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WLAN FreiFunk

21.11.2007 Thema abonnieren
 Von 
Zilogc9
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 1x hilfreich)
WLAN FreiFunk

Kurze Erklärung :
Freifunk ist ein WLAN-basiertes, freies, nicht kommerzielles Funknetzwerk, das von den Teilnehmern selbst verwaltet wird.
Als gewollter Nebeneffekt stellen einige Teilnehmer ungenutzte Bandbreite ihres Internetzuganges zur Verfügung.So sollen z.B. auch lokale Bereiche erschlossen werden die technisch durch die kommerz.Anbieter nicht erschlossen werden (Aus welchen Gründen auch immer).
Da ich beabsichtige , mich an dem Projekt zu beteiligen , ergeben sich für mich einige rechtl. Fragen.
Wie z.B. sieht es aus , wenn ein Nutzer (faktisch über meinen I-Net Zugang) digitale Sc.ei..e baut.
Ich frage auch in Bezug auf die nun beschlossene Vorratsdaten-Speicherung.
(Im Übrigen gibt es Freifunk schon in mehreren Städten(In Leipzig gibt es z.B. schon über 600 Nodes))

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
freifunker
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi,

wie immer, wenn was neues entsteht, gibts keine Rechtssicherheit. Einen generellen "Freifahrtschein" wird es in dieser Republik nicht geben.

Wenn jemand Mist baut, muss besagter jemand für seinen Mist auch geradestehen (da gab's mal einen Rechtsgrundsatz AFAIK, aber IANAL). Wenn jemand mit deiner Hilfe Mist baut, bist du ein Störer. Oder jemand, der bei der Fahndung mithelfen darf.

Das einfache Durchleiten von Daten anderer innerhalb des Funknetzes ist unkritisch. Aber wenn du deine Internet-Verbindung für andere öffnest gibts es "Verfolgungsdruck". Unsere Politik-Elite verwechselt ja die IPv4-Adresse eines Internet-Cafes mit den Cafe-Besuchern. Oder die IPv4-Adresse des Familienvaters mit den Familienmitgliedern. Oder die IPv4-Adresse einer Firma mit den Mitarbeitern. Da gibts zu Zeit noch kein Mapping - aber das kommt schon noch.

Wir lösen das, indem wir ein paar einfache Punkte für Internet-Zugänge beachten:

* Angsthasen unterlassen es, ihren privaten Internet-Zugang anzubieten.

* Digitale Analphabeten unterlassen es auch, Internet anzubieten.

* Kopf einschalten: Unsinn passiert eigentlich nur über Filesharing - und das ist per "Policy" (== Verhaltenskodex für's Funknetz) zu unterlassen. Es nervt z.B. ganz einfach alle anderen Teilnehmer aus technischen Gründen.

* Zum Nachgucken gibts Tools, die nicht aufzeichnen aber eine Traffic-Analyse zulassen - iptraf, tpcdump, das Kernel Conntrack (=NAT). Filesharing erkennt man an 5 Giga pro Tag und 1000 Verbindungsn gleichzeitig. Diese Leute spricht man auf Ihren Policy-Verstoss an (Nota bene: das ist ein Funknetz und man kann daher auch hartnäckige Mist-macher orten).

* Falls man mal bei der Fahndung helfen darf, wird gerne alles Gerät mitgenommen. Also am besten das Internet-Gateway auf einen 50,-- Router in der Garage betreiben - dann tut es nicht so weh wenn mal was mitgenommen werden muss (wenn sie das Auto stehen lassen).

* Man kann auch einen Extra-Zugang für andere kaufen und spenden. Oder man kann es als Gruppe betreiben (womit ihr automatisch als Gbr eine Steuererklärung machen müsst). Ab einer Gruppengroße von 500 (kann mehr oder weniger sein) seid ihr ein Provider mit allen Privilegien + Pflichten.

Insbesondere die Regel "Kopf einschalten" hilft gegen die Störerhaftung. Das muss man natürlich regelmäßig machen. Und es kommt auch drauf an, _wo_ man das macht. Auf'm Dorf kennt man sich. Das ist oft unkritisch - falls der Bauer keine Kipo's zieht. In der Nähe eines Studentenwohnheims musst du automatisch mit Ärger rechnen. Überlass' den Kampf gegen den Filesharing-Willen der Studis einfach der Uni. Misstraust du dem besagtem Bauern, sprich ihn besser mal drauf an (mediale Sippenhaft gibts für ganze Gemeinden)

Hoffentlich hilfts,
Freifunker

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#2
 Von 
Zilogc9
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke erstmal für die ausführliche Antwort ,es läuft in die Richtung , die ich vermutet habe >Grauzone<.
Werde also entsprechende Vorsicht walten lassen.
Bin nur gespannt , wann die Post für verschickte Erpresserbriefe haftet :bang: .

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#3
 Von 
freifunker
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi,

die Post hat ein Provider-Privileg (sonst wuerde das System unter der Stoererhaftung einfach zusammenbrechen). So wie die Telekoms auch - die duerfen einfach alles durchleiten und werden dafuer nicht angeklagt (Versuche gibs aber AFAIK, allofmp3, youporn, [...]).

Das folgende Script half mal bei einem hartnaeckigen Bittorrent-User, der im Minutentakt seine MACADDR und IP aenderte (Kernel 2.4). Note: den Bittorrent-Port kann man aendern, aber die Gegenstellen fahren oft den Default.

HTH
Freifunker

#!/bin/sh

eval $(grep "dport=6881 src" /proc/net/ip_conntrack/sed -e 's/\(.*\)src=.*/\1/;s/^.*src=\([0-9\.]\+\).*/IP_\1=\$(( \$IP_\1 + 1 ));/;s/\./_/g'' ;)
for i in $(set / grep ^IP_/sed -e 's/=.*//'' ;) ;do
eval "n=\$$i"
if [ $n -gt 5 ];then
ip=$(echo $i/sed -e 's/^IP_//;s/_/./g'' ;)
arp="0$(arping -c 1 -I eth2 $ip/sed -ne '/^Unicast/{s/^.*\[\([0-9a-f:]\+\).*/\1/;p}'' ;) "
echo "Killing MAC: $arp"
iptables -I FORWARD -s $ip -j DROP
iptables -I FORWARD -d $ip -j DROP
iptables -I FORWARD -m mac --mac-source $arp -j DROP
# Wir wollen nur Forward blocken, damit er nicht irgendeine
# anderen Router via OLSR bekommen kann. Input blocken ==
# OLSR sucht sich einen anderen weg.
# iptables -I INPUT -m mac --mac-source $arp -j DROP
fi
done

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