Garantie abgelaufen?

14. Mai 2009 Thema abonnieren
 Von 
Xyxt
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Garantie abgelaufen?

Moin zusammen,

ich habe folgendes Problem mit ProMarkt.
Ich habe dort am 10.05.2007 ein SonyEricsson K810i erworben (Vodafonvertrag).
Mein Handy hat seit ca. 3 Monaten eine Macke (Lautsprecher) und wollte vor ca. 2 Monaten ihn zur Reparatur bringen.

Leider konnte ich die Rechnung nicht mehr finden und man hat mich abgewiegelt "keine Rechnung, keine Reparatur".
Nun bin ich am 8.05.2009 wieder zu ProMarkt ohne Rechnung und habe auf die Reparatur bestanden.
Sie sagten wieder "keine Rechnung, keine Reparatur", damit habe ich mich diesmal nicht zufrieden gegeben.
Ich hab denen gesagt das der Kauf ja irgendwo vermerkt worden ist und habe auf eine Nachforschung bestanden.
Das ganze hat dann auch ca. 1 Stunde gedauert (ich durfte selber in ihre Datenbank rumblättern) ohne Erfolg -> Mein Name war nicht drin.

Heute habe ich doch tatsächlich die Rechnung gefunden, die Garantie ist ja seit 5 Tagen abgelaufen.

Jetzt zu meiner Frage:
Habe ich trotzdem Garantieanspruch?
Gut, ich konnte die Rechnung dort nicht nachweisen, aber wenn ich richtig informiert bin, müssen sie selber alle Rechnungen aufbewahren.
Oder liege ich da falsch?

MfG und Danke im voraus

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

> Leider konnte ich die Rechnung nicht mehr finden und man hat mich abgewiegelt "keine Rechnung, keine Reparatur".
**
Die Aussage ist falsch. Man braucht keine Rechnung oder Kassenbon, um einen Kauf nachzuweisen und damit einen Anspruch auf Gewährleistung. Dies kann auch geschehen durch eine Zeugenaussage, einen Bankauszug, wenn mit einer Kreditkarte bezahlt wurde etc.

Allerdings besteht m. E. auch keine Verpflichtung eines Unternehmens, dem Käufer ihre internen Unterlagen zugänglich zu machen, damit dieser den Beweis antreten kann. Unter diesem Aspekt war man dann wieder entgegenkommend.

> Gut, ich konnte die Rechnung dort nicht nachweisen, aber wenn ich richtig informiert bin, müssen sie selber alle Rechnungen aufbewahren.

Aber sie müssen sie eben nicht einem Käufer zugänglich machen. Fraglich ist, ob die Rechnung in der Datenbank einfach übersehen wurde oder ob sie tatsächlich nicht vorhanden war, glaube aber nicht, dass man daraus Honig saugen kann.

Sehe auch nicht, dass dadurch eine Frist verlängert wurde, der Beweis wurde einfach nicht rechtzeitig erbracht. Die Aufbewahrungspflicht hat andere Gründe, als dem Käufer einen Beweis zu erleichtern, ich zumindest würde daraus keinen Anspruch ableiten können.

-- Editiert am 15.05.2009 01:04

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#2
 Von 
Xyxt
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hmmm,

beim ersten mal (vor ca. 2 Monaten) bin ich mit meinem Kumpel zu ProMarkt gefahren und er war beim Kauf dabei.
Das habe ich dem Verkäufer auch gesagt, er hat nur nett gelächelt und die Rechnung verlangt.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

> Das habe ich dem Verkäufer auch gesagt, er hat nur nett gelächelt und die Rechnung verlangt.
**
Ich weiß nicht, wie oft wie hier im Forum schon über die Abwimmel-Taktiken solcher Unternehmen gesprochen haben, jedenfalls kommt das Thema in regelmäßigen Abständen auf. Erst wurde alles abgelehnt und nachdem die Kunden ihre Informationsdefizite aufgearbeitet hatten, ging es plötzlich ganz easy.

