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Verkäufer liefert Ware nicht

10.4.2006 Thema abonnieren Zum Thema: Gerät Verkäufer
 Von 
ceeper
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Verkäufer liefert Ware nicht

A bietet ein technisches Gerät als Neuware auf einer Internetauktion an. Der Käufer B
ersteigert die Ware und möchte die Transaktion über einen Treuhandservice abwickeln. Der
Verkäufer A stimmt dem zu und veranlasst die Transaktion über den Treuhänder. Einige Tage
später wird der Kaufbetrag auf dem Treuhandkonto gutgeschrieben, A und B werden informiert.
A verspricht in seiner Artikelbeschreibung, die Ware innerhalb von 48h nach Zahlunsgeingang
zu versenden. In den folgenden Tagen wird weder die Ware geliefert, noch gibt A ein Statement an.
B fragt mehrfach per eMail nach, erhält aber keine Antwort. Schliesslich entscheidet B, den
Verkäufer A direkt anzurufen. Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine Familienangehörige und
gibt an, A sei in den nächsten Tagen nicht erreichbar. Sie nimmt Daten auf und verspricht diese
an A weiterzuleiten. Es erfolgt keine Reaktion von A. Einige Tage später ruft B erneut an. A ist
nicht zu sprechen, die Informationen werden erneut weitergeleitet. Keine weitere Reaktion von A.

B ist enttäuscht. Über den Treuhandservice sieht er gute Chancen, sein Geld zurück zu erhalten.
Im Handel ist das Gerät seit mehreren Wochen nicht mehr verfügbar und das Nachfolgemodel entspricht
nicht B's Vorstellungen. Er sieht in dieser Transaktion die letzte Möglichkeit, doch noch an das
von ihm gewünschte Gerät zu bekommen. Welche Möglichkeit hat B auf einer Lieferung zu bestehen bzw.
wie kann B Druck auf den Verkäufer ausüben? (A reagiert ja nicht auf eMails)

=> Welche rechtlichen Schritte sind möglich? Was kostet so etwas?

Worse case: die Ware ist defekt/nicht mehr lieferbar

Welchen Schadenersatzanspruch hat B? Muss A die Kosten für den Treuhänder erstatten? Kann B weitere
Ansprüche geltend machen?

Zu A: A ist als privater Verkäufer gemeldet, verkauft aber Neugeräte in größerem Umfang. In den vergangen
14 Tagen sind ca. 10 neue Laptops verkauft worden. In seinem Angebot ist von 12 Monaten Garantie die
Rede. Kann B von einem gewerblichem Verkäufer ausgehen? Was ändert sich, wenn der Verkäufer eine Privatperson
ist?

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Gerät Verkäufer


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
TiMiLeWu
Status:
Schüler
(284 Beiträge, 35x hilfreich)

Über welchen Treuhandservice läuft die Transaktion?

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#2
 Von 
ceeper
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Welche Rolle spielt der Treuhänder?

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#3
 Von 
RobertRatlos
Status:
Praktikant
(601 Beiträge, 73x hilfreich)

Da es eine ganze Reihe von gefälschten Treuhandseiten gibt, solltest Du uns schon mit etwas ausführlicheren Infos beglücken !

Also: Welcher Treuhandservice ?
In welchem Land sitzt der Verkäufer ?

Bei einem Verkaufsvolumen von 10 NEUEN Laptops in derart kurzem Zeitraum ist von einem gewerblichen VK auszugehen !


-----------------
"Unverbindliche Privatmeinung bzw. Lebenserfahrung !
Rechtsberatung gibt´s beim Anwalt ! "

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#4
 Von 
ceeper
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich verwende als Treuhänder Iloxx. Der Verkäufer wohnt in Deutschland.

Mich irritiert diese Frage, mit dem Treuhänder habe ich bislang keine Probleme, auch hat der VK das Geld bislang nicht erhalten. Soweit mein Kenntnisstand.

Stattdessen Frage ich mich, inwiefern ich nun Druck auf den VK ausüben kann. Er besitzt bei eBay mehr als 600 positive aber keine negativen Bewertungen. Weiterhin hat er den Auftrag beim Treuhänder gestartet und hat sich seitdem nicht mehr zurück gemeldet. Nachrichten über eBay ignoriert er, telefonisch ist er persönlich nicht zu sprechen.

Mich frustriert, dass er mehrfach die Gelegenheit zur Stellungnahme hatte, aber dieses Problem nun aussitzen will.

