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eBay Verkäufer droht mit Anwalt bei negativer Bewertung

 Von 
Pentane
Status:
Beginner
(53 Beiträge, 14x hilfreich)
eBay Verkäufer droht mit Anwalt bei negativer Bewertung

Hallo zusammen,
habe folgendes Problem. Habe ein neues Sicherheitsgurt für mein KFZ benötigt. Leider ist das KFZ schon älter (17J.) so dass ich weder ein neues Original- noch ein passendes Gebrauchtteil auftreiben konnte. Auf Ebay werden von einem Händler neue Gurte eines Fremdlieferanten mit angeblicher EEC Zulassung für diverse KFZ angeboten. Das Gurt wurde im Angebot als genau passend für mein KFZ Modell Corolla E11 Bj. 97-02 / (1400ccm) beschrieben. Im weiter unten stehenden Artikeltext steht jedoch es sei nur passend für KFZ ohne Airbag. Mittlerweile weiß ich, es gibt aber keinen Corolla E11 dieser Modellreihe ohne Airbag. Das hat mich etwas verwirrt. Also habe ich die Fa. angeschrieben ob das Gurt für mein KFZ E11 BJ. 99 (1400) mit der Schlüsselnummer 5013/360 passt. Die Antwort war ja, also habe ich es gekauft und eingebaut. Gemäß beiliegender Einbauanleitung musste ich für den Einbau in meinem KFZ einen Metallbügel mit der Eisensäge entfernen welcher für mein KFZ stört und nicht benötigt wird. Wie ich beim Einbau feststellte hat mein KFZ einen Gurtstraffer der mit dem Airbag verbunden ist, das Gurt passt zwar wie angegeben, aber die Airbag Kontrollleuchte geht nicht mehr aus, da es keinen Anschluss für den Gurtstraffer gibt. Da ich nun HU hatte, hat der TÜV das Gurt deswegen nicht abgenommen. Der Händler sagte er würde das Gurt nur zurück nehmen wenn es noch ungebraucht ist, es musste aber gemäß Einbauanleitung angepasst werden. Der Händler droht mir nun mit Anwalt und Gerichtsverfahren, für den Fall, dass ich ihn negativ bewerten sollte. Er meinte es sei allein meine Schuld wenn ich ein Gurt gekauft hätte wo im beschreibenden Text steht, dass es nur für Fahrzeuge ohne Airbag zu verwenden ist. Es wurde aber in der Artikelüberschrift genau für mein Modell angeboten und das gibt es aber gar nicht ohne Airbag. Zudem habe ich persönlich nochmal nachgefragt ob es zu meiner KFZ Schlüsselnummer passt, was mit "ja" beantwortet wurde. Was man mir vorwerfen kann ist, dass ich das Gurt nach dieser Anfrage gekauft habe, obwohl es sich zum Teil mit der Artikelbeschreibung widersprochen hat. Der Händler droht mir nun wie gesagt mit rechtlichen Schritten, wenn es zu einer negativen Bewertung kommt. Wie seht Ihr das, ist eine negative Bewertung in dem Fall berechtigt, und mache ich mich damit tatsächlich rechtlich angreifbar?
Wäre ich mit einer neutralen Bewertung geg. falls weniger angreifbar? Die Drohungen die der VK ausgesprochen hat grenzen meiner Meinung nach im Vorfeld schon an "Bewertungserpressung".
Für eine Beantwortung dieser Frage wäre ich sehr dankbar weil ich die Bewertung in kürze abgeben müsste, solang das noch geht. Ich will damit keine Rachegelüste befriedigen, aber es geht mir einfach darum andere Käufer dafür zu sensibilisieren, dass das Gurt geg. falls vom TÜV nicht abgenommen wird, selbst wenn es für das entsprechende KFZ mit EEC Zulassung angeboten wurde.
Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

-- Editier von Pentane am 21.11.2016 15:27

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Anwalt Artikelbeschreibung Bewertung Händler


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81228 Beiträge, 33939x hilfreich)

Zitat (von Pentane):
Zudem habe ich persönlich nochmal nachgefragt ob es zu meiner KFZ Schlüsselnummer passt, was mit "ja" beantwortet wurde.

Das könnte man wie genau beweisen?



