DHL liefert verlorenes Paket nach 2 Monaten und Fordert die Entschädigung zurück

20. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
vd2706
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 26x hilfreich)
DHL liefert verlorenes Paket nach 2 Monaten und Fordert die Entschädigung zurück

Hallo,



ich habe eine Ware bei ebay verkauft und per DHL verschickt (innerhalb DE).

Die Sendung ist verloren gegangen, ich habe eine Nachforschung beauftragt und mir wurde der Betrag zurückerstattet.


Jetzt meldet sich DHL zurück und schreibt, dass das Paket neulich zugestellt wurde und fordert den Betrag zurückzuüberweisen (!!!)


ch habe den Käufer angeschrieben, er ist jetzt im Ausland und hat keine Ahnung. Die Ware braucht er nicht mehr. Es ist nicht eindeutig, ob er das Paket erhalten hat.

Also die Ware kann ich nicht zurückbekommen. Wenn ich das könnte, was hätte ich tun sollen? Wieder verkaufen, nur wegen der Schlamperei seitens der DHL? Und 3x Porto aus meiner Tasche zahlen statt 1x?

Mir ist es auch egal, da das von der DHL verursacht wurde und meinerseits wurde alles erledigt.



Was tun? Wie gegen ein Großkonzern als eine kleine Privatperson ohne Rechte vorgehen?
Danke.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Louis Cypher
Status:
Praktikant
(501 Beiträge, 180x hilfreich)

Erst einmal möchte DHL etwas von Ihnen. Wenn man etwas möchte sollte man, um es letztlich auch tatsächlich zu bekommen, seinen Anspruch nachweisen können.
Darüber hinaus wird der Käufer Ihnen keinen Kaufpreis gezahlt haben. Sonst hätten Sie das bestimmt geschrieben. Da der Käufer das Paket auch nicht mehr benötigt, wird er das auch nicht mehr. Richtig?

Ich sehe das so:
Sie hatten mit dem Käufer einen (Kauf)Vertrag. Um diesen zu erfüllen haben Sie DHL mit dem Transport beauftragt (zweiter Vertrag).
Das hat durch Verschulden von DHL nicht geklappt. Dadurch konnte der Kaufvertrag nicht erfüllt werden. Hierdurch ist Ihnen ein Schaden entstanden für den DHL im Rahmen des zweiten Vertrags Kompensation geleistet hat.
Nun wurde der zweite Vertrag von DHL (mutmaßlich) doch noch erfüllt. Allerdings ist durch Zeitablauf der erste Vertrag bereits sinnlos geworden und es besteht auch durch den Käufer kein Willen mehr, diesen nun zu erfüllen (sprich: Ihnen die Ware abzunehmen und den Kaufpreis zu zahlen).
Alleinig durch verschulden von DHL. Das heilt auch die verspätete Zustellung nicht. Dadurch stand Ihnen gegenüber DHL ein Schadensersatz zu. Diesen haben Sie ja seinerzeit bereits erhalten.
Eine Rückforderung seitens DHL würde nunmehr den Schaden den DHL, aus eigenen Verschulden wegen des nicht erfüllten zweiten Vertrages hatte, nur auf Sie abwälzen. Und dazu fehlt mir die rechtliche Begründung.
Insoweit würde ich der Forderung von DHL widersprechen. DHL kann dann nur den Mahnweg mit ggf. einer Klage beschreiten. Das ist dann aber auch deren Prozessrisiko.

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
vd2706
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 26x hilfreich)

Zitat (von Louis Cypher):
Erst einmal möchte DHL etwas von Ihnen. Wenn man etwas möchte sollte man, um es letztlich auch tatsächlich zu bekommen, seinen Anspruch nachweisen können.
Darüber hinaus wird der Käufer Ihnen keinen Kaufpreis gezahlt haben. Sonst hätten Sie das bestimmt geschrieben. Da der Käufer das Paket auch nicht mehr benötigt, wird er das auch nicht mehr. Richtig?

Ich sehe das so:
Sie hatten mit dem Käufer einen (Kauf)Vertrag. Um diesen zu erfüllen haben Sie DHL mit dem Transport beauftragt (zweiter Vertrag).
Das hat durch Verschulden von DHL nicht geklappt. Dadurch konnte der Kaufvertrag nicht erfüllt werden. Hierdurch ist Ihnen ein Schaden entstanden für den DHL im Rahmen des zweiten Vertrags Kompensation geleistet hat.
Nun wurde der zweite Vertrag von DHL (mutmaßlich) doch noch erfüllt. Allerdings ist durch Zeitablauf der erste Vertrag bereits sinnlos geworden und es besteht auch durch den Käufer kein Willen mehr, diesen nun zu erfüllen (sprich: Ihnen die Ware abzunehmen und den Kaufpreis zu zahlen).
Alleinig durch verschulden von DHL. Das heilt auch die verspätete Zustellung nicht. Dadurch stand Ihnen gegenüber DHL ein Schadensersatz zu. Diesen haben Sie ja seinerzeit bereits erhalten.
Eine Rückforderung seitens DHL würde nunmehr den Schaden den DHL, aus eigenen Verschulden wegen des nicht erfüllten zweiten Vertrages hatte, nur auf Sie abwälzen. Und dazu fehlt mir die rechtliche Begründung.
Insoweit würde ich der Forderung von DHL widersprechen. DHL kann dann nur den Mahnweg mit ggf. einer Klage beschreiten. Das ist dann aber auch deren Prozessrisiko.


Vielen Dank.
ja, der Käufer hat den Kaufpreis über ebay zurückgeholt.

