B2B Ware gekauft, Verkäufer storniert - Schadensersatz möglich?

4. April 2020 Thema abonnieren
 Von 
go542949-61
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
B2B Ware gekauft, Verkäufer storniert - Schadensersatz möglich?

Sehr geehrte Mitglieder,

folgender Sachverhalt:
Unternehmer A hat bei Firma B Ware über einen Online-Shop gekauft, die für die Herstellung eines Produktes verwendet werden sollte. Es wurden dabei 30 Bestellungen in Folge getätigt, da die maximale Anzahl des Warenkorbs 1 Artikel betrug. A hat die Ware (30 Bestellungen) mit Paypal bezahlt und anschließend eine Rechnung von B erhalten. Am selben Abend bekommt A einen Anruf von B, während B erläutert, dass er nicht wolle, dass jemand so viel Ware über seinen Onlineshop kauft und was genau damit angestellt werden würde. A erklärte daraufhin dem Geschäftsführer der Firma B, für welchen Verwendungszweck die Ware gedacht war und beide waren einverstanden.

Einige Tage später hat A ca. 15 Bestellungen erhalten, doch die restlichen blieben aus. Nach ca. 2 Wochen ab Bestelldatum hat A nachgefragt, wann die weiteren Bestellungen versendet werden. Daraufhin hat B die Bestellungen online storniert.
Da A nun einen Schaden entstanden ist, da ein Teil der Ware nach Herstellung (ca. 7.000€) gespendet wurde und die Kalkulation nicht mehr stimmt, fragt A sich, ob es möglich sei, einen Schadensersatz aufgrund eines Vertragsbruchs zu verlangen. Kann A einen Schadensersatz in Höhe der produzierten Ware (ca. 11.000€) verlangen, die er dadurch nicht verkaufen konnte?

Mit freundlichen Grüßen

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 2996x hilfreich)

Zitat (von go542949-61):
Kann A einen Schadensersatz in Höhe der produzierten Ware (ca. 11.000€ ;) verlangen, die er dadurch nicht verkaufen konnte?


Ja.

Aber wie konnte A die Ware produzieren, wenn dazu die Teilmenge von B erforderlich war?
Und wieso konnte er die produzierte Ware nicht verkaufen?

Hier fehlen noch sehr viele Fakten um über die Durchsetzbarkeitschancen einer Forderung zu befinden.

Berry

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#2
 Von 
go542949-61
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Zitat (von go542949-61):
Kann A einen Schadensersatz in Höhe der produzierten Ware (ca. 11.000€ ;) verlangen, die er dadurch nicht verkaufen konnte?


Ja.

Aber wie konnte A die Ware produzieren, wenn dazu die Teilmenge von B erforderlich war?
Und wieso konnte er die produzierte Ware nicht verkaufen?

Hier fehlen noch sehr viele Fakten um über die Durchsetzbarkeitschancen einer Forderung zu befinden.

Berry



Danke für deine Antwort. Mit der Teillieferung konnte schon ein Teil des Endproduktes hergestellt werden. Wie zum Beispiel Kaffeebohnen für die Herstellung von Kaffee benötigt werden. A fehlen ca. 50% um z.B. weiteren Kaffee herzustellen. Das Blöde an der Sache ist, dass A für die weiteren 50% schon eine Zusage für einen Kauf bekommen hat und diese nun nicht liefern kann.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118651 Beiträge, 39613x hilfreich)

Zitat (von go542949-61):
fragt A sich, ob es möglich sei, einen Schadensersatz aufgrund eines Vertragsbruchs zu verlangen. Kann A einen Schadensersatz in Höhe der produzierten Ware (ca. 11.000€ verlangen,

Ja, kann man.
Verlangen kann man, denn verlangen kann man ja fast alles.

Probleme gibt es meist erst beim „bekommen" bzw. „durchsetzen", denn da spielen eine Vielzahl von Faktoren (kann er, will er, ist er vertraglich verpflichtet, sind diese vertraglichen Verpflichtungen gültig, …) mit.



