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Erschwerung Rücksendung / Lieferung D Rücksendung Australien

27. Juli 2022 Thema abonnieren
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)
Erschwerung Rücksendung / Lieferung D Rücksendung Australien

Hallo Zusammen,

weiß jemand ob es irgend ein Urteil gibt zum Erschweren einer Rücksendung?

Habe Lampen gekauft, die Ware ist absolut minderwertig und hat keine CE Zulassung. Lieferung erfolgte aus Deutschland, die Rücksendung soll nun nach Australien erfolgen (steht auch in den AGBs so).

P.S. nach deutschem Recht keine wirksame Widerrufsbelehrung (falls bei Käufer in D deutsches Recht gilt)

Der Lieferant hat Widerruf akzeptiert, fordert aber den Rückversandt auf meine Kosten nach Australien - aufgrund der Objektgröße fast unmöglich (zumindest quasi teurer als die Ware).

Passiert ja öfters bei Artikeln, die nach China / Asien zurück geschickt werden sollen - da sollte es doch irgend eine Rechtssprechung dazu geben, hab aber keine gefunden :-(

DANKE

-- Editiert von michaela75 am 27.07.2022 12:13

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27 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(102341 Beiträge, 37364x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
da sollte es doch irgend eine Rechtssprechung dazu geben

Mit Sicherheit - einfach mal in einem australischen Rechtsform nachfragen oder entsprechend googlen.

Das sich hier einer mit australischem Recht auskennt, glaube ich eher nicht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Daskalos
Status:
Praktikant
(624 Beiträge, 132x hilfreich)

Hatte mal einen Mantel (100.-) aus China bestellt. War natürlich viel zu klein. Der Support sagte mir gleich, dass ich es zurück schicken sollte, es sich aber aufgrund von Kosten und Entfernung nicht lohnt, eventuell sogar verloren geht, und ich es vergessen sollte. Als Kulanz überwiesen sie mir 10% des Kaufbetrags zurück.

Einer Nachbarin ist das selbe passiert. bedrucktes Ty-Shirt ca 50.-

Australien scheint da sicher nicht anders zu sein.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(14339 Beiträge, 5479x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
Der Lieferant hat Widerruf akzeptiert,

Wo ist der Firmensitz? In D oder in AU? Falls in AU dann..... vergiss es

Signatur:

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#4
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Wo ist der Firmensitz? In D oder in AU? Falls in AU dann..... vergiss es


Firmensitz ist wohl Australien.

Unabhängig von meinem Fall müsste das aber doch mal irgendwie geregelt werden, dass am nicht irgend einen Mist bekommt und dann wird angeboten, dass man die Ware nach China oder Australien zurück schicken kann.

Zahlung erfolgte zwar über Paypal aber Paypal ist, wenn man Ware erhalten hat und keinen Rückversand nachweisen kann, meistens auch keine Hilfe.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Mit Sicherheit - einfach mal in einem australischen Rechtsform nachfragen oder entsprechend googlen.

Das sich hier einer mit australischem Recht auskennt, glaube ich eher nicht.



Ich wäre davon ausgegangen, dass bei einem deutschen Verbraucher das deutsche Recht gilt - ob das was hilft, ist natürlich eine andere Frage (aber ob bei Kauf in Deutschland (weil ich habe ja an meinem PC in Deutschland gekauft :-) ) das australische Recht entscheidend ist, bezweifle ich.

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#6
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

Zitat (von Daskalos):
Hatte mal einen Mantel (100.-) aus China bestellt. War natürlich viel zu klein. Der Support sagte mir gleich, dass ich es zurück schicken sollte, es sich aber aufgrund von Kosten und Entfernung nicht lohnt, eventuell sogar verloren geht, und ich es vergessen sollte. Als Kulanz überwiesen sie mir 10% des Kaufbetrags zurück.