Es scheint Methode in diesem Verhalten zu liegen, viele Dinge klären sich so von selbst. Wenn man das nicht akzeptieren will, muss man eben sein Recht durchsetzen, wenn man sich auf die Auskünfte von Saturn, Media Markt, Pro Markt und Co. verlässt, ist man verlassen.

Am Besten ist es, man präpariert sich schon vorm ersten Auftritt, dann verplempert man keine unnötige Zeit.
*****
Die Rechtslage ist unbestritten.

8. Gibt es Umtausch nur gegen Vorlage des Kassenbons?

Bei Mängelreklamationen kann der Händler vom Kunden den Beweis verlangen, dass er die Ware bei ihm erworben hat, dass der Erwerb innerhalb der Gewährleistungsfrist war, und, wenn es auf den Preis ankommt, auch zu welchem Preis er gekauft hat. Dieser Beweis ist zwar am Einfachsten durch den Kassenbon zu erbringen. Rechtlich möglich ist aber genauso zum Beispiel der Beweis durch Zeugen.

Sofern es um einen von Ihnen freiwillig eingeräumten Umtausch geht, kann man auch die Bedingungen vorher festlegen, z. B. Vorlage des Kassenbons, unbenutzte Ware, Originalverpackung etc.

http://www.osnabrueck.ihk24.de/produktmarken/recht_und_fair_play/handel_und_gewerbe/Handelsrecht/Gewaehrleistung_und_Garantie.jsp
*****
Irrtum: Mangelhafte Ware kann ich nur reklamieren, wenn ich den Kassenzettel noch habe.

Richtig ist: Ein Kassenzettel ist nicht nötig, wenn ich andere Beweise für den Kauf bei einem bestimmten Händler habe.

Wer im Geschäft eine Ware kauft, kann sie noch bis zu zwei Jahre nach dem Kauf zurückbringen, wenn sich herausstellt, dass sie mangelhaft ist.Der Verkäufer muss dann eine neue, fehlerfreie Ware als Ersatz liefern. Der Kunde kann auch fordern, dass die defekte Ware repariert wird. Nach zwei fehlgeschlagenen Reparaturversuchen kann der Käufer entweder sein Geld zurückverlangen oder er behält die fehlerhafte Ware und mindert den Kaufpreis.

Wer eine mangelhafte Kaufsache reklamiert, wird in aller Regel nach dem Kassenbon gefragt. Denn natürlich möchte der Verkäufer sichergehen, dass die Ware auch tatsächlich bei ihm gekauft wurde.Wer keinen Kassenzettel mehr hat, kommt deshalb meistens gar nicht erst auf die Idee, zu reklamieren. Schließlich hat er ohne den Bon ja ohnehin keine Chance, die Ware umzutauschen oder sein Geld zurückzubekommen. So denkt jedenfalls die Mehrheit. Und auch die meisten Verkäufer - die es eigentlich besser wissen müssten - schütteln häufig nur bedauernd mit dem Kopf, wenn ein Kunde versucht, ohne Kassenbon eine Ware zu reklamieren. Sie übersehen, dass ein Kassenzettel nicht die einzige Möglichkeit ist, den Kauf in ihrem Geschäft zu beweisen.
http://www.rtl.de/ratgeber/rtlratgeber_859937.php

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#4
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

Wenn sich der Kunde hier auf eine (freiwillige) Garantie beruft, dann gilt das, was in den betreffenden Garantiebedingungen steht. Dort kann sehr wohl festgelegt werden, dass die Erfuellung der versprochenen Garantieleistung nur gegen Vorlage des betreffenden Kassenbons erfolgen kann.

Wahrscheinlich geht es hier aber gar nicht um eine Garantieleistung sondern um den gesetzlichen Gewaehrleistungsanspruch des Kunden. Hierfuer ist in der Tat kein Kassenbon erforderlich, wenn der Kunde Kauf und Kaufzeitpunkt anderweitig nachweisen kann. Die Ablehnung seitesn des Haendlers, die ja noch waehrend der 2-jaehrigen Gewaehrleistungspflicht erfolgte, koennte somit durchaus unrechtmaessig gewesen sein. Dies wuerde bedeuten, dass der Gewaehrleistungsanspruch rechtzeitig, also innerhalb der 2-jaehrigen Gewaehrleistungspflicht angezeigt wurde und der Kunde nach wie vor einen entsprechenden Anspruch haette.

