Garantie nur ein Jahr?

22. März 2007 Thema abonnieren
 Von 
Netcohort
Status:
Beginner
(66 Beiträge, 5x hilfreich)
Garantie nur ein Jahr?

Hallo zusammen,

folgende Problematik beschäftigt mich zur Zeit. Und zwar habe ich eine Kodak-Kamera gekauft am 06.05.2005. Da diese mehrere Mängel nun aufzeigt habe ich diese vor einem Monat abgegeben, wg Garantie..

Laut Händler folgende AGB bezüglich Gewährleistung.
1.Ist der Käufer Unternehmer, leistet digitalo für Mängel der Ware zunächst nach eigener Wahl Gewähr durch Nachbesserung oder Ersatzlieferung.

2.Ist der Käufer Verbraucher, so hat er zunächst die Wahl, ob die Nacherfüllung durch Nachbesserung oder Ersatzlieferung erfolgen soll. digitalo ist jedoch berechtigt, die Art der gewählten Nacherfüllung zu verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist und die andere Art der Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den Verbraucher bleibt.

3.Schlägt die Nacherfüllung fehl, kann der Kunde grundsätzlich nach seiner Wahl Herabsetzung der Vergütung (Minderung) oder Rückgängigmachung des Vertrages (Rücktritt) verlangen. Bei einer nur geringfügigen Vertragswidrigkeit, insbesondere bei nur geringfügigen Mängeln, steht dem Kunden jedoch kein Rücktrittsrecht zu.

4.Unternehmer müssen digitalo offensichtliche Mängel innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab Empfang der Ware schriftlich anzeigen; andernfalls ist die Geltendmachung des Gewährleistungsanspruchs ausgeschlossen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung. Den Unternehmer trifft die volle Beweislast für sämtliche Anspruchsvoraussetzungen, insbesondere für den Mangel selbst, für den Zeitpunkt der Feststellung des Mangels und für die Rechtzeitigkeit der Mängelrüge. Ist der Kunde Kaufmann, so gelten die §§ 377 , 378 HGB .

Im kaufmännischen Verkehr gelten ergänzend die §§ 377 , 378 HGB .

5.Hat der Kunde wegen eines Rechts- und Sachmangels nach gescheiterter Nacherfüllung den Rücktritt vom Vertrag gewählt, steht ihm daneben kein Schadensersatzanspruch gegen digitalo wegen des Mangels zu.

Verlangt der Kunde nach gescheiterter Nacherfüllung Schadensersatz, verbleibt die Ware beim Kunden, wenn ihm dies zuzumuten ist. Der Schadensersatz beschränkt sich auf die Differenz zwischen Kaufpreis und Wert der mangelhaften Sache, es sei denn digitalo hat die Vertragsverletzung arglistig verursacht.

6.Bei neuen Gegenständen beträgt die Gewährleistungsfrist für Unternehmer ein Jahr ab Ablieferung der Ware. Für Verbraucher beträgt die Gewährleistungsfrist bei neuen Gegenständen zwei Jahre ab Ablieferung der Ware.

7.Bei gebrauchten Sachen beträgt die Gewährleistungsfrist für Verbraucher ein Jahr ab Ablieferung der Ware. Für Unternehmer ist die Gewährleistung bei gebrauchten Gegenständen ausgeschlossen.

8.Ist der Käufer Unternehmer, gilt als Beschaffenheit der Ware grundsätzlich nur die Produktbeschreibung des Herstellers als vereinbart. Öffentliche Äußerungen, Anpreisungen oder Werbung des Herstellers stellen daneben keine vertragsgemäße Beschaffenheitsangabe der Ware dar.

9.Erhält der Kunde eine mangelhafte Montageanleitung, ist digitalo lediglich zur Lieferung einer mangelfreien Montageanleitung verpflichtet und dies auch nur dann, wenn der Mangel der Montanleitung der ordnungsgemäßen Montage entgegensteht.

10.digitalo gibt gegenüber dem Kunden keine Garantien im Rechtssinne ab. Herstellergarantien bleiben hiervon unberührt.


Nun bekomme ich folgende E-Mail: "wir haben Ihre Kamera erhalten, müssen Sie jedoch darauf hinweisen, dass die von Kodak auf 1 Jahr festgelegte Garantiezeit am 06.05.2006 abgelaufen ist.
Wir können die Kamera trotzdem für Sie einsenden, eine solche Einsendung ist jedoch in jedem Fall mit Kosten verbunden. Die Höhe des Kostenvoranschlages ist derzeit nicht vorhersehbar. Sofern er aber abgelehnt würde, würden Kosten von mindestens 43€ entstehen."

Ist das alles so korrekt?? Von der ein Jahr Garantie von Kodak lese ich zum ersten Mal..

Danke für Tipps und eventuelle Hilfe.

Grüsse
NetCohort

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16826 Beiträge, 5863x hilfreich)

Du verwechselst Garantie und Gewährleistung. Die Antwort des Händlers ist korrekt.


Viele Grüße, Michael

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Netcohort
Status:
Beginner
(66 Beiträge, 5x hilfreich)

Ok..

Aber sollte die Garantie des Gersteller nicht im Kaufvertrag mit angegeben sein, oder irgendwo erwähnt sein, das man als Kunde Bescheid weiß??

Zum Thema Gewährleistung. Das heisst doch nun aber, dass ich eine Wandelung oder Minderung verlangen kann??
Wie geht man da vor.