Einer Nachbarin ist das selbe passiert. bedrucktes Ty-Shirt ca 50.-

Australien scheint da sicher nicht anders zu sein.



befürchte ich auch - aber bin auch der Meinung, dass da mal irgendwelche rechtliche Regelungen getroffen werden (wenn es die noch nicht gibt). Wer in Deutschland verkauft, sollte auch die deutschen Rechte anerkennen müssen und eine Rückgabemöglichkeit schaffen.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(102341 Beiträge, 37364x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
müsste das aber doch mal irgendwie geregelt werden, dass am nicht irgend einen Mist bekommt und dann wird angeboten, dass man die Ware nach China oder Australien zurück schicken kann.

Das wurde geregelt. Das es Dir nicht gefällt ist halt Pech, dann sollte man halt nicht bei Unternehmen im Ausland kaufen sondern innerhalb der EU.
In der EU ist das alles schön geregelt und auch gut durchsetzbar.



Zitat (von michaela75):
ob bei Kauf in Deutschland (weil ich habe ja an meinem PC in Deutschland gekauft :-) ) das australische Recht entscheidend ist,

Die Neigung anderer Länder sich den Gesetzen anderer fremder Länder zu unterwerfen ist überaus gering - man könnte sagen 0.

Ausnahmen gibt es z.B. bei Handelsabkommen oder Rechtshilfeabkommen.


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#8
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(566 Beiträge, 173x hilfreich)

Grundsätzlich gilt:

Sofern sich der Webshop an deutsche Verbraucher richtet gilt für diesen auch deutsches Recht.
Daher kann man den Betreiber tatsächlich in Deutschland durchaus erfolgreich verklagen.

Die Probleme beginnen dann aber bei der Vollstreckung (in Australien generell möglich (Foreign Judgment Act von 1991), es muss aber mindestens ein Landgericht das Urteil gesprochen haben). Das ist ein extrem komplexes und vor allem teures Feld.

Und man sollte nicht vergessen, dass viele Firmen dieser Art dann eine ausländische Limited sind, die viel schneller und günstiger gegründet und geschlossen sind als eine GmbH z.b. - das heisst wenn man dann endlich den Gerichtsvollzieher in Australien zum Vollstrecken losgeschickt hat ist die Firma weg. Und man sieht kein Geld wieder.

Was ich in solchen Fällen empfehlen kann, ist, die Verbraucherzentralen zu Informieren. Die sind relativ eifrig dabei diese Webshops von den Handelsplattformen kicken zu lassen. Alternativ auch ein Hinweis an die Gewerbeaufsicht dass hier jemand Lampen ohne CE Zulassung verkauft. Dann ist der Shop auch relativ schnell weg.








1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13675 Beiträge, 8462x hilfreich)

Grundsätzlich müssen sich Anbieter, die auf dem deutschen Markt anbieten, auch an deutsche Verbraucherschutzvorschriften halten.

Aber:
A) Es gibt bislang keine Vorschrift, dass ausländische Anbieter eine Rücksendeadresse in Deutschland haben müssen.
B) wie schon erwähnt, ist die deutsche Justiz relativ machtlos, wenn ausländische Anbieter die deutschen Verbraucherschutzvorschriften ignorieren.

In der Schweiz gibt es da eine ganze Branche, die davon lebt: Überteuerte Ware wird nach Deutschland verkauft (wobei so getan wird, als wäre es eine deutsche Firma) mit "100% Rückgaberecht" - und wenn der Kunde tatsächlich zurückschicken will, muss er feststellen, dass die Rücksendeadresse in der Schweiz ist und Paketkosten in die Schweiz (non-EU) den Warenwert übersteigen, so dass das Rückgaberecht nichts wert ist.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#10
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Die Neigung anderer Länder sich den Gesetzen anderer fremder Länder zu unterwerfen ist überaus gering - man könnte sagen 0.


Die Aussage ist doch Unsinn und wenig sachgerecht - natürlich muss mir nicht alles gefallen aber es geht auch nicht darum, dass sich andere Länder unseren Gesetzen einfach unterwerfen sondern darum, dass ein Verkäufer, der in Deutschland verkauft meines erachtens sehr wohl deutsche Rechte beachten muss !!

ob einem das was hilft, ist ein anderes Thema

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13675 Beiträge, 8462x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
dass ein Verkäufer, der in Deutschland verkauft meines erachtens sehr wohl deutsche Rechte beachten muss !!

