Arglistige Täuschung Verkäufer weigert sich nun Ware zurückzunehmen

2. August 2015 Thema abonnieren
 Von 
chibby92
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Arglistige Täuschung Verkäufer weigert sich nun Ware zurückzunehmen

Hallo,

ich habe ein etwas längeres Thema.

Ich habe am 03.07.2015 einen neuen Laptop gekauft bei einen Elektrofachhändler.
Da es das letzte Gerät im Laden war hab ich das Vorführmodell genommen mit einen kleinen Rabatt.

Nach nur wenigen Wochen fing der Laptop Bildschirm an zu flackern.
Auf der Unterseite des Laptops sehe ich aufeinmal ein Schild wo drauf steht das er schon mal zur Reparatur eingeschickt wurde ich war fassunglos.

Ich bin dann zum Laden hin und habe den Sachverhalt geschildert.
Die Verkäufer haben mir zuerst nicht geglaubt das der PC schon mal zur Reparatur war so nach dem Motto ich lüge.
Zum Glück hatte ich ein Beweisfoto gemacht. Der Verkäufer musste erst kurz überlegen und meinte der PC hätte eigentlich nicht verkauft werden dürfen aber von zurücknehmen keine Spur ich soll es doch stattdessen beim Hersteller einschicken schließlich sind sie nur Verkäufer und keine Techniker.

Ich sehe es garantiert nicht ein das Gerät nach nicht mal 4 Wochen einzuschicken und mich damit rumzuärgern.
Nun ist es ja so das man im Laden kein Widerrufsrecht hat aber in meinen Augen war das arglistige Täuschung.
Unter der Voraussetzung hätte ich den Laptop niemals gekauft wenn ich gewusst hätte er wurde schon mal repariert heißt für mich mit dem Gerät stimmt etwas nicht und so ist es auch da der Bildschirm oft flackert.

Ich möchte umgehend vom Kaufvertrag zurücktreten und mein Geld zurück. Immerhin reden wir hier nicht von 300 oder 600 Euro sondern um fast 1000 Euro.

Ich war im ersten Moment so fassungslos im Laden das ich nicht wusste was ich darauf sagen soll sodass ich wieder gegangen bin und meinte das ich nochmal wieder komme.

Wie stehen da meine Chancen?

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5568 Beiträge, 2502x hilfreich)

Zitat:
Wie stehen da meine Chancen?


Schlecht.

Dir stehen die ganz normalen Gewährleistungsrechte zu.
Also bringst du den Laptop zum Händler und dieser muss ihn reparieren.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121406 Beiträge, 40014x hilfreich)

Als erstes ist der Verkäufer für die Gewährleistung verantwortlich.
Man muss sich also nicht an den Hersteller verweisen lassen.


Da hier aber offenbar ein repariertes Gerät als "neu" bzw. "unrepariert" verkauft wurde, könnte man von arglistiger Täuschung ausgehen.

Selbst wenn das nicht funktionieren würde, der BGH hat da ein interessante Urteil gefällt (VIII ZR 80/149). Zwar ging es da um einen Gebrauchtwagen, aber das kann man durchaus übertragen.
Laut BGH hat man Anspruch auf Rücktritt vom Kauf ohne zuvor dem Händler die Gelegenheit zur Mängelbeseitigung zu geben, wenn der Kunde nachvollziehbar jedes Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Fachkompetenz des beklagten Verkäufers verloren hat.

Ich würde dem Händler per Einschreiben mit Fristsetzug nach Datumerklären, das ich wegen der genannten Gründe zurücktrete und nach Fristablauf ohne Ergebnis die Sache an einen Anwalt zur weiteren zivil- wie strafrechtlichen Verfolgung über geben werde.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

3x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
chibby92
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke schon mal für eure Antworten.

Es kann ja auch genauso gut sein, dass das Gerät schon mal verkauft wurde an einen anderen Kunden Beweise dafür habe ich natürlich nicht. Desweiteren widerspricht sich der Verkäufer selbst in dem er sagt der PC hätte gar nicht erst verkauft werden dürfen verweist mich aber direkt an den Hersteller nur um mich schnellstmöglich loszuwerden.

Eine Bekannte meinte zu mir wenn der PC schon mal repariert wurde warum auch immer hätte der Händler mir ein viel größeren Rabatt geben müssen. Er hat den PC ja nur um 50 Euro runtergesetzt von 1000 Euro auf 950 Euro was trotzdem noch eine Stange Geld ist.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3147x hilfreich)

Zitat (von hiphappy):
Also bringst du den Laptop zum Händler und dieser muss ihn reparieren.

Nein. Der Händler muss den vertragsgemäßen Zustand herstellen und dieser ist nicht "vom Hersteller repariert und anschließend Vorführgerät" sondern nur "Vorführgerät".

Die Nacherfüllung dürfte wohl nicht möglich sein, also bleibt in diesem Punkt nur Wertminderung oder Rücknahme - da ist die Frage, ob das bei einem Vorführgerät ein erheblicher Mangel ist.

Die Reparatur des aktuell aufgetretenen Defekts ist völlig separat davon.

-- Editiert von JogyB am 02.08.2015 18:09

2x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8519 Beiträge, 4063x hilfreich)

Hallo,

also eine arglistige Täuschung würde ich da nicht sehen!

Da es sich um das Vorführgerät handelt, was hat dich denn daran gehindert es mal umzudrehen und auch von Unten anzusehen?

Normale Gewährleisstungsrechte stehen dir zu, dass wars dann aber auch schon, würde ich meinen...

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5568 Beiträge, 2502x hilfreich)

Zitat:
uf der Unterseite des Laptops sehe ich aufeinmal ein Schild wo drauf steht das er schon mal zur Reparatur eingeschickt wurde


Das Schild ist ja nicht aus dem Nichts aufgetaucht, sondern war beim Verkauf schon da.

Ich kann keinerlei arglistige Täuschung erkennen. Zumal der TS das Gerät ja schon vergünstigt bekommen hat.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17144 Beiträge, 5918x hilfreich)

Zitat:
Eine Bekannte meinte zu mir wenn der PC schon mal repariert wurde warum auch immer hätte der Händler mir ein viel größeren Rabatt geben müssen.

Das ist einfach nur falsch. Der VK kann einen Verkaufspreis ansetzen wie er möchte.

1x Hilfreiche Antwort

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