Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
561.168
Registrierte
Nutzer

Ware kam beschädigt beim Käufer an, was nun?

 Von 
Lukas1986
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 3x hilfreich)
Ware kam beschädigt beim Käufer an, was nun?

Hallo,

ich habe bei Eb..y einen Subwoofer verkauft.
Dieser war in einem guten Zustand, alles okay.
Ich habe diesen Artikel ordentlich verpackt und per DHL verschickt.
Dieser muss einem Postbeamten heruntergfallen sein.
Nun hat der Subwoofer einen erheblichen optischen Schaden erlitten dadurch,leider.
Da ich arbeitstechnisch leider sehr viel zutun hatte, habe ich die mail vom Käufer das die ware beschädigt ist,nicht direkt lesen können.
Dann habe ich direkt zur DHL geschrieben und Ihnen mitgeteilt das die Ware einen Schaden erlitten hat. Darauf kam die Antwort, dass die Käufer den Schaden melden muss. Nur dann ewar bereits eine Woche vergangen, in der man den Schaden hätte melden müssen, lt. DHL.
Nun verlangt der Käufer sein Geld zurück und möchte die Ware nicht mehr haben.
Was sind meine Rechte? Muss ich die Ware zurück nehmen? Ich kann damit leider auch nichts mehr anfangen.


Danke schonmal

Gruß Lukas

-----------------
""

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
DHL Schaden Verkäufer Käufer


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Schlichter
(7705 Beiträge, 3852x hilfreich)

Hallo,

wenn du Privat an Privat verkauft hast geht der Gefahrenübergang auf den Käufer über, sobald du das Paket abgegeben hast.

Wenn du Rücknahme etc ausgeschlossen hast mußt du auch nichts zurücknehmen.

Der Käufer hätte den Schaden nicht dir sondern gleich bei DHL melden müssen, hat er aber nicht und dies war ein Fehler der dir nicht zur Last gelegt werden kann...

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82227 Beiträge, 34129x hilfreich)

Existieren Verpackung und Verpackungsmaterial noch?


quote:
Dieser muss einem Postbeamten heruntergfallen sein.

Das wäre schlecht. Denn dann hätte keine Schaden auftreten dürfen, denn nach den DHL Versandbedingungen muss der Artikel einen solchen Sturz überstehen.
Der Verkäufer schuldet als vertragliche Nebenpflicht eine ordnungsgemäße Verpackung, was ordnungsgemäß ist, steht in diesem Fall in den DHL Versandbedingungen.


Aber noch ist ja nicht alles verloren, denn im Zweifel muss der Käufer beweisen das es ein Versandschaden und dieser auf nicht ordnungsgemäße Verpackung zurückzuführen ist.




-----------------
"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
guest-12320.10.2011 11:52:26
Status:
Praktikant
(786 Beiträge, 390x hilfreich)

quote:
wenn du Privat an Privat verkauft hast geht der Gefahrenübergang auf den Käufer über, sobald du das Paket abgegeben hast.

mein freund...das ist die theorie. die praxis ist ein anderes thema. nun beginnt die wirklichkeit ;)


:)

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1384x hilfreich)

quote:
Dann habe ich direkt zur DHL geschrieben und Ihnen mitgeteilt das die Ware einen Schaden erlitten hat. Darauf kam die Antwort, dass die Käufer den Schaden melden muss. Nur dann ewar bereits eine Woche vergangen, in der man den Schaden hätte melden müssen, lt. DHL.


Die Antwort des DHL Mitarbeiters ist falsch (wie leider viele Antworten, die man bekommt). Vielleicht sind die AGB, die ja erst im letzten Jahr geändert wurden zu umfangreich und kompliziert, um von DHL-Angestellten verstanden zu werden.