Muss er ja auch - aber wenn er es nicht tut, passiert halt nichts.

Und: das deutsche Recht schreibt nicht(!) vor, dass man eine deutsche Rücksendeadresse haben muss.


-- Editiert von drkabo am 28.07.2022 20:24

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0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Muss er ja auch - aber wenn er es nicht tut, passiert halt nichts.

Und: das deutsche Recht schreibt nicht(!) vor, dass man eine deutsche Rücksendeadresse haben muss.


Danke für Deine Ausführungen - war zu befürchten. Hilft zwar nicht aber ich finde, da sollte da der Gestzgeber noch etwas tun, sonst könnte Samsung ja auch immer verlangen, dass man die Waren zurück nach Asien schicken muss.

In meinem Fall geht es wohl unterm Strich darum, ob ich Paypal irgendie überzeugen kann, dass ich einen Käuferschutz in Anspruch nehmen kann - z.B. weil die Lampen keine bzw, gefälschte CE Zeichen haben.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

Zitat (von Tehlak):
Grundsätzlich gilt:

Sofern sich der Webshop an deutsche Verbraucher richtet gilt für diesen auch deutsches Recht.
Daher kann man den Betreiber tatsächlich in Deutschland durchaus erfolgreich verklagen.

Die Probleme beginnen dann aber bei der Vollstreckung (in Australien generell möglich (Foreign Judgment Act von 1991), es muss aber mindestens ein Landgericht das Urteil gesprochen haben). Das ist ein extrem komplexes und vor allem teures Feld.

Und man sollte nicht vergessen, dass viele Firmen dieser Art dann eine ausländische Limited sind, die viel schneller und günstiger gegründet und geschlossen sind als eine GmbH z.b. - das heisst wenn man dann endlich den Gerichtsvollzieher in Australien zum Vollstrecken losgeschickt hat ist die Firma weg. Und man sieht kein Geld wieder.

Was ich in solchen Fällen empfehlen kann, ist, die Verbraucherzentralen zu Informieren. Die sind relativ eifrig dabei diese Webshops von den Handelsplattformen kicken zu lassen. Alternativ auch ein Hinweis an die Gewerbeaufsicht dass hier jemand Lampen ohne CE Zulassung verkauft. Dann ist der Shop auch relativ schnell weg.



Verklagen scheidet auch wegen der Höhe der Forderung ohnehin aus.

Mir geht es mehr darum, ob ich gegenüber Paypal Argumente finde, weshalb ich das Geld zurück bekommen könnte und würde dann die Klage des Verkäufers auf mich zukommen lassen

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13675 Beiträge, 8462x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
sonst könnte Samsung ja auch immer verlangen, dass man die Waren zurück nach Asien schicken muss.

Wenn man bei der asiatischen Zentrale bestellt, dann könnten tatsächlich eine Rücksendung nach Asien verlangt werden.
Wenn man bei der deutschen Niederlassung kauft, kann man eine Rücksendeadresse in Deutschland erwarten.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(102341 Beiträge, 37364x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
Mir geht es mehr darum, ob ich gegenüber Paypal Argumente finde, weshalb ich das Geld zurück bekommen könnte

Seit wann braucht man denn bei der Käuferschutz-Lotterie von Paypal Argumente?

Aber man kann ja die vorhandenen nutzen.


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#16
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1160 Beiträge, 616x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
Der Lieferant hat Widerruf akzeptiert, fordert aber den Rückversandt ... nach Australien


Ok.

Die Kosten der Rücksendung nach einem Widerruf trägt der Verbraucher. Das gilt aber nur bei ordnungsgemäßer Widerrufsbelehrung.

Also: ein Rücksendeetikett für kostenfreie Rücksendung einfordern.

RK

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

Zitat (von RrKOrtmann):
Die Kosten der Rücksendung nach einem Widerruf trägt der Verbraucher. Das gilt aber nur bei ordnungsgemäßer Widerrufsbelehrung.

