Versandkosten umgehen durch Abholung?

19. September 2011 Thema abonnieren
 Von 
DeepToneFN
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)
Versandkosten umgehen durch Abholung?

Guten Morgen zusammen,

würde mir gerne eine Meinung Dritter einholen zu folgenden Problem:

Käufer B kauft bei Verkäufer (Privat) A Ware. Der Wert der Ware liegt im 2-stelligen bereich. Jedoch wird als Versandkosten ein 3-stelliger Bereich verlangt, bietet aber zusätzlich die kostenlose Selbstabholung an.

Käufer B wählt bei der Kaufabwicklung die kostenlose Selbstabholung (0 EUR Versandkosten) und zahlt vorab per PayPal.

In der Auktion wird die Abholung nicht ausgeschlossen und unter "Versandart" wird auch die Abholung angeboten.
Lediglich wird in der Beschreibung erwähnt, dass aus Gründen der Auktionsgebühren die Versandkosten so hoch angesetzt werden (klarer Verstoß gegen Auktonsgrundsätze).
Zudem ist die Ware in Deutschland und würde per Post verschickt. Man könne sich den Endbetrag selber ausrechnen (2- und 3-stelliger Betrag). Diese kosten würden also mindestens anfallen (Gebot + Versand).

Zitat:
Damit ich nicht ganz so viel Gebühren zahlen muss, werde ich als Versandart Sonstiges angeben und XXX EUR. Die Ware ist natürlich in Deutschland und wird per Post verschickt. Ihr könnt euch also selber ausrechnen, was Ihr beim bieten raufzahlt und was es letztendlich kosten wird. Sprich: mindestens XXX€ ! ! !


Nun habe ich passend zum Konflikt diese Klage gefunden:

KLICK MICH

entkräftet nun die Aussage, man müsse mindestens den Auktionspreis + Versandkosten zahlen die Tatsache, dass man bei Abholung keine Versandkosten tragen muss?

Der Käufer glaubt dies nicht, schließlich fallen keine Versandkosten an.
Der Verkäufer behauptet jedoch schon. Dieser schreibt auch als erste E-Mail sofort von der Komplettsumme (Preis + Versand), die er überwiesen haben möchte und sollte dies nicht der fall sein, eine Gebühr für eine Vertragsstrafe vorsieht.


Vielen lieben Dank schonmal,

MfG
Marc G.

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-- Editiert DeepToneFN am 19.09.2011 09:26

-- Editiert DeepToneFN am 19.09.2011 09:31

-- Editiert DeepToneFN am 19.09.2011 11:04

-- Editiert DeepToneFN am 19.09.2011 12:36

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Lenina Huxley
Status:
Praktikant
(969 Beiträge, 434x hilfreich)

Wenn kostenlose Selbstabholung angeboten wird, ist das verbindlich.

Im für den VK besten Fall gibt es einen offenen Einigungsmangel (weil der VK widersprüchliche Angaben macht, einmal "kostenlose Selbstabholung" und dann "Versandkosten fallen in jedem Fall an") und der Vertrag ist nicht zustande gekommen.

In der Regel könnte der K vermutlich darauf bestehen, daß die "Pflichtversandkosten" irgendwo weiter unten im Text eine "überraschende Klausel" und damit unwirksam seien. Da ist allerdings zumindest ein Restrisiko bei einem möglichen Prozeß, weil man das auch anders sehen kann.


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"War mein Rat hilfreich? Freue mich immer über Bewertungen mit 3-5 Sternen. :) "

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#2
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8497 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

also ich wprde hier keinerlei Schwierigkeiten sehen wenn K da klagen würde.

Vorrausgesetzt K hat den richtigen Wortlaut der Auktion angegeben (Auktionsnummer wäre mal nicht schlecht).

VK Hat kostenlose Selbstabholung angeboten.
Ob nun VK in die Beschreibung reinschreibt, dass der Versand wieso auch immer so teuer ist, kann er auch gerne machen. Nur nach dem TE hat der VK in der Beschreibung nirgends geschrieben, dass der Versand verbindlich ist, somit steht einer Selbstabholung nichts im Wege...

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#3
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Lediglich wird in der Beschreibung erwähnt, dass aus Gründen der Auktionsgebühren die Versandkosten so hoch angesetzt werden (klarer Verstoß gegen Auktonsgrundsätze). <hr size=1 noshade>



Damit habt ihr einen "getarnten" Mindestpreis vereinbart. Da die AGB nur zwischen ebay und den Nutzern, nicht direkt zwischen den Nutzern gelten, hilft der AGB-Verstoß hier nicht.

Man hätte das ebay melden können.

Der KV ist also zum "Gesamtpreis" zustande gekommen, der Hinweis in der AB ist klar. Worüber man sich noch unterhalten kann, wären die ersparten tatsächlichen VSK bei Selbstabholung.

Klagen müsste ja der VK, der wartet auf sein Geld.

Die Spaßbieterklausel könnte, wenn es sich um AGB handelt, nach § 309 Nr. 6 BGB unwirksam sein. Kommt darauf an.

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#4
 Von 
DeepToneFN
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)

Aber Fakt ist doch, dass der VK den Gesamtpreis inkl. VK berechnet hat.
Bei einer kostenlosen Selbstabholung die VK aber abgezogen werden muss.
Da diese aber überdurchschnittlich hoch ist, ergibt sich bei der Abholung nur noch der eigentlich gebotene Preis für die Ware.
Die Versandkosten sind doch nicht bindent... zumindest nicht, wenn zusätzlich die kostenlose Abholung angeboten wird.