Allerdings bringt das im vorliegenden Fall wahrscheinlich auch nicht viel. Der Kunde muesste nicht nur nachweisen, dass ueberhaupt ein Sachmangel vorliegt (was bei einem nicht funktionierenden Lautsprecher nicht schwer sein duerfte), da die Maengelanzeige nach Ablauf der ersten 6 Monate und somit ausserhalb der Frist fuer die Beweislastumkehr erfolgte, muesste er zudem nachweisen, dass der Sachmangel bereits von Anfang an vorgelegen hat. Damals funktionierte der Lautsprecher aber noch. Es muesste also der Nachweis erbracht werden, dass das Ding schon damals einen Fehler hatte, der letztendlich zum jetzt aufgetretenen Defekt gefuehrt hat.

Dieser Nachweis duerfte aber im vorliegenden Fall nur sehr schwer zu erbringen sein. Ein Sachverstaendiger koennte das vielleicht schaffen. Kann er dies aber nicht zweifelsfrei feststellen (entweder weil damals tatsaechlich kein entsprechender Defekt vorhanden war oder aber weil er das nicht mehr zweifelsfrei ermitteln kann), bleibt der Kunde auch noch auf den wahrscheinlich nicht unerheblichen Kosten fuer den Sachverstaendigen sitzen

Gruss
CAM

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#5
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1423x hilfreich)

> Allerdings bringt das im vorliegenden Fall wahrscheinlich auch nicht viel. Der Kunde muesste nicht nur nachweisen, dass ueberhaupt ein Sachmangel vorliegt (was bei einem nicht funktionierenden Lautsprecher nicht schwer sein duerfte), da die Maengelanzeige nach Ablauf der ersten 6 Monate und somit ausserhalb der Frist fuer die Beweislastumkehr erfolgte, muesste er zudem nachweisen, dass der Sachmangel bereits von Anfang an vorgelegen hat. Damals funktionierte der Lautsprecher aber noch. Es muesste also der Nachweis erbracht werden, dass das Ding schon damals einen Fehler hatte, der letztendlich zum jetzt aufgetretenen Defekt gefuehrt hat.

Dieser Nachweis duerfte aber im vorliegenden Fall nur sehr schwer zu erbringen sein. Ein Sachverstaendiger koennte das vielleicht schaffen. Kann er dies aber nicht zweifelsfrei feststellen (entweder weil damals tatsaechlich kein entsprechender Defekt vorhanden war oder aber weil er das nicht mehr zweifelsfrei ermitteln kann), bleibt der Kunde auch noch auf den wahrscheinlich nicht unerheblichen Kosten fuer den Sachverstaendigen sitzen

*****
Darum geht es hier doch überhaupt nicht. Dieser Beweis wurde gar nicht verlangt. So ungeniert die besagten Firmen durch die Bank versuchen, ihre Kunden für dumm zu verkaufen, ist diese Variante eher selten, das ist eher diversen Onlinehändlern zuzurechnen, die prinzipiell schon alles ablehnen, weil sie wissen, das nur die wenigsten Käufer ihre Rechte einklagen. Vielleicht noch bei dem einen oder anderen stationären Händler zu finden, aber die Ausnahme.

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#6
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

Um was geht's denn sonst? Der Threadstarter will wissen, ob er irgendwelche Garantieansprueche hat und wie er diese geltend machen kann.

Zu eventuellen Garantieanspruechen koennen wir nichts sagen, weil wir die Garantiebedingungen nicht kennen. Vermutlich sind hier aber sowieso keine Garantie- sondern Gewaehrleistungsansprueche gemeint. Und dabei geht es sehr wohl darum, ob von Anfang an ein Sachmangel bestand oder nicht und wie dann vorzugehen ist. Dabei spielt aber die Beweisbarkeit eine entscheidende Rolle.

Gruss
CAM

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