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Unterlassungsverfügung wegen Google Bewertung möglich?

Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
MikeLitoris
Status:
Beginner
(51 Beiträge, 1x hilfreich)
Unterlassungsverfügung wegen Google Bewertung möglich?

Hallo zusammen,

wäre die folgende Bewertung eines Anwaltes bei Google noch hinnehmbar oder rechtfertigt sie eine Unterlassungserklärung?

"Der Anwalt hat den Titel falsch erstellt und hält es nicht für notwendig diesen zu ändern, obwohl die Rechtslage hier eindeutig ist."

Hintergrund ist, dass der Titel wirklich falsch erstellt wurde und auf Rückfragen über zwei Wochen nicht reagiert wurde. Auf eigene Rückfragen versprach man, sich am selben Tag zu melden, es meldete sich aber keiner. Erst als die negative Bewertung erstellt wurde kümmerte man sich.



-- Editiert von MikeLitoris am 24.11.2018 23:06

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Unterlassungserklärung Bewertung


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71152 Beiträge, 32388x hilfreich)

Zitat (von MikeLitoris):
"Der Anwalt hat den Titel falsch erstellt und hält es nicht für notwendig diesen zu ändern, obwohl die Rechtslage hier eindeutig ist."

Anwälte erstellen keine Titel, das ist Gerichten vorbehalten.
Die Frage ist also was genau hat der Anwalt falsch gemacht? Es ist auch die Frage ob das "falsch erstellt" auch tatsächlich negative Auswirkungen hat bzw. hätte haben können.



Ich rate ja immer dazu, das man die Details aus negativen Bewertungen rauslässt.

Einfach ein Stern und ein "Nie wieder" oder ähnliches.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
MikeLitoris
Status:
Beginner
(51 Beiträge, 1x hilfreich)

Eh sorry, Notar nicht Anwalt. Es wurde im Titel nicht darauf hingewiesen, dass die Forderung aus einer unerlaubten/vorsätzlichen Handlung stammt. Weiterhin stand im Titel sinngemäß "er stimmt mit der Urschrift überein", in der Urschrift wurde die Forderung auf eine unerlaubte Handlung zurückgeführt - im Titel stünde allerdings, dass die Forderung sinngemäß dem freien Willen der Schuldnerin entstammt. Somit ist dies meiner Meinung nach falsch. Laut BGH, Beschluß vom 26.9.2002 - IX ZB 180 / 02 muss dieser Hinweis entsprechend im Titel vorhanden sein.

Wird die unerlaubte Handlung im Titel erwähnt, kann der Gläubiger auch nach einer Restschuldbefreiung weiter vollstrecken. Wird sie nicht erwähnt und der Schuldner meldet Privatinsolvenz an, ist ein Großteil des Geldes futsch.

-- Editiert von MikeLitoris am 25.11.2018 00:50

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71152 Beiträge, 32388x hilfreich)

Ok, der Notar kann das, notarielles Schuldanerkenntnis.

Ja, da muss die unerlaubte Handlung drin stehen, sonst ist es sehr schwierig bis unmöglich nach einer Inso noch was zu bekommen.



Sollte der Notar aber im eigenen Interesse berichtigen, denn bei so einer Schlamperei steht auch er durchaus mit in der Haftung ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3946 Beiträge, 1452x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Einfach ein Stern und ein "Nie wieder" oder ähnliches.

Gerade das ist kritisch. Eine negative Bewertung ohne nachvollziehbare Begründung wurde von Gerichten schon als unzulässig erachtet (im dortigen Fall lautete die Bewertung "Würde dort nichts mehr kaufen").
Meinungsäußerungen sind zwar zulässig, müssen aber als solche erkennbar sein ("Unsympathischer Verkäufer", "Essen schmeckte mir nicht").

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