Also: ein Rücksendeetikett für kostenfreie Rücksendung einfordern.



eigentlich sehe ich es auch so aber vermutlich ist meine einzige Chance der PP Käuferschutz, weil Klagen oder ähnliches keinen Sinn macht.

Und da spricht wohl ein Entscheidungsgrundsatz von PP dagegen "Geld und Ware dürfen nicht bei derselben Partei sein"

Deshalb dachte ich, dass es vielleicht ein Gesetz / Rechtsprechung gibt, die deutsche Verbraucher gg. die neuen Umgehungsmöglichkeiten schützt und auf die man sich berufen kann.

Ist aber wohl nicht so

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13675 Beiträge, 8462x hilfreich)

Zitat (von RrKOrtmann):
Also: ein Rücksendeetikett für kostenfreie Rücksendung einfordern.


Wenn in Angebot ausdrücklich steht, dass der Käufer die Rücksendekosten zu tragen hat, besteht kein Anspruch auf ein kostenloses Etikett.

Wenn im Angebot nichts zu den Rücksendekosten steht, hätte der Kunde zwar theoretisch einen Anspruch auf ein kostenloses Etikett. Praktisch kann der Kunde aber nichts machen, wenn der Verkäufer das einfach ignoriert. Der Arm der deutschen Justiz reicht nicht nach Australien - siehe oben.


Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
bertram-der-bärtige
Status:
Lehrling
(1050 Beiträge, 88x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
Deshalb dachte ich, dass es vielleicht ein Gesetz / Rechtsprechung gibt, die deutsche Verbraucher gg. die neuen Umgehungsmöglichkeiten schützt und auf die man sich berufen kann.

Was für *neuen Umgehungsmöglichkeiten*?
Deutsche Gesetze enden an deutschn Grenzen. War schon immer so. *Ende*

Signatur:

Ich weiß, dass ich nicht alles weiß. Manchmal ist es schön, nicht alles zu wissen.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1160 Beiträge, 616x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Praktisch kann der Kunde aber nichts machen


Er könnte "einfach" Waren des Verkäufers ( in dessen deutschem Auslieferungslager ), die für andere Kunden bestimmt sind pfänden lassen, wenn der Verkäufer ( nach Verurteilung zur Leistung eines Rücksende-Vorschusses ) nicht freiwillig zahlen möchte.

RK

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13675 Beiträge, 8462x hilfreich)

Der Pfändungsbeschluss müsste doch erst wirksam in Australien zugestellt werden ... hüstel ...

Signatur:

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0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1236 Beiträge, 943x hilfreich)

Ist das australische Unternehmen irgendwie in Deutschland vertreten, durch eine Tochtergesellschaft oder eine Zweigniederlassung? Warum kam die Ware aus Deutschland und woher genau kam sie?

Ist nach deutschem Recht der Widerruf überhaupt möglich? Je nach Art der Ware könnte der Widerruf auch in Deutschland ausgeschlossen sein. Dass der Verkäufer den Widerruf "akzeptiert", ist insofern unbeachtlich als dass er dies ja nur zu seinen eigenen Bedingungen tut.

Wenn Sie in Australien einkaufen, dann agieren Sie auf dem australischen Markt und müssen grundsätzlich nach den dortigen Spielregeln spielen. Es gilt also australisches Recht. Wenn Sie wollen, dass das Unternehmen in Australien dazu gezwungen wird, eine Zahlung an Sie zu leisten, dann geht das am Ende nur mit der Hilfe der australischen Behörden/Justiz. Und die richten sich selbstverständlich nach australischem Recht. Ihre einzihe Hoffnung könnte dann darin bestehen, dass das australische Recht selbst bestimmt, dass entweder das Unternehmen sich in Deutschland vor Gericht verantworten muss, dass vor einem australischen Gericht ausnahmsweise deutsches Recht angewendet werden kann oder dass zumindest ein in Deutschland (in Abwesenheit des Unternehmens) ergehendes Urteil gegen das Unternehmen in Australien vollstreckt werden kann. Die Optionen 2 und 3 wären immer noch mit viel Aufwand und Mühen verbunden. Die Option 1 vielleicht etwas weniger. Aber selbst bei dieser ist noch unklar, ob sich das alles am Ende lohnt.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(566 Beiträge, 173x hilfreich)

Zitat (von Zuckerberg):
Wenn Sie in Australien einkaufen, dann agieren Sie auf dem australischen Markt und müssen grundsätzlich nach den dortigen Spielregeln spielen.


