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Opensource Softwareentwicklung in Freizeit

20.6.2019 Thema abonnieren
 Von 
Daryl1000
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Opensource Softwareentwicklung in Freizeit

Liebe "123recht.de"-ler,

ich bin festangestellter Softwareentwickler bei einer Firma. Ich habe in meiner Freizeit an einer Software(-Modul) "B" gearbeitet, welche ich gerne kostenlos / unter MIT-Lizenz der Allgemeinheit zur Verfügung stellen möchte.

Hintergrund:
Mein Arbeitgeber benutzte eine Software(-Modul) "A" unter MIT-Lizenz von ähnlichem Funktionalitätsumfang wie "B". Nach der Entwicklung des ersten Prototypen von "B", stellte ich persönlich fest das "B" - aufgrund einer grundsätzlich anderen Vorgehensweise bei der Programmierung - mehr Performance bietet als "A" und somit besser von nutzen wäre. Ich habe "B" dann als Modul in eine größere Software des AG eingebunden und diese größere Software entsprechend angepasst, dass die allgemeiner gehaltene Funktionalität "B"s sich entsprechend verhält, wie es bei "A" war. Sowohl "A" als auch "B" sind versioniert und Zeitstempel stehen zur verfügung - "A"-Erstversion ist etwa 2 Monate älter, als "B"-Erstversion.

Intention für "B"
Meine Intention bei der Entwicklung von "B" war, es besser und allgemeiner zu schaffen, als es "A" machte - Ich hatte schon öfter mit dem Gedanken gespielt ein kleines Spiel (Art: Schiffe versenken) zu machen, bei dem sich "B" als Basis nutzen ließe.

Eine Weisung seitens AG erhielt ich nicht, für die Entwicklung von "B", ferner war "A" ja bereits vorhanden - die Erkenntnis das "B" besser geeignet wäre, erfolgte auch für mich erst nach Abschluss des Prototyps.

Folgende Fragestellung / Problem:
1. Hätte der AG ein Anrecht auf das einfache oder ausschließliche Nutzungsrecht an "B" von Gesetzes wegen?
Wenn ja, wie wäre es üblich den persönlichen Aufwand für "B" zu kompensieren (da der AG daran Geld verdient, möchte ich auch eine "Entlohnung" in Zeit oder Geld)?

2. Hätte der AG ein Anrecht auf das einfache oder ausschließliche Nutzungsrecht an "B", wenn laut Arbeitsvertrag auch die Verwertungsrechte für außerhalb der Arbeitszeit programmierte Software dem AG zustehen, sofern sie Bezug zu meinen arbeitsvertraglichen Aufgaben hätte?
Wenn ja, wie wäre es üblich den persönlichen Aufwand für "B" zu kompensieren?

3. Im Falle einer Kompensation, hätte ich die freie Wahl auf entweder zeitlicher oder finanzieller Kompensation?

Ich habe mich etwas eingelesen und viel Informationen gefunden, die man verschieden interpretieren kann. Vllt. hat sich hier schonmal jmd. in einer ähnlichen Lage befunden und kann etwas zu ihrem / seinem Vorgehen schildern.

Bevor ich meinen AG darauf anspreche, möchte ich mich gerne vorbereiten. Ich bin für jeden Gedanken / Meinung dankbar.

-- Editiert von Daryl1000 am 20.06.2019 15:06

-- Editiert von Daryl1000 am 20.06.2019 15:07

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71282 Beiträge, 32410x hilfreich)

Zitat (von Daryl1000):
Ich habe "B" dann als Modul in eine größere Software des AG eingebunden und diese größere Software entsprechend angepasst, dass die allgemeiner gehaltene Funktionalität "B"s sich entsprechend verhält, wie es bei "A" war.

Damit dürfte man dem Arbeitgeber bereits so ziemlich alle notwendigen Nutzungsrechte eíngeräumt haben. Vermutlich sogar für den Arbeitgeber kostenfrei.



Zitat (von Daryl1000):
Bevor ich meinen AG darauf anspreche,

Da sollte man sich darüber Gedanken machen, ob das erfolgte (eigenmächtige?) ändern der Software durch Austausch von "A" nicht zu unangenehmen Konsequenzen führen könnte.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Daryl1000
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):

Damit dürfte man dem Arbeitgeber bereits so ziemlich alle notwendigen Nutzungsrechte eíngeräumt haben. Vermutlich sogar für den Arbeitgeber kostenfrei.

Das wäre für mich insoweit ok, wenn der AG dadurch nicht die ausschließlichen Nutzungsrechte erhält - ohnehin wäre die Software MIT-lizenziert für diesen Verwendungszweck verfügbar (geworden).

Wenn ich die Software nun anderen nicht mehr verfügbar machen kann, fände ich das allerdings ärgerlich.

Zitat (von Harry van Sell):

Da sollte man sich darüber Gedanken machen, ob das erfolgte (eigenmächtige?) ändern der Software durch Austausch von "A" nicht zu unangenehmen Konsequenzen führen könnte.

Das werde ich bedenken - da Kollegen und Kunden mit der Zeit auf eine Trägheit "A"s hinwiesen, war die Verbesserung unausweichlich (ob der Austausch nötig gewesen wäre, wäre fraglich). Guter Hinweis.

-- Editiert von Daryl1000 am 20.06.2019 20:21

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71282 Beiträge, 32410x hilfreich)

Zitat (von Daryl1000):
Das wäre für mich insoweit ok, wenn der AG dadurch nicht die ausschließlichen Nutzungsrechte erhält

Da müsste man sie die vertraglichen Vereinbarungen über die Verwertungsrechte mal im Detail anschauen. Ausschließen würde ich es erst mal nicht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2208 Beiträge, 752x hilfreich)

Zitat (von Daryl1000):

Folgende Fragestellung / Problem:
1. Hätte der AG ein Anrecht auf das einfache oder ausschließliche Nutzungsrecht an "B" von Gesetzes wegen?

Auf das, was sein Angestellter in seiner Freizeit programmiert, hat der Arbeitgeber grundsätzlich überhaupt kein Anrecht.
Zitat:
2. Hätte der AG ein Anrecht auf das einfache oder ausschließliche Nutzungsrecht an "B", wenn laut Arbeitsvertrag auch die Verwertungsrechte für außerhalb der Arbeitszeit programmierte Software dem AG zustehen, sofern sie Bezug zu meinen arbeitsvertraglichen Aufgaben hätte?

Das ist gut denkbar. Es bestünde dann aber ein Anspruch auf angemessene Vergütung.
Zitat:

3. Im Falle einer Kompensation, hätte ich die freie Wahl auf entweder zeitlicher oder finanzieller Kompensation?

Anspruch besteht immer in Geld. Alles andere müsste man im gegenseitigen Einvernehmen regeln. Kann man natürlich.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#5
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3981 Beiträge, 1455x hilfreich)

Zitat:
wenn laut Arbeitsvertrag auch die Verwertungsrechte für außerhalb der Arbeitszeit programmierte Software dem AG zustehen, sofern sie Bezug zu meinen arbeitsvertraglichen Aufgaben hätte

Die Regelung sollte man im Zweifel von einem Fachanwalt überprüfen lassen. So ohne weiteres ist das nämlich gar nicht wirksam vereinbar.

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