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12546 Beiträge, 5134x hilfreich)

Wenn der Frageverlauf nachweisbar ist und du wahrheitsgemäß angaben machst, dann darfst du selbstverständlich deine Meinung in einer negativen Bewertung widergeben. Auch muss der Händler das Teil zurücknehmen. Dir muss man allerdings vorwerfen, dass du den Gurt eingebaut hast, obwohl es vor dem Einbau ersichtlich war, dass der Anschluss vom Gurtstraffer fehlt. Du hast also den Gurt unnötigerweise an dein Fahrzeug angepasst. Diese Wertminderung hast du zu ersetzen. Ein Gurt der bereits bearbeitet wurde dürfte eigentlich kaum einen Restwert haben, denn wer kauft schon einen Gurt der durch eine unkundige Person bearbeitet wurde? Du wirst also kaum eine Erstattung bekommen. Das zurückschicken würde ich mir also sparen, aber dennoch eine negative Bewertung abgeben, da du falsch beraten wurdest.

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11607 Beiträge, 7824x hilfreich)

Zitat:
Wie seht Ihr das, ist eine negative Bewertung in dem Fall berechtigt, und mache ich mich damit tatsächlich rechtlich angreifbar?

Die "Farbe" der Bewertung an sich (positiv, neutral, negativ) ist nie angreifbar. Wer unzufrieden ist (warum auch immer, selbst wenn es unberechtigt ist) darf seine Unzufriedenheit in einer negativen Bewertung zum Ausdruck bringen. Wir sind ein freies Land, wo man seine Meinung frei zum Ausdruck bringen darf.
Das problematische ist vielmehr der Bewertungstext. Auch eine positive Bewertung ist angreifbar, wenn der Text unzulässig ist. Umgekehrt ist eine nagative Bewertung quasi nicht erfolgreich angreifbar, wenn der Bewertungstext nur zulässigen Inhalt enthält.

Grob gesagt:
OK sind:
- persönliche Empfindungen ("Ich bin unzufrieden")
- Beweisbar(!) ware Tatsachen ("Lange Lieferzeit", wenn(!) man Beweise hat, wann die Ware angekommen ist)
nicht OK sind:
- Beleidigungen & Schmähkritik ("Drecksladen")
- Beschuldigungen ("Der Laden hat mich betrogen")
- Tatsachenbehauptungen, die man nicht beweisen kann ("Lange Lieferzeit", wenn man keine Beweise hat, dass die Ware wirklich zu spät ankam)

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#4
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Schlichter
(7694 Beiträge, 3850x hilfreich)

Hallo,

dass Ganze könnte sich zu einem schwerwiegenderen Thema entwickeln.

Natürlich darfst du eine negative Bewertung abgeben, gegen die der VK auch nichts rechtlich unternehmen kann, solange diese der Warheit entspricht und ordentliche Worte gewählt werden.

Nur kommt jetzt ein kleines Aber! Es kann gut sein, dass du durch den Anwalt des VK doch noch grosse Probleme bekommen kannst, nicht wegen der Bewertung, sondern wegen deines Schraubens an deinem Auto! wenn ich nicht irre, benötigt man bei Arbeiten an Airbags und Gurtstraffern einen Speziellen Lehrgang! Hast du diesen Absolviert?

Wenn du selbigen nicht absolviert hast, dann solltest du dich erstmal genau schlau machen, ob du überhaupt den Wechsel des Gurtes hättest durchführen dürfen! Allein das ziehen eines Steckers am Gurtstraffer fällt schon darunter.

Daher würde ich vor Abgabe einer Bewertung abwägen, hast du lle Arbeiten die di gemacht hast auch machen dürfen, wenn ja, dann kannman bedenkenlos bewerten, wenn nein, dann kann einem die Bewertung im worst case noch dementsprechend Ärger einhandeln...

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#5
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2274 Beiträge, 669x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Es kann gut sein, dass du durch den Anwalt des VK doch noch grosse Probleme bekommen kannst, nicht wegen der Bewertung, sondern wegen deines Schraubens an deinem Auto!

Was will der Anwalt denn da machen, was nicht schon der TÜV erledigt hat?

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#6
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Schlichter
(7694 Beiträge, 3850x hilfreich)

Zitat:
Was will der Anwalt denn da machen, was nicht schon der TÜV erledigt hat?
Anzeige erstatten wegen verstosses gegen das Sprengstoffgesetz z.B...