Hier wurde nicht in Australien eingekauft. Denn wie der TE ganz eindeutig schon schrieb:

Zitat (von michaela75):
Lieferung erfolgte aus Deutschland,


Das ist eine aktuell mehr und mehr um sich greifende Masche - man "tarnt" sich mit dem Artikelstandort Deutschland als Händler der aus Deutschland agiert. Und wenn dann ein Käufer seine Verbraucherrechte wahrnehmen möchte, versteckt man sich hinter einer schwierig erreichbaren ausländischen Adresse.

Diese Shops richten sich dabei gezielt auf den deutschen Markt - also ist auch deutsches Recht anzuwenden. Hier ist halt das einzige Problem die Durchsetzung im Zielland die so kostspielig ist, dass es keiner macht.

Deswegen auch mein Tip den Händler einfach bei den Behörden (fehlende CE Kennzeichnung) und Verbraucherzentralen anzuzeigen. Normal sind die dann ganz schnell weg.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9398 Beiträge, 3928x hilfreich)

Zitat (von Tehlak):
Hier wurde nicht in Australien eingekauft. Denn wie der TE ganz eindeutig schon schrieb:
Zitat (von michaela75):
Lieferung erfolgte aus Deutschland


Bedeutet nicht zwangsläufig, dass nicht in Australien gekauft wurde.
Die Australier sind wohl auf den Fulfillment Center, oder Zolllager Zug der Chinesen aufgesprungen.

Es dürfte schwierig sein für die Australier zu vermitteln sein, dass sich ihr Geschäft bei einem deutschen Auslieferungslager nicht an deutsche Kunden richtet.
Aber wie du bereits sagtest, letztendlich bleibt das Problem, dass bei "nicht wollen" des Gegenüber, der Gegner immer noch auf einem anderen Kontinent sitzt, wo die deutsche Gerichtsbarkeit keine Handhabe hat.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
michaela75
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 14x hilfreich)

vielen Dank für die Antworten, mir war von vornherein klar, dass Recht haben und Recht bekommen oder durchsetzen zweierlei ist.

Aber ich finde um die Auswüchse im Onlinebereich einzudämmen, sollte man in Deutschland nicht nur vorschreiben, dass man ein Widerrufsrecht hat und die Folgen sondern man sollte auch vorschreiben, wer nach Deutschland verkauft muss auch einen Widerruf / Rücktritt und Rückversand möglich machen.

Sonst haben wir bald nur noch Tochterunternehmen in China / Australien .... um den Verbraucherschutz zu umgehen.

Mein Lieferant hat nun neben der Aufforderung zur Rücksendung der Ware alternativ 25 % Rückerstattung angeboten. Wäre zwar mehr als nix aber ich glaube ich versuch es bei PP trotzdem mal mit Rücktritt wegen fehlendem bzw. gefälschtem CE Zeichen (und biete natürlich Rückversand gegen Retourenschein an) - mal sehen, was PP in dem Fall macht

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(102341 Beiträge, 37364x hilfreich)

Zitat (von michaela75):
sollte man in Deutschland nicht nur vorschreiben, dass man ein Widerrufsrecht hat und die Folgen sondern man sollte auch vorschreiben, wer nach Deutschland verkauft muss auch einen Widerruf / Rücktritt und Rückversand möglich machen.

