Probleme mit PayPal (als Verkäufer)

15. Juli 2010 Thema abonnieren
 Von 
guest-12303.06.2020 11:32:39
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 2x hilfreich)
Probleme mit PayPal (als Verkäufer)

Hallo,

Anfang Mai habe ich jemandem einen World-of-Warcraft Account verkauft. Das ganze hatten wir über ICQ abgewickelt, er wollte über PayPal zahlen. Es handelte sich um 450EUR.
Generell dachte ich mir damals nicht dabei, hatte von PayPal auch kaum Ahnung, erst ein oder zwei Mal benutzt gehabt.

Mitte Juni meldet er einen Konflikt, angeblich wurde mit gestohlener Kreditkarte bezahlt und das Geld vorrübergehend auf meinem PayPal Konto eingezogen(damit 440EUR im Minus).

Heute gab es wohl endlich mal ein Update dazu.
Erst bekam ich eine etwas seltsame E-Mail, wo drin stand, dass die Zahlung vom Käufer zurückgebucht worden ist und PayPal sich mit dem Kreditkartenunternehmen in Verbindung setzt.
Dazu weiter unten:
Die Transaktion wurde aus folgenden Gründen storniert:

Digitale Güter sind nicht abgedeckt.
Immaterielle Güter sind nicht abgedeckt.


Nun hatte ich mich in PayPal eingeloggt, da stand erstmal, dass der Käuferkonflikt aufgehoben sei und mir das vorrübergehend eingehaltene Geld wieder zur Verfügung stehe.
Nur leider ebenfalls hat mir Regulierung der Kreditkartenrückbuchung das Geld dann kurze Zeit später wieder abgebucht.

Sogar die Gebühr musste ich noch zahlen.
Mir ist klar, dass der Käufer mich da irgendwie betrogen hat, aber was habe ich denn jetzt für Chancen? Irgendwie bin ich völlig ahnungslos was los ist und was vorgeht.
Was passiert, wenn ich meinen Kontostand nicht ausgleiche? In all den E-Mails stand nur, dass ich es ausgleichen sollte, nicht, dass irgendwas passiert, wenn ichs nicht tue.
Ich bin Student und hab mir von den 450EUR damals nen Laptop gekauft, so eben kann ich das gar nicht zurücküberweisen..




3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4219 Beiträge, 1426x hilfreich)

quote:
Anfang Mai habe ich jemandem einen World-of-Warcraft Account verkauft. Das ganze hatten wir über ICQ abgewickelt, er wollte über PayPal zahlen. Es handelte sich um 450EUR.
Generell dachte ich mir damals nicht dabei, hatte von PayPal auch kaum Ahnung, erst ein oder zwei Mal benutzt gehabt.


Du weißt aber, dass der Verkauf eines solchen Accounts ohnehin problematisch ist. Den dann noch über PayPal bezahlen zu lassen, ist schon mehr als blauäugig.

Nirgendwo ist man als Verkäufer schneller Geld und Ware los als bei PayPal, das noch in der Kombination mit einer Kreditkarte und virtuellen Gütern ist kaum zu toppen.

Hier sind schon eine Reihe der Probleme genannt.

http://www.123recht.net/Paypal-eine-Gefahr-f%C3%BCr-Verk%C3%A4ufer-%5E%5E-__f244094.html

Zunächst ist es doch so, dass man sich einen WOW-Account zurückholen kann. Zumindest passiert das ja pausenlos, also sollte es auch für dich möglich sein. Das würde ja einen Teil deiner Probleme lösen. Wer den Account auch hat, er hat ihn unberechtigt.

Alles andere sind die typischen PayPal-Probleme. Du haftest voll für alles und jedes, virtuelle Güter sind überhaupt nicht vom Verkäuferschutz umfasst, nur über den Verkäuferschutz aber könntest du das Geld zurückbekommen. (Bitte oben den Beitrag lesen).

Wenn dein Käufer der Betrüger ist, dafür spricht manches, wird es nicht leicht sein, dies nachzuweisen.

Weder vom Rechteinhaber von WOW gibt es eine Unterstützung, geschweige denn von PayPal.

