Artikel zurückgeben, erneuter Kauf nach Rabattierung verweigert

18. Februar 2020 Thema abonnieren
 Von 
Seomid
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Artikel zurückgeben, erneuter Kauf nach Rabattierung verweigert

Guten Abend,

Folgender fiktiver Fall:

Person A kauft im Outdoor-Geschäft eine Regenjacke für 350 Euro. Noch am selben Tag stellt A fest, die Jacke (nicht das Einzelstück, das Modell) ist Bauweise bedingt nicht wasserdicht und gibt sie zurück, lässt sich vollen Preis erstatten.
6 Wochen später besucht A den selben Laden und findet dort die gleiche Jacke, auf 150€ runtergesetzt. An der Kasse wird A der Kauf verweigert, mit der Begründung man habe doch die Jacke vor 6 Wochen zurückgegeben (Mal angemerkt es war nicht das Einzelstück runtergesetzt sondern das Modell, ca 10 gleiche Jacken)
A erwidert die Jacke sei ihm keine 350€ wert, für das gesparte geld möchte er die Mängel nachbessern lassen. Der Verkäufer verweigert den Erwerb dennoch und A geht.

Jetzt nur die Frage: ist das rechtens?
Kann A sich dagegen wehren und falls ja, wie?

Es handelt sich um ein kleines, familiengeführtes Outdoor-Geschäft, keine 2. Filiale oder gar Onlinehandel vorhanden.

Was ist eure Meinung dazu?
Liebe Grüße
Seo

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(114462 Beiträge, 38996x hilfreich)

Zitat (von Seomid):
Jetzt nur die Frage: ist das rechtens?

Ja, bis auf wenige Ausnahmen kann der Unternehmer frei entscheiden mit wem er Verträge abschließen möchte.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5402 Beiträge, 1810x hilfreich)

Das nennt sich "Vertragsfreiheit".

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#3
 Von 
NaibaF123
Status:
Student
(2124 Beiträge, 319x hilfreich)

Zitat (von Seomid):
Was ist eure Meinung dazu?

Meine Meinung dazu ist, dass ich als Einzelhändler auch keine Lust hätte, den A in 6 Wochen wieder auf dem Hof stehen zu haben, nur weil ihm einfällt, dass ihm die wasserundichte Jacke auch keine 150€ wert sei. Respektive der A allen erzählt, wie doof ich doch sei, nur weil ich ihm kein freiwilliges Rückgaberecht einräume.

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#4
 Von 
Seomid
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke schonmal für die Antworten, ich hätte noch erwähnen müssen, A hat an der Kasse mit 2 Artikeln gestanden und lediglich der Kauf der Jacke wurde verweigert. A hat den anderen Artikel gekauft und hat einen Kassenbon um es nachzuweisen. Darf der Verkäufer einem Kunden nur bestimmte Artikel verweigern oder wie verhält sich das?

Naiba, da hast du jetzt aber ganz schön viel hineininterpretiert, dafür dass du an der eigentlichen Frage vorbeigeredet hast

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#5
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16160 Beiträge, 5767x hilfreich)

Zitat (von Seomid):
Darf der Verkäufer einem Kunden nur bestimmte Artikel verweigern
Natürlich. Es besteht Vertragsfreiheit. Der Verkäufer kann selbst bestimmen wem er was zu welchem Preis verkauft.

Zitat (von Seomid):
Noch am selben Tag stellt A fest, die Jacke (nicht das Einzelstück, das Modell) ist Bauweise bedingt nicht wasserdicht und gibt sie zurück, lässt sich vollen Preis erstatten.

Die freiwillige Rücknahme war übrigens pure Kulanz. Nichts worauf du in irgendeiner Form ein Anrecht gehabt hättest.

-- Editiert von -Laie- am 18.02.2020 16:45

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

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#6
 Von 
Seomid
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Zitat (von Seomid):
Darf der Verkäufer einem Kunden nur bestimmte Artikel verweigern
Natürlich. Es besteht Vertragsfreiheit. Der Verkäufer kann selbst bestimmen wem er was zu welchem Preis verkauft.