Wie schon geschrieben wurde, gibt es das alles ja bereits.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
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0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1236 Beiträge, 943x hilfreich)

Zitat:
Hier wurde nicht in Australien eingekauft. Denn wie der TE ganz eindeutig schon schrieb: Lieferung erfolgte aus Deutschland
Zumindest nach deutschem Recht hat die Lieferung absolut nichts mit dem Kauf zu tun. Wenn ich meinen Wohnsitz in Berlin habe und bei einem Berliner Audi-Autohaus einen Audi Q4 bestelle, dann wir der mir aus Ungarn geliefert. Trotzdem hat doch wohl niemand Zweifel daran, dass sämtliche für das Kaufverhältnis relevanten Orte in Deutschland (Berlin) liegen und Berlin auch der einzige in Betracht kommende Gerichtsstand ist.

Um genau zu sein werden vermutlich die allermeisten Lieferungen aus Übersee doch irgendwie auch aus Deutschland geliefert. Die Ware wird per Luftfracht nach Frankfurt oder Leipzig geflogen. Dort wird sie umgeladen und an ein anderes Unternehmen übergeben, welches die Ware dann bis vor meine Haustür bringt. Geliefert wurde mir die Ware dann aus Leipzig/Frankfurt.

Ich kann auch von Polen aus auf der franzöischen Webseite eines niederländischen Unternehmens einkaufen, woraufhin das Unternehmen mir die Ware dann vön Dänemark nach Deutschland liefern lässt. WUrde die Ware jetzt in Dänemark gekauft? Von da aus erfolgte doch die Lieferung...

Von wo aus die Ware versendet wird, geht den Käufer in den meisten Fällen gar nichts an.

Zitat:
Das ist eine aktuell mehr und mehr um sich greifende Masche - man "tarnt" sich mit dem Artikelstandort Deutschland als Händler der aus Deutschland agiert.
Das ist zum einen spekulativ. Zum anderen ist es irrelevant. Denn trotz deutscher "Tarnung" ist der Geschäftssitz tatsächlich in Australien (Gegenteiliges müsste der Käufer darlegen).

Zitat:
Diese Shops richten sich dabei gezielt auf den deutschen Markt
Hier diskutieren wir über den Fall des Threaderstellers. Dieser schreibt von einer solchen Zielsetzung nichts.

Zitat:
also ist auch deutsches Recht anzuwenden.
So einfach ist das selbst nach deutschem Recht nicht unbedingt. Aber sowieso bleibt dann die Frage, wie es nach australischem Recht aussieht. Der Threadersteller steht nämlich immer noch vor dem Problem, dass deutsches Recht nicht so einfach bestimmen kann, dass deutsches Recht gilt. Das kann das deutsche Recht allenfalls für diejenigen vorgeben, die sowieso deutschem Recht unterworfen sind, namentlich für deutsche Gerichte. Für australische Gerichte aber nicht.

Ob und was es dem Threadersteller bringt, wenn deutsche Gerichte deutsches Recht anwenden würden, ist weiterhin schwierig zu beantworten.

Zitat:
mir war von vornherein klar, dass Recht haben und Recht bekommen oder durchsetzen zweierlei ist.
Meiner Meinung nach ist noch nicht so ganz klar, ob es überhaupt einen Unterschied gibt zwischen dem Recht, dass Sie haben, und dem Recht, dass Sie bekommen. Die große Frage ist weiterhin, welches Recht Sie überhaupt haben.

Zitat:
Aber ich finde um die Auswüchse im Onlinebereich einzudämmen, sollte man in Deutschland nicht nur vorschreiben, dass man ein Widerrufsrecht hat und die Folgen sondern man sollte auch vorschreiben, wer nach Deutschland verkauft muss auch einen Widerruf / Rücktritt und Rückversand möglich machen.
Gegen diese Idee habe ich eine ganze Reihe von Einwänden:

Zunächst ist der Widerruf und Rückversand ja möglich. Sie wollen nur die Kosten nicht tragen oder allenfalls für den Versand nach Deutschland die Kosten tragen.

