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Zahlungserinnerung von IN-telegence mit hohen Mahngebühren.

29.7.2020 Thema abonnieren
 Von 
mkoch79
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Zahlungserinnerung von IN-telegence mit hohen Mahngebühren.

Hallo.

Ich hatte letzten Monat über meinen Unitymedia-Telefonanschluss eine Rufnummer zu dem Drittanbieter IN-telegence gewählt. Es ging um ein Browsergame. Da ich der Meinung war, dass dieser Anruf auf meiner monatlichen Rechnung dazugerechnet wird, habe ich die Rechnung von Unitymedia überwiesen mit der Ansicht, alles sei beglichen.
Ca. einen Monat später erhalte ich ein Schreiben von IN-telegence. Betreff: "Zahlungserinnerung: Forderung aus Telefonverbindungen."
Dann ein kurzes Schreiben mit der Bitte um Zahlung des offenen Betrages.

Ich habe mich dann erstmal schlau gemacht bei Unitymedia und ja, der Betrag wurde noch nicht beglichen. Also habe ich 4,99€ sofort überwiesen. Gleichzeitig habe ich aber eine Mail an IN-telegence geschrieben, dass ich die Mahngebühren in Höhe von 7,50€ nicht zahlen werde.

Gründe:

1. Es handelt sich bei dem ersten Schreiben laut Betreff um eine
Zahlungserinnerung. Für Zahlungserinnerungen sind keine Mahngebühren
fällig. Ebensowenig sind Mahngebühren fällig, wenn es sich um die
erste Mahnung handelt, wie hier.

2. Die Mahngebühren sind viel zu hoch. Angemessen sind 2-3€, je nach
Höhe der Hauptforderung. Mahngebühren wie diese, die fast das Doppele
der Hauptforderung betragen sind Abzocke.

Dann habe ich noch geschrieben, dass ich keine weitere Brieffreundschaft mit denen wünsche und weitere Schreiben im Altpapier landen. Einen Mahnbescheid werde ich widersprechen.

Die Mail, die ich geschrieben hatte, kam nicht an. Wahrscheinlich ist die angegebene Mailadresse im Schreiben falsch. Jedenfalls habe ich Empfangs- und Lesebestätigung bei meinem Mailprogram angefordert. Es kam keine Rückmeldung. Habe dann nochmal Post geschickt per Einschreiben. Mal abwarten.

Ich hoffe meine Reaktion war nicht übereilig. Aber Mahngebührenm, die fast doppelt so hoch sind wie die eigentliche Rechnung, halte ich für Abzocke. Wie seht ihr das?

-- Editiert von mkoch79 am 29.07.2020 01:25

-- Editiert von mkoch79 am 29.07.2020 01:27

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(838 Beiträge, 231x hilfreich)

Zitat:
1. Es handelt sich bei dem ersten Schreiben laut Betreff um eine
Zahlungserinnerung. Für Zahlungserinnerungen sind keine Mahngebühren
fällig. Ebensowenig sind Mahngebühren fällig, wenn es sich um die
erste Mahnung handelt, wie hier.

Unfug

Zitat:
2. Die Mahngebühren sind viel zu hoch. Angemessen sind 2-3€, je nach
Höhe der Hauptforderung. Mahngebühren wie diese, die fast das Doppele
der Hauptforderung betragen sind Abzocke.

Korrekt. Abzocke ist das für mich nicht.

Zitat:

Habe dann nochmal Post geschickt per Einschreiben. Mal abwarten.

Dann hast du im Endeffekt ja fast das selbe gezahlt. 3,50€ für das Einschreiben und 2,50€ für die Mahnung.

-- Editiert von The Mentalist am 29.07.2020 11:42

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#2
 Von 
radfahrer999
Status:
Richter
(8079 Beiträge, 4594x hilfreich)

Zitat (von The Mentalist):
Dann hast du im Endeffekt ja fast das selbe gezahlt. 3,50€ für das Einschreiben und 2,50€ für die Mahnung.
Aber aus Prinzip nicht die Mahngebühr...

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#3
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(838 Beiträge, 231x hilfreich)

:fight:
"Aus Prinzip". Der Lieblingssatz jedes Mandaten um sich für Firlefanz zu rechtfertigen.

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#4
 Von 
radfahrer999
Status:
Richter
(8079 Beiträge, 4594x hilfreich)

:neck: ich finde es ja genauso funny...

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#5
 Von 
mkoch79
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
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#6
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(838 Beiträge, 231x hilfreich)

Es stimmt halt nicht alles, was im Internet steht. Mahngebühren dürfen grundsätzlich verlangt werden, sobald man im Verzug ist, § 286 Abs. 1 BGB.
Das Zahlungsziel ist gemäß § 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB höchstwahrscheinlich vertraglich vereinbart, dann bedarf es keiner weiteren Mahnung um dich in den Verzug zu setzen. Mithin dürfen Mahnkosten verlangt werden. Ansonsten gilt Abs. 3.

