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Verkäufer will nicht liefern, will Rückzahlung

 Von 
Flogo
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)
Verkäufer will nicht liefern, will Rückzahlung

Hallo miteinander,

ich habe bei Hood 2LCDs beinem "Händler" zu sehr günstigen Preisen ersteigert.
Nachdem er mir seine Kontodaten geschickt hat,
ich überwiesen und er darauf bei Hood rausgeflogen ist,
hatte ich erstmal meine Probleme den Herren zu kontaktieren.

Nun zum Glück gibs google,
und ich habe seine ICQ und Handynummer ausfindig gemacht.
Handy ist nur Mailbox, aber bei ICQ hat er sich gemeldet.

Er meinte, Hood hätte ihn rausgeschmissen,
da er laut Hood nicht so teure Geräte verkaufen durfte,
und er dannach nicht auf meine Mails antworten konnte...
...lassen wir das mal dahin gestellt...

Er versprach mir spätestens diesen Dienstag zu liefern,
und ich freute mich schon wie ein kleines Kind.

Zu früh gefreut! Heute kam ne Mail,
das er in letzter Zeit zu viele Fehler gemacht habe,
und er seinen Anwalt beauftragt hat, einen Rückzahlungsplan zu erstellen,
d.h. er will mir das Geld einfach zurückerstatten.

Den jungen Herren hab ich dann heute per ICQ nochmal angeschrieben,
und er meinte dass er am Sontag festgestellt hätte,
das die TVs gar kaputt sind, und er sich mit seinen Großhändler um
Rückerstattung "prügelt".
Sein Anwalt würde sich bei mir melden, meinte er.

Damit will ich mich eigentlich nicht zufrieden geben,
da der Warenwert im Laden bis zu 1500€ pro Stück ist,
und ich knapp 350€ pro Stück bezahlt habe...
Also richtiges Schnäppchen.

Soweit ich weiß, kann ich doch Schadensersatz plädieren, oder?
D.H. Ich kaufe mir bei dem nächsten Supermarkt die selben zwei LCDs,
und er erstattet mir die Differenz.
Meinetwegen soll er mir zwei gleichwertige Produkte schicken,
aber kann er sich komplett vom Kaufvertrag zurückziehen?

Wo liegen denn hier jetzt meine Rechte?

Vielen Dank schonmal für die Antworten

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Geld Anwalt Kaufvertrag Schadensersatz


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Jotrocken
Status:
Junior-Partner
(5923 Beiträge, 1344x hilfreich)

Vorweg: Das Angebot klingt anhand des Preises so, als wäre die Ware vom Laster gefallen. Vielleicht sollten Sie in Anbetracht dessen froh sein, dass Ihnen die Ware so nicht geliefert wurden, da Sie sich dem Verdacht der Hehlerei aussetzen könnten. Bei solch einem Preisunterschied sollten alle Alarmglocken schrillen (zumal er fadenscheinigerweise beim Auktionshaus rausgeflogen ist).

Davon abgesehen: Es besteht ein wirksamer Kaufvertrag. Der Verkäufer könnte sich hier allenfalls auf einen Irrtum berufen, wenn er sich z.B. bei der Preisangabe vertippt hat. Dies scheint er jedoch offensichtlich nicht zu versuchen.

Weiter klingt es so, als sei der Verkäufer nicht besonders flüssig ('Rückzahlungsplan erstellen'). Insofern würde ich mich an Ihrer Stelle freuen, wenn ich überhaupt die 350 EUR zurück bekäme. Mehr zu fordern, ggf. mit Anwalt und gerichtlich, halte ich aus dem Grunde nicht für sinnvoll.

-----------------
"Juristerei bedeutet, dem Gegner in Zahl und Güte seiner Argumente überlegen zu sein."

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#2
 Von 
Flogo
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Holla,

ich meine, man kann doch nicht ein Geschäft, bzw. Geschäfte eingehen,
wenn man eh kein Geld hat oder?
Das nur mal am Rande...