Um noch genauer zu sein, wollen Sie eigentlich nur Ihr Geld zurück. Ihr Geld ist in Australien. Offensichtlich kann nicht einfach die deutsche Staatsgewalt dort einmarschieren und Ihr Geld abholen. Es müsste dort von der australischen Staatsgewalt eingesackt werden. Und offensichtlich entscheidet aber das australische Volk darüber, was die australische Staatsgewalt zu tun hat. Ihre Idee müssten Sie also dem australischen Gesetzgeber präsentieren. Entweder soll der Ihnen eine (erfolgreiche) Klage in Australien zu zumutbaren Konditionen ermöglichen. Oder er soll festlegen, dass australische Unternehmen sich in solchen Fällen vor deutschen Gerichten zu verantworten haben und entsprechende deutsche Urteile dann in Australien vollstreckt werden können.

Solche Regelungen gibt es ganz sicher sogar schon in Australien. Teilweise dürfte sich Australien sogar völkerrechtlich gegenüber Deutschland dazu verpflichtet haben, solche Regelungen einzuführen, nicht wieder aufzuheben und auch konsequent umzusetzen. Die zugehörigen Rechtsgebiete sind aber nicht ganz so leicht. Sie müssten also einen mit deutsch-australischen Beziehungen Rechtsanwalt finden, der die Rechtslage für SIe genauer prüft und Ihre Interessen vertritt, also Ihr Geld aus Australien zurück holt.

Aber ist Ihre Idee wirklich so gut? Dann kann ich mir keinen französischen Wein mehr bei einem kleinen Winzer bestellen. Denn der französische Winzer weiß, dass jederzeit Widerruf möglich ist und er das Geld zurückgeben muss. Die Ware bekommt er nicht zurück, denn er sitzt natürlich in Frankreich, aber ich müsste allenfalls nach Deutschland zurücksenden. Am Ende habe ich Wein und Geld, der Winzer hat gar nichts. Da der WInzer keine Lust auf wirtschaftlichen Ruin hat, liefert er ganz einfach nicht mehr nach Deutschland. Das ist schade für mich und für die Wirtschaft auch.

Wenn Sie nur nach Deutschland zurücksenden wollen, dann vereinbaren Sie das bei zukünftigen Käufen doch so. Das haben Sie aber nicht gemacht, sondern stattdessen AGB akzeptiert, die ganz ausdrücklich erwähnen, dass der Rückversand nach Australien erfolgen müsste.

Oder Sie kaufen ganz einfach nur noch (zu tendenziell teureren Preisen) bei deutschen Unternehmen. Am besten auch gar nicht online, sondern in einem Fachgeschäft in Ihrer Stadt. So stärken Sie die deutsche und Ihre heimische Wirtschaft.

Wer deutschen Service will, der muss auch deutschen Service bezahlen.

Zitat:
Sonst haben wir bald nur noch Tochterunternehmen in China / Australien .... um den Verbraucherschutz zu umgehen.
Der Gründung solcher Tochterunternehmen könnten steuerrechtliche Probleme entgegenstehen. Mit Pech muss dann nämlich in Deutschland UND in Australien versteuert werden. Oder die chinesischen Behörden machen den Laden dicht.

Bei dem australischen Tochterunternehmen eines deutschen/französischen/japanischen Unternehmens zu kaufen scheint mir nichts anderes zu sein als direkt bei einem australischen Unternehmen zu kaufen. Sie scheinen der Meinung zu sein, in solchen Fällen quasi bei einem deutschen Unternehmen zu kaufen. Meiner Meinung nach ist genau das Gegenteil der Fall.

Sie wollen offenbar darauf abstellen, dass die Gesellschafter/Eigentümer des Unternehmens in Deutschland sitzen. Recherchieren Sie doch mal, ob das in Ihrem Fall so ist. Wenn es denn wirklich so ist, dann gibt es ja vielleicht schon heute eine Handhabe gegen die deutschen Gesellschafter/Eigentümer. Oder das australische Tochterunternehmen hat eigene Vermögenswerte in Deutschland, insbesondere ein Warenlager oder Bankkonto. Dort Ihr Geld abzuholen, das könnte wiederum die deutsche Staatsgewalt übernehmen.

Zitat:
gefälschtem CE Zeichen
Wenn das CE-Zeichen wirklich "gefälscht" ist, könnten Sie überlegen, per Email bei den australischen Behörden Strafanzeige zu erstatten.

-- Editiert von User am 06.08.2022 02:29

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