Zur Veranschaulichung: https://www.finanztip.de/mahngebuehren/

-- Editiert von The Mentalist am 29.07.2020 13:43

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(79798 Beiträge, 33745x hilfreich)

Zitat (von The Mentalist):
Das Zahlungsziel ist gemäß § 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB höchstwahrscheinlich vertraglich vereinbart,

In der Regel eher nicht. Denn "bequem mit der nächsten Telefonrechnung" erfüllt diese Anforderung nicht.
Im übrigen wäre der Anbieter dann in Annahmeverzug.



Wie ist denn der Wortlaut zum Thema "Zahlungsziel" in den vertraglichen Vereinbarungen?



Zitat (von mkoch79):
Da ich der Meinung war, dass dieser Anruf auf meiner monatlichen Rechnung dazugerechnet wird,

Eventuell sollte man mal nachlesen, welcher Zahlungsweg zu welchen Bedingungen tatsächlich vertraglich vereinbart ist?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
mkoch79
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Jetzt mal abgesehen davon, ob die Mahngebühren jetzt verlangt werden dürfen oder nicht. Sind nicht 7,50 ein bisschen hoch? Die Schreiben sind vorgefertigt und Porto kostet 80cent. Kam ja nix per Einschreiben.

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#9
 Von 
mkoch79
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Eventuell sollte man mal nachlesen, welcher Zahlungsweg zu welchen Bedingungen tatsächlich vertraglich vereinbart ist?

Werde ich in Zukunft auch machen. Das war das erste Mal seit ich den Anschluss bei Unitymedia habe, dass ich so eine Nummer mal in Anspruch genommen habe. Und ich bin schon seit 16 Jahren bei Unitymedia. Oder damals Easy, jetzt Vodafone.

Und wie gesagt: Im Betreff von dem Schreiben steht "Zahlungserinnerung"

Kurz das Schreiben:

"Zahlungserinnerung: Forderung aus Telefonverbindungen aus Rechnung vom ...

Sehr geehrter Herr...

in Ihrer Telefonrechnung der Unitymedia NRW GmbH wurden Telefonverbindungen unter ... für die Inanspruchnahme kostenpflichtiger Telefonangebote abgerechnet.

Sie haben über Ihren Telefonanschluss die anliegend aufgeführte/n Rufnummer/n angewählt. Eine Aufstellung Ihrer Einzelverbindungen können Sie der Anlage entnehmen. Die dort genannten Verbindungen über die gewählten Servicerufnummern werden über unser Netz geschaltet. Als sogenannter Drittanbieter gegenüber Ihrem Festnetztelefonanbieter nehmen wir daher die Rechnungsstellung der offenen Forderung auf Ihrer Telefonrechnung vor. Zum Einzug der Forderung sind wir gemäß § 185 BGB analog durch den Anbieter ermächtigt worden.

Aus diesen Grund möchten wir Sie freundlich an Ihren noch offenen Rechnungsbetrag (Bruttobetrag nebst Mahngebühren) in Höhe von EUR 12, 49 erinnern. Ihr Telefonanbieter mahnt bei Verzug nur die eigenen Beträge an, nicht die der anderen Anbieter. Bitte überprüfen Sie Ihre Unterlagen und überweisen Sie den noch offenen Betrag in Höhe von ... auf unser unten genanntes Konto"

Dann kommt der Einzelverbindungsnachweis:

Servicenummer: 4,99€
Mahngebühren: 7,50€

Das war das erste Schreiben von denen und die 4,99 habe ich sofort überwiesen.

-- Editiert von mkoch79 am 30.07.2020 02:17

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#10
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Master
(4936 Beiträge, 1650x hilfreich)

Zitat (von mkoch79):
Mahngebühren wie diese, die fast das Doppele
der Hauptforderung betragen sind Abzocke.

Nicht zwingend. Eine Mahnung über 1 Cent kostet den Mahnenden ja nicht magischerweise 0,001 Cent, sondern exakt genau so viel wie eine Mahnung über 1 Trillion EUR.

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#11
 Von 
user08154711
Status:
Schüler
(334 Beiträge, 49x hilfreich)

Zitat (von mkoch79):
Sehr geehrter Herr...

in Ihrer Telefonrechnung der Unitymedia NRW GmbH wurden Telefonverbindungen unter ... für die Inanspruchnahme kostenpflichtiger Telefonangebote abgerechnet.

Dann hättest Du vielleicht mal die Rechnung von Unitymedia richtig lesen sollen. Dort steht nämlich sinngemäß: "bitte den Betrag für Drittanbieter an den Anbieter ... zahlen". Damit warst Du im Verzug, Mahngebühren sind m.E. gerechtfertigt.

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