystems Microsoft. Der Anbieter verkauft zu keinem Zeitpunkt seine einzelne MSDN-Lizenz als Gesamtpaket. Er bricht hier etwas auf und das darf er nicht.


-- Editiert von mepeisen am 11.11.2017 02:31

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#36
 Von 
FareakyThunder
Status:
Lehrling
(1087 Beiträge, 578x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Dein Beispiel mit dem Testfahrzeug passt aber nicht so ganz, denn die MSDN-Lizenz ist doch nicht zum testen, sondern zum entwickeln.
Außerdem darf man ein gekauftes Produkt immer weiterverkaufen, eine Beschränkung in diese Richtung ist unwirksam. Deshalb werden Vorserienautos auch nicht verkauft, sondern nur verliehen (etwa an Journalisten). Eine MSDN-Lizenz muss man aber kaufen.

Doch Stefan es passt. Es zeigt auch wo Dein Verstädnissproblem zu liegen scheint. Nochmals: ein Produktschlüssel ist nicht das gleiche wie die Lizenz. Der Autoschlüssel des Journalisten ist auch nicht der Nutzungsvertrag oder Testvereinbarung mit dem Autoherstellern, auch ist der Autoschlüssel kein Automietvertrag, noch ist ein Autoschlüssel ein Autokaufvertrag. Wenn ich jemand einen Autoschlüssel gebe, dann hat er deswegen noch keine Nutzungs- oder gar Eigentumrechte am zugehörigen Auto.

Es gibt auch keine Windows-7-MSND-Lizenz, es gibt nur eine allumfassende MSDN-Lizenz, die Entwicklungstools wie Visual Studio und eben eine Vielzahl von Betriebssystemversionen in globo umfasst. Überflogen sind es bei Windows 10 schon mehr als 20 Versionen. Von jeder Version kann man 3 bis 5 Aktivierungsschlüssel generieren, dabei entstehen aber keine neue Lizenzen oder Lizenzschlüssel denn die MSDN-Lizenz als solches regelt schon alles.

Zitat (von mepeisen):
Und ums nochmal klar zu stellen: Es geht nicht darum, ob ich die MSDN-Lizenz verkaufe. denn genau das tut der Anbieter hier ja gar nicht. Der Anbieter generiert/nutzt Lizenzschlüssel, basierend auf seiner MSDN-Lizenz und vertreibt diese neu als angebliche Privatlizenzen zur Nutzung des Betriebssystems Microsoft. Der Anbieter verkauft zu keinem Zeitpunkt seine einzelne MSDN-Lizenz als Gesamtpaket. Er bricht hier etwas auf und das darf er nicht.

mepeisen: Man kann mit MSDN keine neue Lizenzen generieren. Nenn darum den Schlüssel den man im MSDN-Konto erzeugen kann besser nicht Lizenzschlüssel, sondern das was es in Wirklichkeit ist: Aktivierungsschlüssel.

Dass aber der "durchschnittliche Verbraucher" unter "Originaler Product Key" nicht nur den Aktivierungsschlüssel als solches sondern auch die dazugehörige Endnutzungslizenz versteht will ich nicht abstreiten, sondern klar bejahen. Bei "Originaler Lizenzschlüssel" müssen wir erst gar nicht diskutieren.

Zitat (von reckoner):
Trotzdem könnte die Behauptung "gefälscht" ein Problem werden, denn das ist etwas anderes als "entspricht nicht dem Angebot" oder "funktioniert nicht". Oder willst du das zu 100% ausschließen?

Hier gebe ich dir recht Stefan. Ganz streng genommen ist es ein echter Aktivierungsschlüssel. Es ist aber kein echter Aktivierungsschlüssel der zu einer Endnutzerlizenz gehört. Da ich aber sage, dass der durchschnittliche Verbraucher unter "Originaler Product Key" ein Aktivierungsschlüssel mit dazugehöriger Lizenz, also einen "Originaler Lizenzschlüssel" versteht sehe ich die Lieferung eines reinen Aktivierungsschlüssel, der zur einer Übergeeordneten MSDN-Lizenz gehört, anstelle eines Endnutzerlizenzschlüssel wenn nicht als "Fäschung" dann als "Täuschung" an.

Wikipedia sagt zu Fälschung: "Als Fälschung oder Falsifikat bezeichnet man in Täuschungsabsicht hergestellte oder bearbeitete Objekte und Informationen". Der Aktivierungsschlüssel ist eine Information, er wurde hergestellte (Im MSDN Konto generiert) in der Absicht jemand zu Täuschen, ergo Fälschung.

-- Editiert von FareakyThunder am 11.11.2017 12:28

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