Schadensersatzforderung wg. abgebrochener Auktion

18. November 2013 Thema abonnieren
 Von 
erik87
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Schadensersatzforderung wg. abgebrochener Auktion

Hallo,

man stelle sich folgendes Szenario vor:
Am 19.10.2013 beendet Herr A. eine Auktion für ein Handy vorzeitig (nach fast genau 1 Stunde), da sein Angebot einen Fehler enthielt. Das Angebot enthielt insofern einen Fehler als dass es Gebrauchsspuren hatte (eine kleine Delle) und Ihm bei der Erstellung der Beschreibung irgendwie ein technischer Fehler unterlaufen sein muss. Das Gerät wurde nämlich als Neu: Sonstige angeboten, ohne jedweder von Ihm geschriebenen Beschreibung.

Auf der Auktionsseite stand seitdem über der Auktion: Dieses Angebot wurde vom Verkäufer beendet, da es einen Fehler enthielt.
Die Auktion hatte jedoch bereits Gebote und der Höchstbietende hatte ein Gebot von knapp 90€ abgegeben.

Inzwischen hat A. sein Handy anderweitig verkauft.

Am 18. November erhält der Verkäufer A. eine Mail von dem damals Hächstbietenden mit Forderung seiner Bankdaten, da der Käufer sich darauf beruft es sei ein rechtsgültiger Kaufvertrag über sein Höchsgebot zustande gekommen und er auf Erfüllung dessen pocht. Ferner habe A. es versäumt ihm die Gründe für den Abbruch darzulegen und seinen Kauf unmittelbar nach Auktionsabbruch anzufechten. Der Käufer droht Ihm im Falle einer Nichteinhaltung seiner Frist mit anwaltlicher Durchsetzung seiner Forderung vor Gericht.

Wie ist Hernn A. jetzt zu raten weiter vorzugehen?
Er überlegt, ob er auf der E-Mail des Käufers antworten soll und vor allem überlegt er, was er antworten soll. Auf die Forderung möchte er nicht eingehen, da die Auktion in der Tat einen Fehler enthielt (Beschädigung) und selbige darüber hinaus nur eine Stunde nach Beginn abgebrochen wurde. Ferner überlegt er auf welche Paragraphen er sich in seiner Antwort beziehen könnte, spontan fällt Ihm § 242 - Leistung nach Treu und Glauben ein. Weiterhin vermutet er, dass der Inhaltsirrtum ausreichend für die Rechtfertigung des Abbruchs sein müsste; immerhin war der Irrtum gravierend.

Auch ist auf der Angebotsseite beschrieben, dass der Abbruch auf Grund eines Fehlers stattfand. Hätte der Käufer ein ernsthaftes Interesse an einer Erklärung gehabt, hätte er sofort nach Abbruch mit Herrn A. in Kontakt treten können. Zwar argumentiert der Käufer damit, dass er wegen Nichtmitteilung Seitens Herrn A. über seine Gründe für den Auktionsabbruch davon ausgeht, dass beide Seiten über Bestand des Kaufvertrages einig seien. Diese Argumentation scheitert nach Meinung vom Verkäufer Herrn A. jedoch wie bereits geschrieben am gesunden Menschenverstand und letztlich auch am § 242 - Leistung nach Treu und Glauben.

Der Schuldner ist verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern.

Wie sehen Sie das Ganze?

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Ist es eine rechtsgültiger Grund für den Abbruch der Auktion, wenn diese fälschlicherweise den zu verkaufenden Artikel als neu ausweist, wenn dieser zwar neuwertig, jedoch Gebrauchsspuren und eine Delle im Gehäuse hat?

-- Editiert erik87 am 18.11.2013 18:28

-- Editiert erik87 am 18.11.2013 18:30

-- Editiert erik87 am 18.11.2013 18:34

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Droid
Status:
Schüler
(394 Beiträge, 276x hilfreich)

Herrn A ist wohl nur zu raten sich irgendwie mit dem Käufer zu einigen um die zu zahlende Summe möglichst gering zu halten.

Prinzipiell beenden durfte Heer A die Auktion, aber er hätte eben auch unverzüglich die Anfechtung gegenüber dem Höchstbietenden erklären müssen. eBay selbst weist ausdrücklich auf die Notwendigkeit dieser Anfechtung, bei Abbruch wegen Fehlers, hin und ohne diese besteht eben ein Kaufvertrag.

Mit § 242 BGB würde hier mMn nur greifen, wenn es eine erhebliche Differenz zwischen Kaufpreis und Verkehrswert gäbe.

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1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
erik87
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

vielen Dank.
reicht ein Differenzbetrag von ca. 350€ aus?

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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Droid
Status:
Schüler
(394 Beiträge, 276x hilfreich)

Wohl kaum.
http://www.jurablogs.com/de/lg-koblenz-ruebenroder-fuer-5100-eur-aber-porsche-nicht-fuer-500-eur

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1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Scappler
Status:
Lehrling
(1175 Beiträge, 746x hilfreich)

quote:
Wie sehen Sie das Ganze?


Evtl. durfte man die Auktion wegen des Fehlers beenden, nur hätte man das Handy dann auch gleich wieder mit der richtigen Artikelbeschreibung neu einstellen sollen.

Ich denke der Käufer hat gute chancen, falls es vor Gericht landet.
Daher sollte man wie Droid schon gepostet hat, sich mit dem Käufer einigen.

Ich habe auch schon öfters auf Artikel geboten und war Höchstbietender, als der VK einfach die Auktion ohne eine Angabe von Gründen abgebrochen hat.

Daher hält sich mein Mitleid mit VK stark in Grenzen, wenn so ein VK an einen Käufer kommt, der evtl. seine Rechte durchzusetzen weiss.


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1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8346 Beiträge, 4022x hilfreich)

Hallo,

A hat eigentlich nur 2 Möglichkeiten entweder:

- Er besorgt dem damailigen Höchstbietebnden ein vergleichbares Handy (kostengünstigste Variante)

- Er Lässt sich von dem damaligen Höchstbietenden verklagen, darf dann zu den Kosten für ein vergleichbares Handy noch die Anwaltskosten und Gerichtskosten mit übernehmen.

A wird bei einem Rechtsstreit mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit unterliegen, ich würde das Risiko an Stelle von A nicht eingehen...

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