Angebot nicht angenommen - trotzdem Vertrag?

13. September 2009 Thema abonnieren
 Von 
Ratsuchender87
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)
Angebot nicht angenommen - trotzdem Vertrag?

Hallo,

wenn ich an eine Firma ein Angebot zum Vertragsabschluss schicke (Bestellung), mir die Firma zwar per Mail den Eingang bestätigt (laut AGB bedeutet dies ausdrücklich keine Annahme), auf meine Anfrage der Kundenservice zwei Tage später jedoch mitteilt, dass die Bestellung nicht einging, mir dann aber die Ware trotzdem zusendet, ist dann ein Vertrag zustande gekommen bzw. muss ich die Rechnung zahlen?

Widerrufsrecht ist ausgeschlossen.

Danke für Antworten im Voraus.
Viele Grüße

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-- Editiert am 13.09.2009 14:50

-- Editiert am 13.09.2009 14:51

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Jotrocken
Status:
Junior-Partner
(5924 Beiträge, 1375x hilfreich)

Ja, spätestens durch die Lieferung hat der Verkäufer das Vertragsangebot (konkludent) angenommen.

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"Juristerei bedeutet, dem Gegner in Zahl und Güte seiner Argumente überlegen zu sein."

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#2
 Von 
Borst Mahlzahlt
Status:
Praktikant
(960 Beiträge, 262x hilfreich)

quote:
auf meine Anfrage der Kundenservice zwei Tage später jedoch mitteilt, dass die Bestellung nicht einging


Grenzwertig. Evtl. könnte der K dann gutgläubig davon ausgehen, daß der Kaufvertrag nicht zustande gekommen ist. Allerdings wird man die Aussage des Kundenservice wohl kaum beweisen können.

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"Eingeblendete Werbung ist Werbung des Forenbetreibers, nicht meine."

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Ratsuchender87
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

quote:
Allerdings wird man die Aussage des Kundenservice wohl kaum beweisen können.

Wenn die entsprechende Aussage des Kundenservice schriftlich (per Mail) vorliegt, dürfte der Beweis recht einfach sein.

Ich sehe es schon auch so, dass es zwar zu Angebot (Bestellung) und letztendlich auch zur Annahme (Lieferung) kam, aber es kann doch rechtlich nicht völlig unbeachtet bleiben, wenn der Kundenservice zuvor das Angebot schriftlich ablehnt bzw. unmissverständlich mitteilt, das Angebot nie erhalten zu haben. Da bleibt doch dem Kunden nichts anderes übrig, als davon auszugehen, dass der Vertrag nicht zustande kam und ohne ein erneutes Angebot seinerseits auch nicht zustande kommen wird.

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-- Editiert am 13.09.2009 18:48

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#4
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo Ratsuchender87,

quote:
Wenn die entsprechende Aussage des Kundenservice schriftlich (per Mail) vorliegt, dürfte der Beweis recht einfach sein.
Die elektronisch Aussage ist so gut wie gar nichts wert. Du wirst höchstwahrscheinlich nicht beweisen können, dass sie wirklich von der Firma stammt.

quote:
Widerrufsrecht ist ausgeschlossen.
Warum? Um welche Firma geht es denn?

MfG Stefan


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"Was hat Steinmeier gedacht, als Ullas Dienstwagen geklaut wurde? Leider saß sie nicht mehr drin."

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#5
 Von 
Ratsuchender87
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

quote:
Die elektronisch Aussage ist so gut wie gar nichts wert. Du wirst höchstwahrscheinlich nicht beweisen können, dass sie wirklich von der Firma stammt.

Mein Angebot liegt auch nur in elektronischer Form vor. Wie können die denn dann beweisen, dass es wirklich von mir stammt?

quote:
Warum? Um welche Firma geht es denn?

Weil es um einen individuell erstellten Artikel geht.