Zitat (von go542949-61):
Da A nun einen Schaden entstanden ist, da ein Teil der Ware nach Herstellung (ca. 7.000€ gespendet wurde und die Kalkulation nicht mehr stimmt,

Da wird A ganz alleine mit klar kommen müssen, da B nicht der Auslöser / Verursacher war. Die Entscheidung zur Spende hat A alleine getroffen.



Zitat (von go542949-61):
Daraufhin hat B die Bestellungen online storniert.

Das ist Pech.
Dann hätte man halt bei C, D oder E bestellen müssen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8497 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

bei Schadensersatz kommt auch immer die Frage der Schadensminderungspflicht auf, A wird sich daher also die Frage gefallen lassen müssen, wieso nicht zuerst der zahlende Kunde die Ware bekommen hat, bevor man Sachen verschenkt...

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#5
 Von 
go542949-61
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Okay, vielen Dank für die erste Einschätzung.
Es ginge A vor allem um die Vorgehensweise von B. Eine Lieferung wurde ohne Absprache erst storniert, als die Ware längst hätte da sein müssen. Person A dachte, da ein Kaufvertrag zustande kam (Rechnung wurde zugestellt und Zahlung wurde durchgeführt), dass B nun in der Pflicht steht, die Ware zu liefern.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
go542949-61
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Hallo,

bei Schadensersatz kommt auch immer die Frage der Schadensminderungspflicht auf, A wird sich daher also die Frage gefallen lassen müssen, wieso nicht zuerst der zahlende Kunde die Ware bekommen hat, bevor man Sachen verschenkt...


Zum Zeitpunkt der Spende und des Kaufes von "C" war noch nichts von der Stornierung bekannt. Angegeben war ein Lieferzeitraum ab Bestellung von 4-5 Tagen, storniert wurde nach ca. 13 Tagen.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8497 Beiträge, 4055x hilfreich)

A ist aber Unternehmer und weiss das es das unternemerische Risiko gibt. Alleine durch diesen Hintergrund stellt sich immer noch die Frage, wieso wird erst verschenkt?

Erst produzieren und für den zahlenden Abnehmer bereithalten und dann verschenken. A hat sich hier massgeblich selber in eine schlechte Position gebracht, wenn er die Ware verschenkt hat.

Auch stellt sich mir die Frage, wie setzen sich die 11000Euro zusammen? So wie es sich liesst, war das der VK Preis deinerseits. Wenn ich damit richtig liege, dann kannst du dich von dieser Zahl schon mal verabschieden. Da müssten noch ein paar Posten von abgezogen werden.

Ebenso wird folgendes aufkommen: Ist B der alleinige Vertreiber dieser Ware? Wenn nicht, dann kann A doch sicherlich belegen, dass er auch anderweitig versucht hat an die entsprechende Ware zu kommen, oder? Sollte das nicht versucht worden sein, kann man sich eigebnlich auch von dem Gedanken verabschieden, irgend etwas zu bekommen.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 2996x hilfreich)

Lass mal die Spende aus der Diskussion, denn die hat auf den Sachverhalt zum Verkäufer bisher erkennbar keinen Einfluss.

Zitat (von go542949-61):
Es ginge A vor allem um die Vorgehensweise von B. Eine Lieferung wurde ohne Absprache erst storniert, als die Ware längst hätte da sein müssen. Person A dachte, da ein Kaufvertrag zustande kam (Rechnung wurde zugestellt und Zahlung wurde durchgeführt), dass B nun in der Pflicht steht, die Ware zu liefern.


So hab ich es auch verstanden und so ist es auch richtig gedacht. Durch den endgültigen Vertragsbruch würde sich ein Schadenersatzanspruch aus der Differenz Kaufpreis für den nicht gelieferten Kaffee und dem Kaufpreis für einen Ersatzkauf bei einem anderen Händler errechnen plus etwaiger notwendiger Kosten der Ersatzbeschaffung.

Aber bevor man sowas gerichtshängig macht, sollten die vertraglichen Vereinbarungen gründlichst durchsehen (lassen).

Berry

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