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Gewährleistung innerhalb von 6 Monaten abgelehnt.

 Von 
EddiRu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)
Gewährleistung innerhalb von 6 Monaten abgelehnt.

Hallo zusammen,

folgendes Problem habe ich derzeit.

Am 29.05.2018 habe ich mir ein paar NIKE Schuhe für 150,00€ zugelegt.

Diese Schuhe habe ich in dieser Zeit natürlich auch genutzt und angezogen. Anfang November ist mir aufgefallen, dass der Stoff des Schuhs an der rechten Seite einen Riss ausweißt. Dieser Riss entstand durch die Nutzung - genau an der Ecke wo der Schuh sich bei der Gehbewegung knickt.

Am 21.11. habe ich mir darüber Gedanken gemacht, dass ein Sportschuh dieser Preisklasse doch nicht nach knapp 6 Monaten reißen darf und beschloss mich an Sidestep zu wenden, dort habe ich den Schuh erworben. Am 21.11. habe ich direkt eine Eingangsbestätigung meiner Mail erhalten. Am 29.11. habe ich diese Mail anschließend als Einschreiben/Einwurf verschickt per Post.

Nachdem ich eine über 14 Tage gewartet habe, sollte ich mich legitimieren - dies tat ich auch erfolgreich. Anschließend sollte ich weiteres Bildmaterial zusenden. Dies tat ich auch.

Nun habe ich folgende Mail erhalten:

Guten tag,

vielen Dank für Ihre Geduld.

Nach Rücksprache mit unserer Fachabteilung müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Reklamation nicht als Herstellerfehler akzeptiert werden konnte.
In diesem Zusammenhang möchten wir Sie freundlich auf unsere Allgemeinen Geschaeftsbedingungen aufmerksam machen, die Sie beim Kauf der Ware akzeptiert haben.
Sollten Sie mit dieser Entscheidung nicht zufrieden sein bitten wir Sie, sich an Ihre nächste Verbraucherzentrale zu wenden.
Sofern Sie uns keine neuen, für den Fall relevanten Informationen zur Verfügung stellen, sieht Sidestep den Fall nun als abgeschlossen an.
Wir danken für Ihr Verständnis und entschuldigen uns für eventuell entstandene Unannehmlichkeiten.

Ich kenne mich leider nicht ganz mit den Gewährleistungsrechten aus, jedoch finde ich das etwas wenig.

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen steht folgendes:

9. Gesetzliches Mängelhaftungsrecht
(1) Beim Verkauf an Verbraucher gilt die gesetzliche Gewährleistungsfrist von 2 Jahren.

Auch, dass ich direkt an den Verbraucherschutz geleitet werde finde ich etwas komisch - ist das normal? Wie sieht es aus mit der Beweislastumkehr, innerhalb der ersten 6 Monate müsste doch der Verkäufer beweisen, dass der Mangel an dem Schuh nicht bereits vor dem Kauf vorhanden war.

Hat man hier Erfolgschancen? Natürlich nutzt ein Schuh ab, die Sohle nutzt ab, aber ich habe Nike Schuhe die seit 5 Jahren halten - dieses paar geht nach nicht einmal vollen 6 Monaten kaputt und hat das doppelte gekostet.

Vielleicht kann mir hier jemand einen Tipp geben, wie ich weiter vorgehen könnte - oder ob ich meine Zeit nicht verschwänden soll, da die Erfolgsaussichten gering sind.

Vielen Dank.

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Kauf Verkäufer Schuh Mangel


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67344 Beiträge, 31646x hilfreich)

Zitat (von EddiRu):
Wie sieht es aus mit der Beweislastumkehr, innerhalb der ersten 6 Monate müsste doch der Verkäufer beweisen, dass der Mangel an dem Schuh nicht bereits vor dem Kauf vorhanden war.

Stimmt.

Nur ist das hier

Zitat (von EddiRu):
Nach Rücksprache mit unserer Fachabteilung müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Reklamation nicht als Herstellerfehler akzeptiert werden konnte.

nicht mal im Ansatz ein Beweis.


