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Aufhebung des Widerrufsrecht durch Entfernen der Schutzfolie

29.11.2019 Thema abonnieren
 Von 
DerHein
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Aufhebung des Widerrufsrecht durch Entfernen der Schutzfolie

Guten Tag,

ich habe vor kurzem online eine Uhr gekauft, mit der ich nicht zufrieden bin und habe deshalb den Kaufvertrag innerhalb der Frist schriftlich widerrufen und die Ware zurückgesandt. Der Verkäufer möchte jetzt die Uhr nicht zurücknehmen, da ich die Schutzfolie entfernt habe und das Armband gekürzt habe (Das zweite kann man mit dem richtigen Werkzeug wieder rückgängig machen). Er sagt, er könne die Uhr jetzt nicht mehr verkaufen und deshalb kommt nur in Frage, dass er sie an mich zurückschickt und das Geld einbehält.

In der Widerrufsbelehrung stand jedoch folgende Passage

"Sie müssen für einen etwaigen Wertverlust der Waren nur aufkommen, wenn dieser Wertverlust auf einen zur Prüfung der Beschaffenheit, Eigenschaften und Funktionsweise der Waren nicht notwendigen Umgang mit ihnen zurückzuführen ist."

Ich habe ihm gesagt, dass das Entfernen der Schutzfolie und das Kürzen des Armbands nur geschehen ist, um die Ware zu prüfen. Er weigert sich dennoch den Widerruf anzuerkennen.

Wer hat hier Recht?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
DerHein

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
fb367463-2
Status:
Senior-Partner
(6728 Beiträge, 2769x hilfreich)

Die Schutzfolie ist sicherlich nicht der springende Punkt - aber das Kürzen des Armbands fällt in keinem Fall unter

Zitat (von DerHein):
Prüfung der Beschaffenheit, Eigenschaften und Funktionsweise der Waren
.

Da hätten Sie das mit dem Kürzen entweder lassen müssen oder vor dem Rückversand das Band wieder zurück in den Urzustand versetzen. Was ja EIGENTLICH selbstverständlich sein sollte!

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71883 Beiträge, 32498x hilfreich)

Zitat (von fb367463-2):
aber das Kürzen des Armbands fällt in keinem Fall unter

Stimmt, für das könnte er die Kosten des rückgängig machen berechnen.



Zitat (von DerHein):
deshalb kommt nur in Frage, dass er sie an mich zurückschickt und das Geld einbehält.

Dem Händler mitteilen, das auch für ihn die Gesetze gelten und man ihm dieses notfalls auch per Gericht erklären lässt.

Und die Annahme des Paketes verweigern.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1213 Beiträge, 338x hilfreich)

Eine Wertminderung wird man hier vielleicht geltend machen können, doch selbst darüber wird sich wohl streiten lassen. Wirklich schwer wird sich der Verkäufer aber damit tun, erfolgreich geltend zu machen, dass überhaupt kein Widerrufsrecht mehr bestehen soll.

Entweder verrät seine Behauptung, gar kein Widerrufsrecht würde mehr bestehen, wes Geistes Kind er ist (abgesehen davon, dass man ihn vllt auch iwo verstehen kann, aber eine gewisse Dreistigkeit halt..), oder er setzt erstmal hoch an, um dann gnädig zu wirken, wenn er sich mit einer "bloßen" Wertminderung zufriedengibt.

Keine Ahnung, wie viel weniger eine Uhr wirklich wert ist, nachdem man das Armband angepasst hat. Je nach Preissegment verlieren Uhren ja nicht mal an Wert.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71883 Beiträge, 32498x hilfreich)

Zitat (von Droitteur):
Keine Ahnung, wie viel weniger eine Uhr wirklich wert ist, nachdem man das Armband angepasst hat.

Wenn dabei keine Beschädigungen aufgetreten sind, beträgt der Wertverlust 0 EUR - egal aus welchem Preissegment die sind.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1213 Beiträge, 338x hilfreich)

An sowas in die Richtung hab ich auch gedacht.

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#6
 Von 
Fabian.
Status:
Schüler
(221 Beiträge, 185x hilfreich)

Zwar wird bei hochpreisigen Uhren die Folie durchaus als Wertsteigerung auf dem Gebrauchtmarkt betrachtet, das darf hier aber mMn keine Rolle spielen. Da auch bei einem Uhrmacher in der Regel bei Anprobe das Armband, so es sich um ein Gliederarmband handelt, gekürzt wird, darf auch hier mMn kein Wertabzug erfolgen.

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#7
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1213 Beiträge, 338x hilfreich)

Wenn die Folie wirklich unumkehrbar relevant für den Wert ist und es zur Prüfung nicht notwendig war, sie zu entfernen, und der Unternehmer hierüber in seiner Widerrufsbelehrung belehrt hat, ist ein Wertersatz durchaus denkbar.

-- Editiert von Droitteur am 02.12.2019 11:46

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35384 Beiträge, 12692x hilfreich)

Der Unternehmer hat den wohl nicht ganz unbegründeten Verdacht, dass der Käufer die Uhr zu einem bestimmten Anlass, z.B. Hochzeit getragen hat und jetzt zurückgeben will.

Der Käufer will hier möglicherweise die Beweisschwierigkeiten ausnutzen, die ein Verkäufer regelmäßig in solchen Situationen hat.

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#9
 Von 
NaibaF123
Status:
Praktikant
(751 Beiträge, 112x hilfreich)

Zitat (von hh):
Der Unternehmer hat den wohl nicht ganz unbegründeten Verdacht, dass der Käufer die Uhr zu einem bestimmten Anlass, z.B. Hochzeit getragen hat und jetzt zurückgeben will.

Mal abgesehen davon, dass ein solcher Verdacht ohne einen Beweis wertlos ist: Wie kommt man darauf?

Zitat (von hh):
Der Käufer will hier möglicherweise die Beweisschwierigkeiten ausnutzen, die ein Verkäufer regelmäßig in solchen Situationen hat.
Klar, oder der Verkäufer will sich um seine Pflichten winden. Beides dürfte im Schnitt etwa gleich häufig vorkommen.

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#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35384 Beiträge, 12692x hilfreich)

Zitat:
Wie kommt man darauf?

Ich kenne Menschen, die so etwas machen und die ganz bewusst ausnutzen, dass der Verkäufer Schwierigkeiten hat, ihnen das zu beweisen.

Zitat:
Beides dürfte im Schnitt etwa gleich häufig vorkommen.

Glaube ich nicht. Das von mir vermutete Verhalten des Käufers kommt in meiner Privatstatistik häufiger vor.

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#11
 Von 
Fabian.
Status:
Schüler
(221 Beiträge, 185x hilfreich)

Zitat (von hh):
Zitat:
Wie kommt man darauf?

Ich kenne Menschen, die so etwas machen und die ganz bewusst ausnutzen, dass der Verkäufer Schwierigkeiten hat, ihnen das zu beweisen.

Zitat:
Beides dürfte im Schnitt etwa gleich häufig vorkommen.

Glaube ich nicht. Das von mir vermutete Verhalten des Käufers kommt in meiner Privatstatistik häufiger vor.

Das nennt man anekdotische Evidenz und dürfte statistisch genauso relevant sein wie die Tatsache, dass ich jeden Morgen einen schwarzen Schwan sehe. Inwiefern der Verdacht hier nicht ganz unbegründet sein soll, ist mir ebenfalls schleierhaft.

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