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unfreie Rücksendung durch Kunden

28. April 2004 Thema abonnieren
 Von 
Andreas72
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
unfreie Rücksendung durch Kunden

Hallo,
ich habe zwar hier im Forum einige Dinge über das Thema unfreie Rücksendung gelesen, aber leider keine richtige Antwort gefunden.

Wenn ein Käufer (Online Shop) eine Ware im Wert von 150 Euro zurückschickt, dann muss ich als VK ja das Porto zahlen.

Die Frage ist nur, ob er das Recht hat die Ware einfach so unfrei zurückzusenden. In den AGB habe ich "unfrei" ausgeschlossen und um eine vorherige Kontaktaufnahme gebeten.

Das ich das Porto erstatten muss ist keine Frage, aber wie sieht es mit dem Strafporto aus?

Was passiert, wenn ich die Annahme verweigere und der Kunde das Packet zurückerhält?

Über eure Hilfe wäre ich wirklich dankbar!!!

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1698x hilfreich)

Die Frage ist nur, ob er das Recht hat die Ware einfach so unfrei zurückzusenden.

Nein. Das ergibt sich nirgendwo aus dem Gesetz.

Der K kann auch für den Rücktransport keinen Rolls-Royce mieten und die Kosten dem VK auferlegen o.ä. ;)

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Sven Rother
Status:
Schüler
(233 Beiträge, 47x hilfreich)

Vielleicht mal bei der Post nachfragen?
Die müssten es doch wissen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
lilicat
Status:
Lehrling
(1913 Beiträge, 233x hilfreich)

Hallo,wenn Sie die unfreie Rücksendung in Ihren AGBs ausgeschlossen haben, ist dies ein gültiger Vertragsbestandteil die der Kunde mit dem Kauf akzeptiert und hoffentlich auch anklicken muß und gut lesen kann,etc.(wissen Sie sicher alles selbst) Ich gebe Ihnen den Rat den Punkt genauer zu fassen,und die Art der Rücksendung in den AGbs zu nennen,dann sind Sie auf der absolut sicheren Seite,wir haben z.B. Rückholservice,kommt gut an und wir haben die Hand drauf,vergeben RMA Nummer,etc.-manchmal kann man Rücktritte oder Rücksendungen durch ein Gespräch ja auch noch verhindern---unfreie Ware geht bei uns direkt zurück,die nehmen wir generell nicht an.Das ist die teuerste
Möglichkeit und Sie dürfen sich die billigste oder beste für Sie,als Händler aussuchen!!!gruß von der abschweifenden lilicat

-----------------
"kampf den borg"

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
psst
Status:
Lehrling
(1576 Beiträge, 173x hilfreich)

Warum eigendlich immer diese Panik vor unfreien Sendungen ... letztendlich geht es doch nur um zwei Euro !!!

Sicher , wer unbedingt als Händler Wert auf die 40 Euro Grenze als Widerrufsbremse Wert legt , für den sind unfrei Sendungen natürlich u.U. ein Ärgernis .

Aber in diesem Fall bei 150 Euro Warenwert müßte der Händler die Rücksendekosten ja sowieso zahlen - also untrem Strich bleibt eine Differenz von 2 Euro - von denen die Hälfte auch noch auf Kosten des Finanztamts geht.

"... Rückholservice,kommt gut an und wir haben die Hand drauf,vergeben RMA Nummer,etc...."
klingt zwar gut - aber ob es sich für den durchschnittlichen Onlinehändler finanziell lohnt einen solchen Aufwand im Vergleich zu den zwei Euro pro Sendung zu betreiben mag einmal dahingestellt sein .

Ich würde sogar soweit gehen , zu sagen , daß es sich aus verkaufspsychologischer Sicht durchaus lohnt den Rückversand auch unfrei anzubieten ,wenn man meint ,auch erst ab 40 Euro Warenwert - der bürokratische Aufwand beim Händler bleibt so vergleichsweise klein.