Mich ärgert das, dass der Herr sich nie gemeldet hat,
man ständig nachfragen und nach den Kontaktdaten selbst suchen musste (!!!)
damit überhaupt was passiert.
Das Geld hätte der sich bestimmt selbst eingesteckt.

Ob die Sachen vom Laster gefallen sind, das weiß man nie,
aber ich weiß das der sich als Gewerbetreibender ausgegeben hat,
und somit Funktionstüchtigkeit, Garantie- und Vollständigkeitsforderungenen
gewährleisten muss.
Außerdem wer Sachen ab 1Euro in einem Auktionshaus reinstellt,
muss mit dem Risiko leben, das es nicht so günstig wegkommt.

Das mit der Liquidität ist so ne Sache,
ich weiß nicht in welchem Stil er sein Geschäft betrieben hat.

Ich warte eh erstmal auf eine Antwort.

Nur paar Meinungen zu hören ist nicht verkehrt.

Vielen Dank schonmal für die Antwort

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#3
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1378x hilfreich)

> Außerdem wer Sachen ab 1Euro in einem Auktionshaus reinstellt,
muss mit dem Risiko leben, das es nicht so günstig wegkommt.
****
Das stimmt. Aber insbesondere muss der, der bei einem Auktionshaus günstig einkauft, damit rechnen, überhaupt nichts für sein Geld zu bekommen.

Bei eBay sind zigtausende Händler oder angebliche Händler verschwunden, Pleite gegangen oder haben nie existiert, reine Fake Accounts, wo es nur darum ging, Geld einzukassieren.

Die Schäden gingen schon bei einem einzelnen Händler in die Millionen.

Man braucht doch nur ein Bild von einer Ware, ein Konto, sich anmelden und schon geht es los.

Wenn Betrug vorlag, konnten viele Sachverhalte gar nicht aufgeklärt werden, weil jede Spur im Sande verlief - Konten, die längst abgeräumt waren - Läger, die längst verlassen waren, wenn sie denn überhaupt jemals existiert haben.

Und selbst bei Aufklärung sind die Strafen meist relativ gering, weil die Richter immer davon ausgehen, dass eine Menge Blauäugigkeit dazu gehört, einem Fremden einfach so Geld zu schicken.

Dazu kommt die ungeheure Zahl von Möchtegern-Unternehmer, die sich einfach übernommen haben, der Sache nicht gewachsen waren, ganz normale Pleiten. Da helfen auch 100.000 Bewertungen nicht, es passiert jeden Tag.

Jedenfalls hat nur ein Bruchteil aller Geschädigter jemals sein Geld wieder gesehen.

Fürchte, auch dieses Geld hier wird im Nirvana verschwunden sein...

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#4
 Von 
Flogo
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Mal ne andere Frage,
der Verkäufer erzählte mir, er habe die Ware,
funktioniert aber nicht.

Dürfte ich, bzw. könnte ich die Ware mit Rechnung anfordern,
und diese dann kostenfrei beim Hersteller (indem fall Samsung)
reparieren lassen?

Dann wäre der Fall doch auch erledigt, oder?

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#5
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1378x hilfreich)

> Dürfte ich, bzw. könnte ich die Ware mit Rechnung anfordern,
und diese dann kostenfrei beim Hersteller (indem fall Samsung)
reparieren lassen?

Dann wäre der Fall doch auch erledigt, oder?
*****
Das könnte nur funktionieren, wenn der Verkäufer die Ware wirklich hätte und die Fernseher auch Garantie hätten, die eingefordert werden könnte. Also keine Importgeräte oder Ähnliches.

Vieles deutet darauf hin, dass das alles nur Ausflüchte sind, als würde ein Händler die Kartons aufreißen und die Fernseher prüfen. Da der schon bei hood.de gesperrt wurde, ist das schon mehr als ein schlechtes Zeichen.