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#5
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:
Die Versandkosten sind doch nicht bindent... zumindest nicht, wenn zusätzlich die kostenlose Abholung angeboten wird.



Das mag im Normalfall so sein.

Du hast aber das gelesen und per Mausklick akzeptiert:

" Damit ich nicht ganz so viel Gebühren zahlen muss, werde ich als Versandart Sonstiges angeben und XXX EUR. Die Ware ist natürlich in Deutschland und wird per Post verschickt. Ihr könnt euch also selber ausrechnen, was Ihr beim bieten raufzahlt und was es letztendlich kosten wird. Sprich: mindestens XXX€ ! ! ! "

Die Vertragsfreiheit gibt das her, weshalb soll das nicht bindend sein?

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#6
 Von 
DeepToneFN
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)

ja klar gibt die vertragsfreiheit das her, stimm ich auch zu.
Aber was dort geschrieben wurde bezieht sich doch alles auf die Versandkosten und die haben bei ner Abholung doch keinen Einfluss?

Auch wenn er noch hingeschrieben hätte: Beim Versand lege ich oben drauf noch ...

Sowas kann der Käufer doch überlesen, da er den Artikel sowieso nicht zugesendet haben möchte.

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EDIT:

Ist vllt auch immer ein wenig Ansichtssache. Der Käufer stimmt der Artikelbeschreibung zu, also dass ein mindestpreis von xxx € anfallen mit Versand usw.

Aber nutzen tut er diese Option ja nicht.

-- Editiert DeepToneFN am 19.09.2011 19:59

-- Editiert DeepToneFN am 19.09.2011 20:00

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#7
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:
Ist vllt auch immer ein wenig Ansichtssache.



Eigentlich nicht. Das Angebot des VK ist aus dem objektivierten Empfängerhorizont zu beurteilen.

Das kann man sich nicht aussuchen, keine Option, das macht dann ggf. der zuständige Amtsrichter.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Wenn der VK neben dem kostenpflichtigen Versand auch kostenfreie Selbstabholung anbietet, hat er vor Gericht möglicherweise ein großes Problem.


Da wird es ihm auch nichts nützen, wenn er im Auktionstext von den Versandkosten schreibt und vergisst eine kostenfreie Selbstabholung explizit auszuschliesen.
Er hat keine Verpflichtung zum Versand (und somit zur Zahlung der Versandkosten) vereinbart und der K offensichtlich auch nicht.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:
Da wird es ihm auch nichts nützen, wenn er im Auktionstext von den Versandkosten schreibt und vergisst eine kostenfreie Selbstabholung explizit auszuschliesen.



Das stimmt doch nicht, in der AB steht ausdrücklich, das sei sozusagen der Mindestpreis, der sei nur um Gebühren zu sparen als VSK "getarnt", mit dem Versand habe das nichts zu tun.

So hat das TE auch verstanden, damit ist der KV auch dementsprechend zustande gekommen. Auch wenn er selbst abholt.

Falschbezeichnung schadet nicht.

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#10
 Von 
Jo.H123
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 19x hilfreich)

Ich würde in dem Fall zumindest versuchen, wie bereits vorgeschlagen, von Ebay die juristische Arbeit machen zu lassen. Fall schildern, betonen "man will kaufen, aber die angebotene Option ohne Versandkosten wählen, da Abholung", die Argumentation des VK im Maildisput mitsenden und dann mal warten, wie Ebay reagiert. Vielleicht hat der VK Interesse weiter bei Ebay zu verkaufen ....

-- Editiert Jo.H123 am 19.09.2011 23:32

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#11
 Von 
DeepToneFN
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)

Naja, mittlerweile wird auf meine E-Mails, wo ich nen Termin beantrage zur Abholung, nicht mehr geantwortet und die Ware erneut eingesetzt (mit genau dem gleichen Text).

Find ich eine Frechheit.

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0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:
Find ich eine Frechheit.



Dann melde doch ebay die Auktion.

Die helfen dir zwar nicht, aber wenn jemand Gebühren umgeht, verstehen sie keinen Spaß.

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0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
DeepToneFN
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)

Mir gehts ja jetzt garnicht mehr um recht, unrecht usw. Hätte auch nie den Weg einer Klage eingeschlagen, rendiert sich auch garnicht.

Aber schon frech vom Verkäufer.

Mittlerweile hat er sogar zwei Auktionen am laufen, mit der selben Kostenumgehung (erhöhre Versandkosten).
Hab natürlich beide gemeldet und werde die letzte Mail von Ihm, mit beschimpfungen, ebenfalls dem Auktionshaus melden.

Solche leute gehören da wirklich nich hin, und ich hoffe er wird ausgeschlossen *g*

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0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
radfahrer999
Status:
Unparteiischer
(9031 Beiträge, 4876x hilfreich)

Ich würde es ganz cool nochmal ersteigern und dann beide Artikel zusammen abholen wollen und vorallem den zweiten artikel bar bei abholung begleichen...
Mal sehen was dann abgeht! :)

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"Was spricht dagegen den Verstoß zuzugeben und die Knete zu überweisen?"

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
DeepToneFN
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)

wär sicher spaßig gewesen, aber Auktion wurde bereits geschlossen (seitens ebay).

Das risiko wär ich glaube ich auch nicht eingegangen *g*

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