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Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mit abweichender Adresse im Imressum bei Ebay

7.11.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Ebay Deutschland
 Von 
S_7_br
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mit abweichender Adresse im Imressum bei Ebay

Hallo,

der Fall:
Ich handle auf Ebay. Abmahnschutz ist für mich eingroßes und wichtiges Thema.

Ein Gewerbe ist in Deutschland angemeldet. Impressum und andere Rechtstexte sind in mein Profil eingebunden. Die Bescheinigung nach §22f UStG an Ebay zugesendet.

Geplant ist eine Ltd. in England zu gründen und das die englische Adresse ins Imressum bei Ebay eingeben. Von dem Anwaltsbüro, das für mich die Ltd. gründen soll, habe ich die Information bekommen, ich könnte die Ltd. auch ohne großen Aufwand ins Impressum einbinden. Also quasi "Für diese Seite ist ...Ltd mit Sitz in UK verantwortlich". Die tatsächliche Lieferung mit Rechnung kommt dann aber vom Unternehmen in Deutschland. Die Ltd. müsste dabei nicht zwangsläufig eine Bescheinigung nach §22f UStG einreichen, da diese unter einem bestimmten Umsatz-Schwellenwert bleibe.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das alles so richtig verstanden habe und würde gerne die Meinungen von kundigen Forumsmitgliedern dazu hören.

Besten Dank im Voraus.

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Ebay Deutschland


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3966 Beiträge, 1454x hilfreich)

Zitat (von S_7_br):
Die tatsächliche Lieferung mit Rechnung kommt dann aber vom Unternehmen in Deutschland.

Das nennt man dann wohl "Umgehungstatbestand". Der Unternehmenssitz ist Deutschland, die engl. Ltd. ist nur eine Scheinfirma. So funktioniert es nicht. VW kann auch nicht sagen "für Abmahnungen wenden Sie sich bitte an den Betreiber, Wakiolaki P. Orsche, unter der dritten Palme links, Waikiki, Honolulu, Hawaii".

Wer dich abmahnen will, findet das auch heraus. Im Zweifel über eine Testbestellung, die dann widerrufen wird. Dann muß ja eine deutsche Rücksendeadresse angegeben werden.

-- Editiert von BigiBigiBigi am 07.11.2019 14:35

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71237 Beiträge, 32402x hilfreich)

Zitat (von S_7_br):
Geplant ist eine Ltd. in England zu gründen

Von dem Thema "Brexit" hat man schon was gehört?



Zitat (von S_7_br):
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mit abweichender Adresse

Falsch, es gibt keine "Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mit abweichender Adresse" (das wäre wohl möglich), es gibt eine "Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eines anderen Unternehmens". Und letzteres ist eine ganz schlechte Idee bezüglich Abmahnsicherheit ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2090 Beiträge, 704x hilfreich)

Zitat:
Abmahnschutz ist für mich eingroßes und wichtiges Thema.

Dazu gehört dann auch eine ordentliche Adresse in Deutschland.

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#4
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(593 Beiträge, 183x hilfreich)

Natürlich ist ein solches Konstrukt denkbar, wenn genug Substanz im Ausland (UK) vorliegt.
Selbst der Brexit ändert daran nichts.

Signatur:Keine Rechtsberatung.
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#5
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3966 Beiträge, 1454x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Von dem Thema "Brexit" hat man schon was gehört?

Der kommt ja frühestens zur Eröffnung des BER. ;)

Zitat (von The Mentalist):
wenn genug Substanz im Ausland (UK) vorliegt

TE meint ja ganz offensichtlich eine "1-EUR-Ltd."-Scheinfirma. Andernfalls wäre so ein Konstrukt zur Abmahnungsumgehung sinnfrei, weil man dann ja mit der "Substanz im Ausland" haften müßte.

-- Editiert von BigiBigiBigi am 08.11.2019 08:31

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#6
 Von 
S_7_br
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal danke für die Antworten.


Zitat (von Harry van Sell):
Falsch, es gibt keine "Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mit abweichender Adresse" (das wäre wohl möglich), es gibt eine "Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eines anderen Unternehmens". Und letzteres ist eine ganz schlechte Idee bezüglich Abmahnsicherheit ..


Ich glaube das der Anwalt das ein wenig anders gemeint. Es ist sowas wie das Profil übergeben, vermieten o.Ä. Ich, deutsches Unternhemen besitze den Ebay-Shop XY, diesen Shop vermiete ich an die Ltd., diese ist dann auch für die Inhalte verantwortlich. Ist das, o.Ä. denkbar?


Zitat (von The Mentalist):
Natürlich ist ein solches Konstrukt denkbar, wenn genug Substanz im Ausland (UK) vorliegt.
Selbst der Brexit ändert daran nichts.