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#5
 Von 
RobertRatlos
Status:
Praktikant
(601 Beiträge, 73x hilfreich)

Der einfachste Weg:

Setze dem Verkäufer (SCHRIFTLICH, Einschreiben !) eine letzte Frist von 10 Tagen (klar datiert !) zur Lieferung des Gerätes.

Nach Ablauf der Frist kannst Du vom Kaufvertrag (SCHRIFTLICH !) zurücktreten und Dir Dein Geld von Ilox zurückholen.
Eine Kopie des Rücktritts an Ilox senden.

Sämtliche Kosten, die Dir durch den Vertragsbruch des Verkäufers entstanden sind, kannst Du vom Verkäufer zurückverlangen.
Genaue Aufstellung der Kosten anfertigen.
Zahlungsfrist von 10 Tagen (klar datiert !) setzen.
Bei Nichtzahlung Mahnbescheid beantragen.

Sollte das Auktionshaus Eb.. sein, kannst Du
1. den Artikel als nicht geliefert melden (Unstimmigkeit)
2. den Verkäufer als >gewerblich< melden
3. Verdacht auf >virtuelle Ware< melden.
4. negative Bewertung abgeben (ZULETZT !)

Die Herausgabe des Gerätes einzuklagen bringt nichts.
Der VK hat es wahrscheinlich gar nicht, wollte es wahrscheinlich erst nach Bestelleingang selbst bestellen und bekommt es natürlich auch nicht, wenn es nicht mehr offiziell verkauft wird.


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"Unverbindliche Privatmeinung bzw. Lebenserfahrung !
Rechtsberatung gibt´s beim Anwalt ! "

-- Editiert von RobertRatlos am 11.04.2006 08:35:25

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#6
 Von 
ceeper
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Fragen:

1.) Was passiert, wenn er das Einschreiben gar nicht annimmt? Bleibe ich auf den Unkosten sitzen?

2.) Mein Eindruck, die Ware hat nicht den gewünschten Preis erzielt und er will sie nicht heraus geben. Habe ich mit §281 BGB die Möglichkeit auf Schadenersatz? Etwa die Erstattung der Differenz zum Neupreis? Kaupreis liegt bei 650€ / ehemaliger Neupreis war 1000€

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#7
 Von 
RobertRatlos
Status:
Praktikant
(601 Beiträge, 73x hilfreich)

1. Beim Einwurfeinschreiben gelangt der Brief in jedem Fall in seinen Einflußbereich, da der Postbote unterschreibt, daß er ihn eingeworfen hat.

2. Deinen Eindruck wirst Du BEWEISEN müssen !
Wenn das Gerät nirgends mehr erhältlich ist und der Verkäufer nachweisen kann, daß er sich bemüht hat, den Artikel zu beschaffen, wirst Du schlechte Karten haben.
Der Verkäufer wird sich auf § 275 BGB berufen.

Selbst WENN ein Richter tatsächlich in Deinem Fall grundsätzlich einen Schadenersatzanspruch bejahen würde, läuft das Ganze auf einen Vergleich hinaus:

Differenz zum Neupreis = 350 €, geteilt durch 2 = 175 € für Dich, ABER die Verfahrenskosten trägt jeder selbst.

Dabei zahlst Du drauf !
Finger weg !
Sieh zu, daß Du Deine Zahlung von Ilox zurückbekommst, hole Dir eventuell Deine Unkosten vom VK wieder - und vergiss es !

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"Unverbindliche Privatmeinung bzw. Lebenserfahrung !
Rechtsberatung gibt´s beim Anwalt ! "

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#8
 Von 
Thomasovic
Status:
Praktikant
(760 Beiträge, 138x hilfreich)

`Was passiert, wenn er das Einschreiben gar nicht annimmt? Bleibe ich auf den Unkosten sitzen?`

Aus diesem Grund kann ich nur immer wieder empfehlen Einschreiben-Einwurf und nicht Übergabe zu benutzen da der Empfänger dann dafür nicht unterschreiben muss.

Der Postbote unterschreibt dann das er den Brief zugestellt hat und das wird vor Gericht genauso anerkannt wie wenn der Empfänger selber unterschreibt. Zugestellt ist zugestellt, ob der Empfänger auch seinen Briefkasten leert ist nicht Ihr Problem.

Der Vorteil dabei ist halt ( vom niedrigeren Porto abgesehen )das es egal ist ob der Empfänger gerade in Urlaub oder krank ist, keine Lust hat oder dergleichen.

Gruss,
Tom

-- Editiert von thomasovic am 11.04.2006 12:31:08

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