Ich würde daher wie folgt antworten:

Nach Rücksprache mit meiner juristischen Fachabteilung muss ich Ihnen leider mitteilen, dass Ihre unsubstantierte Behauptung nicht als Beweis akzeptiert werden konnte.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie freundlich auf unsere Gesetzgebung aufmerksam machen, die Sie bei der Gründung und mit dem Betrieb Ihres Unternehmens akzeptiert haben.
Diese sieht vor, das innerhalb der ersten 6 Monate eine Beweislastumkehr zugunsten des Käufers eintritt, sofern dieser Verbraucher ist. Ich fordere Sie daher auf, mir gegenüber bis zum TT.MM.JJJJ* entweder den Beweis anzutreten oder nachzubessern.
Sollten Sie der Auffassung sein, mir gegenüber diese nicht erfüllen zu müssen, werde ich entsprechende juristische Schritte gegen Sie einleiten müssen.
Sollten Sie mit dieser Entscheidung nicht zufrieden sein bitte ich Sie, sich an Ihren nächstgelegenen Rechtsanwalt zu wenden, der Ihnen die Rechtslage gerne erklären wird.
Egal ob Sie mir nun neue, für den Fall relevanten Informationen zur Verfügung stellen, oder nicht, sehe ich den Fall keineswegs als abgeschlossen an.
Ich danke für Ihr Verständnis und entschuldige mich für nachfolgend eventuell entstehende Unannehmlichkeiten ausdrücklich nicht.



* Frist von 14 Tagen nach Datum


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
EddiRu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)

Vielen Dank für den Text. Ich werde diesen so in meine Mail nehmen - sofern ich eine Antwort bekomme, melde ich mich hier nochmal.

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#3
 Von 
EddiRu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo Harry von Sell,

wie versprochen melde ich mich nochmal hinsichtlich meines Falles.
Die Frist ist verstrichen und ich habe keine Rückmeldung erhalten. Im Anschluss habe ich mich nochmal an die Firma gewandt und gefordert, dass ich eine Antwort auf meine Mail erhalte.

Ich soll das Paar Schuhe nun Einsenden und im Anschluss werden die Schuhe von der Fachabteilung überprüft.

Jetzt kommt mir eine weitere Frage auf. Zwischen Anmeldung der Gewährleistungsansprüchen und dieser Mail liegen nunmehr ca. 1 1/2 Monate in denen die Schuhe weiterhin getragen wurden. Dies werde ich auch meiner Antwort klar beifügen - die können schließlich nicht verlangen, dass die Schuhe nun nicht mehr getragen werden können.

Sobald ich eine Rückmeldung erhalte, melde ich mich nochmal zu Wort.

Vielen Dank.

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#4
 Von 
fb367463-2
Status:
Junior-Partner
(5671 Beiträge, 2542x hilfreich)

Man sollte sowas nicht per Mail machen. Senden Sie ein Einwurfeinschreiben.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#5
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6772 Beiträge, 3676x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
liegen nunmehr ca. 1 1/2 Monate in denen die Schuhe weiterhin getragen wurden. Dies werde ich auch meiner Antwort klar beifügen
Wenn dadurch der Mangel verschlimmert, bist Du für selbige verantwortlich. bei dem von dir genannten Mangel war das keine sehr gute Idee die Schuhe weiterhin zu tragen...

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67344 Beiträge, 31646x hilfreich)

Zitat (von EddiRu):
Mail liegen nunmehr ca. 1 1/2 Monate in denen die Schuhe weiterhin getragen wurden. Dies werde ich auch meiner Antwort klar beifügen

Das wäre in dem Falle überaus subotimal


Zitat (von EddiRu):
die können schließlich nicht verlangen, dass die Schuhe nun nicht mehr getragen werden können.

Nö, aber dann muss man halt mit den negativen Folgen leben.
Denn bei so eine Verstoß gegen die Schadenminderungapflicht ist die Beweislastumkehr dann ganz schnell mal obsolet.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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