In diesem Fall hat der Kunde für 150 Euro eingekauft , diesmal zwar nicht endgültig , sollte aber die Annahme verweigert werden dürfte es der letzte Einkaufsversuch dort gewesen sein.
Der Vorteil des Rückholservice bei hochwertigen Artikeln in der Form , daß der Händler das Versandunternehmen beuftragt beim Käufer die Ware abzuholen , ist natürlich , daß es im Schadensfall der Händler ist , der den Auftrag an das Versandunternehmen gegeben hat und somit dieser direkt die Abwicklung mit dem Versandunternehmen betreiben kann und auf die Mithilfe des Kunden nicht angewiesen ist.


Ich würde das Paket annehmen , dem Kunden eine mail schicken , indem ich den Erhalt der Sendung bestätigen würde mit dem gleichzeitigen Bedauern , daß es diesmal nicht zum endgültigen Verkauf gekommen ist . Verbinden würde ich das mit dem Hinweis , daß man für verbesserungsvorschläge hinsichtlich Artikelauswahl und Service jederzeit aufgeschlossen ist .

Mit der Schlußformel , daß man den Kunden auch in Zukunft gerne beliefern würde etc.



-- Editiert von psst am 28.04.2004 23:20:31

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
lilicat
Status:
Lehrling
(1913 Beiträge, 233x hilfreich)

Hallo,da wir einen Vertrag mit UPS haben,kennen Sie unsere Kosten doch garnicht,gehen Sie mal davon aus das ein Online Händler in der Regel einen niedrigeren Preis für Versand,Rückholung zahlt als ein Endkunde bei der Post,z.B.----Demnach kostet uns Rückholung ca. die Hälfte von unfrei und ein Geschäftsmann/frau der nicht versucht in der heutigen Zeit die Kosten niedrig zu halten,wird bald pleite sein.Ausserdem weiss ich gerne was auf meine Mitarbeiter zukommt-und dies ist nur mit vorheriger Kontaktaufnahme gegeben.Davon abgesehen kann gerade im technischen Bereich durch einen telefonischen Kontakt viel geklärt werden,so das am Schluss ein zufriedener Kunde seine bestellte Ware doch behält...Ausserdem ist Rückholservice wirklich kein grosser Aufwand da einige Logistikunternehmen die nötige Software anbieten,muss man nur eintippen-abschicken,via www,fertig!

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"kampf den borg"

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Andreas72
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die vielen Antworten.
Wir haben nur einen kleinen Onlineshop, den wir nebenbei betreiben.

Leider ist es in letzter Zeit öfters vorgekommen, daß per Nachnahme bestellt wurde und die Ware dann nicht angenommen wurde, die Ware einfach kommentarlos unfrei zurück geschickt wurde, Lastschriften ohne Rückgabe der Ware wieder zurückbelastet wurden etc.
Da kommt schon einiges zusammen. Da sind die zwei Euro durchaus wichtig, wenn man die gesamten Kosten betrachtet. Da wir grundsätzlich ab 50 Euro versandkostenfrei versenden ist es um so ärgerlicher, wenn man dann auch noch als Händler den teureren "Rücktransport" (unfrei) zahlen soll.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
maître
Status:
Schüler
(316 Beiträge, 35x hilfreich)

Ich bin der Meinung, dass ein Unternehmer, bereits nach der Schutzrichtung des § 357 BGB , die Kosten für unfreie Rücksendung tragen muss.
Eine Klausel wie "unfreie Sendungen werden nicht angenommen" machen aus meiner Sicht die Belehrung über das Widerrufsrecht unrichtig. Der Verbraucher kann bei derartigen Angaben dann zeitlich unbegrenzt widerrufen.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
lilicat
Status:
Lehrling
(1913 Beiträge, 233x hilfreich)