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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12546 Beiträge, 5134x hilfreich)

Gegen welchen Paragraphen davon?

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#8
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Schlichter
(7694 Beiträge, 3850x hilfreich)

@micbu

bitte meinen ersten Post lesen, dort habe ich geschrieben, der TE sollte mal abklären ob er an besagtem Gurtstraffer arbeiten durfte oder nicht, damit habe ich gemeint, er soll herausfinden ob alle Bedingungen (Paragraphen) eingehalten wurden oder nicht.

Arbeiten An Airbags und Gurtstraffern unterliegen strengen Auflagen, da kann es gut sein, dass man auch privat nicht daran rumschrauben darf...

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#9
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12546 Beiträge, 5134x hilfreich)

Hab ich durchaus gelesen.

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Arbeiten An Airbags und Gurtstraffern unterliegen strengen Auflagen, da kann es gut sein, dass man auch privat nicht daran rumschrauben darf...
Und genau dazu hätte ich gerne eine Quelle. Das ist nämlich eine Urban Legend die sich hartnäckig hält. Der Ein- und Ausbau von Teilen die einen Airbag enthalten fällt nicht unter §3 SprengG. Zumindest dann nicht, wenn dazu lediglich ein Stecker gelöst/verbunden werden braucht. Eingebaute Airbags und Gurtstraffer fallen auch nicht unter die Lagerbedingungen für Airbags und Gurtstraffer.

-- Editiert von micbu am 22.11.2016 13:54

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#10
 Von 
Pentane
Status:
Beginner
(53 Beiträge, 14x hilfreich)

Vielen Dank für eure Antworten.
Also die Artikelüberschrift der Auktion hatte mich etwas verwirrt da der Gurt genau für mein Modell angeboten wurde. Wie gesagt in der Artikelbeschreibung stand dann für KFZ ohne Airbag, das hatte mich etwas stutzig gemacht, da es diese Modellreihe gar nicht ohne Airbag gibt, es also dann immer oder niemals passen dürfte. Habe dem VK dann meine HSN/TSN Schlüsselnummer gesendet und habe per Email die Bestätigung bekommen, dass es passt. Allerdings hat der VK mir nur versichert es "passt" und es sei grundsätzlich "EEC" zugelassen, von einer TÜV Zulassung hat er nichts gesagt. Ja, ihr habt recht, ich hätte das Gurt nicht gemäß der Einbauanleitung modifizieren und einbauen dürfen, nachdem es keinen Anschluss für den Gurtstraffer hat. Batterie war bei den Arbeiten abgeklemmt, aufgefallen ist mir das ganze erst, nach dem Einbau und der Wiederinbetriebnahme des KFZ. Es war mir nicht klar, dass der Gurtstraffer einen Einfluss auf die Airbag-Kontrolllampe hat. Ich dachte wenn das Gurt keinen Gurtstraffer hat, mir der VK jedoch erklärt, dass das passt und es eine EEC Zulassung ohne Straffer hat, dass dieser dann auch nicht zwingend notwendig ist. Leider ist der jedoch wohl zwingend notwendig, für den Fall, dass die Elektronik des Airbag diese fehlende Funktion registriert. Ich habe dem VK gegenüber erklärt, dass er mir eine falsche Auskunft gegeben hat, habe aber auch eine gewisse Mitschuld eingeräumt dass ich es trotzdem eingebaut habe. Ich habe den VK auf seine "Teilschuld" hingewiesen, da er es für ein KFZ angeboten hat, welches es ohne Airbag gar nicht gibt, also nie passen kann, und er mir auf Nachfrage speziell zu meinem KFZ Typ nochmals erklärt hat, dass es passt. Er meinte ich kann es doch zurück geben wenn es unversehrt ist, die Montageanleitung zwingt einen jedoch schon zur Anpassung und somit ist die Unversehrtheit zwangsläufig nicht mehr gegeben. Der VK geht auf seine eigenen Aus- und Zusagen gar nicht ein, er schrieb mir wiederholt, ich sei ganz alleine Schuld wenn ich ein Gurt ohne Gurtstraffer für ein KFZ mit Airbag kaufe, und er hat mir mit rechtlichen Schritten gedroht, für den Fall, dass ich ihm eine negative und somit "umsatzschädigende" Bewertung geben sollte.

-- Editiert von Pentane am 22.11.2016 16:03

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