Ich verstehe das rein technisch nicht. Ich habe gewerbliches Profil bei Ebay. Da muss ich ein Ebay Impressum, Datenschutz, AGB eingeben. Es muss eine Umsatzsteuer ID rein, falls vorhanden. Es muss auf jeden Fall eine Bescheinigung vom zuständigen Finanzamt bei Ebay eingereicht werden, die beglaubigt das ich in Deutschland (Umsatz-) Steuern abführe. Diese Nummer und Bescheinigung habe ich für mein Gewerbe in Deutschland. Wie mache ich das denn wenn ich dieses Profil auf eine britische Ltd. übertragen will, ohne die Umsatzsteuer ID zu ändern?


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#7
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2177 Beiträge, 593x hilfreich)

Zitat (von S_7_br):
Ich, deutsches Unternhemen besitze den Ebay-Shop XY, diesen Shop vermiete ich an die Ltd., diese ist dann auch für die Inhalte verantwortlich.


Ich kann zwar nichts groß beitragen, aber ich denke mal dass du bei ebay in nullkommanix gesperrt wirdst.


gruß charly

Signatur:
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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71237 Beiträge, 32402x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Der kommt ja frühestens zur Eröffnung des BER.

Ich wette die schaffen den Brexit mindestens einen Tag früher ...



Zitat (von The Mentalist):
Selbst der Brexit ändert daran nichts.

Er machts aber vermutlich komplizierter.



Zitat (von S_7_br):
Wie mache ich das denn wenn ich dieses Profil auf eine britische Ltd. übertragen will, ohne die Umsatzsteuer ID zu ändern?

Gar nicht, weil in der Form nicht erlaubt.

Und unabhängig von der Rechtslage, ist die Frage wie kompatibel der Anbieter damit ist ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(689 Beiträge, 500x hilfreich)

Zitat (von S_7_br):
Geplant ist eine Ltd. in England zu gründen und das die englische Adresse ins Imressum bei Ebay eingeben.
Die tatsächliche Lieferung mit Rechnung kommt dann aber vom Unternehmen in Deutschland.

Die Fernabsatzvorschriften verlangen dann ausführliche Informationen:

"Der Unternehmer ist verpflichtet, dem Verbraucher folgende Informationen zur Verfügung zu stellen:

seine Identität, beispielsweise seinen Handelsnamen sowie die Anschrift des Ortes, an dem er niedergelassen ist, seine Telefonnummer und gegebenenfalls seine Telefaxnummer und E-Mail-Adresse sowie gegebenenfalls die Anschrift und die Identität des Unternehmers, in dessen Auftrag er handelt,

zusätzlich zu den Angaben gemäß Nummer 2 die Geschäftsanschrift des Unternehmers und gegebenenfalls die Anschrift des Unternehmers, in dessen Auftrag er handelt, an die sich der Verbraucher mit jeder Beschwerde wenden kann, falls diese Anschrift von der Anschrift unter Nummer 2 abweicht,"

RK

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#10
 Von 
S_7_br
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal vielen Dank. Superkompetente Antworten. (mein Steuerberater weiß leider wesentlich weniger darüber)

"seine Identität, beispielsweise seinen Handelsnamen sowie die Anschrift des Ortes, an dem er niedergelassen ist, seine Telefonnummer und gegebenenfalls seine Telefaxnummer und E-Mail-Adresse sowie gegebenenfalls die Anschrift und die Identität des Unternehmers, in dessen Auftrag er handelt,

zusätzlich zu den Angaben gemäß Nummer 2 die Geschäftsanschrift des Unternehmers und gegebenenfalls die Anschrift des Unternehmers, in dessen Auftrag er handelt, an die sich der Verbraucher mit jeder Beschwerde wenden kann, falls diese Anschrift von der Anschrift unter Nummer 2 abweicht,""

Bei einem Abmahnfall, muss aber doch gegen die Ltd. als Juristische Person geklagt, bzw eine Abmahnung geschrieben werden. Es kann zwar an die im Impressum angegebene Adresse des Vertretungsbefugten gehen, abemahnt wird diese Person ja nicht. Verstehe ich das soweit richtig?

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#11
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3966 Beiträge, 1454x hilfreich)

Zitat (von S_7_br):
Bei einem Abmahnfall, muss aber doch gegen die Ltd. als Juristische Person geklagt, bzw eine Abmahnung geschrieben werden.

Ich wiederhole mich: Wenn das ein Umgehungstatbestand ist, ist das rechtlich irrelevant. Die Ltd. macht ja gar nichts außer ihren Namen dafür herzugeben. Der Handelnde ist immer noch deine Firma, damit kann die/du auch abgemahnt werden.

Ich wiederhole mich: Sonst würde jede Firma der Welt ihr Website an irgendeinen unpfändbaren Arbeitslosen "vermieten", wenn es so leicht wäre, sich rechtlichen Verpflichtungen zu entziehen.

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