Bei eBay ist es genauso, man reagiert erst, wenn es zu spät ist, oft genug haben schon aufmerksame Käufer im Vorfeld eBay benachrichtigt, wenn ein vorher unauffälliger Account auf einmal jede Menge teure Waren einstellte, vergebens. War die Katze aber in den Brunnen gefallen, dann löschte eBay über Nacht alle Auktionen und selbst den Namen des Mitglieds, habe so etwas mehrfach beobachtet, es war anschließend so, als hätte es den Verkäufer nie gegeben.

Wenn man den Namen eingab, hieß es: "Mitgliedsname unbekannt, aktualisieren sie Ihren Browser." Damals gab es noch Käuferschutz bei eBay selbst und man wollte unter allen Umständen vermeiden, dass die Käufer Ansprüche stellten, weil die Schäden teilweise enorm waren. Keine Auktion - kein Mitgliedsname - kein Käuferschutz!

Heute ist es ähnlich mit PayPal, wer nicht alles akribisch VORHER abgespeichert hat, steht ganz schön dumm da.

Wenn der Verkäufer jetzt schon von einem "Rückzahlungsplan" spricht, den auch noch ein Anwalt aufstellen soll, anstatt einfach das Geld zurück zu überweisen, ist das doch mehr als ein Indiz, dass er dieses Geld überhaupt nicht hat. Wenn das nicht ohnehin nur wieder eine Ausrede ist, um Zeit zu gewinnen, geht es doch jetzt schon darum, in einem möglichen Strafverfahren Reue zu zeigen.

"Ich habe mich ernsthaft bemüht, die geprellten Käufer zu entschädigen und einen Rechtsanwalt um Hilfe gebeten, nur leider reichte das Geld nicht ganz, um ehrlich zu sein, es war kaum noch welches da. Und was da war, hat der Rechtsanwalt kassiert."

Würde im Internet nach Leidensgenossen suchen und sofort zur Polizei marschieren und Anzeige erstatten.



-- Editiert am 24.04.2009 09:23

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#6
 Von 
Flogo
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

"Heute ist es ähnlich mit PayPal, wer nicht alles akribisch VORHER abgespeichert hat, steht ganz schön dumm da."

wie darf ich das denn verstehen?
ich habe alle vorgänge, schriftlich abgespeichert.
...es gab keine mündliche konversation...

was ist mit den eltern?
wenn ich das richtig sehe, ist das ein 18jähriger bursche,
(man findet ihn bei myspace, icq daten, etc...)
müssten die eltern denn nicht mithaften?

ich habe persönlich das gefühl,
das er misst gebaut hat,
und jeglichen verlust rückgängig machen möchte,
indem er mir seinen anwalt hinstellt,
damit leute wie ich vor angst,
keinen schadensersatz fordern

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#7
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1378x hilfreich)

> wie darf ich das denn verstehen?
ich habe alle vorgänge, schriftlich abgespeichert.
...es gab keine mündliche konversation...

Das bezog sich "nur" darauf, wie eBay reagiert und das diese Geschichten schon hunterttausendfach passiert sind.
****
> was ist mit den eltern
**
Der ist volljährig.
******
> ich habe persönlich das gefühl,
das er misst gebaut hat,
und jeglichen verlust rückgängig machen möchte,
indem er mir seinen anwalt hinstellt,
damit leute wie ich vor angst,
keinen schadensersatz fordern
**
Es gilt doch jetzt herauszufinden, was wirklich ist, bis jetzt ist es doch nur leeres Gerede, man hat den doch eher durch Zufall aufgetrieben. Man muss jetzt handeln, wenn man den Ausflüchten Glauben schenken will, kann man bis ans Ende aller Tage warten, das gehört in die Hände der Staatsanwaltschaft. Das wird zwar auch nicht das Geld zurückbringen, aber man hat wenigstens nicht das Gefühl, das einem noch auf der Nase herum getanzt wird. Würde jetzt nicht mehr zögern.

