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Angeblicher "Displayschaden" an Monitor


#31
 Von 
Chris42
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Zitat (von Chris42):
Und was soll das für mich letztlich für einen Unterschied machen?

Der Unterschied kann in Anspruch auf Geld / Ersatz oder eben auf mit "nichts in der Hand dastehen" liegen.

Die Verpackung war für den Paketversand unzureichend, ein Schaden, der auf dem Weg zum Händler passiert wäre, würde voll zu Deinen Lasten gehen.

Wenn der Händler das Paket und den Monitor allerdings unbeschädigt erhalten hätte und dieser den Monitor in der gleichen Verpackung weiter an den Hersteller gesandt hat, würde eine Beschädigung auf diesem Transportweg zu Lasten des Händlers gehen.

Die für Dich entscheidende Frage wird sein, ob der Händler den Monitor unbeschädigt erhalten hat,
ob Du allerdings auf diese Frage jemals eine Antwort bekommen wirst, wage ich zu bezweifeln.

-- Editiert von spatenklopper am 05.11.2019 12:28


Die Verpackung war (wie ebenfalls explizit gewünscht) die originale Verpackung des Geräts, mit der ich den Bildschirm damals auch erhalten habe. Als unzureichend würde ich die nicht bezeichnen. Sie hat den Bildschirm, von allen Seiten gut geschützt/gepolstert. Wie kommst du also darauf, dass die Verpackung unzureichend gewesen sein soll? Das würde automatisch ebenfalls bedeuten, dass der Bildschirm in einer für den Paketversand unzureichenden Verpackung damals zu mir geliefert wurde.

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#32
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71200 Beiträge, 32396x hilfreich)

Originalverpackungen (z.B. Verkaufs- und Lagerverpackungen) sind in der Regel nicht als Versandverpackung geeignet, da sie meist für die Präsentation / Lagerung gedacht sind und höchstens für den palettierten Versand konzipiert wurden, für den Einzelversand also nicht die notwendige Stärke aufweisen.
Gebrauchte Verpackungen erneut zu verwenden ist risikoreich, da die Stabilität unter Umständen erheblich verringert sein kann (z.B. durch Einrisse, Stauchspuren, Druckstellen oder Perforationen, etc.), somit die Schutzfunktion nicht mehr gegeben ist und Versicherungsleistungen abgelehnt werden können.
Das gilt insbesondere wenn sie bereits einmal für den Transport benutzt wurden, was ja durch den Transport zum Erstverkäufer schon geschehen ist.

Die Transportverpackung muss den Inhalt der Sendung gegen Belastungen denen sie normalerweise während der Beförderung ausgesetzt ist (Druck, Stoß, Vibration, Temperatureinflüsse, unvermeidbare Transportbelastungen), sicher schützen und hinreichend fest, druckstabil und ausreichend biegesteif sein. Wenn erforderlich, ist eine ausreichende Innenverpackung vorzusehen und durch Füllstoffe zu ergänzen. Die Innenverpackung muss die Inhaltsteile fixieren und transportempfindliche Inhalte allseitig polstern. Bei transportsensiblen Inhalten muss die Verpackung auf deren besondere Empfindlichkeit abgestellt sein und Eigenart, Menge sowie alle anderen Besonderheiten im Einzelfall berücksichtigen. Nötigenfalls wäre eine zusätzliche, ausreichend stabile Außenhülle zu verwenden.
Öffnungen der Verpackung sind durch geeignete Materialien zu verschließen und der Verschluss ist gegen wiederöffnen zu sichern.

Wer sicherstellen will, das seine Verpackung versandgeeignet ist
– verwendet nur eine zertifizierte Verpackung
– lässt seine Verpackung zertifizieren
– verwendet nur Packsets der jeweiligen Versender, sofern diese welche anbieten

Zertifizierte Verpackungen erfüllen z.B. die DIN Normen: DIN EN 22203, DIN EN 22233, DIN EN 22248, DIN 55440
Interessant ist hier die DIN EN 22248, hier werden durch Fallprüfungen aus 0 bis 2000 mm die Festigkeit, Stabilität und Schutzfunktion hinsichtlich der zu erwartenden Belastung durch Fallvorgänge bei Umschlag und Handhabung ermittelt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#33
 Von 
Chris42
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Originalverpackungen (z.B. Verkaufs- und Lagerverpackungen) sind in der Regel nicht als Versandverpackung geeignet, da sie meist für die Präsentation / Lagerung gedacht sind und höchstens für den palettierten Versand konzipiert wurden, für den Einzelversand also nicht die notwendige Stärke aufweisen.
Gebrauchte Verpackungen erneut zu verwenden ist risikoreich, da die Stabilität unter Umständen erheblich verringert sein kann (z.B. durch Einrisse, Stauchspuren, Druckstellen oder Perforationen, etc.), somit die Schutzfunktion nicht mehr gegeben ist und Versicherungsleistungen abgelehnt werden können.
Das gilt insbesondere wenn sie bereits einmal für den Transport benutzt wurden, was ja durch den Transport zum Erstverkäufer schon geschehen ist.