Zitat (von Seomid):
Noch am selben Tag stellt A fest, die Jacke (nicht das Einzelstück, das Modell) ist Bauweise bedingt nicht wasserdicht und gibt sie zurück, lässt sich vollen Preis erstatten.

Die freiwillige Rücknahme war übrigens pure Kulanz. Nichts worauf du in irgendeiner Form ein Anrecht gehabt hättest.

-- Editiert von -Laie- am 18.02.2020 16:45


Vielen Dank. Gleich geht in diesem fiktiven Fall die Frau vom A him um die Jacke zu kaufen. Das wird wohl der einfachste Weg, an die Jacke ranzukommen.

Liebe Grüße
Seo

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#7
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13324 Beiträge, 4290x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Gleich geht in diesem fiktiven Fall die Frau vom A him um die Jacke zu kaufen. Das wird wohl der einfachste Weg, an die Jacke ranzukommen.
Du hättest auch direkt vor dem Laden irgendjemandem 150 Euro plus X in die Hand drücken können mit dem Auftrag die Jacke für dich zu kaufen.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Seomid
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Hallo,

Zitat:
Gleich geht in diesem fiktiven Fall die Frau vom A him um die Jacke zu kaufen. Das wird wohl der einfachste Weg, an die Jacke ranzukommen.
Du hättest auch direkt vor dem Laden irgendjemandem 150 Euro plus X in die Hand drücken können mit dem Auftrag die Jacke für dich zu kaufen.

Stefan

Die im selbstverständlich fiktiven Fall erwähnte Jacke liegt mittlerweile bei A zuhause.

Der Laden liegt recht abgelegen in einer kleinen Seitenstraße einer noch kleineren Siedlung, da kann man vergebens auf einen Passanten warten. Danke dennoch.

Thema is erledigt, der Thread darf ruhig geschlossen werden. Danke nochmal an alle die geholfen haben.

Liebe Grüße
Seo

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1440 Beiträge, 656x hilfreich)

Zitat (von Seomid):
A besucht den Laden und findet dort die Jacke, auf 150€ runtergesetzt. An der Kasse wird A der Kauf verweigert

Jetzt nur die Frage: ist das rechtens?


Das hängt davon ab, ob im Aufhängen einer Regenjacke mit Preisschild in einem Ladengeschäft aus Sicht eines Kunden in der Position der bestimmungsgemäßen Adressaten dieser Verkäuferäußerung ein ihm geltender "Antrag auf Schließung eines (Kauf-)Vertrags" im Sinne von § 145 BGB gesehen werden müßte:

§ 145 BGB
"Wer einem anderen die Schließung eines Vertrags anträgt, ist an den Antrag gebunden, es sei denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat."

War an der Jacke, am Ständer, im Ladengeschäft irgendwo ein Hinweis angebracht, dass alle Offerten / Preise unverbindlich sein sollen?

Wenn der Ladeninhaber mit dem Aufhängen einer preisausgezeichneten Jacke ein Verkaufsangebot im Sinne von § 145 BGB ohne Ausschluß seiner Verbindlichkeit gemacht hatte - dann wäre er an sein Angebot gebunden gewesen, und ein Interessent hätte mit einer Erklärung wie "Nehm ich!" den Antrag annehmen, und das Zustandekommen eines Kaufvertrags über das betreffende Exemplar bewirken können.

Zitat (von BigiBigiBigi):
"Vertragsfreiheit"


Die Freiheit, über das Zustandekommen eines Vertrags entscheiden zu können, hat nur derjenige, dem vom anderen die Entscheidung über die Annahme eines ihm gemachten Antrags überlassen wurde - der Antragende ist gesetzlich an seinen Antrag gebunden. Der Antragende hat "nur" die Freiheit zu entscheiden, ob er überhaupt ein Angebot machen möchte.

Zitat (von -Laie-):
Die freiwillige Rücknahme war übrigens pure Kulanz.


Der Verkäufer war gesetzlich verpflichtet, die nicht vertragsgemäß beschaffene Regenjacke zurückzunehmen, § 437 BGB.

RK

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
guest-12330.04.2020 12:15:00
Status:
Student
(2415 Beiträge, 588x hilfreich)

Zitat (von Seomid):
Thema is erledigt

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