Ebay - Verkauf Laptop als Privatperson

29. Juni 2010 Thema abonnieren
 Von 
kerstinyou
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Ebay - Verkauf Laptop als Privatperson

Hallo, bräuchte mal Hilfe bei folgendem Fall:
Ein Freund von mir hat seinen Laptop (noch mit Garantie) als Privatperson bei ebay verkauft. Er hat leider nicht extra darauf hingewiesen, das er keine Gewährleistungen gibt. Vor dem Verkauf wurde der Laptop extra noch auf Fehler, Mängel usw. von einer Fachkundigen Firma überprüft und bescheinigt. Diese Bescheinigung wurde dem Käufer inkl. Laptop zugesandt. Nun beschuldigt der Käufer meinen Freund, das er ihm einen fehlerhaften Laptop verkauft hat, da ca. 30 Pixel-Fehler auf dem Monitor vorhanden sein sollen. Da dies aber auf gar keinen Fall sein kann, da der Laptop ja vor Verkauf komplett überprüft worden ist, kann es, wenn überhaupt beim versandt als versichertes Postpaket passiert sein, was aber eher unwahrscheinlich ist. Der Käufer hat von sich aus (ohne Rücksprache mit dem Verkäufer)den Laptop zur Wartung/Reperatur eingesandt und will nun als erstes die ihm dadurch enstandenen Versandtkosten bezahlt bekommen. Darf er dies geltend machen?? wir hatten ja nicht mal die möglichkeit ihm anzubieten, das der Kaufvertrag nicht mehr zu stande kommt, wir den Laptop wieder bekommen und er sein Geld. Nun handelt er eigenständig ohne Rücksprache, kann er das einfach so machen?? Er droht sogar mit seinem Anwalt und weiteren Verfahren, weil er der Meinung ist, wir hätten den Fehler verschwiegen, aber wir wussten ja davon überhaupt nichts. Wie sollen wir uns verhalten?? was für ansprüche hat der käufer??

wir brauchen dringenden rat, vielen DANK....



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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Salvatori
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 280x hilfreich)

quote:
Der Käufer hat von sich aus (ohne Rücksprache mit dem Verkäufer)den Laptop zur Wartung/Reperatur eingesandt


Dann hat er Pech, denn bei Ersatzvornahme verliert er seinen Gewährleistungsanspruch. Er muß dem VK Gelegenheit zur Mängelbeseitigung geben. Tut er das nicht, verwirkt er seine Ansprüche.

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0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
kerstinyou
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten morgen,

noch einmal eine Frage dazu. Verliert der Käufer dann nur den Ersatzanspruch auf den Bildschirm, weil angeblich Pixelbilder vorhanden sind oder auf das komplette Gerät??

Vielen Dank

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1424x hilfreich)

Er wird lediglich die Kosten, die ihm dadurch entstanden sind, dass er das Notebook direkt an eine Reparaturwerkstatt gesendet hat, ohne den Verkäufer zur Nacherfüllung aufzufordern, nicht geltend machen können.

Er verliert deshalb nicht zwangsläufig seinen Gewährleistungsanspruch. Es kann sein, dass er erst einmal die Fehlerquelle ergründen lassen will, einen Kostenanschlag haben möchte.

quote:<hr size=1 noshade>30 Es bedarf keiner Entscheidung, ob die Selbstvornahme der Mängelbeseitigung durch den Käufer zur Unmöglichkeit der Nacherfüllung führt, was Voraussetzung der - auch analogen - Anwendbarkeit des § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB ist (dagegen Erman/ Grunewald, BGB, 11. Aufl., § 437 Rdnr. 3; Oechsler, NJW 2004, 1825, 1826; Schroeter, aaO, 442 f.). <hr size=1 noshade>


BGH, Urteil vom 23. 2. 2005 - VIII ZR 100/ 04

quote:<hr size=1 noshade>31 Beseitigt der Käufer einen Mangel der gekauften Sache, ohne daß er dem Verkäufer zuvor eine erforderliche Frist zur Nacherfüllung gesetzt hat, kann er Kosten der Mängelbeseitigung nicht gemäß § 326 Abs. 2 Satz 2, Abs. 4 BGB (analog) erstattet verlangen. §§ 437 ff. BGB enthalten insoweit abschließende Regelungen, die auch einen Anspruch auf Herausgabe ersparter Aufwendungen in unmittelbarer beziehungsweise analoger Anwendung des § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB ausschließen. Anderenfalls würde dem Käufer im Ergebnis ein Selbstvornahmerecht auf Kosten des Verkäufers zugebilligt, auf das der Gesetzgeber bewußt verzichtet hat (aa); zudem würde der Vorrang des Nacherfüllungsanspruchs unterlaufen, der den §§ 437 ff. BGB zugrunde liegt (bb).

<hr size=1 noshade>


Wenn die Gewährleistung nicht ausgeschlossen war, hat zunächst der Käufer einen Sachmangel dazulegen und zu beweisen. Da der entscheidende Zeitpunkt der Gefahrübergang ist, Einlieferung beim Versandunternehmen, wird es genügen, wenn er den Beweis dafür antritt, dass das Notebook bei ihm von Anfang an diesen Fehler aufwies (Zeugen). Das wäre der Idealfall.

