Falsche Maße Tisch

27. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Robin92
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 2x hilfreich)
Falsche Maße Tisch

Hallo Zusammen,
wir haben einen Tisch in einem Möbelhaus gekauft, dieser war mit den Maßen ca.180cmx76cmx110cm laut Etikett ausgestellt und diese stehen auch so im Kaufvertrag.
Jetzt stellt sich 2 Tage nach Abschluss des Kaufvertrages heraus, dass der Tisch nur 100cm in der Breite hat.

"Weiter steht im Vertrag Holz/Marmor/Keramik etc ist ein Naturprodukt. Farb- und Strukturabweichungen zum Ausstellungsstück sind möglich. Maßangaben sind ca. Maße, Abweichungen sind handelsüblich und stellen keinen Grund zur Beanstandung dar."

Nach diesem Absatz verstehe ich die ca. Angaben, dass Holz immer mal etwas andere Maße haben kann, aber die ca. Angabe würde damit nicht abdecken, dass das Möbelhaus schlicht die falsche Größe an den Tisch und auch in meinen Kaufvertrag geschrieben hat, ohne mich darüber aufzuklären, dass der Tisch andere Maße hat. Das sehe ich richtig oder?
10cm fehlende Tischplatte sind doch keine handelsübliche Abweichung?

Darüber hinaus hat das Möbelhaus den Tisch schlagartig sowohl im Online Shop als auch im Laden mit den richtigen Größen versehen, ich habe allerdings noch Bilder von den alten Preisschildern, mit den falschen Maßen.

Berechtigt dies zum Rücktritt vom Kaufvertrag, wenn eine Nachbesserung unmöglich ist oder schützt das Möbelhaus die ca. Angabe vor den Maßen?

-- Editiert von User am 27. Februar 2024 17:21

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
car4000
Status:
Schüler
(405 Beiträge, 61x hilfreich)

Welche Breite steht denn nun im Kaufvertrag?
110 oder 100 cm?

100: Kaufverträge nächstes mal gründlich durchlesen.
110: 10% sind sicher keine übliche Abweichung. Das "ca." wäre für mich im Bereich von max. 5-10mm. Dementsprechend auf den im KV beschriebenen Tisch bestehen, falls nicht möglich, Rückgabe und Geld zurück.

Signatur:

- car4000 -

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#2
 Von 
Schalkefan
Status:
Lehrling
(1300 Beiträge, 217x hilfreich)

Zitat (von car4000):
Welche Breite steht denn nun im Kaufvertrag?
110 oder 100 cm?


Zitat (von Robin92):
dieser war mit den Maßen ca.180cmx76cmx110cm laut Etikett ausgestellt und diese stehen auch so im Kaufvertrag.

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#3
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7391 Beiträge, 1548x hilfreich)

Hat man denn schon mit dem Möbelhaus gesprochen und auf die Situation hingewiesen?

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#4
 Von 
Robin92
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Hat man denn schon mit dem Möbelhaus gesprochen und auf die Situation hingewiesen?


Da das problem 2 Tage nach dem kauf bemerkt wurde, wurde bereits versucht vom Kaufvertrag zurückzutreten. Das Möbelhaus zeigte sich kulant und würde dies gegen eine Zahlung von 25% des Warenwertes akzeptieren.

Auf den Hinweis, dass der Kaufvertrag ja falsch ist und dieser Tisch in der Größe so nicht existiert, wurde erstmal auf die ca. Angabe verwiesen und dass ganze sollte nochmal intern diskutiert werden. Auf eine Rückmeldung wird noch gewartet.
--------
Ich bin Rechtsschutzversichert und auch bereit die Situation vor ein Gericht gehen zu lassen. Aber eigentlich möchte ich mir den stress nicht bereiten und das Möbelhaus sollte ja wohl auch sehen, dass der sowohl interne als auch externe Aufwand die 25%, welche gefordert werden, wahrscheinlich übersteigt.
Noch dazu bin ich mir sehr sicher, bei der Sache im Recht zu sein. Das Möbelhaus könnte den Vertrag erfüllen und mir ein Tisch in den Maßen liefern, dies halte ich aber für unmöglich, es ist ein Designertisch mit sehr spezieller Platte. Diese kann nicht einfach in einer anderen Größe Hergestellt werden, damit wäre eine Erfüllung des Vertrages nahezu unmöglich.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121104 Beiträge, 39985x hilfreich)

Zitat (von Robin92):
Maßangaben sind ca. Maße, Abweichungen sind handelsüblich und stellen keinen Grund zur Beanstandung dar.

Diese Klausel halte ich für nichtig.



Zitat (von Robin92):
10cm fehlende Tischplatte sind doch keine handelsübliche Abweichung?

Je nach dem was das für eine Platte ist, kann das schon so sein.



Wobei die relevante Frage ist, was die fehlenden 10cm überhaupt für eine Relevanz hätten.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32647 Beiträge, 5721x hilfreich)

Zitat (von Robin92):
Auf eine Rückmeldung wird noch gewartet.
Dann melde dich doch hier wieder, wenn die Rückmeldung vom Möbelhaus vorliegt. Vielleicht knickt es ein?