Im Grunde weiß keiner, ob überhaupt eine Kreditkartenrückbuchung vorgenommen wurde, PayPal behauptet das einfach, wird niemals irgendwelche Details ohne Gerichtsbeschluss offenbaren.

Das Geld ist im Nirwana verschwunden und alles andere ist Datenschutz.

Das ist wilder Westen pur. PayPal akzeptiert mit Begeisterung jede gefälschte Kreditkartennummer von chinesischen Spammern, haften sollen die Verkäufer, die noch nicht einmal wissen, dass überhaupt mit Kreditkarten bezahlt wurde.

Ein Risiko, dass ein privater Verkäufer nur hat, wenn er PayPal anbietet.

Und natürlich müsste bei Missbrauch das Kreditkartenunternehmen haften. Es macht den Betrug ja so leicht wie möglich. Und natürlich hat PayPal einen Anspruch gegen das Unternehmen auf Zahlung aus dieser Haftung.

PayPal geht dem aber nicht nach. Kreditkartenunternehmen erpressen in der Regel ihre Kunden: "Entweder du akzeptierst das Chargeback oder du bist raus!

Und so ist dem Betrug Tür und Tor geöffnet, PayPal zieht den Schwanz ein, sofort - ohne oder mit nur gespielter Gegenwehr, hat man doch noch einen, den man zur Ader lassen könnte, auch wenn er am wenigsten dafür kann, den Verkäufer nämlich.

Bei dir lief es so:

WOW verkauft, virtueller Artikel. Käufer behauptet, dass die Kreditkarte missbraucht wurde, Geld weg. Normalerweise könnte ein Verkäufer jetzt Verkäuferschutz beantragen und evtl., wenn man X Voraussetzungen erfüllt, würde PayPal haften, hier aber nicht, da virtueller Artikel.

Man hat zwar den Käuferschutzantrag scheinbar abgelehnt, da für virtuelle Ware auch kein Käuferschutz gewährt wird, dich aber jetzt für die Rückbuchung haftbar gemacht.


Wer die PayPal AGB nicht liest, ist verloren, er ist aber auch verloren, wenn er sie liest, zumindest oft.
quote:

Was passiert, wenn ich meinen Kontostand nicht ausgleiche? In all den E-Mails stand nur, dass ich es ausgleichen sollte, nicht, dass irgendwas passiert, wenn ichs nicht tue.
Ich bin Student und hab mir von den 450EUR damals nen Laptop gekauft, so eben kann ich das gar nicht zurücküberweisen..


Dann wird PayPal ein Inkassobüro einschalten, wahrscheinlich die KSP, es gibt auch andere. Und du wirst sehen, welchen Zauber die veranstalten, wenn es um Geld geht, hätte PayPal nur einen Bruchteil dieses Zaubers beim Kreditkartenunternehmen veranstaltet, hättest du das Geld längst wieder auf dem Konto.

Tröstlich ist, dass bei dem ganzen Inkassozauber bisher noch nichts herausgekommen ist. PayPal kneift, wenn es vors Gericht gehen soll. Man will sich unter keinen Umständen in die Karten gucken lassen, es wurden auf Millionen EUR nur deshalb verzichtet. Droh- und Bettelbriefe --> ja, ab und zu ein Mahnebscheid --> ja, widerspricht der Geprellte, bietet man wieder einen Vergleich, Teilzahlung oder was auch immer an, nur man klagt nicht. Von all den Threads, die hier im Forum schon abgehandelt wurden und auch in den eBay Foren, ist es nie zu einer Klage gekommen, im Gegenteil, PayPal gibt selbst auch sehr schnell nach, wenn es selbst verklagt wird. Man will einfach sich nicht einem Richter stellen, verliert man, wollen Hunderttausende ihr Geld wieder.

Darauf gibt es keine Garantie, aber es sind die Erfahrungen aus der Vergangenheit.







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-- Editiert am 15.07.2010 14:34

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12303.06.2020 11:32:39
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke, war sehr hilfreich.
Werde PayPal nie wieder benutzen..

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2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(129123 Beiträge, 41194x hilfreich)

quote:
Werde PayPal nie wieder benutzen..

Eine weise Entscheidung ...

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Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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2x Hilfreiche Antwort

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