6 Haftung

(4) Zeigt der Absender oder der Empfänger (Teil-)Verlust oder Beschädigung der DHL nicht innerhalb von sieben Tagen nach Ablieferung schriftlich an, so wird vermutet, dass das Gut in vertragsgemäßem Zustand abgeliefert worden ist. Bei Express-Sendungen gilt diese Vermutung auch, soweit äußerlich erkennbare Verluste oder Beschädigungen nicht spätestens bei Ablieferung des Gutes angezeigt werden. Ansprüche wegen Überschreitung der Lieferfrist erlöschen, wenn der Absender oder Empfänger der DHL die Überschreitung nicht innerhalb von 21 Tagen nach Ablieferung oder Rückgabe an den Absender schriftlich anzeigt. § 438 HGB bleibt im Übrigen unberührt.

http://www.dhl.de/content/dam/dhlde/downloads/pdf/dhl-agb-paket-express-nat-010709.pdf/_jcr_content/renditions/original.res/dhl-agb-paket-express-nat-010709.pdf

Wenn der Käufer den Verkäufer nach Ablieferung des Pakets darüber informiert hat, dass der Inhalt der Sendung beschädigt ist, wird er seiner Mitwirkungspflicht erst einmal genügt haben, zumindest, wenn die Sendung äußerlich nicht beschädigt war. Probleme können sich wiederum ergeben, wenn eine schon erkennbar von außen beschädigte Sendung angenommen wurde, ohne sie direkt zu reklamieren oder wenn der Postbote eine solche einem Ersatzempfänger (Nachbar) aufs Auge gedrückt hätte.

Der Verkäufer ist nun am Zug, denn er allein ist Vertragspartner der DHL, er hat den Schaden zu melden und abzuwickeln. Wichtig ist die fristgerechte Meldung. Es geht um Ansprüche des Verkäufers gegen die DHL - der Käufer hat keine (!).

Nach der Meldung wird dann dem Käufer aufgetragen, die Sendung zur Prüfung der DHL vorzulegen. Das Ergebnis ist vorbestimmt: "Nicht angemessen verpackt" heißt die Antwort, es gibt gar keine Alternative, die DHL will nie haften, noch nicht einmal wenn ein vorher großvolumiges Paket so platt wie Flunder ist.

Die Verteilung der Beweislast beim Transportschaden:

1. Der Käufer hat zu beweisen, dass die Sache bei Empfang mangelbehaftet war.

2. Der Verkäufer hat zu beweisen, dass er die Sache angemessen verpackt auf den Weg gebracht hat (Nebenpflicht aus dem Vertrag)

3. DHL hat zu beweisen, dass das Gut wie erhalten abgeliefert wurde

Insbesondere das hier bitte mal lesen:

http://hexenreiter.gmxhome.de/

Alles in allem: Der Stoff aus dem die Träume sind...


-----------------
""





-- Editiert am 06.02.2010 07:15

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Hilflos123
Status:
Beginner
(70 Beiträge, 9x hilfreich)

sorry, aber du hättest den Käufer belehren sollen, dass er bei offenen schäden den Lieferanten bitten müssen, auf den Beleg zu unterschreiben.
Bei versteckten Schäden, die man nicht gleich erkennen kann, bist du leider verantwortlich dafür. Er hat sowieso 1 Monat Rückgaberecht, deshalb spielt es eh keine Rolle.
Bei Transportschäden zahlt nur die Spedition, bei zzzgl. Versicherung-.

-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1384x hilfreich)

quote:
Er hat sowieso 1 Monat Rückgaberecht, deshalb spielt es eh keine Rolle.

Wer? Ein privater Käufer bei einem privaten Verkäufer?

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82227 Beiträge, 34129x hilfreich)

@Hilflos123

quote:
Bei versteckten Schäden, die man nicht gleich erkennen kann, bist du leider verantwortlich dafür.

Das ist falsch, der Gefahrenübergang im Versendungskauf unter Privatpersonen erfolgt bereits bei Übergabe an den Transporteur (§446 BGB , §447 BGB )
Dies gilt gem. § 474 BGB jedoch nicht beim Verbrauchsgüterkauf.

War die Verpackung ordnungsgemäß, ist der Schaden erstmal das Problem des Käufers.

Wurde die Gewährleistung ausgeschlossen, ist der Verkäufer auch außen vor.



quote:
Er hat sowieso 1 Monat Rückgaberecht, deshalb spielt es eh keine Rolle.

Das ist schlicht Unsinn, da der Verkäufer gar kein Rückgaberecht eingräumt hat.
Auf das gesetzliche Widerrufsrecht kann der Käufer sich auch nicht berufen, da hier ein Verkauf von privat an privat stattfand




-----------------
"
Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 199.816 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
83.697 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen