Auto bei eBay versteigert!

29. September 2003 Thema abonnieren
 Von 
Polomaik
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 8x hilfreich)
Auto bei eBay versteigert!

Hallo!

Vileicht kennt sich ja jemand mit sowas aus.

Haben letzten Montag einen Opel Corsa versteigert, der Käufer telefonierte auch mit uns, holte den Wagen aber nicht ab. Wir erreichen ihn auch so nicht mehr. Auf eMail's wird nicht geantwortet. Nun meine Frage:

Die Kosten die dadurch enstehen (entstanden sind), muss doch der Höchstbietende trotzdem übernehemen, oder?

Es ist so, das wir den Corsa extra nicht abgemeldet haben, so das es der Käufer leichter hat ihn abzuholen. Das kostet ja auch Geld und zwar unseres. Sehen wir irgendwie nicht ein!

Danke im Vorraus für eine mögliche Antwort!

Polomaik

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
psst
Status:
Lehrling
(1576 Beiträge, 173x hilfreich)

Da Sie mit dem Käufer telefoniert haben , sieht die Beweislage etwas besser aus als bei einigen anderen , die vor ähnlichen Problemen standen wie Sie nach eBay - Verkäufen. Doch auch dieses Telefonat müßten Sie beweisen und auch hier besteht das Problem mit der beweisbaren Identität Ihres Gesprächspartners.

Die wahrscheinlichkeit durch juristische Maßnahmen noch mehr Geld zu verlieren ist hoch .

Online-Auktion/Beweis eines Gebots/kein Beweis durch Benutzerkennung und Passwort/LG Bonn (V)

Online-Auktion/Beweis eines Gebots/kein Beweis durch Benutzerkennung und Passwort/LG Bonn

LG Bonn, Urteil vom 7.8.2001, Az.: 2 O 450/00 ; nicht rechtskräftig

Leitsatz:

Es kann nicht sicher davon ausgegangen werden, dass das mit einem Passwort abgegebene Gebot bei einer Online-Auktion tatsächlich vom Inhaber des Passworts stammt. Es greift kein Anscheinsbeweis zu Lasten desjenigen, dessen Passwort benutzt wurde.

Anmerkung:

Das LG Bonn hatte zu entscheiden, ob der vermeintlich erfolgreiche Bieter, über dessen Bietpasswort in einer Online-Auktion eine Uhr für DM 18.000.- ersteigert wurde, tatsächlich einen Kaufvertrag abgeschlossen hatte. Die grundsätzliche Wirksamkeit eines Vertragsschlusses bei einer Online-Auktion wurde vom LG Bonn – entsprechend dem vom BGH in diesem Punkt revidierten Urteil des OLG Hamm noch unter Rückgriff auf die AGB als Auslegungsgrundlage – bejaht. Dem Kläger gelang es jedoch nach Auffassung des Gerichts nicht, den Vertragsschluss zu beweisen. Ein Anscheinsbeweis zugunsten des Klägers liege nicht vor, da im Internet – anders als beim BTX-System – kein Rückschluss auf den benutzten Rechner möglich sei. Das verwendete einfache Passwort könne nicht als sicher gelten, insbesondere sei keine Vergleichbarkeit mit den PIN-Nummern von EC-Karten gegeben.

(Leitsatz und Anmerkung: Prof. Dr. Thomas Wilmer)
http://www.ra-hahn.de/datenbank/index.php3?snr=1082

Online-Auktion/Beweis eines Gebots/Kein Beweis durch E-Mail-Adresse und Passwort/AG Erfurt(v)

Urteil 28 C 2354/01

Leitsatz:
Erfolgt ein Gebot bei einer Onlineauktion durch Angabe einer E-Mail-Adresse und eines Passwortes, stellt dies kein Indiz zu Lasten des Inhabers von E-Mail-Adresse und Passwort dar, dass dieser an der Auktion tatsächlich teilgenommen hat.

Anmerkung:
Das AG Erfurt hat auf die fehlende Sicherheit der Passwortverwendung hingewiesen und die Vergleichbarkeit mit Sicherheitsstandard bei Online-Banking-Verfahren abgelehnt. Im Gegensatz zu dem Fall, den das Landgericht Bonn (s. Volltext in dieser Gruppe) behandelt hat, gab es im Fall des AG Erfurt keine Hinweise darauf, dass ein Missbrauch des Passwortes durch Dritte auch in anderen Fällen stattgefunden haben könnte. Solange also nicht von Auktionshäusern und anderen Onlinehandelsplattformen Sicherheitsstandards entwickelt werden, die denen des Online-Banking gleichen, wird eine Unsicherheit bei den Einlieferern von Onlineauktionen darüber bestehen, ob der vermeintliche Höchstbieter tatsächlich geboten hat. Soweit der Höchstbieter seine Teilnahme an der Auktion bestreitet, stehen dem Einlieferer kaum taugliche Beweismittel zur Verfügung.


