Ebay: Käufer zahlt nicht :(

18. Februar 2010 Thema abonnieren
 Von 
2ndmemphis
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Ebay: Käufer zahlt nicht :(

Guten Morgen,

habe ein Problem mit einem Ebay-Käufer der nicht zahlt:

dieser hat den Artikel am 08.02.10 ersteigert und sich damit verpflichtet mir das Geld innerhalb von 4 Werktagen zu überweisen (Reglement von Ebay).
Habe den Käufer nach einer Woche freundlich angeschrieben und wurde von Ihm vertröstet " Er konnte letzte Woche nicht zur Bank, aber nächste Woche klappt es bestimmt..." Nach einerner weiteren Zahlungsaufforderung meinersets + wenn er bis ende der Woche (19.02.10) nicht zahle, werde ich der Kauf für ungültig erklären und den Fall bei Ebay melden. Reagiert der Käufer mit "das Geld werde ich anfang nächste Woche überweisen" und

"Das mit ebay würde ich mir überlegen soetwas kann leicht nach hinten losgehen."

Jetzt die Frage: Pingelig bin ich nicht, aber ich empfinde es als eine Verbale Drohung. IST ES EINE???




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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Jennifer_A
Status:
Praktikant
(942 Beiträge, 275x hilfreich)

quote:
IST ES EINE?


Keine im strafrechtlichen Sinne.

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0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1422x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>dieser hat den Artikel am 08.02.10 ersteigert und sich damit verpflichtet mir das Geld innerhalb von 4 Werktagen zu überweisen (Reglement von Ebay). <hr size=1 noshade>


Das ist kein Reglement von eBay. eBay sagt nur, dass man nach frühestens 4 Tagen einen unbezahlten Artikel melden kann, früher waren es 7, glaube ich.

Wenn du nicht explizit in deiner Auktion geschrieben hast, dass die Zahlung bis dann und dann zu erfolgen hat, kann der Käufer sich Zeit lassen.

Rechtlich gesehen ist es so:

Die Zahlung ist sofort fällig (§ 271 BGB ).

§ 271 BGB
Leistungszeit

(1) Ist eine Zeit für die Leistung weder bestimmt noch aus den Umständen zu entnehmen, so kann der Gläubiger die Leistung sofort verlangen, der Schuldner sie sofort bewirken.

(2) Ist eine Zeit bestimmt, so ist im Zweifel anzunehmen, dass der Gläubiger die Leistung nicht vor dieser Zeit verlangen, der Schuldner aber sie vorher bewirken kann.

Aber damit ist der Käufer noch nicht in Verzug gesetzt. Erst wenn du ihm eine Zahlungserinnerung sendest, wird er in Verzug gesetzt (286 BGB).

§ 286 BGB
Verzug des Schuldners

(1) Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug. Der Mahnung stehen die Erhebung der Klage auf die Leistung sowie die Zustellung eines Mahnbescheids im Mahnverfahren gleich.

(2) Der Mahnung bedarf es nicht, wenn
1. für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,
2. der Leistung ein Ereignis vorauszugehen hat und eine angemessene Zeit für die Leistung in der Weise bestimmt ist, dass sie sich von dem Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt,
3. der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert,
4. aus besonderen Gründen unter Abwägung der beiderseitigen Interessen der sofortige Eintritt des Verzugs gerechtfertigt ist.

(3) Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist. Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug.

(4) Der Schuldner kommt nicht in Verzug, solange die Leistung infolge eines Umstands unterbleibt, den er nicht zu vertreten hat.

Oder du hättest eben direkt in die Auktionsbeschreibung eingefügt, dass du die Zahlung bis spätestens dann und dann erwartest.

Denke mal, dass eine Zahlungsfrist von 8 - 10 Tagen üblich ist, hier sind jetzt 10 Tage vergangen.

Du kannst auch einen Vertrag nicht für ungültig erklären, du kannst höchstens einen Rücktritt vom Vertrag erklären. Dazu muss aber in jedem Fall vorher eine angemessene Frist gesetzt werden.

§ 323 BGB
Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung

(1) Erbringt bei einem gegenseitigen Vertrag der Schuldner eine fällige Leistung nicht oder nicht vertragsgemäß, so kann der Gläubiger, wenn er dem Schuldner erfolglos eine angemessene Frist zur Leistung oder Nacherfüllung bestimmt hat, vom Vertrag zurücktreten.

(2) Die Fristsetzung ist entbehrlich, wenn
1. der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert,
2. der Schuldner die Leistung zu einem im Vertrag bestimmten Termin oder innerhalb einer bestimmten Frist nicht bewirkt und der Gläubiger im Vertrag den Fortbestand seines Leistungsinteresses an die Rechtzeitigkeit der Leistung gebunden hat oder
3. besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung der beiderseitigen Interessen den sofortigen Rücktritt rechtfertigen.

(3) Kommt nach der Art der Pflichtverletzung eine Fristsetzung nicht in Betracht, so tritt an deren Stelle eine Abmahnung.

(4) Der Gläubiger kann bereits vor dem Eintritt der Fälligkeit der Leistung zurücktreten, wenn offensichtlich ist, dass die Voraussetzungen des Rücktritts eintreten werden.

(5) Hat der Schuldner eine Teilleistung bewirkt, so kann der Gläubiger vom ganzen Vertrag nur zurücktreten, wenn er an der Teilleistung kein Interesse hat. Hat der Schuldner die Leistung nicht vertragsgemäß bewirkt, so kann der Gläubiger vom Vertrag nicht zurücktreten, wenn die Pflichtverletzung unerheblich ist.

(6) Der Rücktritt ist ausgeschlossen, wenn der Gläubiger für den Umstand, der ihn zum Rücktritt berechtigen würde, allein oder weit überwiegend verantwortlich ist oder wenn der vom Schuldner nicht zu vertretende Umstand zu einer Zeit eintritt, zu welcher der Gläubiger im Verzug der Annahme ist.

Der Zugang von Mahnung und Rücktritt vom Vertrag sind im Zweifel vom Gläubiger (du) zu beweisen.

Erst wenn du vom Vertrag zurückgetreten bist, darfst du den Artikel wieder einstellen. Machst du das vorher, kann der Käufer Schadensersatz von dir verlangen, er könnte sich z. B. diesen Artikel anderswo kaufen und dich mit der Differenz belasten, falls er mehr bezahlt hat.

Es ist also nicht so einfach, wie es vielleicht den Anschein hat.

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#3
 Von 
Zaldoran
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 5x hilfreich)

Darf ich mich mal auf diesen schon etwas älteren Fred klemmen?

Bogus, wenn denn nun die Frist fruchtlos verstrichen ist, und ich als Gläubiger den Rücktritt vom Kaufvertrag erkläre, kann ich dann eine vorab gelieferte Kaufsache auch zurückholen, oder beispielsweise über einen Fernwartungszugang außer Betrieb nehmen?

Gruß
Zaldo

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0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Zaldoran
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 5x hilfreich)

Niemand eine Idee ??

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