Gleichzeitig kann man seinen zivilrechtlichen Anspruch schon einmal anmelden, per Einschreiben - Rückschein, 10 Tage nach Datum bestimmt, zur Lieferung auffordern, die Mindestvoraussetzung überhaupt, der muss in Verzug gesetzt werden.

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#8
 Von 
Flogo
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallöchen, ich bins wieder...

Nun inzwischen hab ich dem Deppen eine schriftliche Erinnerung per Brief zugesendet (per Einschreiben) und diesen Brief wegen
falscher Adressierung zurückbekommen.

Ich hab die Adresse genommen,
womit der sich bei Hood.de angemeldet hat.
Kann ja nicht sein, das diese nicht stimmt.

Hab jetzt so einen Mahnbescheid vor mir liegen...
welche Adresse schreib ich denn da rein?
Ich hab zufällig die Adresse seines Vaters hier
(Eltern geschieden, er lebt bei seiner Mutter),
kann ich auch diese nehmen?

Btw. kann man das auch als mit Betrugsgrund nehmen?
Heißt Adresse falsch, keine Kontaktaufnahme des Verkäufers trotz
schon getätigter Überweisung
(er hätte auch nicht den Kontakt gesucht,
da Ihm die Hotlinegebühren von 2€ zu teuer waren)
und keine Lieferung?

Wollte den Brief eigentlich morgen rausschicken.

Was ist Euer Rat?

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#9
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1378x hilfreich)

> Nun inzwischen hab ich dem Deppen eine schriftliche Erinnerung per Brief zugesendet (per Einschreiben) und diesen Brief wegen
falscher Adressierung zurückbekommen.
**
Schlecht!
*****
> Ich hab die Adresse genommen,
womit der sich bei Hood.de angemeldet hat.
Kann ja nicht sein, das diese nicht stimmt.
**
Wieso? Es wird ein Kinderspiel sein, sich da unter einer anderen Adresse anzumelden, es wird kaum anders ablaufen, als bei eBay. Wenn die Schufa-Auskunft kein Ergebnis bringt, bekommen die potentiellen Neukunden einen Brief an die Adresse geschickt, die sie angegeben haben, in dem Brief befindet sich der Code, den sie bei der Anmeldung einzugeben haben. Jetzt lässt man einfach den Brief an eine Adresse schicken, wo z. B. ein Freund wohnt, die meisten Briefträger legen solche Briefe offen in den Hausflur (bei Mehrfamilienhäusern), wenn sich kein entsprechender Briefkasten mit Namen dort findet. Und schwupps hat man den Code, um sich unter einer falschen Adresse oder sogar mit einem falschen Namen anzumelden. Das funktioniert auch in einem Haus 3 Straßen weiter von seiner eigenen Wohnung entfernt, man braucht nur 2 Tage später (nach der Benachrichtung von eBay, dass ein entsprechendes Schreiben unterwegs ist), dort irgendwo zu klingeln und wird wiederum diesen Brief im Hausflur finden. Das ganz normale Prozedere...
*****
> er lebt bei seiner Mutter),
kann ich auch diese nehmen?
**
Nur, wenn er dort angemeldet ist, sonst wird es auch dort nicht zugestellt werden können.
*****
> Btw. kann man das auch als mit Betrugsgrund nehmen?
Heißt Adresse falsch, keine Kontaktaufnahme des Verkäufers trotz
schon getätigter Überweisung
(er hätte auch nicht den Kontakt gesucht,
da Ihm die Hotlinegebühren von 2€ zu teuer waren)
und keine Lieferung?
*****
Jetzt sollte doch spätestens Anlass sein, eine Strafanzeige zu erstatten, lass doch den Staatsanwalt ermitteln, wo sich das Früchtchen aufhält. Ohne kann es äußerst zäh werden, alleine den Wohnsitz zu ermitteln. Insbesondere kann es durchaus sein, dass dem jetzt zum ersten Mal der Ernst der Lage vor Augen geführt wird, bisher scheint der doch zu glauben, der könnte seine Kunden zum Narren halten.



-- Editiert am 08.05.2009 17:45

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