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Ich werde gegen meinen Willen auf einem Blog ausgestellt

5.2.2019 Thema abonnieren
 Von 
go508405-77
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Ich werde gegen meinen Willen auf einem Blog ausgestellt

Hallo!

Ich bin Betreiber einer geschlossenen Facebook Gruppe mit ca. 5000 Mitgliedern und werde der Schleichwerbung bezichtigt, da Leute Verkaufsangebote in meiner Gruppe posten und der Blogbetreiber vermutet, dass ich u.a. dafür Geld bekomme. Dies kreidet er vorallem an, da ich meinen Facebook Standort auf Spanien verlegt habe sowie nicht meinen echten Nachnamen angebe, was er für eine Straftat hält.

Ich verdiene keinen Cent an dieser Gruppe allgemein. Fakt ist, ich werde nun mit meinem Profilbild und einem Screenshot von meinem Facebook Profil auf dem Blog des Herrn als Betrüger ausgestellt, mit verleumderischen Phrasen wie

"******** in xxxxx, entscheidet also darüber, was auf dem 5.000-Mitglieder-Portal „XXXXX" von den Teilnehmern veröffentlicht werden darf und was nicht. Und er verstößt gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, indem er kommerzielle Schleichwerbung durchgehen lässt, warum auch immer."

"Last but not least: Der Administrator betreibt die xxxxx-Page vermutlich nicht etwa aus sozialem Engagement, sondern vielmehr weil er damit bares Geld von Facebook kassiert! Und je mehr Teilnehmer er dafür in xxxxx anlockt, desto mehr Kohle fließt nach xxxxx"


Ich habe den Herrn nett gebeten mein Foto sowie den Screenshot zu entfernen und außerdem darum, diesen Beitrag zu entfernen. Er kommt dem nicht nach.

Kann ich dagegen vorgehen? Habe ich mich strafbar gemacht/mache ich mich strafbar? In meinen Augen bin ich erstmal unschuldig und außerdem betreibt dieser Herr selbst mindestens Verleumdung und Rufmord, ganz zu schweigen von Verstößen gegen das Datenschutzgesetz. Aber ich bin Laie.

Viele Grüße,

***********

-- Editiert von Moderator am 05.02.2019 23:44

-- Editiert von Moderator am 11.02.2019 16:11

-- Editiert von Moderator am 11.02.2019 16:11

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wernerlang
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 1x hilfreich)

Für die Entfernung des Fotos von einem selbst was man zudem noch selbst gemacht hat, dürfte ein Unterlassungsanspruch aufgrund des Urheberrechts bestehen.

"Der Administrator betreibt die xxxxxPage vermutlich nicht etwa aus sozialem Engagement, .."

Er vermutet also.

Ob das tatsächlich Schleichwerbung ist, ist schwerlich zu sagen. Dazu müßte man sich §1 ab Rn. 26 zB. des Buchs zu gemüte führen:
https://beck-online.beck.de/Dokument?vpath=bibdata%2Fkomm%2FBauHefKoWettbewR%2FBuch%2Fcont%2FBauHefKoWettbewR.Buch.Titel.htm

-- Editiert von Moderator am 11.02.2019 16:12

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#2
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10301 Beiträge, 7397x hilfreich)

Zitat:
Ich habe den Herrn nett gebeten mein Foto sowie den Screenshot zu entfernen und außerdem darum, diesen Beitrag zu entfernen. Er kommt dem nicht nach.
Kann ich dagegen vorgehen?

Da sehe ich keine Erfolgsaussicht.
Auf dem Foto ist keine Person erkennbar (zu klein, nur von hinten) - und es ist ohenhin nur ein Screenshot von Facebook, der im Rahmen des Zitaterechts genutzt wird.
Man kann natürlich über die Qualität des Blogs streiten - aber es handelt sich zweifellos um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Facebook-Seite.

Zitat:
ganz zu schweigen von Verstößen gegen das Datenschutzgesetz

Ich vermag da keinen Verstoß gegen irgendwelche Datenschutzvorschriften zu erkennen. Ihre Daten sind ja nicht echt.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69133 Beiträge, 32000x hilfreich)

Zitat (von go508405-77):
Kann ich dagegen vorgehen?

Man könnte bei erwiesener Unwahrheit den Blogger auf Unterlassung in Anspruch nehmen.



Zitat (von go508405-77):
Habe ich mich strafbar gemacht/mache ich mich strafbar?

Da ist derzeit nichts erkennbar.



Zitat (von go508405-77):
sowie nicht meinen echten Nachnamen angebe, was er für eine Straftat hält.

Das wäre eine Straftat, wenn man dies machen würde um z.B. einen Betrug vorzubereiten oder zu begehen. Da davon aber nichts erkennbar ist, ...



Zitat (von go508405-77):
ganz zu schweigen von Verstößen gegen das Datenschutzgesetz

Und das sollen welche genau sein?
Da konnte ich nichts erkennen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10301 Beiträge, 7397x hilfreich)

Das praktische Problem wird darin bestehen, dass man den richtigen Namen und den richtigen Wohnort (incl. voller Adresse) offenlegen muss, wenn man irgendwelche rechtlichen Schritte einleiten will. Anonym oder unter Pseudonym geht das nämlich nicht.