In einem Verfahren müsste jetzt im Gegenzug der Verkäufer beweisen, dass er das Teil mangelfrei dem Versandunternehmen übergeben hat. Dazu wird er auch einen Zeugen benötigen.

quote:<hr size=1 noshade>Nun beschuldigt der Käufer meinen Freund, das er ihm einen fehlerhaften Laptop verkauft hat, da ca. 30 Pixel-Fehler auf dem Monitor vorhanden sein sollen. Da dies aber auf gar keinen Fall sein kann, da der Laptop ja vor Verkauf komplett überprüft worden ist, <hr size=1 noshade>


Das muss natürlich zeitnah geschehen sein, eine Überprüfung 3 Wochen vor Versand wird problematisch sein. Auch ein Versandschaden wird darzulegen und zu beweisen sein. Notfalls durch einen teuren Gutachter.

Es geht also ein bisschen hin und her, je nachdem, wer was beweisen muss.

Hier ein Urteil des AG D'dorf in einem ähnlichen Fall, da kann man sehr schön nachvollziehen, wie ein Richter in etwa vorgehen kann.

http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=539398&page=29

Ist aus einem Thread, an dem ich auch mitgewirkt habe, man muss ein bisschen scrollen.
*****
Wenn der Käufer das Notebook reparieren lässt, hat er Pech gehabt. Zumindest was diese Kosten betrifft.




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-- Editiert am 30.06.2010 08:57

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Salvatori
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 280x hilfreich)

quote:
Das muss natürlich zeitnah geschehen sein, eine Überprüfung 3 Wochen vor Versand wird problematisch sein.


Pixelfehler entstehen nicht so aus dem Nichts, erst recht nicht in der Anzahl.

quote:
Er verliert deshalb nicht zwangsläufig seinen Gewährleistungsanspruch.


Es hängt an den Umständen. Wenn bereits repariert wurde, wie will man dann noch feststellen, was durch die Reparatur verändert wurde und was bei Übergabe vorhanden war?

Richtig ist natürlich, daß dadurch nicht der Gewährleistungsanspruch am Gerät an sich verloren geht; d.h. wenn irgendein anderer Mangel entdeckt wird, kann sich der VK nicht darauf berufen, durch die Selbstvornahme bezüglich des ersten Mangels habe nun jegliche Gewährleistungsansprüche erlöschen lassen.

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0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1424x hilfreich)

quote:
Es hängt an den Umständen. Wenn bereits repariert wurde, wie will man dann noch feststellen, was durch die Reparatur verändert wurde und was bei Übergabe vorhanden war?


Es steht doch gar nicht fest, ob irgendetwas repariert wurde, in dem oben erwähnten Verfahren ging es nur um einen Kostenanschlag und um den Beweis des Schadens, das war das "Sachverständigengutachten".

quote:
Zu diesem Zeitpunkt, also ca. zwei Wochen vor der Versendung des Notebooks, sei kein weißer Fleck mit einem Durchmesser von ca. 2-4mm im Display des Notebooks vorhanden gewesen. Eine Vernehmung des Zeugen ****** vor dem Prozessgericht war notwendig, weil im Rahmen der Vernehmung durch das Amtsgericht in Kassel nicht deutlich geworden ist, ob der Zeuge ****** das Notebook auch unmittelbar vor der Verpackung und Versendung an den Beklagten in Funktion/Betrieb gesehen hat, bzw. welcher genaue Zeitraum zwischen den Wahrnehmungen des Zeugen ****** und der Verpackung und Versendung des Laptops/Notebooks gelegen hat.
Der Zeuge ****** konnte diesen Zeitraum auf ca. zwei Wochen eingrenzen. Es ist daher aber nicht auszuschliessen, dass der hier in Rede stehende Fehler des Notebooks auch während der Besitzzeit des Klägers, also innerhalb von zwei Wochen zwischen der Wahrnehmung des Zeugen ****** und der Verpackung und Versendung durch den Kläger aufgetreten ist. Der Kläger ist daher im Ergebis dafür beweisfällig geblieben, dass sich das Notebook zum Zeitpunkt der Verpackung und Versendung in einem technisch und optisch einwandfreien Zustand befunden hat. Der Beklagte hat seinerseits durch die Vernehmung der Zeugin ****** nachgewiesen, dass das Notebook zum Zeitpunkt der Übergabe bzw. der ersten Überprüfung der Funktionalität des Geräts sich in einem fehlerhaften Zustand hinsichtlich des Displays gefunden. Es kann für die Entscheidung des Rechtsstreits auch dahingestellt bleiben, welche Ursache zum Defekt des Displays geführt hat, denn die vom Kläger beschriebene Ursache, die dieser mit Sachverständigengutachten unter Beweis stellt, hätte sowohl im Besitz des Beklagten als auch in seinem Besitz auftreten bzw. eintreten können.
Der Beklagte hat nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme aufgrund der glaubhaften Aussage der Zeugin ****** nachgewiesen, dass sich der Laptop/das Notebook zum Zeitpunkt der Übergabe an ihn in einem fehlerbehafteten Zustand befunden hat. Die Zeugin ****** hat auch im Rahmen ihrer Vernehmung einen glaubwürdigen Eindruck hinterlassen. Allein die Tatsache, dass die Zeugin ****** nunmehr mit dem Beklagten verheiratet ist und insoweit ein persönliches und wirtschaftliches Interesse am Ausgang dieses Rechtsstreits hat, ist nicht geeignet, die Glaubwürdigkeit der Zeugin zu erschüttern.

Der Kläger muss im Ergebniss dafür einstehen, dass nach dem Ergebiss der Beweisaufnahme das Notebook zum Zeitpunkt der Übergabe an den Beklagten sich nicht in einem technisch und optisch einwandfreien Zustand befunden hat.


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-- Editiert am 30.06.2010 12:07

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