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Händler akzeptiert Widerruf nicht

 Von 
mallimarlene
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)
Händler akzeptiert Widerruf nicht

Hallo,

ich habe das Problem, dass ein Onlinehändler meinen Widerruf nicht akzeptiert.

Ich habe einen limitierten Atikel gekauft, den habe ich erhalten und dabei festgestellt, dass er defekt ist. Der Händler bat mich, den Artikel direkt zum Hersteller zu senden, ich könnte mir dann was neues aussuchen. Gesagt getan.

Ich habe mir einen anderen limitierten Artikel ausgesucht und mich gewundert, warum er nicht geliefert wird. Ich habe den Händler angeschrieben und man schrieb mir per Mail, dass man mir noch nichts Genaues sagen könne, da der Hersteller noch keine Informationen genannt hätte. Ich habe daraufhin den Händler angerufen und nachgefragt, ob er denn den Artikel gar nicht auf Lager hätte. Er sagte mir, dass er den hätte, jedoch aufgrund der Weihnachtszeit erst in ca. 2 Wochen zuschicken könne.

Ich habe mich nun gegen den Kauf entschieden und dem Händler per Mail geschrieben, dass ich vom Kauf zurücktreten möchte und er mir den Artikel nicht mehr zusenden soll. Daraufhin bekam ich die Nachricht, dass er den Widerruf nicht annehmen könne, da der Artikel extra für mich angefertigt werden würde. Die Limitierung sei noch nicht ausgeschöpft gewesen und deshalb wurde jetzt durch meinen Kauf der Artikel hergestellt.

Ich wusste weder von einer nicht ausgeschöpften Limitierung, noch davon, dass man den extra für mich anfertigt. Zumal ich extra nochmals angefragt habe, ob er den Artikel auf Lager hätte (leider nur telefonisch).
Muss ich denn den Artikel nun nehmen?
Falls der Verkäufer mein Konto belasten sollte, kann ich wegen unsachmäßiger Belastung die Zahlung wieder rückgängig machen?

Vielen Dank und schöne Grüße

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Verkäufer Hersteller Zahlung rückgängig


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2467x hilfreich)

quote:
Falls der Verkäufer mein Konto belasten sollte, kann ich wegen unsachmäßiger Belastung die Zahlung wieder rückgängig machen?



Nein.

Es gibt 2 Möglichkeiten. entweder du erklärst innerhalb 2 Wochen dem VK den Widerruf nach den Fernabsatzregeln, siehe § 312d BGB .

Oder du machst Gewährleistungsrechte nach den §§ 437 ff. BGB geltend.

Das

quote:
Der Händler bat mich, den Artikel direkt zum Hersteller zu senden, ich könnte mir dann was neues aussuchen. Gesagt getan.

Ich habe mir einen anderen limitierten Artikel ausgesucht ...


ist kein Widerruf, sondern Nachbesserung/Ersatzlieferung i.R. des $ 439 BGB wegen eines Sachmangels. Dein Widrrufsrecht ist verfristet.

Rücktritt käme erst in Betracht, wenn die Voraussetzungen nach § 323 BGB vorliegen, hier in etlichen threads nachzulesen.

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#2
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2109 Beiträge, 1025x hilfreich)

Von was willst du denn zurücktreten. Ihr hab eine Vereinbarung getroffen, er nimmt den zurück und du suchst dir was Neues aus. Daran musst du dich jetzt auch halten.

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#3
 Von 
mallimarlene
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.
Greift in so einem Fall der Widerruf gar nicht, da ich mir für den beschädigten Artikel etwas anderes ausgesucht habe? Ich habe den beschädigten Artikel am 12.11. erhalten, also vor genau einer Woche. Noch am selben Tage habe ich mich mit dem Händler in Verbindung gesetzt und den Artikel zum Hersteller geschickt.
Ich hätte jetzt naiverweise angenommen, dass ich mit dem Erhalt der ersten Lieferung zwei Wochen Zeit hätte, dem Vertrag zu widerrufen.