Aber wie gesagt: Ich sehe da keine nennenswerten Erfolgsaussichten. Wenn man selbst so umfangreich im Internet aktiv ist, muss man auch Anfeindungen aushalten können.

Zumal in den Anfeindungen zumindest etwas Wahrheit drinsteckt: Kommerzielle Werbung muss als Werbung erkennbar sein und darf nicht bei redaktionelle Inhalten "untergemischt" werden. (Wobei sich die Frage stellt, in wie weit es sich bei der Facebookseite des Fragestellers überhaupt um redaktionelle Inhalte handelt.)

Wenn man Interesse daran hat, die eigene Facebook-Seite möglichst lange weiter zu betreiben, würde ich gar nichts machen. Denn wenn man in irgendeiner Weise "Staub aufwirbelt" nutzt das in erster Linie den Kritikern. Ein Rechtsstreit würde dem betreffenden Blog eine Publicity verschaffen, die er sonst nicht hätte. Und Sie stehen in der Öffentlichkeit als böser "Buh-Mann" da, der Kritikern den Mund verbieten will. Ob die Kritik des Blogs evtl. unberechtigt ist, das interessiert nachher niemand mehr.



-- Editiert von drkabo am 06.02.2019 12:03

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#5
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3506 Beiträge, 1395x hilfreich)

Zitat:
Man könnte bei erwiesener Unwahrheit den Blogger auf Unterlassung in Anspruch nehmen.

Wieso? Anspruchsgrundlage §186 StGB, da müßte die Gegenseite beweisen, daß ihre Behauptung wahr ist.

Daß die ins Blaue hinein erhobene öffentliche (!) Anschuldigung, gegen Gesetze zu verstoßen und unlautere Motive zu haben, einen §186 StGB verwirklicht, müssen wir nicht drüber streiten, oder?

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#6
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10301 Beiträge, 7397x hilfreich)

Ganz so einfach ist es mE nicht.
Die Unterlassung ist Zivilrecht, §186 StGB ist Strafrecht.

Und ob die Hürde des §186 StGB wirklich gerissen wird? Vorraussetzung wäre dass der Blog geeignet ist, den Fragesteller verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Wenn da die Unterstellung unsauberer Geschäftspraktiken schon ausreicht, dann hätte die Justiz aber viel zu tun ...

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#7
 Von 
go508405-77
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Das praktische Problem wird darin bestehen, dass man den richtigen Namen und den richtigen Wohnort (incl. voller Adresse) offenlegen muss, wenn man irgendwelche rechtlichen Schritte einleiten will. Anonym oder unter Pseudonym geht das nämlich nicht.

Das stört mich keineswegs. Wobei ich allerdings Angst darum hätte, dass mein echter Name dann auf dem Blog ausgestellt wird. Dann googlet mich jemand, z.B. ein zukünftiger Arbeitgeber, und sieht so einen Unsinn über mich..

Nochmal zu der Facebook Gruppe: es ist eine Gruppe wo jede und jeder teilen und bekannt machen kann was er und sie will und was die Menschen in xxxxx bewegen könnte. Es ist keine bezahlte Werbung sondern von den Mitgliedern der Gruppe gesteuert. Es ist keine offizielle Institution sondern ein Zusammenschluss von xxxxx, die sich austauschen, Fragen oder bestimmte Dinge in und um der Stadt bekannt machen. Ich poste selber so gut wie nichts, ich passe nur darauf auf dass lediglich Menschen die hier in xxxxx leben zur Gruppe zugelassen werden und entscheide darüber ob Beiträge ggf. gelöscht werden, wenn sie gemeldet werden. Keine Schleichwerbung, keine Werbung, kein Geschäft, kein Verdienst..

Danke für die vielen Impressionen schon mal.


-- Editiert von Moderator am 11.02.2019 16:14

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#8
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10301 Beiträge, 7397x hilfreich)

Wobei ich allerdings Angst darum hätte, dass mein echter Name dann auf dem Blog ausgestellt wird. Dann googlet mich jemand, z.B. ein zukünftiger Arbeitgeber, und sieht so einen Unsinn über mich..
Die Information "Herr go508405-77 hat rechtliche Schritte eingeleitet" wäre dann ja nicht falsch. Demzufolge könnte man gegen eine Nennung des echten Namens auf dem Blog kaum etwas ausrichten.

Keine Schleichwerbung, keine Werbung, kein Geschäft, kein Verdienst..
Wenn beispielsweise schnuckipupsi83 ih Ihrer Facebookgruppe schreiben würde "in der Pizzeria am Goetheplatz kostet die Pizza dienstags nur 6€ und ist total lecker", dann wird es problematisch, wenn schnuckipupsi83 zufällig Inhaberin / Mitarbeiterin der Pizzeria am Goetheplatz wäre. Wie gesagt:
Auch wenn die Anfeindungen im wesentlichen aus der Luft gegriffen sind - ein kleines Fünkchen Wahrheit könnte doch dran sein.

ich bleibe dabei:
- Wenn man selbst so umfangreich im Internet aktiv ist, muss man auch Anfeindungen aushalten können.
- Ignorieren erscheint mir die sinnvollste Strategie zu sein. Alles andere wäre nur Wasser auf den Mühlen des Blogs ("getroffene Hunde bellen").

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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