Wie soll ich jetzt vorgehen?

MfG

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Louis Cypher
Status:
Praktikant
(501 Beiträge, 180x hilfreich)

Zitat (von vd2706):
Wie soll ich jetzt vorgehen?




Zitat (von Louis Cypher):
Eine Rückforderung seitens DHL würde nunmehr den Schaden den DHL, aus eigenen Verschulden wegen des nicht erfüllten zweiten Vertrages hatte, nur auf Sie abwälzen. Und dazu fehlt mir die rechtliche Begründung. Insoweit würde ich der Forderung von DHL widersprechen. DHL kann dann nur den Mahnweg mit ggf. einer Klage beschreiten. Das ist dann aber auch deren Prozessrisiko.


Aber letztlich entscheiden Sie das selbst. Das ist eben nur (m)eine Meinung.

Vorteile aus meiner Sicht:
- DHL muss auf eigenes Risiko tätig werden und muss Anspruch begründen
- Sie müssen Anspruch bestreiten und ggf. einmalig Rechtsauffassung darlegen
- ist keineswegs sicher dass DHL ein Mahn- und später gerichtliches Verfahren einleiten wird
- ist auch keineswegs sicher dass DHLselbiges gewinnen würden
- wenn's klappt sparen Sie Geld

Nachteile aus meiner Sicht:
- unerfreulicher Schriftverkehr
- wenn's nicht klappt zahlen Sie drauf

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1144 Beiträge, 192x hilfreich)

Zitat (von Louis Cypher):
Insoweit würde ich der Forderung von DHL widersprechen. DHL kann dann nur den Mahnweg mit ggf. einer Klage beschreiten. Das ist dann aber auch deren Prozessrisiko.
Da halte ich mit einem Verweis dagegen:
Zitat (von https://www.it-recht-kanzlei.de/rechtsfolgen-paket-verlust-wiederfund.html):
Rechtsfolgen im Verhältnis zum Transportunternehmen
Hat sich der Händler zur Schadensregulierung für den Verlust des Paketes an das Transportunternehmen gehalten und hat dieses ordnungsgemäß Ersatz geleistet, so muss der Händler bei Wiederauftauchen des Pakets und Ausführung der geschuldeten Zustellungsleistung den Ersatz zurückzahlen.

Der ihm entstandene Schaden ist nämlich nachträglich entfallen, der Händler ist in Höhe des geleisteten Ersatzes ungerechtfertigt bereichert. Der Rückzahlungsanspruch des Transportunternehmens ergibt sich ebenfalls aus §§ 812 Abs. 1, 818 BGB.

Die Rückzahlungspflicht gilt unabhängig davon, ob der Verbraucher die verlustig geglaubte Ware im Wege der Zustellung annimmt oder die Annahme verweigert.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2345 Beiträge, 365x hilfreich)

Vor allem würde mich mal interessieren (sollte man auch bei DHL mal nachforchen):
Wenn der Käufer nicht mehr im Land ist...an wen will DHL eigentlich zugestellt haben?

Weil eigentlich können die ja gar nicht zugestellt haben.

Das wäre mal das erste, was mir DHL nachweisen (und nicht nur behaupten) sollte, bevor ich überhaupt daran denken würde zurückzuzahlen. Danach könnte man drüber nachdenken, ob durch die Verzögerung ein weiterer Schaden entstanden ist.

Problematisch könnte es werden, wenn der Empfänger eine Absstellgenehmigung erteilt hat und diese bei seinem Wegzug nicht beendet hat, aber in dem Fall wäre wohl der Empfänger für den Schaden verantwortlich.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
vd2706
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 26x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Vor allem würde mich mal interessieren (sollte man auch bei DHL mal nachforchen):
Wenn der Käufer nicht mehr im Land ist...an wen will DHL eigentlich zugestellt haben?

Weil eigentlich können die ja gar nicht zugestellt haben.

Das wäre mal das erste, was mir DHL nachweisen (und nicht nur behaupten) sollte, bevor ich überhaupt daran denken würde zurückzuzahlen. Danach könnte man drüber nachdenken, ob durch die Verzögerung ein weiterer Schaden entstanden ist.

Problematisch könnte es werden, wenn der Empfänger eine Absstellgenehmigung erteilt hat und diese bei seinem Wegzug nicht beendet hat, aber in dem Fall wäre wohl der Empfänger für den Schaden verantwortlich.

Wenn ich richtig verstehe, hatte der Käufer das Paket entgegengenommen und ist dann später ins Ausland gegangen. Wie lange er da bleibt ist unbekannt. Er scheint nicht kooperativ zu sein, muss natürlich auch nicht, da es nicht sein Problem ist.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1144 Beiträge, 192x hilfreich)

Zitat (von vd2706):
Wenn ich richtig verstehe, hatte der Käufer das Paket entgegengenommen
Dann ist der Betrag von Dir an DHL zurück zu erstatten und Du hast eine Forderung gegen den Käufer.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121015 Beiträge, 39976x hilfreich)

Zitat (von vd2706):
Was tun?

Als erstes doch mal die uns unbekannten vertraglichen Vereinbarungen / betreffenden Klauseln / Absprachen / Satzungen etc. liest, denn da pflegen in der Regel hilfreiche / aufklärende Details drin zu stehen.

Bei Unklarheiten gerne wieder hier melden, den vollständigen Wortlaut der relevanten Stellen posten, denn erst mit Kenntnis dieser Fakten können wir zielführend zu Bedeutung und Auslegung diskutieren.



Dann wäre noch interessant, ob man als Unternehmer oder als Verbraucher verkauft hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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