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#6
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:
Mein Angebot liegt auch nur in elektronischer Form vor. Wie können die denn dann beweisen, dass es wirklich von mir stammt?
Beispielsweise durch deine IP-Adresse. Natürlich kannst du dann auch einwenden, dass es jemand anderes war, der deinem Telefonanschluß genutzt hat. Oder das es nur eine Anfrage war und der Händler daraus eigenmächtig einen Auftrag gemacht hat, indem er deine Nachricht entsprechend geändert hat.

Du wirst hingegen nicht beweisen können, dass du von ihm überhaupt eine Email bekommen hast, geschweige denn die mit dem besagten Inhalt.

Sobald du schriftlich(!) darauf bestehst, dass der Vertrag deiner Ansicht nach nicht zustande gekommen ist, gibst du damit indirekt zu, den ursprünglichen Auftrag erteilt zu haben; dann hat der Händler den Beweis. Also Vorsicht, vielleicht redest (hier besser: schreibst) du dich um Kopf und Kragen, wie man so schön sagt.

MfG Stefan


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"Was hat Steinmeier gedacht, als Ullas Dienstwagen geklaut wurde? Leider saß sie nicht mehr drin."

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Ratsuchender87
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo, also wirklich schlüssig finde ich das nicht. Wenn seine Mails nicht nachweisbar sind, wieso sind es dann meine? Eine IP-Adresse von ihm habe ich doch dann genauso.

quote:
Sobald du schriftlich(!) darauf bestehst, dass der Vertrag deiner Ansicht nach nicht zustande gekommen ist, gibst du damit indirekt zu, den ursprünglichen Auftrag erteilt zu haben; dann hat der Händler den Beweis.

Na ja, ich kann schlecht schreiben, dass der Vertrag zustande gekommen ist und gar nichts tun geht wohl auch kaum.

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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:
Eine IP-Adresse von ihm habe ich doch dann genauso.
Du hast ja keine Mail von dem Händler direkt bekommen, sondern es lief über deinen Emailprovider. Und ob dieser gewillt und auch in der Lage ist, die IP zu bestätigen, möchte ich bezweifeln. Wie auch immer, es ist richtig, dass das Beweisproblem im Onlineverkehr beide Seiten betrifft.

Ich sehe folgende Möglichkeiten:

1. Vertrag anerkennen, also bezahlen.

2. Die Ware unfrei zurücksenden mit der Begründung, dass nie eine Bestellung abgegeben wurde. Der Händler wird vermutlich versuchen, das Gegenteil zu beweisen, z.B. mittels der IP-Adresse. Ob das gelingt, ist ungewiss.

3. Die Ware zurücksenden mit der Begründung, dass du dich aufgrund der Info "Bestellung nicht eingegangen" nicht mehr an die Bestellung gebunden fühltest. Der Händler wird vermutlich die Info bestreiten, du wärest beweispflichtig. Ob das gelingt, ist auch ungewiss.

Ich möchte hier keinen konkreten Ratschlag abgeben, insbesondere da ich weder den (jetztigen) Nutzen der Ware noch den Wert der Ware und deine finanziellen Möglichkeiten kenne.

MfG Stefan


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"Was hat Steinmeier gedacht, als Ullas Dienstwagen geklaut wurde? Leider saß sie nicht mehr drin."

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#9
 Von 
Ratsuchender87
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

ich hab' noch eine bessere Lösung. Ich hatte der Firma eine Mail geschrieben und den Sachverhalt wahrheitsgemäß erläutert, heute morgen kam die Antwort.

Es handelt sich um einen Systemfehler, der aber immer wieder vorkommt und im Moment nicht gelöst werden kann; sie stornieren die Rechnung (150 Euro), ich muss den Artikel nicht zurücksenden, sondern darf ihn behalten.

Manchmal lösen sich Probleme ganz von selbst... :-)
Gruß und danke für die Hilfe

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-- Editiert am 15.09.2009 18:31

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#10
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

na dann meinen herzlichen Glückwunsch. Vielleicht gilt das Motto "Ehrlich währt am längsten" ja doch.

MfG Stefan


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"Was hat Steinmeier gedacht, als Ullas Dienstwagen geklaut wurde? Leider saß sie nicht mehr drin."

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