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Firma nutzt neuentwickelte Software, hats aber nicht eilig mit Abnahme

 Von 
Koenig Arthur
Status:
Praktikant
(637 Beiträge, 207x hilfreich)
Firma nutzt neuentwickelte Software, hats aber nicht eilig mit Abnahme

Folgender Fall:

Es wurde seit ca. 10 Monaten eine Software entwickelt und in der Praxis getestet, die bestimmte Abläufe vereinfacht und Einsparungen/Gewinne im derzeit mittleren 5stelligen Bereich produziert hat,
-- d.h. dieses Geld wäre ohne diese Software in Produktionskosten/Arbeitskosten/Fahrtkosten geflossen, nun liegts vermutlich irgendwo auf dem Konto oder wurde für Investitionen genutzt, die Firma hat jedenfalls in dem Bereich 2 neue Leute eingestellt die hauptsächlich die Daten aus der Software verarbeiten ... .

Jetzt bin _ich_ aber der Berechtigte an der Software, d.h. ich habe diese als selbständiger Programmierer geschrieben,
-- ohne Werkvertrag, ohne Angestelltenverhältnis, ohne einen Vertrag,
-- aus eigenen Ideen, d.h. ich habe gesehen, dass man die Abläufe automatisieren kann und das dann vorgeschlagen bzw. so lange erklärt und vorgemacht, bis man es in der Firma verstanden hat.

Insgesamt habe ich mal eine Abschlagsrechnung für eine frühe Version geschrieben und genehmigt bekommen, ca. 1000 EUR,
-- inzwischen habe ich das Programm voll ausgebaut, den Funktionsumfang stark erweitert usw., einen Haufen Zeit hineingesteckt ... .

Also: Das Urheberrecht liegt wohl so weit ohne besonderen Zweifel bei mir, auf jeden Fall kann die Firma auch keine Universallizenz innehaben, da eine angemessene Bezahlung fehlt (die 1000 EUR würden ca. 1-2 EUR Stundenlohn ergeben) ... ,
-- sie denken aber, dass sie das Monopol drauf haben, ich habe da noch nicht anderweitig drauf hingewiesen ... .

-------------------------

Wie bringe ich denen nun am besten bei, dass sie mal ans zahlen denken dürfen ? Von der Summe her schwant denen vermutlich noch nicht, dass es in Richtung 5stelliger Summe kosten muss wenn sie das Alleinrecht dran haben wollen ...,
-- da haben wir leider bisgher gar nix richtiges abgesprochen,
-- aber ich vermute mal dass der Chef denkt: "Maximal noch e. 1000er und gut", so ungefähr.

Wenn ich als Selbständiger einen normalen Stundensatz machen würde, wäre ich ohne weiteres bei 15-25 TEUR, die Firma hat auch sonst genug Geld (10 Angestellte, 6 Autos, Geräte für ein paar 100 000er) ... .
-- Man würde aber schätzungsweise schon streiken, wenn ich auch nur im mittleren 4stelligen Bereich die Rechnung schreiben würde,

irgendwie muss ich das mit dem Verhandeln richtig anpacken, damit es nicht nach hinten losgeht ... ... .

Neulich hatte ich einen Termin dazu in der Firma, wurde aber versetzt, dann schrieb ich inzwischen 3 emails dazu, auch eine SMS, keine Reaktion irgend einer Art,
-- mir schwant: Man will mich vllt. irgendwie kalt absservieren ... .

Was sagt Ihr dazu ?

Ach ja, der Quelltext liegt bei mir, niemand anders hat den ... .

-- Editier von Koenig Arthur am 05.05.2017 13:24

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Software Firma zahlen


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
little-beagle
Status:
Student
(2175 Beiträge, 1203x hilfreich)

Oha. Klarer Fall von "schaut einfach aus, kann aber furchtbar kompliziert werden" würde ich sagen.

Einen Vertrag gab es sicher, wenn auch nicht schriftlich - aber offenbar wurde mit Deinem Einverständnis die Software beim "Kunden" installiert und getestet. Und es ist Geld dafür geflossen - ob Deine Stundenlohnkalkulation aufgeht, ist dabei irrelevant (nennt sich unternehmerisches Risiko).

Das Urheberrecht liegt in jedem Fall bei Dir, viel spannender ist aber das Nutzungsrecht.

Ich würde wohl versuchen, dem Kunden einen Wartungsvertrag zu verkaufen; wenn die Software wirklich in der Lage ist, solche Summen einzusparen, sollte dem Unternehmen daran gelegen sein, dass

a) jemand bei Fehlern für deren Behebung sorgen kann
b) die Weiterentwicklung begleiten kann

und da würde mir jemand einfallen, der das wie kein Zweiter kann: Du!

Je nachdem, wie speziell die Branche und die Software ist, könnte man auch daran denken, die Software anderweitig zu verkaufen - dann natürlich nicht für ein Taschengeld. Allerdings ist das problematisch, wenn umgekehrt auch Firmengeheimnisse in die Software geflossen sind - die darfst Du natürlich nicht ohne Weiteres zur Konkurrenz tragen.

Eine Pflicht zur Herausgabe des Quellcodes sehe ich übrigens nicht, weil nicht explizit vereinbart. Das Unternehmen sollte diesen Quellcode aber eigentlich haben (um sich gegen das Risiko, dass DU ausfällst abzusichern) - vielleicht ist DAS dem Unternehmen ja Geld wert?

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71182 Beiträge, 32392x hilfreich)

Zitat (von Koenig Arthur):
Firma nutzt neuentwickelte Software, hats aber nicht eilig mit Abnahme

Eine Nutzung über einen längerne Zeitraum ohne Reklamation kann einer Abnahme gleichstehen.


Im übrigen gibt es ja die üblichen Möglichkeiten, das sich Vollversionen nach einer gewissen Zeit in eingeschränkte Versionen verwandeln (es funktionieren nur noch die ersten 30 Datensätze, funktioniert nur noch 30 Minuten am Tag, ...)
Eventuell sollte man mal in die Richtung prüfen, was da noch möglich ist.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2599 Beiträge, 888x hilfreich)

Was wurde denn überhaupt vereinbart?

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