Hallo,
das Gesetz sagt aus das der Verkäufer die Kosten zu tragen hat,aber nicht das der Käufer die HÖHE der Kosten FREI BESTIMMEN kann; da war das Beispiel von MAREIKE schon sehr schön bildhaft mit dem rolls royce,lesen Sie diesen Beitrag noch mal nach.
-Im Übrigen ist es absoluter Unsinn das die unfreie Rücksendung nur 2 € mehr kostet. Uns kostet sie z.B.bis 7 € mehr,je nach Gewicht. Das ist eine Menge Geld,die man nur bezahlt weil der Verbraucher sich vorher nicht die AGB s durchliest,sorry, aber lesen sollte man beim onlinekauf schon können

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"kampf den borg"

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
lilicat
Status:
Lehrling
(1913 Beiträge, 233x hilfreich)

...Gerade ein kleiner online handel kann durch solche "Weichheiten" die wirklich nicht nötig sind,denn der Kunde erhält ja seine Kosten zurück, schnell mal hops gehen.---und das wünsche ich dem fragesteller nicht

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"kampf den borg"

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
maître
Status:
Schüler
(316 Beiträge, 35x hilfreich)

Auch wenn man lesen kann (zugegeben, oft ist dies nicht der Fall), so muss man dies m. E. im Fall des Ausschlusses der unfreien Rücksendung nicht, da dann eben die Widerrufsfrist nicht zu laufen beginnt.
Es geht gar nicht darum, dass der Käufer frei die Kosten der Rücksendung bestimmen können soll. § 357 BGB sieht vor, dass prinzipiell der Verkäufer die Kosten der Rücksendung zu tragen hat. Das BGB sieht quasi keine Vorleistungen vor. D. h. der Käufer muss, bei Widerruf, nicht die Versandkosten für den Verkäufer auslegen, um sie letztendlich vielleicht gar nicht mehr zurückzuerhalten. Der Verkäufer kann aber das Risiko einer unfreien Rücksendung durch einen Versandkostenvorschuss oder ein Retourensystem, wie es oben angesprochen wurde, umgehen. Natürlich kann man auch auf den Kunden zugehen und ihn bitten, freiwillig (gegen Rückerstattung) zu frankieren, Nicht verlangen kann der Verkäufer aber, dass der Kunde zunächst zwingend das Porto zahlen muss.

Ich persönlich sehe sehr wohl die Problematik der Versandhändler im Falle einer unfreien Rücksendung und man kann zur geltenden Rechtslage ja geteilter Auffassung sein. Jedoch hat sich der Gesetzgeber ganz bewusst dazu entschlossen, den Verbraucher zu privilegieren (Ursprünglich war übrigens auch die 40,- € - Grenze nicht vorgesehen.) und hat keine Vorleistungspflicht des Verbrauchers normiert, was aber, aufgrund der Systematik des BGB nötig gewesen wäre.
Entgegen ihrer Auffassung passt also das Rolls-Royce - Beispiel nicht wirklich. Es betrifft den Fall, dass der Käufer eine unangemessen teure Art der Rücksendung wählt. Hier aber geht es um die Frage, ob der Käufer die Versandkosten vorab bezahlen muss.

Die Frage, für die das Beispiel zutreffend wäre, ist die, ob der Käufer verpflichtet ist, die günstigste Versandart zu wählen.

Diese Frage möchste ich hiermit auch gleich zur Diskussion stellen.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
lilicat
Status:
Lehrling
(1913 Beiträge, 233x hilfreich)

ich denke mit einer Rückholung,veranlasst vom Händler und somit auf dessen Rechnung - ist der Fairniß auf beiden Vertragspartner Seiten im höchsten Maße Genüge getan. Dies ist zwar immer noch teurer als der einfache Versand, aber im Vergleich spart man immer noch ( je nach Versandmenge ) ca. 4-5 ¤ pro Paket ( gilt bei Gewicht von ca. 9 kg ).


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"kampf den borg"

0x Hilfreiche Antwort

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