Viele Grüße


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#4
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2109 Beiträge, 1025x hilfreich)

quote:
Ich hätte jetzt naiverweise angenommen, dass ich mit dem Erhalt der ersten Lieferung zwei Wochen Zeit hätte, dem Vertrag zu widerrufen

Dazu müsste man das Gerät zurückschicken können, du hast es doch gar nicht mehr. Du hast es bereits getauscht - gegen einen Gutschein was anderes zu kaufen......

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#5
 Von 
mallimarlene
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

Stimmt, den einen Artikel habe ich nicht mehr ;-)
Was ist denn mit dem neuen Artikel? Besteht da kein Recht mehr auf Widerruf, wenn mir der Artikel nicht gefällt, da es sich um einen komplett anderen Artikel handelt? Selbst auch dann nicht, wenn ich die Ware noch nicht einmal habe?

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#6
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2467x hilfreich)

quote:
Ich hätte jetzt naiverweise angenommen, dass ich mit dem Erhalt der ersten Lieferung zwei Wochen Zeit hätte, dem Vertrag zu widerrufen.


Der Konjunktiv ist schon richtig. Hättest du gehabt, wenn du nicht deine Gewährleistungsrechte = Ersatzlieferung geltend gemacht hättest.

Ob das jetzt tatsächlich ein "echter" Fall der elektiven Konkurrenz ist, weiss ich auch nicht, aber so ähnlich ist das wohl zu lösen.

Du warst frei in der Entscheidung Widerruf oder Ersatzlieferung. Wählst du ein Recht, geht das andere verloren.

Ich denke, es widerspricht auch nicht dem Verbraucherschutz, wenn man dich daran festhält.

Urteil dazu habe ich beim rumgoogeln keines gefunden, aber ich halte das Risiko für ganz extrem hoch, wenn du die Lastschrift stornierst.

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#7
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2109 Beiträge, 1025x hilfreich)

Die hast du nicht gekauft, sondern getauscht :-))
Mit wem hast du denn eigentlich "getauscht", mit dem Hersteller oder dem Händler. Denn nur bei einem hast du Gewährleistung


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#8
 Von 
mallimarlene
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

Also, ich versuche das nochmals genau zu schildern:
ich habe zwei Artikel erhalten, einer defekt, den anderen hatte ich passend dazu bestellt. Da der eine defekt war, wollte ich den anderen nicht mehr behalten. Der Händler bat mich, dass ich beides nicht ihm, sondern dem Hersteller direkt schicken soll, auch die nicht defekte Ware, er würde dann alles weitere klären.
Ich habe dann in seinem Online-Shop geschaut und mich für zwei andere Artikel entschieden. Ich habe ihm geschrieben, dass ich die dann gern als Austausch haben möchte für die beiden anderen Artikel. Also war es letztendlich meine Schuld, dass ich nicht erst vom Kauf zurückgetreten bin und dann neu bestellt habe? Irgendwie vermischt sich das doch alles, da die eine Ware ja nicht defekt war, ich die aber dennoch zum Hersteller schicken sollte.



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#9
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2467x hilfreich)

quote:
ich habe zwei Artikel erhalten, einer defekt, den anderen hatte ich passend dazu bestellt. Da der eine defekt war, wollte ich den anderen nicht mehr behalten.


??

quote:
Ich habe einen limitierten Atikel gekauft, den habe ich erhalten und dabei festgestellt, dass er defekt ist.



??

quote:
Ich habe dann in seinem Online-Shop geschaut und mich für zwei andere Artikel entschieden. Ich habe ihm geschrieben, dass ich die dann gern als Austausch haben möchte für die beiden anderen Artikel.


Das ändert auch nichts. Du hättest, sogar wenn du widerrufen hättest, statt der Rückzahlung des KP mit dem VK einen deal gemacht.

Daran musst du dich dann festhalten lassen, Verträge sind bindend.

Bleibt nur § 323 BGB , s.o.

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#10
 Von 
mallimarlene
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke für deine Antwort. Ich kann bei §323 BGB nichts finden, was zutreffen könnte.
OK, dann weiß ich Bescheid, dass ich mich an den Vertrag halten muss. Hätte ich die Ware einfach nur zurückgeschickt und dann neu bestellt, hätte es wahrshcienlich ganz anders ausgesehen. Aber nun gut, dann ist das jetzt so :-)
Nochmals danke an alle!

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