Die Transportverpackung muss den Inhalt der Sendung gegen Belastungen denen sie normalerweise während der Beförderung ausgesetzt ist (Druck, Stoß, Vibration, Temperatureinflüsse, unvermeidbare Transportbelastungen), sicher schützen und hinreichend fest, druckstabil und ausreichend biegesteif sein. Wenn erforderlich, ist eine ausreichende Innenverpackung vorzusehen und durch Füllstoffe zu ergänzen. Die Innenverpackung muss die Inhaltsteile fixieren und transportempfindliche Inhalte allseitig polstern. Bei transportsensiblen Inhalten muss die Verpackung auf deren besondere Empfindlichkeit abgestellt sein und Eigenart, Menge sowie alle anderen Besonderheiten im Einzelfall berücksichtigen. Nötigenfalls wäre eine zusätzliche, ausreichend stabile Außenhülle zu verwenden.
Öffnungen der Verpackung sind durch geeignete Materialien zu verschließen und der Verschluss ist gegen wiederöffnen zu sichern.

Wer sicherstellen will, das seine Verpackung versandgeeignet ist
– verwendet nur eine zertifizierte Verpackung
– lässt seine Verpackung zertifizieren
– verwendet nur Packsets der jeweiligen Versender, sofern diese welche anbieten

Zertifizierte Verpackungen erfüllen z.B. die DIN Normen: DIN EN 22203, DIN EN 22233, DIN EN 22248, DIN 55440
Interessant ist hier die DIN EN 22248, hier werden durch Fallprüfungen aus 0 bis 2000 mm die Festigkeit, Stabilität und Schutzfunktion hinsichtlich der zu erwartenden Belastung durch Fallvorgänge bei Umschlag und Handhabung ermittelt.


Und welche praktische Relevanz hat das bei der Reklamation eines Bildschirms?
Von welchem Durchschnittskonsument soll bitte erwartet werden, dass er sich im Rahmen eines Umtauschs bzw. einer Garantieabwicklung erst mit irgendwelchen DIN-Normen auseinandersetzt? Wenn der Händler mir sagt, ich zitiere "Wir bitten Sie, uns den Artikel in Originalverpackung und dem dazugehörigen Zubehör einzusenden", dann leiste ich dem Folge und argumentiere nicht erst, dass die Originalverpackung möglicherweise nicht für eine Rücksendung geeignet ist.

Ich habe den Bildschirm übrigens heute zurückerhalten. Mir wurde zwar weder per Mail noch auf sonst irgendeinem Weg mitgeteilt, was genau nun repariert/ausgetauscht oder generell was für Arbeiten durchgeführt wurden, aber scheinbar wurde das Gerät ausgetauscht. Die Kabel sowie der Standfuß und das weitere Zubehör scheinen nicht ausgetauscht worden zu sein, allerdings sieht der Bildschirm selbst aus wie neu und war auch von allen Seiten mit einer Schutzfolie beklebt, wie man es von neuen Geräten so kennt. Funktionieren tut er auch. Aus meiner Sicht hat sich der Fall also erledigt.

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#34
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71200 Beiträge, 32396x hilfreich)

Zitat (von Chris42):
Von welchem Durchschnittskonsument soll bitte erwartet werden,

Schlicht und ergreifend von jedem. Er schließt nämlich eine vertragliche Vereinbarung mit dem Versandienstleister. Und dessen AGB muss man halt durchlesen oder mit den Folgen leben.



Zitat (von Chris42):
Wenn der Händler mir sagt, ich zitiere "Wir bitten Sie, uns den Artikel in Originalverpackung und dem dazugehörigen Zubehör einzusenden", dann leiste ich dem Folge und argumentiere nicht erst, dass die Originalverpackung möglicherweise nicht für eine Rücksendung geeignet ist.

Da muss man ja auch nicht argumentieren. Denn die Bitte in Originalverpackung einzusenden, bedeutet zum einen noch lange nicht das man dem Folge leisten muss, es gibt nämlich keine Aufbewahrungspflicht für die Originalverpackung, fehlende Originalverpackung schränkt die Reklamationsrechte nicht ein.
Zum anderen bedeutet das absolut nicht, das man die Originalverpackung auch als Versandverpackung nutzen sollte.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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