AG Erfurt, Urteil vom 14.09.2001, At. 28 O 2354/01, rechtskräftig

(Leitsatz und Anmerkung: Prof. Dr. Thomas Wilmer)
http://www.ra-hahn.de/datenbank/index.php3?snr=1078


Online-Auktion/Gebotsabgabe/kein Beweis durch Passwortnutzung/LG Konstanz(v)

Die bei einem Online-Auktionssystem eingesetzten Passwörter sind nicht ausreichend sicher, sodass alleine die Nutzung des Passwortes keinen Nachweis für die Identität des Verwenders ergibt.

Urteil vom 19. April 2002 – 2 O 141/01 A; rechtskräftig
COR 8/02, Seite 609

http://www.ra-hahn.de/datenbank/index.php3?snr=1074

Onlineauktion/Gebot/Kein Beweis für Absenderidentität/AG Bonn (V)

Auf Grund der geringen Sicherheitsvorkehrungen für die Abgabe von Geboten bei Onlineauktionen kommt einem solchen Gebot keine Beweiskraft im Hinblick auf die Identität des Absenders zu.


AG Bonn, Urteil vom 25. Oktober 2001 - 3 C 193/01 ; rechtskräftig, vgl. CR 4/02, Seite 301

http://www.ra-hahn.de/datenbank/index.php3?snr=1005

Onlineauktion/Keine Beweislastumkehr zu Lasten des Prozess bei Missbrauch/OLG Köln(v)


Selbst wenn ein Gebot bei einer Onlineauktion mit dem Kennbegriff und dem Passwort eines Nutzers abgegeben wurde, liegt keine Beweislastumkehr zu dessen Lasten für die Identität des Nutzers vor.

Urteil vom 6.9.2002 – 19 U 16/02 (LG Bonn); nicht rechtskräftig
Vgl. MMR 12/02, 813

Volltext:
OLG Köln
19 U 16/02


Die Berufung des Klägers gegen das am 07.08.2001 verkündete Urteil des Landgerichts Bonn – 2 O 450/00 – wird zurückgewiesen. Die Kosten des Berufungsverfahren werden dem Kläger auferlegt. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar

http://www.ra-hahn.de/datenbank/index.php3?snr=1200


Was aber viel wichtiger ist und ich Ihrem Posting entnehme , ist die Tatsache , daß Sie dem Käufer offentsichtlich das Fahrzeug in angemeldetem Zustand übergeben wollten , damit er es hinterher an seinem Wohnort abmeldet ?

Tun Sie das niemals !!!!

So mancher Verkäufer hat schon sein blaues Wunder in solchem Fall erlebt .

Es kommt leider vor ,daß Käufer über Wochen und Monate den Wagen eben nicht ummelden!

Folge :

Alle Steuern , Strafmandate etc. gehen weiter zu Ihren Lasten . Läßt der Käufer dann den Wagen irgendwo als Wrack stehen , kommen auch noch die Entsorgungskosten auf Sie zu.

Schließen Sie in jedem Fall einen ordentlichen Kaufvertrag zusätzlich ab , in den Sie die vollständige Anschrift aus dem Personalausweis übernehmen.

Nur so haben Sie die Chance gegenüber der Behörde , sollte der Fall eintreten , zu erklären , daß der Wagen verkauft wurde, wenn dieser tatsächlich aufgefunden wird .

Der Wagen hat in abgemeldetem Zustand übertgeben zu werden .

Zur Abholung muß sich ein Käufer demzufolge rote Nummernschilder oder einen Hänger besorgen.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
RA DPMS
Status:
Praktikant
(998 Beiträge, 150x hilfreich)

Ich denke und meine sicher, dass Sie einen Vertragsschluß auch vor Gericht beweisen können. Denn das Telefonat indiziert einen solchen.

Also, den Käufer auffordern, den Wagen Zug um Zug gegen Zahlung des Kaufpreises abzunehmen. Frist setzen und nach Ablauf der Frist Anwalt einschalten.

Mit schönen Grüßen


D.P.M. Sevriens
Rechtsanwalt

"Arbeite nur, die Freude kommt von selbst." (Goethe)

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
kobold
Status:
Schüler
(319 Beiträge, 28x hilfreich)

Zum Telefonat gehört eine Telefonnummer, also auch ein Teilnehmer mit registriertem Anschluss. Wenn der Bieter nach Abschluss der Versteigerung seine Telefonnummer übermittelt hat, und ein Gespräch stattgefunden hat, so läßt sich dieses doch anhand der Verbindungsdatenerfassung beweisen. Der Inhalt des Gesprächs läßt sich nicht beweisen, klar.

-----------------
"Jede Information ist nur so gefährlich wie die Intension des sie Erfahrenden oder des Informanten"

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
RA DPMS
Status:
Praktikant
(998 Beiträge, 150x hilfreich)

Der Inhalt des Gesprächs könnte als Beweis eingeführt werden, wenn ein Einverständnis zum Abhören vorlag.

TIP: bei Verkäufen über das telefon immer gleich fragen, ob Partner etwaws dagegen hat, wenn das Gespräch mitgeschnitten wird. Ein seriöser Geschäftspartner dürfte nichts dagegen haben.

Mit schönen Grüßen


D.P.M. Sevriens
Rechtsanwalt

"Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben." (Quelle unbekannt)

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