Zitat (von Robin92):
es ist ein Designertisch mit sehr spezieller Platte.
Die kann evtl. mal 100 und mal 110 breit sein---weil Einzelfertigung??

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1134 Beiträge, 125x hilfreich)

Zitat (von Robin92):
wir haben einen Tisch in einem Möbelhaus gekauft, dieser war mit den Maßen ca.180cmx76cmx110cm laut Etikett ausgestellt und diese stehen auch so im Kaufvertrag.


Wenn die fehlenden zehn Zentimeter für euch so entscheidend sind, hättet ihr den Tisch idealerweise vor dem Kauf ausgemessen.

Es wurden ja schließlich explizit nur ungefähre Maße angegeben.

Ich denke, da wird nix zu reißen sein, außer das Angebot des Händlers anzunehmen und mit 25% Verlust vom Kaufvertrag zurückzutreten.

Aber wenn du rechtsschutzversichert bist, kannst du es natürlich drauf ankommen lassen.

Zitat (von Robin92):
Auf den Hinweis, dass der Kaufvertrag ja falsch ist und dieser Tisch in der Größe so nicht existiert, wurde erstmal auf die ca. Angabe verwiesen und dass ganze sollte nochmal intern diskutiert werden.


Nö, der Kaufvertrag ist im Grunde genommen nicht falsch, denn es wurden ja auch hier keine exakten Maße genannt.

Ob eine Abweichung von zehn Zentimetern noch in der Norm liegt oder aber erfolgreich beanstandet werden kann, vermag ich nicht zu beurteilen.

-- Editiert von User am 29. Februar 2024 15:02

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7391 Beiträge, 1548x hilfreich)

Zitat (von Robin92):
Das Möbelhaus könnte den Vertrag erfüllen und mir ein Tisch in den Maßen liefern, dies halte ich aber für unmöglich, es ist ein Designertisch mit sehr spezieller Platte. Diese kann nicht einfach in einer anderen Größe Hergestellt werden, damit wäre eine Erfüllung des Vertrages nahezu unmöglich.


Na bei einem Designerstück halte ich die Toleranz in der Grössenabweichung aber auch für höher als bei einem Massenprodukt.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#9
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(766 Beiträge, 98x hilfreich)

Zitat (von Robin92):
"Weiter steht im Vertrag Holz/Marmor/Keramik etc ist ein Naturprodukt. Farb- und Strukturabweichungen zum Ausstellungsstück sind möglich. Maßangaben sind ca. Maße, Abweichungen sind handelsüblich und stellen keinen Grund zur Beanstandung dar."


Bei einer rein rechteckigen Tischform mit einer angegebenen Breite von 110cm halte ich eine Abweichung von 10cm nicht für "handelsüblich" und schon gar nicht für eine Herstellungstoleranz.

Das muss man als Kunde nicht akzeptieren!

-- Editiert von User am 1. März 2024 00:25

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Legalitätslevel100
Status:
Schüler
(170 Beiträge, 51x hilfreich)

Das sehe ich auch so. Auch wenn es ein Designertisch ist, sind Maße von 180x76x100 und 180x76x110 Standardmaße und damit sicherlich nicht mit Toleranzen erklärbar, es sind einfach zwei verschiedene Ausführungen eines Tisches.

Kann der Händler das bestellte Maß nicht liefern, dann bleibt ihm nur, den Kauf komplett rückabzuwickeln und den vollen Kaufpreis zu erstatten oder einen Nachlass zu gewähren, so der Kunde bereit ist, das andere Modell zu akzeptieren.

Hier tut der Händler so, als würde der Kunde eine Stornierung vornehmen, die er aus Kulanz oder durch AGB geregelt akzeptiert und möchte dafür 25% des Kaufpreises einbehalten, dazu ist er nicht berechtigt! Hier geht es rein um Sachmängelhaftung und nichts anderes.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10740 Beiträge, 4227x hilfreich)

Zitat (von Nana71):
Nö, der Kaufvertrag ist im Grunde genommen nicht falsch, denn es wurden ja auch hier keine exakten Maße genannt.

Doch er ist falsch.
Ca. Maße beim Möbelbau beschreiben Fertigungstoleranzen welche im Millimeterbereich liegen, decken aber keineswegs Abweichungen von 10 Zentimetern ab.
Solche Abweichungen sind bei Möbeln aus sogenannten Baumscheiben oder Baumkanten möglich, aber auch dort sind es nicht die "Außenmaße", sondern Abweichungen innerhalb des Möbelstückes Aufgrund des natürlichen Holzwuchses.

Zitat (von Nana71):
Ob eine Abweichung von zehn Zentimetern noch in der Norm liegt

Hersteller, Gutachter und auch Gerichte ziehen gerne die RAL-GZ 430 als Maßstab zu Rate, ob es noch irgendeine DIN oder EN Norm gibt, keine Ahnung.

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