Falsche Wertangabe beim Kauf

4. Juli 2002 Thema abonnieren
 Von 
Anne Breder
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Falsche Wertangabe beim Kauf

Ich habe einen Westernsattel in dem Glauben gekauft, dass er 1.800 DM wert sei. (von Privat) Nun hat sich nach 2 Monaten rausgestellt, nach dem eine Sattelanpasserin da war, dass er nur satte 100 EURO wert ist. Ich habe mit der angeblichen Freundin Ratenzahlung ausgemacht und habe ihr jetzt mitgeteilt, dass ich keine 400 EURO für einen Sattel zahle der nur 100 wert ist. Muss ich mich an den Vertrag (mündlicher Kaufvertrag) halten oder habe ich eine Chance mein Geld wiederzubekommen? Sie wusste angeblich nichts von dem niedrigen tatsächlichen Wert des Sattels.

Anne

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Rechtsanwalt Georg Calsow
Status:
Schüler
(167 Beiträge, 21x hilfreich)

Sehr geehrte Frau Breder,
grundsätzlich sind Verträge, egal ob sie mündlich oder schriftlich geschlossen wurden, zu halten. Ausnahmen können bestehen, wenn Leistung und Gegenleistung in einem krassen Mißverhältnis stehe.

Vorliegend gehe ich davon aus, daß der Sattel mangelfrei ist. Dann fallen die Gewährliestungsrechte des Kaufrechts (Minderung des Kaufpreises oder Rückabwicklung des Kaufvertrages) weg.

Eine Anfechtung des Kaufvertrages, die zur Nichtigkeit des Vertrages und zur Rückgewähr der bereits erhaltenen Leistungen verpflichtet setzt u.a. einen Irrtum oder eine arglistige Täuschung voraus. Ein Irrtum über den Wert des Sattels rechtferigt aber allein keine Anfechtung.
Eine arglistige Täuschung setzt Vorsatz Ihrer "Freundin"" über den tatsächlichen Wert voraus. Mit der Behauptung sie hätte den tatsächlichen Wert nicht gewußt sollten Sie sich nicht einfach zufrieden geben. Schließlich muß Sie den Sattel auch irgendwo herhaben oder verfügt nachweisbar über größere Erfahrung bezüglich Westernsätteln. Im Streifall müßten Sie jedoch beweisen, dass sie den wahren Wert des Sattels kannte. Dieser Beweis ist schwer zu führen. Auch Wucher dürfte nicht vorliegen. Sie hätten sich ggfl. vorher über den tatsächlichen Wert informieren müssen.
Wenn Sie noch nicht alles bezahlt haben, kann die Möglichkeit bestehen den Rest durch Umkehr der Beweislast zubehalten. Dafür sollten Sie einen Anwalt aufsuchen.
Zunächst sollten Sie aber versuchen eine Einigung über einen niedrigeren Preis herbeizuführen.


Mit freundlichen Grüßen

Calsow
Rechtsanwalt

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