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#3
 Von 
keinname123
Status:
Lehrling
(1828 Beiträge, 211x hilfreich)

Wende dich an den Verkäufer, der muss dir 2 Jahre Gewährleistung geben!

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16826 Beiträge, 5863x hilfreich)

@Netcohort

1) Nein
2) Nein

1) Warum? Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung, du hast keinen Anspruch darauf. Wie der Garantiegeber dies mitteilen möchte ist dessen Angelegenheit. In aller Regel wird aber ein Garantieschein der Ware beigelegt. Bei Kodak ist das auch so, ein Garantieschein liegt der Kamera bei.

2) Du mußt beweisen, daß ein Sachmangel vorliegt. Ein Mangel ist nicht unbedingt ein Sachmangel. Da die Kamera schon fast 2 Jahre alt ist wird dir dieser Beweis nicht gelingen. Die Folge davon ist, daß du den Schaden selbst zu tragen hast. Die 2 Jahre Gewährleistung nützen dir also gar nichts.


Viele Grüße, Michael

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
KleinerJurist
Status:
Lehrling
(1398 Beiträge, 260x hilfreich)

Du wirst folglich auf der kaputten Kamera sitzen bleiben.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Netcohort
Status:
Beginner
(66 Beiträge, 5x hilfreich)

Danke für die Antworten..

Tja, immerhin hat sie fast zwei Jahre gehalten.

Gruss

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest123-1400
Status:
Student
(2642 Beiträge, 617x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#8
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16826 Beiträge, 5863x hilfreich)

@F.Lorenz

Ein Sachmangel liegt immer bereits bei Übergabe vor, ansonsten wäre es nur ein Mangel. Um die Sachmängelhaftung in Anspruch zu nehmen muß man also auch den Sachmangel und nicht nur einen Mangel beweisen.
Deine AUssage ist somit, wie sagt man so schön: 'doppelt gemoppelt'


Viele Grüße,Michael

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1298x hilfreich)

@micbu,

'Ein Sachmangel liegt immer bereits bei Übergabe vor, ansonsten wäre es nur ein Mangel.'

Der Begriff Mangel lässt offen um welchen Art von Mangel es sich handelt (Rechts- oder Sachmangel).

Der Begriff Sachmangel ist also konkreter und erfolgt zur Abgrenzung von anderen Mängeln.

Wenn mir nach einem Jahr die Kamera hinfällt und kaputt geht hat die Kamera nunmehr einen jetzt entstandenen Sachmangel.

Ein Sachmangel muss also, um als Sachmangel qualifiziert zu werden, mitnichten bereits bei Übergabe vorhanden sein.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16826 Beiträge, 5863x hilfreich)

@Stefan 5

lies dir mal §434BGB durch, dort ist der Sachmangel genau erklärt. Hier mal ein 'freihand' Wikipedia Auszug:

'Ein Mangel ist im Schuldrecht die negative Abweichung der Eigenschaften einer Sache von der geschuldeten Beschaffenheit (Sachmangel) oder das Bestehen von Rechten Dritter, die nicht in die Vereinbarung einbezogen sind (Rechtsmangel). '

Wobei der Schwerpunkt auf'geschuldeter Eigenschaft' liegt.


In diesem Thread geht es um das Schuldrecht und nicht darum, daß jemand sein Eigentum selbst kaputt gemacht hat.




Viele Grüße, Michael

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1298x hilfreich)

@micbu,

§ 434 geht im Wortlaut aber weiter.

Nach § 434 I Satz 1 BGB wird der Sachmangel nicht positiv sondern negativ definiert, also nicht wann ein Sachmagel vorliegt, sondern wann die Sache frei von Sachmängel ist.
Frei von Sachmängeln ist sie (UNTER ANDEREM) dann, wenn sie bei Gefahrenübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat.
Nach diesem Gesichtspunkt wäre Ihre Meinung korrekt.

Regelmäßig wird bei einem Kauf aber wohl keine Beschaffenheit vereinbart.

Regelmäßig wird sich die Sachmängeleigenschaft nach § 434 I Satz 2 Ziffer 1 und 2 BGB ('Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Sache frei von Sachmängeln, wenn sie...') richten.

Ich muss aber zugeben, dass ich das Ganze noch gründlicher durchdenken muss.

0x Hilfreiche Antwort


#13
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16826 Beiträge, 5863x hilfreich)

@Mirk

du zitierst doch genau richtig:
'Frei von Sachmängeln ist sie dann, wenn sie bei Gefahrenübergang die maßgebliche Beschaffenheit hat, wie sie (UNTER ANDEREM) durch Vereinbarung gegeben sein kann.'

Und wenn ein Mangel zu diesem Zeitpunkt vorliegt, dann nennt man diesen 'Sachmangel'.
Nenn mir bitte irgend eine andere rechtliche Definition eines Sachmangels bei dem ein Mangel gemeint ist der NICHT zum Zeitpunkt des Gefahrenüberganges zum Vorschein kam? Ich bezweifele, daß du diese Definition findest.
Also: Ein Schmangel ist ein Mangel der zum Übergabezeitpunkt (Wenn es dir lieber ist: zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs) vorlag.


Viele Grüße, Michael

0x Hilfreiche Antwort


#15
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16826 Beiträge, 5863x hilfreich)

@Mirk,

Na dann erklär doch endlich was ein Sachmangel ist!

§434 sagt doch schon alles, aber du redest um den heißen Brei herum und kannst aber keine andere Definition liefern. Somit bleibe ich bei meiner Meinung.


Viele Grüße, Michael

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